Es ist klar, worauf man hier hinaus möchte. Luxus, Berühmtheit, Vielfalt oder eben Facettenreichtum. Die Oxford Street ist nun einmal eine der umsatzstärksten und berühmtesten Einkaufsstraßen, deshalb hat auch der Trüffel in der Kopfnote angeblich seinen Auftritt. Wie dem auch sei, Hugh Parsons legt sich rein vom Namen her schon einen hohen Maßstab.
Der schmale Grat steht. Er wird allerdings bewältigt, denn "Oxford Street" ist für mich nichts anderes, als einer der am meisten unterschätzten Düfte. Gerne auch von der Grundtendenz her mit "M7" oder dementsprechend Kilians "Cruel Intentions" verglichen. In der Tat tritt hier auch ein Spiel aus Süße, Frische, Herbe und Holzigkeit auf. Wenn man den direkten Vergleich anstrebt und lange sah ich alle drei dicht beisammen auf einem sehr hohen Niveau, ist "Oxford Street" für mich sogar die ausgewogenste Mischung dieser Oud-Interpretation.
Hier kommt neben der holzig-erdigen Note auch noch eine prickelnde Frische und Würze ins Spiel, die bei den anderen beiden nicht so ausgeprägt ist. Diese herrliche Ausgeglichenheit sorgt dafür, dass die Nase langfristig am besten mit "Oxford Street" zurechtkommt und nie die Lust darauf verliert. Er ist so wunderbar markant, aber doch auch so elegant geschmeidig und man kauft hier wirklich keine leeres Hemd, da ist ordentlich Power und Qualität dahinter.
Im Sinne der Namensgebung ist das kein Wunder, die Umsätze kommen ja nicht von alleine oder ausschließlich von der Bekanntheit dieser Straße. Was lange währt, hat einen Grund und hoffentlich ist das auch beim Parfüm der Fall, denn das hätte schlichtweg mehr Aufmerksamkeit verdient, zumal es verhältnismäßig nicht einmal teuer ist.
Was auf dem Papier steht, ist sicherlich noch keine Garantie für einen guten Duft, aber die Mischung aus Basilikum, Grapefruit, Mandarine, Sternanis, Trüffel, Kardamom, Kreuzkümmel, rosa Pfeffer, Zimt Oud, Patchouli, Vetiver, und Zistrose liest sich gut darauf bzw. erscheint vielversprechend und auch in der Tat interagieren diese Riechstoffe auch wunderbar auf dem erdigen Nährboden. Süße, Herbe, Würze, Fruchtigkeit, holzige Noten und eine prickelnde Frische reihen sich so harmonisch aneinander, dass sie luxuriös verschmelzen und genau das symbolisieren, was Hugh Parsons zum Ausdruck bringen wollte: Die qualitativ hochwertige Power der Oxford Street!
Sehr schöner Kommentar! Ganz so euphorisch wie Du bin ich nicht, aber ich kann Dich gut verstehen: Der Duft ist schon sehr schön und gewiss zu Unrecht so wenig beachtet.
Auszeichnung für Dich!