Innocente Fragilité Chabaud
Sehr hilfreiche Rezension
Üppige sinnliche Nymphen
Dieser Chabaud-Duft, den ich als letzten zum Testen aufträufelte, ist für mich der schönste dieser Serie. „Innocente Fragilité“ würde ich gerne tragen.
Der Auftakt wird durch eine sanfte Cremigkeit, Kokos nur andeutend, liebliche Blumennoten präsentierend gestaltet.
Aber dann setzt eine Phase ein, wo ich schon befürchtete, dass animalische und bedrängende Weißblüher dominieren würden.
Kurz davor nimmt „Innocent Fragilité“ eine Wendung. Gardenie und Tuberose kommen in den Duftverlauf, wobei Tuberose nicht gelistet ist. Sie halten die anderen Weißblüher im Zaum, übernehmen die Führung und entwickeln eine liebliche und für mich faszinierende Schönheit.
Die Schmelz der Jugend mit der Unschuld einer Lolita.
Während ich den Duft teste und den Duftverlauf mit Entzücken verfolge, kommt mir eines dieser kitschigen Bilder aus meiner Kindheit vor mein inneres Auge, die damals in den Schlafzimmer über den Ehebetten hingen. Das waren wohl die erotischen Bilderdrucke der 30er/40er Jahre in den kleinbürgerlichen Schlafzimmern, worüber ich jetzt schmunzeln kann. Als Kind hatte ich davon keinerlei Ahnung.
Besonders eines, das einen Waldsee in der beginnenden Dämmerung zeigte, habe ich deutlich in Erinnerung, so dass ich es jetzt noch malen könnte. Der Abendhimmel spiegelte sich in einem See. Seerosen blühten. Dunkle glasklare Stellen bereits im Schatten, das bewaldete Ufer spiegelnd, darin badeten üppige Nymphen in leichten nassen und somit durchscheinenden Kleidern, die sich auch in dem dunklen Wasserspiegel betrachteten. Als etwa Neunjährige schaute ich mir diese alabasterweißen, nicht gerade schlanken Frauen sehr oft und ausgiebig an, alles was ich unter den durchsichtigen nassen Kleidern, die an den Körpern klebten sehen konnte. Das war schon etwas anderes als was ich bei den Frauen in meiner Umgebung sah, schön fand ich die. Und natürlich waren da Rätsel und Geheimnisse für mich. Warum waren die Frauen an bestimmten Stellen nicht behaart, wie ich es kannte beispielsweise? Die Realität an den erwachsenen Frauen fand ich nicht schön, ich wollte lieber so werden wie die Nymphen auf dem Bild. Jedoch durfte man nicht über so etwas reden oder gar fragen, damals war es sehr prüde.
Sollte ich so ein Bild auf einem Flohmarkt finden werde ich es sofort erwerben.
Aber „Innocent Fragilité“ spiegelt für mich dieses Bild der badenden Nymphen, das Spiel der Sinnlichkeit, die Erotik.
Zum Duft: Die leicht grüne Gardenien-,Tuberosenblütenmischung hält die Weißblüher bis zum Schluss umhegt und erlaubt ihnen nur zarte Blütenschleier zum gemeinsamen Dufttanz.
Diese wirklich zauberhafte Blütenmischung hat nur eine Andeutung zum Süßen. „Innocent Fragilité“ gehört für mich in die Kategorie der Düfte wie F. Malle, „Carnal Flower“, Tom Ford, „Black Orchid oder das neue Guerlain: „Terracotta“.
Die beiden ersten sind üppiger, dunkler, schwerer, dschungelhafter. „Terracotta“ dagegen lieblicher, ist aber mit der Guerlinade unterlegt und hat deshalb auch eine Vanillenote. Vanille und jedweder Zitrusakkord fehlen bei „Innocente Fragilité".
Am nächsten kommt ihm noch: "Do Son" von Diptyque.
Für „Innocente Fragilité“ sollte man Gardenien- und Tuberosenduft mögen. Die sinnliche und doch zarte Blütenmischung ist haltbar mit körpernaher Sillage. Es ist ein absolut femininer Duft.
Der Auftakt wird durch eine sanfte Cremigkeit, Kokos nur andeutend, liebliche Blumennoten präsentierend gestaltet.
Aber dann setzt eine Phase ein, wo ich schon befürchtete, dass animalische und bedrängende Weißblüher dominieren würden.
Kurz davor nimmt „Innocent Fragilité“ eine Wendung. Gardenie und Tuberose kommen in den Duftverlauf, wobei Tuberose nicht gelistet ist. Sie halten die anderen Weißblüher im Zaum, übernehmen die Führung und entwickeln eine liebliche und für mich faszinierende Schönheit.
Die Schmelz der Jugend mit der Unschuld einer Lolita.
Während ich den Duft teste und den Duftverlauf mit Entzücken verfolge, kommt mir eines dieser kitschigen Bilder aus meiner Kindheit vor mein inneres Auge, die damals in den Schlafzimmer über den Ehebetten hingen. Das waren wohl die erotischen Bilderdrucke der 30er/40er Jahre in den kleinbürgerlichen Schlafzimmern, worüber ich jetzt schmunzeln kann. Als Kind hatte ich davon keinerlei Ahnung.
Besonders eines, das einen Waldsee in der beginnenden Dämmerung zeigte, habe ich deutlich in Erinnerung, so dass ich es jetzt noch malen könnte. Der Abendhimmel spiegelte sich in einem See. Seerosen blühten. Dunkle glasklare Stellen bereits im Schatten, das bewaldete Ufer spiegelnd, darin badeten üppige Nymphen in leichten nassen und somit durchscheinenden Kleidern, die sich auch in dem dunklen Wasserspiegel betrachteten. Als etwa Neunjährige schaute ich mir diese alabasterweißen, nicht gerade schlanken Frauen sehr oft und ausgiebig an, alles was ich unter den durchsichtigen nassen Kleidern, die an den Körpern klebten sehen konnte. Das war schon etwas anderes als was ich bei den Frauen in meiner Umgebung sah, schön fand ich die. Und natürlich waren da Rätsel und Geheimnisse für mich. Warum waren die Frauen an bestimmten Stellen nicht behaart, wie ich es kannte beispielsweise? Die Realität an den erwachsenen Frauen fand ich nicht schön, ich wollte lieber so werden wie die Nymphen auf dem Bild. Jedoch durfte man nicht über so etwas reden oder gar fragen, damals war es sehr prüde.
Sollte ich so ein Bild auf einem Flohmarkt finden werde ich es sofort erwerben.
Aber „Innocent Fragilité“ spiegelt für mich dieses Bild der badenden Nymphen, das Spiel der Sinnlichkeit, die Erotik.
Zum Duft: Die leicht grüne Gardenien-,Tuberosenblütenmischung hält die Weißblüher bis zum Schluss umhegt und erlaubt ihnen nur zarte Blütenschleier zum gemeinsamen Dufttanz.
Diese wirklich zauberhafte Blütenmischung hat nur eine Andeutung zum Süßen. „Innocent Fragilité“ gehört für mich in die Kategorie der Düfte wie F. Malle, „Carnal Flower“, Tom Ford, „Black Orchid oder das neue Guerlain: „Terracotta“.
Die beiden ersten sind üppiger, dunkler, schwerer, dschungelhafter. „Terracotta“ dagegen lieblicher, ist aber mit der Guerlinade unterlegt und hat deshalb auch eine Vanillenote. Vanille und jedweder Zitrusakkord fehlen bei „Innocente Fragilité".
Am nächsten kommt ihm noch: "Do Son" von Diptyque.
Für „Innocente Fragilité“ sollte man Gardenien- und Tuberosenduft mögen. Die sinnliche und doch zarte Blütenmischung ist haltbar mit körpernaher Sillage. Es ist ein absolut femininer Duft.
7 Antworten
Labormaus vor 11 Jahren
wunderschöner Kommentar, du machst mich neugierig :-)
pudelbonzo vor 11 Jahren
Ich mag auch diese Nymphenteichbilder. Dann werde ich den Duft wohl auch mögen. Schön detailliert beschrieben.
Naaase vor 11 Jahren
Klingt sehr interessant. Und vor allem sehr schön beschrieben.
Butterfly89 vor 11 Jahren
Nicht umsonst steht der in meiner merkliste; jetzt bin ich noch neugieriger...
Pluto vor 11 Jahren
Das beste Düftchen kommt zum Schluss, wie es sich gehört.
Ergoproxy vor 11 Jahren
Oha! Do Son war mir ja viel zu blumig. Ich nehem an, da werde ich an meine Grenzen kommen.
Yatagan vor 11 Jahren
Gerade eben mit 80% bewertet, obwohl er sehr feminin ist, wie Du ja schreibst - und man tatsächlich an diese Bildchen erinnert werden könnte. Er ist schön, das sehe ich auch so!

