Wenn ich mir die Kommentare und Bewertungen so durchlese, scheint King Solomon ganz schön zu polarisieren. Dabei steht doch Salomon als dritter und letzter Königs Israels eher für weise Urteile und vorbildlicher Vorgehensweise.
Kaum aufgesprüht, hat man sofort das Gefühl einem alten Bekannten wieder zu begegnen, so vertraut kommt einem der Duft vor. Das ist so dieser klassische „Nanu, den kenne ich doch – aber woher? Verdammt, ich komme nicht drauf, aber gleich habe ich es“ Moment. Mich hat er jedenfalls nach einigen Minuten Überlegung mit seiner frisch-würzigen bis holzig-grünen Art extrem an das klassische Davidoff mit einem guten Schuss Nobile von Gucci erinnert.
Vorsichtshalber noch mal die Ingredienzien der beiden genannten verglichen und viele Übereinstimmungen gefunden. Das scheint wohl doch keine Einbildung zu sein. Dazu muss ich sagen, dass ich persönlich diese scharfe würzige Frische mit dieser maskulinen Eleganz äußerst schätze. Keine einzige der angegeben Noten sticht einzeln heraus, aber alle zusammen ergeben sie eine willkommen abgestimmte Komposition, die m. E. das Thema Klassischer Herrenduft, Barbershop und Sommer perfekt kombiniert. Das Patchouli ist hier eher hell, das Moos ein Traum und das Zedernholz nicht zu aufdringlich.
Nun ärgere ich mich, dass mir King Solomon nicht schon vorher unter die Nase kam. Er hätte gern die Lücke zwischen dem verblichenen Ur-Davidoff und dem Gucci Nobile bei mir ausfüllen können, wobei er beide zwar nicht vollends ersetzen kann, doch da kenne ich spontan keine gelungenere Alternative. Doch warum nur ist er bei einigen hier so gnadenlos durchgerasselt?
Blöd nur, dass er anscheinend nicht mehr produziert und angeboten wird, denn dieser King Solomon ist mittlerweile wohl leider ebenso Geschichte wie Davidoff und Nobile.