Ambra Nobile soll der marokkanischen Wüstenluft von Tauer ähnlich sein, deshalb war ich natürlich mehr als neugierig. Habe daraufhin mit einer lieben Parfuma ein Tauschgeschäft gemacht und er landete nach kurzer Zeit bei mir. Erstmals war ich angenehm überrascht, doch nach mehrmaligem Testen musste ich ernüchternd feststellen, dass er weder was mit der Wüstenluft zu tun hat,noch das wir uns auf langen Wegen vertragen.
Ambra Nobile ist zwar kein schlecht gemachter Amber Duft, doch ist er mir viel zu belanglos und sprichwörtlich zu lasch. Er gehört definitiv zu den leisen Orientalen, die keinen Mumms haben, sondern sich schüchtern in die Ecke verziehen. Wobei man ihm eine Eleganz nicht abschreiben kann. Dies hat er. Dennoch zieht mich diese Eleganz nicht sonderlich an und ich differenziere mich lieber von ihm.
Er beginnt recht präsent, mit einer deutlichen warmen Basis und zuerst wirkt er recht adrett auf mich. So als würde er mich gleich einnehmen und verführen wollen. Doch dies wird schnell von einer deutlichen Patchoulinote umgeworfen. Die Wärme geht zurück und auch der Duft hängt sich wie ein überschüssiges Anhängsel an mich. Bei mir hat der weder starke Charakterzüge , noch einen Tiefpunkt, der mich in die Sahara beamen lässt. Leicht pudrig, mit dezenter Wärme in der Herznote und einem Hauch von Holz. So bleibt Ambra Nobile bei mir beständig.. Wandelt sich nicht weiter und macht einen sehr frigiden und schüchternen Eindruck auf mich. Man würde meinen, der Duft wäre für diejenigen geschaffen, die es sehr zurückhaltend und ruhig mögen. Soll ja jedem selbst überlassen sein. Für ruhige Momente, ist Ambra Nobile definitiv aber auch das richtige Parfüm. Vorstellen kann ich ihn mir an wärmeren Tagen, wo man sich einen langen Spaziergang gönnt oder sich durch die Straßen einer kleinen Stadt drängt, in leiser Begleitung von Musik und stillem Wind. Leichte süßliche Töne treten zum Schluss auf, lassen den Duft etwas aus er Ecke kommen. Doch irgendwie wird es still um mich und Ambra Nobile..
Er ist ein Blender. Mehr Schein als Sein. Ich dachte beim Start, der wird sich dir , sicherlich hinterlistig, unter die Haut ziehen, dich umhüllen mit einem Mysterium des Orients und dir die sandige Luft um die Ohren hauen. Mit einem derartigen Tiefpunkt, das es mich erschaudern lässt. Leider trifft dies alles nicht zu, dennoch muss ich eingestehen, dass er sehr solide komponiert ist und sich elegant gibt.
Mit dem Tauer, hat er meines Erachtens gar nichts zu tun. Nun, sie gehen in eine Richtung, doch der Tauer ist da schon doch mehr ein Leckerbissen, mit dem ganz eigenen Touch. Da bleibt Ambra Nobile deutlich auf der Strecke. Ist aber Geschmackssache.
Haltbarkeit stufe ich als gut bis sehr gut ein. Ebenso die Sillage. Den Flakon finde ich chic und ganz schlicht gehalten, mit einem ruhigen Verlauf.
Alles in einem ist er gut tragbar und wer es auch mal ruhig haben will, der ist mit dem hier sicherlich gut bedient. Für mich ist er aber nichts. Bzw. für mein Empfinden un meine Haut, denn er ist so herzlos an mir und es ist schade, dies anderen vorzuhalten, die sich vielleicht mit ihm verschmelzen. So wird er weiter ziehen und hoffentlich auch auf seine Liebhaber stoßen.
Stimmt,sogar ein ganz leiser Orientale mit wenig Ausdauer. Die Kopfnote find ich am schönsten, dann wird er langweilig. Kein schlechter Amberduft,aber kein Haben will Kandidat.
mit tauers duft hat er nicht viel gemeinsam, auf die idee wäre ich gar nicht gekommen... akkad von lubin duftet sehr ähnlich.
ambra nobile finde ich sehr elegant, ich mag den.
Klingt nach einem Hochsommer-Amber - heute herrschten hier 33°C, da hätte er vermutlich auch ohne Wüstenluft eine gute Figur gemacht. An den Tauer kommt ohnehin so leicht nichts heran...
Vielen Dank für diese Duftbeschreibung - falls Du diesen mir scheinbar auf den Leib gescheiderten Fehlgriff loswerden willst - ich wäre bereit Dir diese "Bürde abzunehmen ;-)))
Ich kenne den hier zwar nicht, kann´s mir aber auch nicht vorstellen, dass er mit dem Tauer mithalten kann. Das erwarte ich von einem Nobile 1942 aber auch nicht ......
ambra nobile finde ich sehr elegant, ich mag den.