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MariElla
20.09.2012, 09:02 Uhr
10Duft 5Haltbarkeit 5Sillage 7.5Flakon
Sehr hilfreiche Rezension 12

Die verbotene Frucht des Garten Eden

Frische Feigen im Süden direkt vom Baum gepflückt, sind ein Genuss, der kaum zu toppen ist.
Um so schöner, dass frau zur Zeit nicht extra in südliche Gefilde reisen muss, (was sie natürlich gerne tun würde) sondern sich im Supermarkt „um die Ecke“ eindecken kann. Auch wenn sie längst nicht so gut schmecken, munden sie wunderbar und der Duft löst Sehnsucht nach sonnigen Tagen am Mittelmeer aus.

Es passt also gut, dass ich vor ein paar Tagen ein Pröbchen Premier Figuier von lakshmi geschenkt bekam (vielen Dank!)
Ehe ich mich ans Testen wagte, informierte ich mich noch etwas über diese feine Frucht, und fand jede Menge interessanter Informationen, die mir bis dato so nicht bekannt waren.

Feigen gelten als Symbol der Sinnlichkeit, da der Apfel im Orient nicht bekannt war, wird in der jüdischen Haggadah betont, dass die verbotene Frucht im Garten Eden kein Apfel, sondern eine Feige war.
Buddha erlangte den Zustand „vollkommener Erleuchtung“, als er unter einem Feigenbaum saß.
Und auch die Form des Herzens geht auf die Feige zurück.

Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an den Duft, mit dem Olivia Giacobetti
nicht nur die reife Frucht, sondern auch den Baum in seiner Gesamtheit abbilden wollte.
Es ist ihr gut gelungen.
Ich erwartete viel mehr Süße und war überrascht, dass PFE grün startet, sogar sehr grün und frisch, mit einer ganz dezenten Süße im Hintergrund, die ich der Ginsterblüte zuschreibe.
Die grüne Frische (oder das frische Grün)? schwächt rasch ab, wird sanft, harmonisch und beruhigend durch die Mandelmilch, entfaltet eine schöne, nur zart wahrnehmbare Kokosnote.
Weiches, warmes Sandelholz gesellt sich hinzu, macht den Duft cremig – puderig.
So weit sehr schön.
Nur, wo bleibt die Hauptakteurin, die Feige? Bisher konnte ich keinen Hauch von ihr erkennen.
Und dann, ja dann ist sie plötzlich da. Es braucht schon etwas Geduld, ehe sie sich zeigt.
Der Duft wandelt sich tatsächlich in das angenehme Aroma frischer Feigen, mit ihrer feinen Süße, entwickelt eine lockende Sinnlichkeit, gerade wie frau es von der Frucht des Garten Edens erwartet.
PFE schafft dies, ohne aufdringlich oder „laut“ zu werden, sondern angenehm dosiert, harmonisch rund.
PFE aufsprühen ruft Erinnerungen an unbeschwerte Tage im Süden am Meer hervor:
Faulenzen im Schatten der (Feigen)Bäume, die Grillen zirpen, der Alltag ist sooooo weit weg…..Fast wie im Garten Eden, wo Eva Adam mit dem Apfel, nein, mit der Feige! verführte, nur ohne Schlange :-)
Und vielleicht gelingt es dem/der Träger/in mittels dieses schönen Duftes, wie Buddha den Zustand der Erleuchtung zu erreichen ;-) (Am Besten ordere ich gleich einen großen Flakon)

PFE ist ein herrlicher Duft für Frühling und Sommer, der mich bis auf die schwache Haltbarkeit angenehm überrascht hat und gerne bei mir einziehen dürfte.
4 Antworten
Nizza13Nizza13 vor 11 Jahren
Dank Deiner Beschreibung habe ich den Duft blind gekauft. Danke an Dich für die Beschreibung und ich liebe den Duft. Bei mir entwickelt er sich wie beschrieben, ich warte nur noch auf Buddha, das wäre manchmal segensreich :-)
Haley74Haley74 vor 12 Jahren
Toller Kommentar! Pokal dafür :).
Viola8Viola8 vor 14 Jahren
Ich esse Feigen sehr gerne, mag sie nur nicht unbedingt im Parfum. Dein Kommentar gefällt mir trotzdem sehr gut!
UnterholzUnterholz vor 14 Jahren
bei mir hält der ewig und aus den Kleidern ist er nicht mehr rauszukriegen. Ansonsten gefällt er mir auch gut, obwohl ich den eigentlich lieber an einer Frau rieche... Pokal für deine Rezi