Mal wieder konnte man einem Duft von Chanel entgegenfiebern und Himmel & Hölle in Bewegung setzen, um eine Abfüllung zu ergattern! Hohe Erwartungen wurden geweckt! Der in meinen Augen derzeit edelste Flakon des Hauses Chanel wurde wohl nicht nur von mir im Geiste mit einer hohen Dufterwartung gefüllt, die für mich -leider!- großenteils wie eine Seifenblase geplatzt ist.
Coco ist einer meiner liebsten Chanels, insbesondere in der Extraitkonzentration.
Coco Mademoiselle ist mir - zusammen mit Chance und den diversen Allures - ziemlich sang- und klanglos am Allerwertesten vorbeigegangen. Gerade bei Coco Mademoiselle wurde nach der jungen Kundin geschielt, wohl in der geldgeilen Angst, daß auf Dauer das Klientel für die klassischen Chanel-Parfums wegstirbt und das Image überaltert. Das Ergebnis ist entsprechend.
Dennoch erwartete ich, daß nun wenigstens Coco Noir seinem Namen alle Ehre macht, und zwar mit einer Steigerung: einer dunkleren, abgründigen und samtigen Interpretation von Coco, dem Original. (Gerade die Äußerungen von Monsieur Polge von wegen der byzanthinischen und venezianischen Inspirationen weckten schier utopische Erwartungen)
Und hier beginnt die Enttäuschung. Der Duft ist nicht "noir". Nicht ein kleines bißchen! Kein Fitzelchen! Nada! Null! Nix! Niente! Da kann der schwarze Flakon nicht drüber hinwegtäuschen und ist schlichtweg irreführend. Wenn aber Coco Noir nicht schwarz ist, was ist es dann? Es ist nicht einmal grau. Es hat auch keine schwarzen Flecken, auch ist es nicht weiß, beige, gold oder lila. Würde ich eine Farbe zu diesem Duft assoziieren wollen, so wäre es elfenbeinfarben. Ivoire de Chanel hat es in den 1930er Jahren gegeben und ist somit längst im letzten Jahrhundert verduftet. Da hätte man wie im Falle von Sycomore eine Neuauflage wagen können, und Coco Noir hätte meiner Meinung nach durchaus als Neuauflage von Ivoire de Chanel funktionieren können.
Der Duft ist nicht schlecht, er ist gefällig und chanelig, und wird somit auch seine Liebhaberinnen finden. Auch wenn ich persönlich in meiner anfangs positiveren Berwertung mit jeden neuen Test Coco Noir ein Stück zurückstufe. I Die aufregende Kopfnote regt definitiv zu einem Spontankauf an. Da blitzt Coco auf, mit einer leichten Räucherstäbchen-Note, obwohl hier das "echte" Coco nur in der zahmen EdT-Version herumflankert. Zudem hat das Haus Chanel vergessen, Weichspüler und Puder als Herznoten aufzuführen. Das macht es meiner Nase fast unmöglich einzelne Ingredienzen herauszuschnuppern. Dies muß ich den versierteren Nasen von CSI-Parfumo überlassen. Immerhin hat man den Moschus nicht verschwiegen, der die Basis vernebelt.
Die Unterschiede von Coco zu Coco Noir sind vergleichbar gravierend wie bei No.19 versus No.19 Poudré.
P.S.: Leider wegen Irreführung von der Wunschliste gestrichen!
Auf "noir" fliege ich, auf Chanel nicht unbedingt. Ich dachte diesmal könnte es klappen, aber auch ich wurde sehr enttäuscht. Schon wieder kein Chanel für mich. :(
Toller Start und nach 10 Min. ist nicht mehr viel zu riechen, schade eigentlich. Die Kopfnote hat wirklich Potential, aber hält nur 5 Min. an. Absolut kein Vergleich zum "echten" COCO.
Also ich finde ihn sehr gelungen und wesentlich gefälliger als den würzigen, leider reformulierten Coco-Duft.
Ähnlichkeit zu Coco Madmoiselle kann ich nahezu keine entdecken.
Plakative Kopfnoten, pudriger Weichspüler und Ingredenzien, denen nur CSI Parfumo auf die Spur kommen kann - also kein Coco Noir, sondern Coco Inkognito... Das is nix für Aava. But I love your Kommi :-))
Ähnlichkeit zu Coco Madmoiselle kann ich nahezu keine entdecken.