War ja klar. Bei Dons Wanderpaket, an welches ich vollkommen unvoreingenommen herangehen möchte, das heißt, ohne vorher nach Duftnoten oder Kommentaren zu schauen, greif ich mir als Erstes den Tuberoseknaller. Die Zutat in Düften, auf die ich im übertragenen Sinne allergisch reagiere, und für die ich extra sensible Antennen zu haben scheine. Kaum habe ich ein Tröpfchen des edlen Stoffes aufgetragen, springt sie mich an, aus dem Hinterhalt, und, man glaubt es kaum, fängt an zu singen... „Everything counts in large amounts...“ im Duett mit Jasmin trällert sie dahin, ein Duo infernale. Jaaaa... da sollen noch andere Duftnoten drin sein. Irgendwo hinter dem Geträller scheint eine dunkle Weichheit zu lauern, katzenhaft und feminin, eine Gasse im Abendlicht kurz nach Sonnenuntergang, eine feinbestrumpfte brünette Schönheit auf hohen Absätzen, mit ebenso roten Lippen wie Schuhsohlen. Ein Vamp. Verschlingend. Aber. Der Gesang. Lässt kaum Raum für andere, leisere Töne. Frühlingstauglich empfinde ich den Duft nicht, dafür ist er zu opulent, für kühle Nächte mag es vielleicht noch angehen. Wenngleich – ich bin kein Maßstab, denn für mich ist er gar nicht tauglich, mit Blumenbomben oder Sexbomben mit einem Tuberose-Molotow-Cocktail in der Hand, hab ich es dufttechnisch nicht so. Nach einer tapferen Stunde muss ich den Duft abwaschen, wie alles, was ich nicht so mag, hält er aber überragend gut. Ich kann nicht mehr, schlüpfe in die bequemen Turnschuhe und streiche die Segel....