Wer einmal Minze im Garten oder auf dem Balkon hatte, der weiß: Minze ist ein ausdauernder Gast und sie nimmt sich mit schöner Selbstverständlichkeit allen Platz, den sie zu benötigen glaubt.
Nicht grundlos werden in unserem Botanischen Garten die diversen Minze-Arten mit ihren Töpfen im Boden eingegraben; sie wuchern und sprengen auch gern ihre Terrakotta-Behältnisse.
Acht Minze-Sorten hatte ich in einem Sommer auf dem Balkon; alle aus Kopfstecklingen gezogen:
War das ein Duft!
Besonders morgens, wenn der Tag noch sehr jung war und auch die Lavendel- und Rosmarinpflanzen aromatisch den Tag begrüßten.
Nun sind also auch die Parfümeure des Hauses Guerlain dem wundervollen Duft der sonnenbeschienenen reichartigen Minze ins Netz gegangen und hat deren natürlichen Zauber gekonnt in "Herbes Troublantes" eingefangen.
Durch große Wiesen mit Wildkräutern führt dieser Duft-Spaziergang.
Vorbei an alten Zitrushainen, aus denen goldene Bergamotten frisch-freundlich grüßen und die zarten Orangenblüten herzerwärmend lächeln.
Der Nachmittag hat schließlich die flirrende Hitze abgelöst; das Land atmet auf und duftintensiv aus. Die Mittagsruhe ist beendet: die Erde lebt!
Das meinen auch die Zikaden, die zusammen mit dem unter dem dunkelgrün-lackierten Laubdach der Hesperiden-Bäume lagernden auf seiner Flöte spielenden Gott Pan ihr manchmal nervtötendes Lied erneut anstimmen.
Wellen aromatischer Minze steigen aus den Wiesen, breiten ihre Duftschwingen aus und durchziehen die noch sommerlich warme Luft, während Unmengen von Insekten mit gemütlichem Brummen zwischen den einzelnen Arten unterwegs ist.
Natürlich dürfen auch Thymian und Rosmarin nicht fehlen: das mediterrane Hinterland ist voll von ihnen und ihren kräftig-würzigen Duftnoten.
All diese Sommeraromen kommen bei dieser Komposition, scheinbar frisch aus der Natur, in den Flacon.
Ein leicht animalischer Hauch von warmem Moschus schließt dieses heitere Duftbild harmonisch ab.
Es fehlt nur noch ein leichter Imbiss mit Brot, Käse und Wein, um die Illusion eines Urlaubstages in der urwüchsigen Natur entstehen zu lassen.
Diese entspannende und gleichzeitig belebende grüne Frische ist eine Wohltat im Hochsommer und in der Nebensaison eine kleine Duftauszeit aus dem Grau des Alltags.
Erstaunlich reich und haltbar ist „Herbes Troublantes“, voll von herrlicher Würze und der Zärtlichkeit einer leichten Umarmung.
Gerade für jemanden wie mich, der die strahlende Zitrusfrische häufig als etwas grell und störend empfindet, ist diese leise, aber intensive Würzigkeit sehr angenehm.
An diesen Ort werde ich gern von meinen Duft-Abenteuerreisen zurückkehren und mich von der tiefen Harmonie des Augenblicks verwöhnen lassen.
Minze findet man inzwischen recht häufig in Düften oder habe ich die entsprechenden Düfte früher einfach übersehen? Jedenfalls hast Du den Merklistenplatz von Herbes Troublant für mich bestätigt.
Teste den gerade und find den Duft wunderbar!