..da muss man sich schon externe Hilfe holen um ein bischen Winter zu simulieren..dachte ich zumindest! Auch wenn Siberian Snow kein Winter- oder Schneeduft ist, es dürfte meterhoch schneien, wenn der Schnee so riechen würde. Die Minze trägt zwar am Anfang für einen kühlen Touch bei, hat aber genügend warme Gegenpole. Wenn wir schon in Russland sind, dann eher wie in Sotchi, im Hintergrund weisse Berge und Winter-Olympiade und im Vordergrund der Strand vom schwarzen Meer. Der Minze wurde was leicht zitrisches untergejubelt, sehr grün-frisch..könnte auch sehr gut das Labdanum-Harz sein. Das riecht super natürlich und ätherisch, erinnert ein wenig an einen verdünnten Mix aus Olibanum, Thundra und Victrix von Profumum Roma. Der äusserst feine Weihrauch legt sich wie eine Nebelbank aus der San Francisco-Bay über die Minze, Harze und Gewürze..aber nach ca. 30 Minuten setzt ein wenig Tauwetter ein, die ersten Jasmin-Blüten spriessen aus dem kargen Boden und verströmen ein zartes aber betörendes Aroma..ganz leicht blumig-süsslich. Ansich ne schwierige Note für einen Mann, hier passt sie wunderbar in diesen irgendwie transparenten Duft. Alles ist so luftig und leicht angelegt..feenhaft..wie z.B. Blanche von Byredo, Silver Musk von Nasomatto, Not a perfume oder Molecule01..intensives Erlebnis..aber irgendwie nicht richtig zu greifen, man bekommt den Duft irgendwie nicht zu packen. Alles ist so perfekt ausbalanciert, wie wenn sich Siberian Snow selber nicht richtig festlegen wollte und sich nicht in eine Schublade pressen lassen wollte..gut so! Er bleibt durchgängig grün-harzig-rauchig-würzig und hat auch klare maskuline Seiten, daher wundert es mich schon, dass er als reiner Frauenduft lanciert wurde. Ich könnte mir vorstellen, dass er einigen Frauen zu herb, zu rauh ist..auch wenn er weiche Seiten hat. Gerade den Weihrauch möchte ich hier hervorheben, denn arg viel schöner kann man den nicht machen und der weiter unten genannte Vergleich zu Kyoto passt sehr gut, er prägt den Duft nicht einseitig, sondern verleiht ihm eine weitere Facette, unterstützt die anderen Noten sehr gut. Alle Noten harmonieren prächtig und machen eine Runde Sache daraus! Leider ist er wie oben schon ein wenig beschrieben, ein wenig flüchtig..zu zart..sonst hätte ich einen Kauf ernsthaft in Erwägung gezogen, weil er wirklich wunderschön ist..und das ist für diese Duftrichtung wirklich nicht leicht, den oft tendieren diese Düfte zwischen herber Naturbursche oder Saunaaufguss. Fazit: Toller, aussergewöhnlicher Duft, dessen Name nicht zum Duft so richtig passen will, eine Haltbarkeit von 4-5 Stunden besitzt und eine Sillage hat, die knapp über haunah ist. Siberian Snow ist ein Duft für die stillen, leisen Momente, wie wenn man den schön rieselnden Schnee vom gemütlichen Sofa aus zuschaut..mit einer warmen Tasse Tee in der Hand.
Ich finde den auch nicht zu herb. Teilweise kann ich den nach 3-4 Stunden nicht mehr wahrnehmen. Wenn mir aber warm wird, dann ist er plötzlich wieder da :)
Finde den überhaupt nicht herb-maskulin, sondern wunderbar weich, sanft, mild. Aber definitiv ein unisex-Duft, das stimmt! Er lässt sich auf der Haut schwer greifen, entzieht sich immer wieder mal, um plötzlich wieder präsent zu sein.