Portraits

The Tragedy of Lord George 2016

The Tragedy of Lord George von Penhaligon's
Flakondesign Marc Ange, Illustration: Kristjana S Williams
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Platz 95 in Parfums für Herren
8.2 / 10 963 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Penhaligon's für Herren, erschienen im Jahr 2016. Der Duft ist würzig-holzig. Es wird von Puig vermarktet. Der Name bedeutet „Die Tragödie von Lord George”.
Aussprache
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Duftrichtung

Würzig
Holzig
Süß
Fougère
Cremig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
SeifeSeife RumRum
Herznote Herznote
TonkabohneTonkabohne
Basisnote Basisnote
AmbroxAmbrox

Parfümeur

Videos
Bewertungen
Duft
8.2963 Bewertungen
Haltbarkeit
7.4853 Bewertungen
Sillage
7.1855 Bewertungen
Flakon
9.2849 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.2512 Bewertungen
Eingetragen von OPomone, letzte Aktualisierung am 23.05.2024.
Wissenswertes
Das Parfum ist Teil der Kollektion „Portraits”.

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Rezensionen

41 ausführliche Duftbeschreibungen
10
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
10
Duft
Fraqmental

24 Rezensionen
Fraqmental
Fraqmental
Top Rezension 35  
Der George gefällt den Ladies
Abgesehen davon, dass der Flakon alles andere als eine Tragödie ist, sondern der so ziemlich schönste Flakon, der ein Parfum einhüllt, stand dieser Duft lange auf meiner Wunschliste. Trotz dessen, dass ich ihn nie gerochen hab, wollte ich ihn haben. Bin wohl ein Marketing-Opfer, welches auf schöne Aufmachung gerne mal reinfällt haha ;)
Getraut hab ich mich aber dann doch nie, ihn blind zu bestellen, dafür war mir der Preis etwas zu hoch und die Kommentare zu vielschichtig.
Im Nachhinein hätte ich das aber ruhig tun können, jedoch war ich aber erfreut, ihn zufällig in einer Parfumerie zu sehen und ihn Probe zu riechen. Gott sei dank lies ich mir trotz des unbeeindruckten ersten Schnüffeln eine kleine Probe abfüllen, welche mit mir nach Hause kam.
Meine bessere Hälfte roch auch im Store kurz am Sprühkopf, als ich ihn ihr unter die Nase hielt, drehte sich jedoch mit einem angewiderten Blick zur Seite und kommentierte, dass der ziemlich müffeln würde und absolut nicht ihrer sei.

Gut eine Woche später an einem verregneten Herbsttag machten wir draußen einen Spaziergang und ich legte eine Stunde zuvor ohne groß nachzudenken ein paar Sprüher aus meiner Probe an den Hals und zog mich an.
Eingehüllt in Mantel & Mütze spazierten wir durch die Gegend, als sie plötzlich völlig aus dem Zusammenhang "Wow!!" rief. Ich wusste erst nicht recht, wem oder was dieses Wow nun gelten solle und fragte verdutzt, was denn los sei. Sie klammerte sich an meinen Hals und steckte ihre Nase zwischen Mantelkragen und Kinn, um zu riechen.
"Was ist das?? Das riecht sooo gut!!"
Ich sah sie etwas verwirrt an und kommentierte, dass dies der "müffelnde" Penhaligon von letzter Woche sei.
Sie ebenso kurz verdutzt und mit unglaubwürdigem Blick "....der riecht nach purem Sex!"
Auf meiner Haut schien er ihr also zu gefallen. Ich selber brauchte noch einige Male mehr, um ihn kennenzulernen aber auch mir gefiel er sehr gut.

Der Duft an sich ist recht simpel und linear. Aber männlich. Pure Männlichkeit. Klassisch. Nicht der typische Barbershop-Duft, sondern mit etwas Brandy versetzt und durch Tonkabohne versüßt.
Trotz meines Alters und meinen - ich sag mal Differenzen - zu den klassischen, "altherren" Fougere-Düften, trägt dieser hier einen gewissen Anteil an Moderne. Für mich genau den richtigen Anteil.
Dieser Duft ist für mich das ganze Jahr über tragbar, außer in schwelgender Hitze. Ein Signaturduft. Trotz seiner "Einfachheit" noch nie in ähnlicher Form gerochen oder kopiert gesehen.
Mit ihm fühle ich mich einfach erwachsen, männlich, 15cm größer und 10cm breiter und seriös, stark.
Genau dieses Bild verkörpere ich scheinbar auch meiner Frau - wobei er für sie noch einen dreckigen und sexy Touch hat. Ihr anfängliches "Müffeln", welches ihr sauer aufstieß, bildet scheinbar auf meiner Haut einen unwiderstehlichen erotischen Faktor, dem sie nicht entfliehen kann.
Mir solls recht sein ;)

Für mich persönlich ist er aber wie gesagt ein Duft, welcher mich erwachsener, stärker und seriöser fühlen lässt.
Ein toller daily Duft (fein dosiert) zur Arbeit, zum Ausgehen, nach dem Duschen, ...
Nur zu kurzer Hose, Leinenhemd und Flipflops passt er nicht unbedingt ;)
Der Kleidungsstil sollte schon dem entsprechen.
Kann ich mir auch gut im Anzug vorstellen.

Die Haltbarkeit ist richtig gut, 7-8 Stunden sind da locker drin.
Der Sprüher ein Traum - selten bis kaum so einen fein zu dosierenden und hochqualitativen Sprüher gesehen.
Und zum Flakon an sich muss ich wohl nichts sagen - der macht auch in den teuersten Sammlungen sein Aufsehen und sticht heraus - gefällt mir sehr gut, top.
Der bleibt in meiner Sammlung!

8 Antworten
8
Preis
10
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
ParfumAholic

252 Rezensionen
ParfumAholic
ParfumAholic
Top Rezension 35  
Eine schreckliche nette Familie
Nein, gemeint ist hier nicht die trashige Familie Bundy, sondern die hochnoble Familie des hochnoblen Lord George. Und auch, wenn man glaubt, dass es absolut keine Gemeinsamkeiten zwischen amerikanischem Proll und englischem Hochadel gibt, sollte man sich nicht täuschen lassen: Die Aristokraten-Sippe um Lord George bestehend aus Lady Blanche (Gattin von Lord George), Tochter Rose und Schwiegersohn Herzog Nelson hat es nämlich auch faustdick hinter den blaublütigen Ohren. Außen hui, innen pfui sozusagen. Und damit wäre dann bewiesen, dass auch bei von und zu nur mit Wasser gekocht wird.

Interessant fand ich allerdings die Idee, diesen vier unterschiedlichen Charakteren entsprechende Düfte in der „Portrait“ Serie zu widmen. Ich muss gestehen, dass mich bei der Ankündigung der neuen Portrait-Serie von Penhaligon’s vorrangig das tolle Flakon-Design mit den künstlerisch anmutenden Verschlusskappen angesprochen hat. Ansonsten hatte ich mit dem Traditionshaus bislang (von wenigen Ausnahmen wie „Endymion Concentré“, „Opus 1870“ und einigen Düften aus der „Trade Routes Collection“ einmal abgesehen). eher wenige Berührungspunkte.

Und auch bei Lord George sah es anfänglich nicht nach einer Punktlandung aus. Nicht nur, dass die Verkäuferin eher abweisend und desinteressiert war (ich schwöre, ich hatte ehrenhafte Absichten und wollte nur den Duft testen!), nein, nachdem ich endlich einen Sprühstoß auf meiner Hand hatte, stieg mir zunächst eine bitter-herbe Rasierschaum-Note unterlegt von etwas Fuseligem in die Nase. Ich bin generell kein Freund des Geruchs von Rasierschaum (zum Glück bin ich Trocken-Rasierer) und hätte mir diesen auch in der Kopfnote nicht so präsent gewünscht. Die Verkäuferin wollte dann zumindest noch bzw. aus meiner Sicht viel zu schnell wissen, wie mir der Duft denn so gefällt. Also sagte ich „im Moment noch nicht so gut“, was sie mit „der Duft enwtickelt sich auch bei jedem anders“ quittierte. Echt jetzt? (Habe ich gedacht, meine Begleiterin geschnappt und schnellstmöglich den Laden verlassen).

Doch bereits einige Meter weiter stiegen mir dann plötzlich warm-weich-würzige Noten in die Nasen. Wo kamen die her? Ich mochte es kaum glauben, aber sie kamen von der bedufteten Stelle auf meiner Hand. Lord George ließ grüßen.

Von der anfänglichen Rasierschaum-Note lag nur noch ein Hauch in der Luft bzw. hat sich diese perfekt mit moderat süßlicher Tonkabohne, feinem Holz (ich tippe auf ein Zedern-, Sandelholz-Gemisch) und feinen Amber-Noten (bräunlich-golden und dabei würzig-aromatisch-balsamisch ohne schwer zu sein) verbunden. Der Clou ist allerdings diese leichte Brandy-Note (wobei ich nicht sagen kann, ob Brandy nun wirklich so riecht, da ich so gut wie nie Alkohol trinke bzw. im Haus habe), die sich unter und über dieses Gemisch legt. Sehr fein und leise, aber dennoch präsent.

Ich war absolut begeistert und wusste sehr schnell, dass ich ohne diesen Duft nicht nach Hause wollte und konnte. Leider bedeutete das auch, dass wir wieder in dieses Geschäft mit dieser speziellen Verkäuferin mussten. OK, es gibt keinen Prinz ohne Kröte. Also Augen zu und durch, der Duft war und ist es allemal wert. Sie hat ihn mir dann auch tatsächlich verkauft ;-)

Und auch heute, einige Wochen nach dem Kauf, bin ich immer noch absolut begeistert vom guten Lord. Spontankäufe sind sonst nicht so meins, aber in diesem Fall war er goldrichtig. Lord George ist ein eleganter, eher zurückhaltender und subtiler Duft, der allerdings trotzdem Präsenz zeigt und nachhaltig wirkt. Die Mixtur ist sehr schmeichelnd und lädt zum Wohlfühlen ein, vermittelt gleichzeitig Klasse und Understatement. Lord George hat es nicht nötig, laut zu sein oder zu werden, er wirkt durch sich unaufgeregt und edel, hat trotzdem Esprit und wirkt in keinster Weise angestaubt oder aus der Zeit gefallen. Lord George ist sicherlich kein Duft für Teenager oder sehr junge Träger. Ein gewisses Maß an Lebenserfahrung und Alter stehen dem Duft gut zu Gesicht.

Der Flakon ist absolut hochwertig, ebenso der Sprühkopf, der feinste Nebel des Dufts versprüht. Die künstlerisch gestaltete Kappe ist schön anzuschauen und wertig dazu. Die Kartons der Portrait-Düfte wurden von der isländischen Künstlerin Kristjana S. Williams gestaltet. Sie hat dafür Elemente aus viktorianischen Gemälden mit modernen Illustrationen und Farben verbunden. Somit sind nicht nur die Düfte, sondern auch das Packing ein optischer Genuss.

Und ich muss gestehen, dass es Penhaligon’s geschafft hat, mich speziell mit diesem Duft auf’s Positivste zu überraschen. Die drei anderen Düfte der Serie sind auch nicht schlecht, treffen meinen Geschmacksnerv aber nicht in dem Maße wie Lord George.

Wer also einen Gentleman-Duft mit Adels-Feeling möchte, dem sei ein Test ausdrücklich empfohlen ;-)
14 Antworten
10
Flakon
7
Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
Norleans

65 Rezensionen
Norleans
Norleans
Top Rezension 40  
Man muss auch mal etwas "riskieren"...
Blindkäufe von Flakons zu tätigen, die am, bzw. im dreistelligen Eurobereich liegen, hatte ich mir eigentlich abgewöhnt. Zu oft war der „blinde“ Duft in der Vergangenheit leider überhaupt nicht so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte oder wie ich die Kommentare anderer Parfumos interpretiert hatte.
Manchmal kann man seinen Prinzipien aber nicht treu bleiben. Zum Glück, muss ich in diesem Fall sagen. Bereits Anfang Dezember nutze ich ein faires Angebot im Souk und erwarb den tragischen Schorsch. Seitdem hatte ich ausreichend Zeit ihn zu testen.

Die kältere Jahreszeit ist sicherlich ideal, um den Duft zum ersten Mal zu begegnen. Die „Zutatenliste“ ist nicht gerade überladen. Brandy. Seife. Tonkabohne. Brandy habe ich schon einmal irgendwann getrunken. Seife benutze ich. Tonkabohne mag ich als Eis auf Heidelbeer-Pfannkuchen in unserem Lieblingsrestaurant im Sommer…. Ich schweife ab. Die Zutaten lassen viel vermuten und viel befürchten. Aber auch viel erhoffen, was mich zum Kauf verleitete.

Meine Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Auch wenn ich Brandy nicht erkenne, so ist die Note eines höherprozentigen alkoholischen Getränkes, mit seinen Aromen, durchaus wahrnehmbar. Die Seife, die mir in manchen Düften zu viel des Guten ist, schmiegt sich schön in die dunkle Brandy-Note ein und könnte auch ein „dunkler“ Rasierschaum sein. Ein Rasierschaum, der nicht ganz so spritzig frisch aus der Dose daherkommt, sondern so, wie ich mir selbst aufgeschlagenen Rasierschaum vorstelle. Vielleicht wurde dieser sogar aus dem Orient mitgebracht. Die Tonkabohne bringt diese geschmeidige Süße dazu- ich befürchtete schon, dass die Tonkabohne „schwülstig“-süß daherkommen könnte (ähnlich wie bei Tom Fords Fucking Fabulous, den ich dennoch sehr mag, aber als untragbar empfinde). In seiner Wärme schwingt auch ein winziger Hauch Frische mit, der ihm etwas Luftigkeit verleiht.

Die Mélange aus spirituösem, würzigen Rasierschaum mit feinen Raspeln der Tonkabohne, eignet sich nicht nur hervorragend fürs Büro (wenn man den Luxus hat, mal wieder ins Büro zu dürfen), sondern auch für die neue Lieblingsfreizeitbeschäftigungen mit der Liebsten (momentan ist dies der wöchentliche Großeinkauf bei Edeka, …ja es sind harte Zeiten).

Der tragische Schorsch ist distinguiert, aber nicht versnobbt. Er riecht besonders, aber nicht aufsehenerregend. Ein Vergleich mit anderen Düften fällt mir in diesem Falle wirklich schwer. Ich kann nur sagen, dass ich ihn mag und wirklich häufig trage. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Schorsch auch bei frühlingshaften Temperaturen noch zu überzeugen weiß.

Ach ja, der Flakon! Sehr gut verarbeitet, ein toller Deckel und ein Zerstäuber, der nicht besser zerstäuben könnte, wirklich Sondersahne. Die Umverpackung ist auch standesgemäß.
Danke fürs Lesen und bleibt gesund!
15 Antworten
9
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
DerDefcon

131 Rezensionen
DerDefcon
DerDefcon
Top Rezension 28  
Barbershop mal anders.
Möchte ein sogenannter Barbershop-Duft mein Wohlwollen erwecken - andere sprechen eher von Fougère-Düften - so hat er es nicht besonders leicht. Lavendel, das wohl zumeist obligatorischste Element in einem solchen Parfüm, darf vorhanden sein, aber bitte vorsichtig dosiert. Ansonsten verschlägt es mir schnell die Laune, wie ich leider bei "masculien Pluriel" aus dem Hause Kurkdjian feststellen musste.
Kräutern oder allgemein grünen Noten sei ihre Gegenwart auch gestattet, aber bitte auch hier im angemessenen Maße. Tom Fords "Beau de Jour" zum Beispiel hat hiervon ein kleines bisschen zu viel enthalten und auch der Lavendel ist mir hier noch deutlich zu krautig.

Fassen wir zusammen:

Ich trage Barbershop-Düfte, sofern diese mit dem Lavendel haushalten, jener nicht zu krautig oder kratzig auftritt und das Grüne - häufig Kräuter oder Vetiver - sauber eingebunden wird und nicht die vollständige olfaktorische Herrschaft innerhalb einer Duftkomposition an sich reißt.
Schlussendlich bedeutet all dies zugleich, dass ich es bei der Suche nach einem für mich geeigneten Barbershop-Duft, der durchaus klassisch, aber keineswegs altbacken riechen soll, nicht besonders leicht habe.

Nun habe ich hier im Souk vor Kurzem eine kleine Abfüllung erworben, die aus einem spannenden, aber irgendwie auch ziemlich kitschigen, dafür jedoch nahezu unverwechselbaren Flakon gezapft wurde. Der Name "The Tragedy of Lord George" mag einen gewissen Hintergrund haben (ich meine mal etwas auf Youtube gesehen zu haben), doch von einer Tragödie muss hier glücklicherweise nicht gesprochen werden.
Alles beginnt mit einem alkoholischen Auftakt, welcher definitiv dem Brandy zu verdanken ist, der sich in dieser wirklich sehr übersichtlichen Duftpyramide finden lässt. Dieser ist anfangs etwas süßlich, was typisch für viele alkoholische Genussgetränke ist. Ein bisschen Holzigkeit schwingt auch mit - an einen Braukeller erinnernd. Das alkoholisch Süße gerät bereits nach nur wenigen Sekunden in den Hintergrund, was wohl durch das Hinzugeben von Rasierseife, eine irgendwie seltsame Duftnote, verursacht wird. Seltsam ist diese Duftnote deshalb, weil es ja etliche Sorten jener Seife gibt, was Geruch und Inhaltsstoffe angeht. Diese Seife ist es, die nun für den Barbershop-Flair sorgt. Es scheint, als hätten wir es hier mit einer zu tun, welche auf Lavendel- und Rosenbasis aufbaut. Immerhin errieche ich etwas dezent Krautiges, was mir aber keineswegs in der Nase sticht oder an das stets überdosierte After Shave meines Großvaters erinnert. Die ebenso von mir vernommene Rose besticht durch einen zurückhaltenden, sehr sauberen und vor allem reifen Auftritt. Ich finde, das ist ein schöner Kontrast, mit dem man meiner Angstnote, dem Lavendel, begegnen kann. Vielleicht sollten sich auch andere Parfümeure hier ein Beispiel nehmen.
Übrigens ist die anfängliche Brandyholzigkeit noch immer zugegen, wird uns über den gesamten Duftverlauf begleiten und ist im Ganzen eine wirklich gut umgesetzte alkoholartige Note, die mir zusagt. Andere Wässerchen, die großzügig mit Rum oder Whiskey spielen, schaffen dies nicht.

Haben wir uns den ersten beiden Duftnoten, die sich selbstverständlich irgendwie auch wieder aus mehreren zusammensetzen, gewidmet, richten wir unsere Aufmerksamkeit nun auf die etwas später hinzukommende Tonkabohne, welcher es gelingt, der noch recht konservativ duftenden Kreation eine Twist Modernität zu verleihen, wodurch ich das Attribut "konservativ" gerne durch "klassisch" ersetze, was unweigerlich mit Zeitlosigkeit zu verbinden ist. Durch die Tonkabohne - hier nicht zu süß oder vanillig in Erscheinung tretend - unterlegt Alberto Morillas seine in meinen Augen gelungene Interpretation eines sauberen Barbershop-Duftes mit ein wenig Süße. Auch hier findet das alles in geregelten Bahnen statt. Nichts ist überzuckert, klebrig oder für Diabetiker rezeptpflichtig. Rezeptpflicht besteht ebenso wenig, was Haltbarkeit und Sillage betrifft, denn das Umfeld wird weder belästigt noch erschlagen. Auch das kennt man von manchen lavendligen Barbershop-Konkurrenten anders. Alles in allem ist dieser Duft eine gute Alternative für fougère-empfindliche Nasen. Ich würde sogar behaupten, dass auch ein gewisses Signaturduftpotential besteht, wenn - ja wenn - der Preis nicht wäre.
9 Antworten
7
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
9
Duft
loewenherz

884 Rezensionen
loewenherz
loewenherz
Top Rezension 24  
Yes they can!
'Ja!' möchte ich rufen - schon während mir Penhaligon's The Tragedy of Lord George zum ersten Mal in die Nase steigt - 'Ja!' Endlich. Endlich wieder einer von Penhaligon's, der 'es' und der alles hat. Alles, was Penhaligon's einst konnte - und nach mageren und wenig hoffnungsvollen Jahren, in denen die Trade Routes Collection, die beiden Blasteds, Ninevah und Ostara mich enttäuschten - nun endlich, endlich wieder kann.

Die Flakons (bzw. deren Deckel) und die Namen der vier neuen 'Portraits' sind drollig, die Pappumverpackungen sind wunderschön. Ein bisschen wehmütig bin ich, dass sie keine Schleifchen mehr haben, aber die Metallschleifen von Juniper Sling und Ninevah waren schon auch nicht mehr schön. Endlich - nach so vielen Fehlversuchen - scheint die Aufgabe 'Penhaligon's goes modern' doch noch gelungen. Ich bin so froh.

Was für ein souveräner und entspannter Duft. Einer, der seiner selbst so sicher ist, sich Extravaganzen leisten kann, weil seine Qualität ihn über jeden Spott erhaben macht. Wie auch eine gewagte und neuartige Operninszenierung nur funktionieren kann, wenn der Regisseur weiß, dass er sich auf die Qualität der Stimmen - aller Stimmen - vollkommen verlassen kann. Wenn die Selbstsicherheit da ist: yes we can!

The Tragedy of Lord George ist ein Triumph in der Nase, der sich traditioneller Akkorde bedient und doch nie auch nur in die Nähe von Altherrenseifigkeit kommt. Die Brandy- (oder Wein-)Note gibt ihm gleich Tiefe und Substanz, Tonka ist weich, aber nicht süß, rauchige Hölzer geben eine Ahnung Orient hinzu. Was hier 'Rasierseife' genannt wird, ist ein heller Ton von Sauberkeit, der verhindert, dass er dunkel wird. Oder zu ernst.

Elegant ist er. Und souverän. Ein Duft für einen Mann in seinen besten Jahren oder kurz davor. Ein zeitgenössischer Duft - ja, Penhaligon's hat es geschafft! - bzw. eine zeitgenössische Interpretation des penhaligonschen Wesens. Nicht laut, nicht leise, nicht frisch und auch nicht finster - sondern gekonnt in eben jenem mittleren Braun wie der Flakon unter dem Hirschkopf es schon andeutet. Noch einmal: yes!

Fazit: well done, Señor Morillas, very well done!
6 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

276 kurze Meinungen zum Parfum
AxiomaticAxiomatic vor 1 Monat
9
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
6
Duft
Lord George genoss pudrig sanft das alte Racquets Formula.
Ein Fluch in Form von Backaroma und Ambroxan ereilte seine Nachfahren.
Traurig *
51 Antworten
TherisTheris vor 1 Jahr
7
Sillage
8
Haltbarkeit
4.5
Duft
George testet:
Gläschen Brandy
Kontaminiert mit Seife
Dazu altes Rasierwasser
Etwas Ambrox für die Effekte
Et Voila:
George's Tragödie
34 Antworten
SchoeibksrSchoeibksr vor 10 Monaten
6
Sillage
7
Haltbarkeit
5
Duft
George spült seine Kleider weich
in der ambroxanischen Chemiefabrik.
Achtet stets auf seifige Hygiene
Samstags ein süßes 250€ Puderluder.
29 Antworten
GoldGold vor 3 Jahren
8
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
4.5
Duft
George ist ein blasser Kerl, seift seine Füße ein, beige die Tonkahose, Socken aus Ambroxan.
Geh weiddäh, Schorsch... Du Tragi-Komiker.
18 Antworten
ViolettViolett vor 2 Jahren
7
Duft
Party war lahm
Bis L.G. mit dem Brandy kam
Trotz seiner Fahne roch er nicht ohne :
Wie eine würzige Tonkabohne
Sanfte Seif' hat er dabei..*
20 Antworten
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