Lavendel in Düften bin ich nicht gerade verfallen. Im Essen schon: Lammsteak mit Lavendel, aber ja. In Düften hält sich meine Begeisterung sehr in Grenzen: Bis auf drei Ausnahmen, den sehr schönen "Helmut Lang", den auf Dauer etwas ermüdenden"Gris claire" und- diesen verdammten Bastard hier. Mit "Jicky" konnte ich bisher nie so weit warm werden, dass ich ihn hätte besitzen wollen.
Maharadjah ist, wie könnte es anders sein, ein warmer Duft. Die weibliche Deklaration halte ich aber eindeutigr für veraltet - und eine Maharadhjne gibt es meines Wissens in den Frauen eher nicht bevorzugenden Gefilden auch nicht.
Für mich sind in diesem Duft vor allem zwei Stoffe präsent: Lavendel und Zimt. Wie zwei ungleich erscheinende Partner schaffen sie es, sich nicht nur tolerierend zu begegnen, sondern sich sozusagen im Kulturaustausch gegenseitig zu ergänzen und zu verschmelzen. Auch in Indien sieht man heute Lavendelbepflanzungen - so, wie jetzt auch Oliven angebaut werden - es ist kein Schaden! Die Frische und Stärke des Lavendels kann so wunderbar mit dem energiegeladenen Zimt, dass es mich wirklich begeistert. Der Lavendel mag der etwas stärkere Part sein, gewinnt aber durch die Umarmung mit dem Zimt und später einem Hauch von Patchouly eine sehr positive "Verfremdung".
Man stutzt kurz - so wie es mir mit ungewöhnlichen Rezepten aus dem Orient oder auch Indien anfangs ging - und um so größer dann die Begeisterung, wenn da etwas Tolles entsteht. Der Duft tendiert natürlich zu orientalischer Wärme, ohne ein klassischer Orientale zu sein, er ist nicht süß, und der lavendlige Frischekick bleibt durchgehend erhalten. Und nichts "chemisch" Drückendes - wenn ihr wisst, was ich meine: Natürlich ist der Duft "chemisch"! Aber die Kunst beherrschend, dass er nicht nach Chemiewolke reicht.
Patricia de Nicolai ist es gelungen, einen ausdrucksstarken Duft mit hohem Wiedererkennungswert zu kreieren. Einen globalen Bastard - und was für einen! Der Flakon, auch wenn er ein Einheitsflakon von de Nocolai ist, passt hier: Eine orientalische Anspielung, aber keine unnötige Verschnörkelung - modern und Traditionsbezug zugleich.
Nicolai-Düfte erobern mich nie so schnell. Aber ich vergesse sie nicht. Von diesem besorgte ich mir genau wegen der Zimt-Lavendelmischung keine Abfüllung. Lavendel in Parfüms ist auch nicht so meins. Daher besitze ich auch erst einen kleinen Flakon vom Nicolai. Irgendwie bleiben sie im Traditionellen und doch sind sie besonders.
Schön, dass sich mal wieder jemand reflektiert diesem Duft widmet. Ich bin auch ein Lavendel-Fan und fand ihn auch faszinierend, aber irgendwie fehlte bei mir die Restbegeisterung. Ich mag die Richtung Jicky / Mouchoir de Monsieur etwas lieber. Letztere hat es in meine Sammlung geschafft. Der (die?) hier ist aber auch interessant und abseits des Üblichen.