
Zacharias
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Die Fusion von Armani und Mainstream
Es ist nicht lange her, da betrat ich eine örtliche Parfümerie mit einer Flasche Cerruti 1881 Fairplay, die bis auf ein paar wenige Tropfen geleert war. Denn ich wusste, dieser Duft, mit dem ich viele Jugenderinnerungen verbinde, wird nicht mehr hergestellt. Ich fragte nach ähnlich riechenden Düften und wurde prompt auf Acqua die Giò verwiesen.
Den Kauf bereue ich inzwischen. Nein, mit 1881 Fairplay hat dieser Armani-Duft nichts zu tun. Es ist ohnehin erstaunlich, von der Marke Armani einen Duft zu entdecken, der dermaßen Mainstream ist. Er riecht frisch. Er riecht sommerlich. Er riecht zitronisch. Das war es dann aber auch schon. Verglichen mit anderen Parfums fehlt es Acqua di Giò eindeutig an Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmalen. Der Wiedererkennungswert tendiert gegen null. Nicht mein Fall. Wie schade.
Den Kauf bereue ich inzwischen. Nein, mit 1881 Fairplay hat dieser Armani-Duft nichts zu tun. Es ist ohnehin erstaunlich, von der Marke Armani einen Duft zu entdecken, der dermaßen Mainstream ist. Er riecht frisch. Er riecht sommerlich. Er riecht zitronisch. Das war es dann aber auch schon. Verglichen mit anderen Parfums fehlt es Acqua di Giò eindeutig an Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmalen. Der Wiedererkennungswert tendiert gegen null. Nicht mein Fall. Wie schade.
Der verspätete Flug
"L'envol", so heißt dieser spezielle Duft von Cartier, zu Deutsch: "der Flug". Und mit "speziell" meine ich wirklich, hier etwas Außergewöhnliches zu haben. Drei Viertel der Parfümerie-Regale sind mit Mainstream gespickt. Wie viele Parfüms gibt es, die wie Boss riechen? Wie viele imitieren ein Cool Water oder ein Acqua di Giò? Einfach zu viele.
Trage ich "den Flug" auf, so ist mein erster Gedanke: Wie ist Mathilde Laurent auf diesen Namen gekommen? Eine Flugreise ist das Letzte, womit ich das Parfüm assoziierte, geschweige denn, dass ich zu einer Flugreise dieses Parfüm getragen hätte. Was für ein Irrtum meinerseits – ich hätte das Urteil nicht über die Kopfnote fällen dürfen! Doch schön der Reihe nach.
Was ist L'envol nun für ein Duft? In der Kopfnote eindeutig süßlich-holzig, eine Explosion von Honig. Die Süße nimmt gemächlich ab und schafft Raum für eine sinnliche Weite. Und da ist sie tatsächlich! Ich hätte nicht gedacht, erst weit in der Herznote den Sinn hinter der Namensgebung zu entdecken. Da ist sie – die Flugreise. Schnuppert man L'envol etwa eine halbe Stunde nach Auftragen, so empfindet man einen Hauch von seriöser, ruhiger, dreidimensionaler Ausbreitung. Ein Duft, der sich anfühlt, als würde man quer durch die Atmosphärenschichten treiben und wabern. Die große weite Welt.
Das ist es, was Cartier L'envol so einzigartig und besonders macht. Was einem Cartier allerdings schwer macht ist die Entscheidung, zu welchem Anlass man dieses Parfüm tragen sollte. Alltag? Nope. Freizeit? No way! Abendveranstaltungen? Ja, mit Vorbehalten. Auf der Tribüne einer Freiluft-Sommerbühne ist L'envol ein Schuss ins Bull's Eye. Zu einer Smoking- oder gar Frack-Veranstaltung würde ich diesen Duft nicht tragen wollen. Bei Events, bei denen Hemd mit offenem Kragen und Sakko getragen werden, ist L'envol das Wässerchen der Wahl und ein Erkennungsmerkmal von Gentlemen mit Stil.
Trage ich "den Flug" auf, so ist mein erster Gedanke: Wie ist Mathilde Laurent auf diesen Namen gekommen? Eine Flugreise ist das Letzte, womit ich das Parfüm assoziierte, geschweige denn, dass ich zu einer Flugreise dieses Parfüm getragen hätte. Was für ein Irrtum meinerseits – ich hätte das Urteil nicht über die Kopfnote fällen dürfen! Doch schön der Reihe nach.
Was ist L'envol nun für ein Duft? In der Kopfnote eindeutig süßlich-holzig, eine Explosion von Honig. Die Süße nimmt gemächlich ab und schafft Raum für eine sinnliche Weite. Und da ist sie tatsächlich! Ich hätte nicht gedacht, erst weit in der Herznote den Sinn hinter der Namensgebung zu entdecken. Da ist sie – die Flugreise. Schnuppert man L'envol etwa eine halbe Stunde nach Auftragen, so empfindet man einen Hauch von seriöser, ruhiger, dreidimensionaler Ausbreitung. Ein Duft, der sich anfühlt, als würde man quer durch die Atmosphärenschichten treiben und wabern. Die große weite Welt.
Das ist es, was Cartier L'envol so einzigartig und besonders macht. Was einem Cartier allerdings schwer macht ist die Entscheidung, zu welchem Anlass man dieses Parfüm tragen sollte. Alltag? Nope. Freizeit? No way! Abendveranstaltungen? Ja, mit Vorbehalten. Auf der Tribüne einer Freiluft-Sommerbühne ist L'envol ein Schuss ins Bull's Eye. Zu einer Smoking- oder gar Frack-Veranstaltung würde ich diesen Duft nicht tragen wollen. Bei Events, bei denen Hemd mit offenem Kragen und Sakko getragen werden, ist L'envol das Wässerchen der Wahl und ein Erkennungsmerkmal von Gentlemen mit Stil.
2 Antworten
Sagte da jemand "Montblanc"?
Es ist wie ein Traum.
Da ist dieser Duft an mir.
Ein milder, seriöser und doch eleganter Duft.
Ich sitze in einem Büro. Ein extrem edles Büro. Männer in Anzügen mit Boss-Krawatten und Frauen in Kostümen mit Hermès-Seidentüchern flankieren einen riesigen schwarzen Konferenztisch.
Lederaktentaschen mit Gletscher-Logo auf der Schließe stehen neben den Stühlen. Ein Klappern und Klopfen ertönt, als Agenden und Konferenzmappen hervorgeholt werden. Alle mit Gletscher-Logo auf den Verschluss-Klipsen.
Der Chef zückt seinen Kugelschreiber. Schwarz mit silbernen Beschlägen. Und ein weißes Gletscher-Logo am Kappenkopf. Währenddessen rutschen die Minen von Starwalkern über die Augmented Papers.
Bin ich hier in einem Montblanc-Ökosystem gefangen?, ist mein Gedanke.
Mein letzter Gedanke, bis ein schrilles Klingeln an der Tür ertönt und mich aus dem Tagschlummer reißt.
Hier bin ich nun. Auf Arbeit. Aber nicht in einer Unternehmensberatung, geschweige denn an einem Teakholztisch.
Und sowie ich aufstehe, um die Tür für den nächsten Termin zu öffnen, meine Müdigkeit aus den Augen reibend, nehme ich an meinem Handgelenk einen Duft wahr.
Montblanc Legend. Daher also diese ganzen Assoziationen in meinem Tagtraum.
Montblanc Legend ist ein Duft, der sich charakterlich perfekt in das Montblanc-Ökosystem einreiht. Ein Business-Duft par excellence. Für alle, die bereits mit der Firma Montblanc vertraut sind, ein Pflichtkauf. Unabhängig ob man Boss-Krawatten oder Hermès-Seidenschals auf den Fluren seiner Firma antrifft.
Da ist dieser Duft an mir.
Ein milder, seriöser und doch eleganter Duft.
Ich sitze in einem Büro. Ein extrem edles Büro. Männer in Anzügen mit Boss-Krawatten und Frauen in Kostümen mit Hermès-Seidentüchern flankieren einen riesigen schwarzen Konferenztisch.
Lederaktentaschen mit Gletscher-Logo auf der Schließe stehen neben den Stühlen. Ein Klappern und Klopfen ertönt, als Agenden und Konferenzmappen hervorgeholt werden. Alle mit Gletscher-Logo auf den Verschluss-Klipsen.
Der Chef zückt seinen Kugelschreiber. Schwarz mit silbernen Beschlägen. Und ein weißes Gletscher-Logo am Kappenkopf. Währenddessen rutschen die Minen von Starwalkern über die Augmented Papers.
Bin ich hier in einem Montblanc-Ökosystem gefangen?, ist mein Gedanke.
Mein letzter Gedanke, bis ein schrilles Klingeln an der Tür ertönt und mich aus dem Tagschlummer reißt.
Hier bin ich nun. Auf Arbeit. Aber nicht in einer Unternehmensberatung, geschweige denn an einem Teakholztisch.
Und sowie ich aufstehe, um die Tür für den nächsten Termin zu öffnen, meine Müdigkeit aus den Augen reibend, nehme ich an meinem Handgelenk einen Duft wahr.
Montblanc Legend. Daher also diese ganzen Assoziationen in meinem Tagtraum.
Montblanc Legend ist ein Duft, der sich charakterlich perfekt in das Montblanc-Ökosystem einreiht. Ein Business-Duft par excellence. Für alle, die bereits mit der Firma Montblanc vertraut sind, ein Pflichtkauf. Unabhängig ob man Boss-Krawatten oder Hermès-Seidenschals auf den Fluren seiner Firma antrifft.
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Kältetelefon, was kann ich für Sie tun?
Hier sitze ich nun. Am Kältetelefon der Caritas. Jener gemeinnützigen Einrichtung, bei der Fußgänger anrufen können (und sollten), sobald sie frierende Obdachlose sehen.
Ich bin Zacharias, nur einer von etwa 70 Ehrenamtlichen, die in der kalten Jahreszeit für etwas soziale Wärme sorgen.
Unser Büro ist in einer Obdachloseneinrichtung situiert. Ein sehr bescheidenes Milieu. Und während man als hochnäsiger Snob hier eindeutig fehl am Platze ist, so kann man dennoch seinen Stil hervorheben. Sehr, sehr vorsichtig und umsichtig.
Es klingelt.
"Caritas, Kältetelefon, Sie sprechen mit Zacharias. Was kann ich für Sie tun?"
Erneut wird eine obdachlose Person gemeldet. Ganz in der Nähe meiner eigenen Wohnung.
Ich tippe die Daten in den PC; hier, in unserem kleinen Büro sitze ich nun. Die Heizung ist bullerwarm und ich fühle mich wohl. Wohl, mit einem Casual-Oberhemd und einem roten Caritas-T-Shirt drüber. Und noch wohler, seitdem ich Jaguar for Men (die grüne Flasche) trage.
Denn damit habe ich ihn nun gefunden. Den Duft, der Stil zeigt, ohne überkandidelt zu wirken in einem Gebäude, in dem zwei Zimmer weiter fünfzehn Asylberechtigte eine ruhige Nacht verbringen, geschützt vor dem Schneefall draußen. Traurig genug, dass es Organisationen wie uns geben muss.
Wenn es etwas gibt, worauf ich in meinem Alltag nicht verzichten kann, so ist das ein gutes Eau de Toilette. Aber bitte umfeldadäquat. Wie beschreibe ich Jaguar nun am besten? Spontan kommt mir das Wort "technokratisch" in den Sinn. Nee. Doch lieber ein anderes Wort. Technikaffin? Ja, eher. Es ist eine Mischung aus Krautigkeit (wie wenn ich mit den Reifen eines Jaguar F-Pace durch Moos gefahren wäre), ein Hauch Ledrigkeit (wie die Sitze des Jaguar F-Pace) und etwas … ja, etwas Werkstattgeruch. Kein Duft nach Lötzinn, Motoröl oder dampfenden Bremsscheiben. Ein Duft, den ich mit einer Autowerkstatt assoziiere, ohne sagen zu können, wann und in welchem Autohaus ich so etwas schon einmal gerochen haben muss.
Für ehrenamtliche Tätigkeiten in der kalten Jahreszeit ist dies mein Duft der Wahl. Er hebt eine fleißige, pflichtbewusste und kollegiale Person hervor und übt sich dabei mit größter Bescheidenheit in gesellschaftlicher Tiefstapelung.
Ich bin Zacharias, nur einer von etwa 70 Ehrenamtlichen, die in der kalten Jahreszeit für etwas soziale Wärme sorgen.
Unser Büro ist in einer Obdachloseneinrichtung situiert. Ein sehr bescheidenes Milieu. Und während man als hochnäsiger Snob hier eindeutig fehl am Platze ist, so kann man dennoch seinen Stil hervorheben. Sehr, sehr vorsichtig und umsichtig.
Es klingelt.
"Caritas, Kältetelefon, Sie sprechen mit Zacharias. Was kann ich für Sie tun?"
Erneut wird eine obdachlose Person gemeldet. Ganz in der Nähe meiner eigenen Wohnung.
Ich tippe die Daten in den PC; hier, in unserem kleinen Büro sitze ich nun. Die Heizung ist bullerwarm und ich fühle mich wohl. Wohl, mit einem Casual-Oberhemd und einem roten Caritas-T-Shirt drüber. Und noch wohler, seitdem ich Jaguar for Men (die grüne Flasche) trage.
Denn damit habe ich ihn nun gefunden. Den Duft, der Stil zeigt, ohne überkandidelt zu wirken in einem Gebäude, in dem zwei Zimmer weiter fünfzehn Asylberechtigte eine ruhige Nacht verbringen, geschützt vor dem Schneefall draußen. Traurig genug, dass es Organisationen wie uns geben muss.
Wenn es etwas gibt, worauf ich in meinem Alltag nicht verzichten kann, so ist das ein gutes Eau de Toilette. Aber bitte umfeldadäquat. Wie beschreibe ich Jaguar nun am besten? Spontan kommt mir das Wort "technokratisch" in den Sinn. Nee. Doch lieber ein anderes Wort. Technikaffin? Ja, eher. Es ist eine Mischung aus Krautigkeit (wie wenn ich mit den Reifen eines Jaguar F-Pace durch Moos gefahren wäre), ein Hauch Ledrigkeit (wie die Sitze des Jaguar F-Pace) und etwas … ja, etwas Werkstattgeruch. Kein Duft nach Lötzinn, Motoröl oder dampfenden Bremsscheiben. Ein Duft, den ich mit einer Autowerkstatt assoziiere, ohne sagen zu können, wann und in welchem Autohaus ich so etwas schon einmal gerochen haben muss.
Für ehrenamtliche Tätigkeiten in der kalten Jahreszeit ist dies mein Duft der Wahl. Er hebt eine fleißige, pflichtbewusste und kollegiale Person hervor und übt sich dabei mit größter Bescheidenheit in gesellschaftlicher Tiefstapelung.
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There's a Wässerchen for this …
2007. Apple stellt das iPhone vor. Eingangs als „teuerstes Handy der Welt“ belächelt, beginnt es rasch seinen Siegeszug im Elektronikmarkt.
2008. Ein Jahr danach ist es erstmals möglich, „Apps“ von Drittanbietern zu installieren und den Funktionsumfang des Handys massiv zu erweitern. Die Werbespots im Fernsehen laufen sich wund. „There’s an app for this“, heißt es.
2015. Zacharias betritt die Parfümerie seines Vertrauens. Er sucht nach einem neuen Alltagsparfum für Büro und Hörsaal. So soll es sein:
Lieblich wie Voyage d’Hermès, nur nicht so feminin.
Herbstlich wie Terre d’Hermès, nur besser entwickelnd auf Zacharias’ Haut.
Lieblich wie Un Jardin sur le toit, nur nicht so blumig.
Markant wie Vetiver Tonka, nur nicht so ausgefallen.
Frisch wie Épice Marine, nur nicht so sommerlich.
Konservativ wie Cuir d’Ange oder Poivre Samarcande, nur nicht so abendlich/großveranstaltungs-zentriert.
Um zusammenzufassen: Ein Duft für den Alltag, der den anstrengenden Studentenalltag im Wintersemester versüßt.
Ein Duft, den man auch voller Freude aufträgt, wenn man auf dem Weg zur Uni durch graue Wolkenschatten mit dem einen oder anderen herbstlichen Nieselregen ist.
Ein Duft, der konservativ untermalt, wie man sich im Studienalltag konzentriert. Ein Duft, der einem beim Lernen hilft – und das meine ich durchaus buchstäblich.
Zacharias traf im Hermès-Regal rasch auf „Rocabar“. „Ein Parfum für den Nomaden auf der Suche nach der großen Weite.“, wie sich Hermès-Chefparfumier und meiner Meinung nach Genie Jean-Claude Ellena ausdrückte. Im gleichen Regal stellten nur noch „Bel Ami“ und „Equipage“ nennenswerte Konkurrenten dar. Ich entschied mich schließlich für „Rocabar“. „There’s a Wässerchen for this“, denn Rocabar stellte eine zufriedenstellende Antwort auf alle oben genannten Wünsche dar. Ich weiß nicht ob „eierlegende Wollmilchsau“ das richtige Prädikat ist, denn sicherlich gibt es auch Anlässe, in denen andere Düfte besser abschneiden. Aber auf jeden Fall ist Rocabar für mich persönlich die beste Wahl für den Alltag und so wie es hieß „There’s an App for this“, genau so fand ich in Rocabar den perfekten Begleiter für alle Anlässe, bei denen ich mein ideales Parfum bislang missen musste.
Was ist nun so kennzeichnend an Rocabar? Erstens ist es ein zeitloser Duft, der zu jeder Tages- und Jahreszeit passt. Zweitens ist es ein konservativer Duft, der perfekt zu Herrschaften passt, wie ich sie gerne mit Christian Clavier („Monsieur Claude und seine Töchter“, „Nur eine Stunde Ruhe“) vergleiche: Republikanische, sakkobekleidete Herren, gelegentlich mit einer dezenten Krawatte und immer nur die besten, allerbesten, allerallerbesten Manieren anwendend. Und drittens: eine fast perfekte Haltbarkeit, die in der Duftrichtungsentwicklung kaum böse Überraschungen bereithält. Ich schnuppere abends am Handgelenk, was ich morgens zuvor aufgetragen habe, und bin nach wie vor begeistert.
Fazit: Rocabar ist ein Duft, den – wie ich es getan habe – jeder Mann ausprobieren sollte, der eine wie auch immer geartete Sorge oder ein Problemchen mit Terre d’Hermès hat. Rocabar verbreitet eine universitäre Hörsaal-Atmosphäre, eine soziale Atmosphäre eines kooperativen Seminarraums und schnuppert in der Basisnote sogar etwas nach Ledereinbänden in der Unibibliothek. Ich muss mich wiederholen: Rocabar ist ein Duft, der perfekt für ambitionierte Studenten ist.
2008. Ein Jahr danach ist es erstmals möglich, „Apps“ von Drittanbietern zu installieren und den Funktionsumfang des Handys massiv zu erweitern. Die Werbespots im Fernsehen laufen sich wund. „There’s an app for this“, heißt es.
2015. Zacharias betritt die Parfümerie seines Vertrauens. Er sucht nach einem neuen Alltagsparfum für Büro und Hörsaal. So soll es sein:
Lieblich wie Voyage d’Hermès, nur nicht so feminin.
Herbstlich wie Terre d’Hermès, nur besser entwickelnd auf Zacharias’ Haut.
Lieblich wie Un Jardin sur le toit, nur nicht so blumig.
Markant wie Vetiver Tonka, nur nicht so ausgefallen.
Frisch wie Épice Marine, nur nicht so sommerlich.
Konservativ wie Cuir d’Ange oder Poivre Samarcande, nur nicht so abendlich/großveranstaltungs-zentriert.
Um zusammenzufassen: Ein Duft für den Alltag, der den anstrengenden Studentenalltag im Wintersemester versüßt.
Ein Duft, den man auch voller Freude aufträgt, wenn man auf dem Weg zur Uni durch graue Wolkenschatten mit dem einen oder anderen herbstlichen Nieselregen ist.
Ein Duft, der konservativ untermalt, wie man sich im Studienalltag konzentriert. Ein Duft, der einem beim Lernen hilft – und das meine ich durchaus buchstäblich.
Zacharias traf im Hermès-Regal rasch auf „Rocabar“. „Ein Parfum für den Nomaden auf der Suche nach der großen Weite.“, wie sich Hermès-Chefparfumier und meiner Meinung nach Genie Jean-Claude Ellena ausdrückte. Im gleichen Regal stellten nur noch „Bel Ami“ und „Equipage“ nennenswerte Konkurrenten dar. Ich entschied mich schließlich für „Rocabar“. „There’s a Wässerchen for this“, denn Rocabar stellte eine zufriedenstellende Antwort auf alle oben genannten Wünsche dar. Ich weiß nicht ob „eierlegende Wollmilchsau“ das richtige Prädikat ist, denn sicherlich gibt es auch Anlässe, in denen andere Düfte besser abschneiden. Aber auf jeden Fall ist Rocabar für mich persönlich die beste Wahl für den Alltag und so wie es hieß „There’s an App for this“, genau so fand ich in Rocabar den perfekten Begleiter für alle Anlässe, bei denen ich mein ideales Parfum bislang missen musste.
Was ist nun so kennzeichnend an Rocabar? Erstens ist es ein zeitloser Duft, der zu jeder Tages- und Jahreszeit passt. Zweitens ist es ein konservativer Duft, der perfekt zu Herrschaften passt, wie ich sie gerne mit Christian Clavier („Monsieur Claude und seine Töchter“, „Nur eine Stunde Ruhe“) vergleiche: Republikanische, sakkobekleidete Herren, gelegentlich mit einer dezenten Krawatte und immer nur die besten, allerbesten, allerallerbesten Manieren anwendend. Und drittens: eine fast perfekte Haltbarkeit, die in der Duftrichtungsentwicklung kaum böse Überraschungen bereithält. Ich schnuppere abends am Handgelenk, was ich morgens zuvor aufgetragen habe, und bin nach wie vor begeistert.
Fazit: Rocabar ist ein Duft, den – wie ich es getan habe – jeder Mann ausprobieren sollte, der eine wie auch immer geartete Sorge oder ein Problemchen mit Terre d’Hermès hat. Rocabar verbreitet eine universitäre Hörsaal-Atmosphäre, eine soziale Atmosphäre eines kooperativen Seminarraums und schnuppert in der Basisnote sogar etwas nach Ledereinbänden in der Unibibliothek. Ich muss mich wiederholen: Rocabar ist ein Duft, der perfekt für ambitionierte Studenten ist.
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