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The Tragedy of Lord George von Penhaligon's

The Tragedy of Lord George 2016

loewenherz
30.11.2016 - 16:48 Uhr
25
Top Rezension
9Duft 7Haltbarkeit 6Sillage 7Flakon

Yes they can!

'Ja!' möchte ich rufen - schon während mir Penhaligon's The Tragedy of Lord George zum ersten Mal in die Nase steigt - 'Ja!' Endlich. Endlich wieder einer von Penhaligon's, der 'es' und der alles hat. Alles, was Penhaligon's einst konnte - und nach mageren und wenig hoffnungsvollen Jahren, in denen die Trade Routes Collection, die beiden Blasteds, Ninevah und Ostara mich enttäuschten - nun endlich, endlich wieder kann.

Die Flakons (bzw. deren Deckel) und die Namen der vier neuen 'Portraits' sind drollig, die Pappumverpackungen sind wunderschön. Ein bisschen wehmütig bin ich, dass sie keine Schleifchen mehr haben, aber die Metallschleifen von Juniper Sling und Ninevah waren schon auch nicht mehr schön. Endlich - nach so vielen Fehlversuchen - scheint die Aufgabe 'Penhaligon's goes modern' doch noch gelungen. Ich bin so froh.

Was für ein souveräner und entspannter Duft. Einer, der seiner selbst so sicher ist, sich Extravaganzen leisten kann, weil seine Qualität ihn über jeden Spott erhaben macht. Wie auch eine gewagte und neuartige Operninszenierung nur funktionieren kann, wenn der Regisseur weiß, dass er sich auf die Qualität der Stimmen - aller Stimmen - vollkommen verlassen kann. Wenn die Selbstsicherheit da ist: yes we can!

The Tragedy of Lord George ist ein Triumph in der Nase, der sich traditioneller Akkorde bedient und doch nie auch nur in die Nähe von Altherrenseifigkeit kommt. Die Brandy- (oder Wein-)Note gibt ihm gleich Tiefe und Substanz, Tonka ist weich, aber nicht süß, rauchige Hölzer geben eine Ahnung Orient hinzu. Was hier 'Rasierseife' genannt wird, ist ein heller Ton von Sauberkeit, der verhindert, dass er dunkel wird. Oder zu ernst.

Elegant ist er. Und souverän. Ein Duft für einen Mann in seinen besten Jahren oder kurz davor. Ein zeitgenössischer Duft - ja, Penhaligon's hat es geschafft! - bzw. eine zeitgenössische Interpretation des penhaligonschen Wesens. Nicht laut, nicht leise, nicht frisch und auch nicht finster - sondern gekonnt in eben jenem mittleren Braun wie der Flakon unter dem Hirschkopf es schon andeutet. Noch einmal: yes!

Fazit: well done, Señor Morillas, very well done!
6 Antworten
DOCBEDOCBE vor 9 Jahren
Mir geht es wie den meisten hier. Mit Penhaligon kann ich nichts anfangen selbstredend hochgelobten Sartorial. Vielleicht kommt jetzt die Wende?
MokkaMokka vor 9 Jahren
In meinem nächsten Leben werd ich ein Mann! Ich hab spontan Lust, diesen Duft zu probieren. Bislang konnte mich keiner von Penhaligons begeistern.
MorgainaMorgaina vor 9 Jahren
Ich finde die Flakons und auch die Verpackung sehr gelungen, Passt zu Weihnachten ;-) die Präsentationsfläche mit den 4 Düften (habe sie bei E.N. gesehen), finde ich einen echten Eyecatcher.
TasteExploreTasteExplore vor 9 Jahren
Schließe mich dem Landlord an .... mein Interesse ist geweckt .... gelungener Kommentar....
TerraTerra vor 9 Jahren
Oh der klingt sehr spannend - finde den Flakon zwar blöd, aber der klingt, als könnte er mir sonst sehr gefallen
LandlordLandlord vor 9 Jahren
Bisher bin ich bei Penhaligon`s trotz einiger Versuche noch nicht fündig geworden... Nach Deinem schönen Kommentar bekomme ich auf´s Weitertesten Lust. Danke!