
KinnBart
16 Rezensionen

KinnBart
1
Nischen-Endgegner
Mal wieder habe mir blind einen Duft des Hauses Ahmed Al Maghribi zugelegt und im ersten Moment gedacht, ich hätte mir flüssiges Chaos ins Haus geholt. Das ist kein Duft, den man sich mal eben locker aufsprüht, während man die Schuhe zubindet und erwartet, dass man sofort auf Wolke sieben schwebt. Bin Ameer ist eher ein Genießer, ein echtes Nischen-Brett, das deine volle Aufmerksamkeit verlangt und sich nicht jedem sofort an den Hals wirft. Wenn man ihn dann aber mal gerochen hat, will man ihn einfach tiefer erforschen, was hier ganz von alleine geschieht. Wer hier den schnellen Erfolg sucht, wird wahrscheinlich erst mal enttäuscht sein, aber genau das macht die Kiste so spannend.
Die Präsentation ist dabei eigentlich schon eine Frechheit. Man zahlt 45 Euro für 90 ml und bekommt eine wunderschöne Box in Lederoptik serviert, die sich nach purem Luxus anfühlt. Das Parfüm ist ein einer Art Seidenpapier eingewickelt. Wenn man dann liest, dass die Konzentration bei 42,59% liegt, was locker einen Ölanteil von mehr als der Hälfte bedeutet, weiß man, dass hier ist kein Wässerchen, das ist eine Ansage. Und so startet er auch. Die ersten zwanzig Minuten können ein Kampf sein. Das Oud geht schon etwas rein, wirkt meiner Meinung nach animalisch und so dicht, dass man das Gefühl hat, man müsste den Duft erst mal zur Seite schieben, um Luft zu holen. Da kann man schon mal kurz an Hustensaft denken, aber für mich ist das eher dieser extrem konzentrierte Vibe eines sündhaft teuren Duschgels.
Aber jetzt kommt der Clou. Wenn man dem Ganzen Zeit gibt, passiert eine Wahnsinns-Wandlung. Der Duft wird klarer, legt die Ellbogen an und wird plötzlich richtig rund. Diese saftige, fast schon prickelnde Birne kommt durch, wird von Honig und Orange aufgefangen und bekommt so eine richtig warme, goldene Süße. Das ist ein genialer Kontrast zu der dunklen Oud-Basis und einem leicht rauchigen Hintergrund. Es gesellen sich Jasmin und Rose dazu, die dem Ganzen eine elegante blumige Tiefe geben. Am Ende steht da ein Parfum, das sich zwar in der Nähe von Roja Doves Amber Oud bewegt, aber viel zu viel Eigenleben hat, um nur ein simpler Ersatz zu sein. Bin Ameer ist nichts für Anfänger und definitiv kein risikofreier Blindkauf, aber wer Bock auf einen Duft mit Ecken, Kanten und einer Performance hat, und wirklich was ganz anderes ist als man gewöhnt ist, der wird hier richtig glücklich. Wohl nichts für das sehr Junge Publikum und auch sehr elegant. Insgesamt würde ich ihn dennoch und die Duftfamilie Frisch einordnen, auch wenn er sehr tiefe und nicht der typische Freshie ist. Umso länge er drauf ist, umso frischer wird er tatsächlich.
Wenn ich so am Duft rieche und mir die Duftpyramide ansehe, muss ich ehrlich sagen, dass man jede einzelne Komponente sehr gut erkennt und nachvollziehen kann. Wieder einmal eine Kunst der Parfümindustrie.
Hier ein Kleines Update, nachdem der Duft etwa 3 Wochen gereift ist. Er hat sich merkbar verändert, in meiner Sicht durchaus zum Positiven. Die animalische Nuancen, von den ich gesprochen habe, sind schwächer geworden, bzw. Ich formuliere es mal anders. Der Duft hat sich perfekt abgestimmt. Die Animalik ist jetzt sehr schön weich in wunderschöne frische Blüten eingebettet. Die Birne ist umso saftiger und zugleich sandte geworden. Insgesamt ist der Duft ziemlich "weich" geworden, im Sinne von perfekt aufeinander abgestimmt. Alles passt hiernprima zusammen. Erinnert finde ich an einen Blue Talisman, in weniger prickeig (der Ingwer fehlt), mit weißen Blüten. Finde ich persönlich auch "nischiger" als der BT, sowie edler. Super schöner Duft!
Die Präsentation ist dabei eigentlich schon eine Frechheit. Man zahlt 45 Euro für 90 ml und bekommt eine wunderschöne Box in Lederoptik serviert, die sich nach purem Luxus anfühlt. Das Parfüm ist ein einer Art Seidenpapier eingewickelt. Wenn man dann liest, dass die Konzentration bei 42,59% liegt, was locker einen Ölanteil von mehr als der Hälfte bedeutet, weiß man, dass hier ist kein Wässerchen, das ist eine Ansage. Und so startet er auch. Die ersten zwanzig Minuten können ein Kampf sein. Das Oud geht schon etwas rein, wirkt meiner Meinung nach animalisch und so dicht, dass man das Gefühl hat, man müsste den Duft erst mal zur Seite schieben, um Luft zu holen. Da kann man schon mal kurz an Hustensaft denken, aber für mich ist das eher dieser extrem konzentrierte Vibe eines sündhaft teuren Duschgels.
Aber jetzt kommt der Clou. Wenn man dem Ganzen Zeit gibt, passiert eine Wahnsinns-Wandlung. Der Duft wird klarer, legt die Ellbogen an und wird plötzlich richtig rund. Diese saftige, fast schon prickelnde Birne kommt durch, wird von Honig und Orange aufgefangen und bekommt so eine richtig warme, goldene Süße. Das ist ein genialer Kontrast zu der dunklen Oud-Basis und einem leicht rauchigen Hintergrund. Es gesellen sich Jasmin und Rose dazu, die dem Ganzen eine elegante blumige Tiefe geben. Am Ende steht da ein Parfum, das sich zwar in der Nähe von Roja Doves Amber Oud bewegt, aber viel zu viel Eigenleben hat, um nur ein simpler Ersatz zu sein. Bin Ameer ist nichts für Anfänger und definitiv kein risikofreier Blindkauf, aber wer Bock auf einen Duft mit Ecken, Kanten und einer Performance hat, und wirklich was ganz anderes ist als man gewöhnt ist, der wird hier richtig glücklich. Wohl nichts für das sehr Junge Publikum und auch sehr elegant. Insgesamt würde ich ihn dennoch und die Duftfamilie Frisch einordnen, auch wenn er sehr tiefe und nicht der typische Freshie ist. Umso länge er drauf ist, umso frischer wird er tatsächlich.
Wenn ich so am Duft rieche und mir die Duftpyramide ansehe, muss ich ehrlich sagen, dass man jede einzelne Komponente sehr gut erkennt und nachvollziehen kann. Wieder einmal eine Kunst der Parfümindustrie.
Hier ein Kleines Update, nachdem der Duft etwa 3 Wochen gereift ist. Er hat sich merkbar verändert, in meiner Sicht durchaus zum Positiven. Die animalische Nuancen, von den ich gesprochen habe, sind schwächer geworden, bzw. Ich formuliere es mal anders. Der Duft hat sich perfekt abgestimmt. Die Animalik ist jetzt sehr schön weich in wunderschöne frische Blüten eingebettet. Die Birne ist umso saftiger und zugleich sandte geworden. Insgesamt ist der Duft ziemlich "weich" geworden, im Sinne von perfekt aufeinander abgestimmt. Alles passt hiernprima zusammen. Erinnert finde ich an einen Blue Talisman, in weniger prickeig (der Ingwer fehlt), mit weißen Blüten. Finde ich persönlich auch "nischiger" als der BT, sowie edler. Super schöner Duft!
Aktualisiert am 21.01.2026 - 12:21 Uhr



Kopfnote
Birne
frische Noten
Honig
Orange
Schwarze-Johannisbeere-Sirup
Zimt
Herznote
Alpenveilchen
Freesie
Jasmin-Sambac
Orangenblüte
Rose
Basisnote
Ambroxan
indisches Oud
Moschus
Patchouli
DavideRC
Jask




































