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Noble Néroli
Grand Neroli

7.3 / 10 46 Bewertungen
Ein Parfum von Comptoir Cologne für Herren. Das Erscheinungsjahr ist unbekannt. Der Duft ist frisch-zitrisch. Es wird von Onivo Cosmetics vermarktet.
Vergleich
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Duftrichtung

Frisch
Zitrus
Holzig
Fruchtig
Grün

Duftnoten

NeroliNeroli zitrische Notenzitrische Noten MoschusMoschus HolzHolz
Bewertungen
Duft
7.346 Bewertungen
Haltbarkeit
6.639 Bewertungen
Sillage
5.939 Bewertungen
Flakon
6.644 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
9.211 Bewertungen
Eingetragen von Altruismus · letzte Aktualisierung am 01.10.2024.
Quellenbasiert & geprüft

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Rezensionen

3 ausführliche Duftbeschreibungen
8.5Duft 7Haltbarkeit 6Sillage
Axiomatic

151 Rezensionen
Axiomatic
Axiomatic
Top Rezension 43  
Denn Dunkelheit für immer gibt es nicht
Wieso verfasst man eine Rezension im Urlaub?
Eigentlich sollte man der Grübelei für ein paar Tage den Laufpass geben und sich den schönen Dingen des Lebens widmen.
Doch es kam anders.

Fernab der Heimat konnte ich meiner Duft-Neugier nicht widerstehen.

Warum?

Nun, am Strand erzählten Freunde Trauriges und zeigten anhand von Bildern mir ihre zerstörte Heimat in Lyon. Nach den Krawallen am 1. Mai blieb keine funktionierende Infrastruktur in ihrem Viertel übrig, U-Bahneingänge, Bushaltestellen, parkende Autos, alles brannte lichterloh. Bankfilialen, Apotheken und Geschäfte wurden verwüstet.
Der Tag am Strand trübte sich etwas. Dazu noch ein kräftiger Mistral-Wind zum Bibbern.

Mit mulmigen Gefühl fuhren wir, Axios bessere Hälfte blieb standhaft, nach Montpellier rein. Das Wetter verhieß nichts Gutes. Schließlich galt es dennoch, die Stimmung aufzuhellen.
Hier hielten sich die Verwüstungen in Grenzen. Was aber merklich sichtbar war, die große Anzahl an leerstehenden Geschäften und kaum einkaufsfreudige Kundschaft.
Im Galeries Lafayette bot sich eine renovierte Inneneinrichtung in grellem Weiß, wir steuerten zielstrebig die Duftabteilung an. Denn wenn mich etwas aufatmen lässt, dann gute Düfte!

Die nächste Ernüchterung schlug mir entgegen, generisch präsentierte Dutzendware mit den üblichen Empfehlungen der netten Verkäuferinnen. Gesalzene Preise, eingestellte Klassiker.
Beim großen Konkurrenten Marionnaud sah es nicht wesentlich besser aus.

Schon waren wir dabei, das große Einkaufszentrum zu verlassen, da packte mich die Neugier und ich zerrte meinen treuen Mitschnüfler mit ins versteckte Monoprix.
Dort, ganz unscheinbar in einer hinteren Ecke dann der kleine Lichtstrahl.
Ein schlichter Flakon wartete stoisch und selbstbewußt auf Mutige.

Zisch!

Ach komm, wer schuf hier einen köstlichen Neroli Aufheller?
Comptoir Cologne schweigt über den oder die Schaffenden.

Eine sehr warme Orangenblüte reicht mir fruchtige, sonnenverwöhnte Zitronen.
Ein sehr schönes Gelb umringt mich, die Nähe zu Spanien ist nicht von der Hand zu weisen.

Und schon gesellen sich würzige und holzige Eindrücke, färben leicht mit Ocker.
Thymian? Rosmarin?
Wenn, dann sehr fein dosiert und unterstreichend. Ein Hauch Salziges macht das Ganze noch netter.
Prächtig!

Ähnlich zurückhaltend, aber nicht minder gekonnt, federn die gelisteten Holznoten. Doch im weiteren Verlauf klopft das Holz stärker an, der Duft schimmert wie warmer Sand.

Was aber dem Duft noch eine gewisse freche Note verpasst, das ist der Moschus. Leicht blumig, etwas sauber und dennoch sexy, aber nur ein bisschen.

Typisch kölnisch verfliegt die Duftaura recht schnell. Nach etwa einer Dreiviertelstunde zieht sich die Duftwolke zurück, bleibt aber hautnah über ein paar Stunden erhalten.

Alles in allem ein ehrliches Neroli, welches hier sogar von Comptoir Cologne geadelt wird. Soweit würde ich nicht gehen, aber einen republikanischen Orden erhält es von mir auf jeden Fall.

Für diejenigen Skeptiker noch einen Hinweis.
Ja, es ist ein Zitrusduft.
Und hier kann man in ihrem Fall die vermeintliche putziwutzi Assoziation recht leicht erstellen, wenn man möchte, aber nur in den ersten Augenblicken nach dem Aufsprühen.

Doch für Kölnisch-Überzeugten ist diese Erfrischung recht schön gemacht, insbesondere die Würze überzeugt mich.
Nach etwa zwei Stunden ergeben alle Dufteindrücke eine sehr stimmige und warme Umarmung.
Es ist einer dieser netten Düfte, welche nicht protzen oder durch komplizierte Zusammensetzung sich abheben wollen. Nein, dieses Neroli ist die Orangenblüte von nebenan, mit der man Pferde stehlen kann. Ein warmes Lächeln, das einem diese gewisse Zuversicht einhaucht.
Bloß nicht den Kopf hängen lassen!

Der Flakon ist erstaunlich schön geraten, auch qualitativ einwandfrei. Das Etikett ist sogar geriffelt und sehr klassisch gehalten.
Hält man die Pulle in der Hand, spürt man, dass sie gut wiegt.
Kappe und Sprühkopf sind aus schwarzem Plastik aber prima verarbeitet.

Über den Preis kann ich nur staunen.
Als Vergleich: eine gute und große Tarte au Citron (die mit den ach so überflüssigen Medaillons aus dunkler Schokolade als Garnitur) kostet etwa genau so viel.
(Ein Tipp von mir, beide harmonieren bestens!)

Dieses Neroli wird mich brav nach Hause begleiten, so viel steht fest.

Und nun zum Titel dieser Rezension.
Jenseits aller gesellschaftlichen Umstürze schafften wir am Strand anschließend uns über die Bande deutsch-französischer Freundschaft wieder das Lachen unter der Sonne zu zaubern.
Jeder sollte in der jeweiligen Fremdsprache ein Lied singen, welches noch im Gedächtnis geblieben war.
Auf deutscher Seite punktete Françoise Hardy mit „Tous les garçons et les filles“.
Tja, und Udo Jürgens scheint jenseits des Rheins immer noch in so manchem Erinnerungskästchen es sich gut gehen zu lassen.

So, noch ein paar Sprüher und dann weiter mit dem Meeresrauschen!

Salut à tous und bis bald!
30 Antworten
8.5Duft 7Haltbarkeit 6Sillage
FvSpee

323 Rezensionen
FvSpee
FvSpee
Top Rezension 39  
Neukölln 20: Es muss nicht immer Single Malt sein
In der vergangenen Woche habe ich nach längerer Pause mal wieder eine Kaskade von Dufteinkäufen getätigt. Die Düfte trudeln gerade nach und nach per Post ein. Insgesamt war es ein recht billiges Vergnügen, denn fast alles waren Proben und Abfüllungen, hier im Souk oder im kommerziellen Probenhandel. Zwei echte Neu-Flakonkäufe waren allerdings auch dabei, und die beiden Düfte haben vier Dinge gemeinsam: Sie sind sehr schön, sie kommen aus Frankreich, sie kosten nur um die 10 Euro pro 100-ml-Flakon und es sind Neroli-Düfte.

Ich hab mich selbst gefragt, warum ich mir gleichzeitig zwei Neroli-Parfüms kaufe. Ein Grund war sicher, dass sie beide als (vermeintlich) "schwer bis unmöglich zu bekommen" seit Jahren auf meiner Wunschliste standen wie das Gegenteil von Ladenhütern, sodass der endliche Kauf auch etwas von Bereinigung und Befreiung hatte. Im Lockdown räumen ja viele gerne auf. Ein anderer Grund ist vermutlich, dass Neroli so etwas ist wie die Schokolade unter den Duftnoten, ein todsicherer Stimmungsaufheller, und das kann man dieser Tage ja brauchen. Ich bin versucht, an dieser Stelle eine Pandemieschleife zu drehen, aber ich verkneife es mir.

Der andere von den zwei Düften ist Neroli Intense von Jeanne en Provence, kein Cologne, sondern ein fast duftölhaftes Zeug, das mit der wunderbare Fittleworth, den ich in letzter Zeit hier unglaublich vermisse, mal schmackhaft gemacht hatte. Ich hab es jetzt plötzlich bei Notino entdeckt und zack, gekauft.

Und dann also dieser hier, Noble Néroli von Comptoir Cologne. Soweit ich weiß, wird er offline nur in Frankreich in den dortigen Monoprix-Läden (eine Art französischer Woolworth oder MäcGeiz) vertrieben, aber einfach mal mit dem Zug nach Chalons oder Arles zu fahren, ist derzeit ja in etwa so leicht möglich wie 1915. Und online über die Internetseite des zugehörigen kleinen Konzerns, Onivo Cosmetics, einer aus meiner Sicht sehr sympathischen französischen Firma mit Körperpflegeprodukten und eben auch einigen Düften, alle im Billigsegment. Ich wunderte mich immer, dass die eine Internetseite haben, wo sie ihre Düfte vorstellen, man sie aber dann nicht kaufen kann. Erst letzte Woche entdeckte ich, dass ich drei Jahre lang den Button "E-Shop" übersehen hatte.

Ok, normalerweise bin ich zwar blöd in IT-Dingen, aber eigentlich nie saublöd, in diesem Fall war es halt mal anders. Der Kauf war dann äußerst schnell und unproblematisch, die Ware in fünf Tagen in Berlin, und obwohl mein Einkauf lächerlich klein war, haben sie noch eine fette Zugabe dazugepackt, was ich schon fast rührend fand.

So kann ich diesen Duft heute in meine Sammlung einreihen, und den Kommentar, den ich vor zweieinhalb Jahren verfasst hatte, möchte ich heute in einem Akt des Textrecycling als runde Nummer Zwanzig in die Serie 'Neukölln' einreihen. Denn ich finde, es ist ein großartiges Cologne und ihm gebührt ein Ehrenplatz in dieser Serie.

Diejenigen, die Duft und Kommentar nicht kennen, sind herzlich eingeladen, weiterzulesen. Die anderen, denen schon die Überschrift bekannt vorkam (also meist die ganz hartgesottenen Abonnenten, die ich auch nach Jahren noch immer nicht in die Flucht geschlagen habe), dürfen aussteigen, denn wie man den Duft kaufen kann, hab ich jetzt gesagt, und den Teil nach den drei Sternchen kennen sie schon.

* * *

Es gibt eine Menge von Gründen, warum ich eher nicht erwartet hatte, dass dieser Duft mir gefällt: Bisher eher neutrale Rezensionen hier; der von mir zuvor getestete "Mandarine Sanguine" aus demselben Hause war nur mittelmäßig; momentane Neroli-Müdigkeit bei mir, nachdem ich ein paar weniger schöne Neroli-Düfte gerochen hab und eine gewisse Skepsis gegenüber diesem Billiglabel, dessen Name "Comptoir Cologne", wie ich vermute, hart am Plagiat zur Erfolgsmarke "Atelier Cologne" schrammt.

Und dennoch, nach mehrfachem Testen und Einbeziehen des Näschens an meiner Seite: Das ist ein wirklich feiner, überaus angenehmer, alltagstauglicher und doch absolut nicht trivialer, handwerklich mehr als korrekt, nämlich ausgesprochen rund und wertig gemachter Duft.

Der Auftakt ist bei mir keine einseitig nervige Neroli-Nummer, auch durchaus nicht bitter, nicht sauer, nicht aggressiv, sondern mutet als sehr, sehr frische, sommerliche, klare, satt strahlende, vollkommen ausgewogene - nicht zu hell-ätherische, nicht zu dunkel-blutorangige - Mischung aus Zitronen-, Mandarinen-, Petitgrain- und Neroliaromen an. "Noble Neroli" ist an dieser Stelle kräftig und leuchtend und überhaupt nicht cremig. Beim zweiten Testen meine ich in dieser Frische fast so etwas wie marine, genauer salzige Noten zu riechen, die die Frische schön unterstützen.

Nach etwa einer Stunde hat der Duft sich ins etwas blütenartigere, ganz leicht cremige, etwas weichere und femininere gedreht, ohne die sommerliche Frische einzubüßen.

Es folgt ein langer Ausklang, der hautnah bis sechs Stunden und länger sich zieht, in dem ich statt des erwarteten holzig-weichen Abgangs (Moschus!) zu meiner erfreuten Verwunderung (auch bei mehrfachem Testen) wieder frischere, jetzt ganz, ganz klar grüne Noten rieche, die für mich irgendwo zwischen Gras, Minze und grünen Limetten changieren. Da ist eine leichte Süße spürbar, aber zugleich etwas prickelndes, perlendes, lustiges, wie man es eher in der Kopf- als in der Basisnote eines Parfüms erwarten würde.

Als ich zu meiner Schulzeit (das ist über 30 Jahre her) mein erstes Buch über Whisky las, war dort im Wesentlichen von Blends die Rede (bei Weinen würde man Cuvées dazu sagen), Mischungen verschiedener Malts mit neutralen Grains (quasi Industriealkohol) - so werden die klassichen großen Scotch-Marken hergestellt. Ganz am Ende, ein oder zwei Seiten lang, war dann noch die Rede davon, dass es einige schräge Vögel gebe, irgendwo auf der Welt, die Malts auch pur tränken, so etwas habe aber einen Marktanteil von vielleicht einem Prozent. Heute gilt man schon fast als Penner, wenn man so etwas wie "Johnny Walker" trinkt, will man stattdessen ein Kenner sein, muss es natürlich ein Single Malt sein, am besten einer aus einer winzigen Distille, die niemand sonst kennt.

Vielleicht wird es mal Zeit, wieder eine Lanze für die Kunst zu brechen, auf quasi industriellem Niveau, d.h. in größeren Mengen, zu erschwinglichen Preisen, mit leicht erhältlichen Rohzutaten wirklich gute Whiskys (oder Weine, oder Düfte) zu komponieren, die handwerklich höchsten Ansprüchen genügen und die so schön sind, dass man sie wirklich gerne genießt. Dieser äußerst preiswerte Duft, der nie chemisch, synthetisch oder billig wirkt, und der auf mich auch absolut nicht langweilig oder trivial wirkt, der im Gegenteil sogar seine Überraschungsmomente bereit hält, gehört für mich in diese Kategorie!
31 Antworten
8Duft 5Haltbarkeit 4Sillage
Ignika

76 Rezensionen
Ignika
Ignika
Hilfreiche Rezension 3  
Duft eines passablen Sommers Mk II
Letztes Jahr kürte ich Manderine Sanguine zum Flair meines Sommers, dieses Jahr war Grand Neroli an der Reihe. Den habe ich zwar noch nicht leer, aber trotzdem zu genüge getestet.

Die namensgebende Blüte gibt den Takt an, wird aber begleitet von Zitrone und Petitgrain, Zitrus-Duftprofil: blumig-lieblich, aber auch sauer-frisch, dazu etwas grün. Auch ich rieche diese cremige Moschusnote. Etwas Holz ist tatsächlich noch mit drin, aber leider ziemlich unkennbar. Die meistgenutzten Hölzer, Zeder und Sandel, schließe ich aus; beide sind zu markant und kräftig, um sich hinter ein wenig Neroli mit Zitrone zu verstecken.

Durch meine bisherigen Erfahrungen, den Namen und den Notenbaum erwartete ich ein simples und doch gefälliges Eau de Cologne. Noble Neroli erfüllt alle diese Erwartungen, leider auch bezüglich der Sillage und Haltbarkeit. Zum Auftakt zwar strahlend und erfrischend, danach aber schnell körpernah. Nach maximal einer Stunde! Ähnlich ists mit der Haltbarkeit, auch bei mir quasi weg nach rund 6 Stunden. Schade!

Simpler Feel-good-Duft, schüchterner, kurzatmiger und trotzdem schön. Steht mMn Frauen besser als Männern. Werde mit dem demnächst mal mehr layern, vll komme ich zu interessanten Ergebnissen :)
1 Antwort

Statements

14 kurze Meinungen zum Parfum
33
36
Ein wunderbar sommerlicher Zitrus-Neroli-Duft, der schlank, klar und ungekünstelt daher kommt und mir im heißen Büro gute Dienste leistete.
36 Antworten
23
40
Ein sehr milder und eher verhalten frischer Nesoliduft der mit der Zeit eine dezente Süße entwickelt und in einer hellen Moschusbasis....
40 Antworten
9
Langanhaltendes, frisches Neroli-Cologne ohne sonderlichen Tiefgang. Für Saubermänner und Sauberfrauen.
0 Antworten
9
leicht bitter fruchtige Start mit Neroli, cremiger 0815 Zitrone, herbes Petitgrain, wuschelige Holzkuschelnoten (dezent), ebenso dezenter heller Vetiver, auf dezentem, kühl wirkendem Moschusakkord
0 Antworten
vor 9 Jahren
8
klassisches Cologne mit dezent herber Nerolinote, ausgewogen komponiert, gute Haltbarkeit
0 Antworten
Weitere Statements

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So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

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