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Top Rezension
eine dicht gewebte Duftkreation
Circe war die Tochter des Sonnengottes Helios. (Wenn er wirklich der Vater war und nicht wieder Göttervater Zeus, dessen lustvolles Wesen hinreichend bekannt ist, auch hier aktiv wurde. Vor diesem Schürzenjäger war ja im Olymp und selbst auf der Erde kein Frau sicher. Da konnte seine Göttergattin Hero noch so zürnen und mit Blitzen um sich werfen!)
Circe, die in der Odyssee von Homer als Göttin bezeichnet wird, besaß in ihrem Palast mitten auf der baumreichen Insel Aiaia einen von Göttern geschaffenen Webstuhl.
Nun, gut! Mit irgendetwas muss sie ja ihre Tage verbringen, denn die Gute hatte natürlich Personal - eine Unzahl von Dienerinnen wuselte umher.
Aber Circe benutzte diesen Webstuhl in ziemlich überraschender, um nicht zu sagen hinterhältiger Weise: sie verwandelte ihre Besucher in "zahme" wilde Tiere, die sie dann in einem Gehege hielt.
Es gibt Besucher (das gilt besonders für die Unmengen von Handwerkern im vergangenen Jahr), bei denen möchte ich schon über diesen Zauber verfügen; aber die Zeiten haben sich inzwischen geändert.
Natürlich wurde die Gute von Odysseus überlistet, seine in Schweine verwandelten Kameraden (und auch die anderen verzauberten Wesen) erhielten ihre ursprüngliche Gestalt zurück.
Nur hinterließ Circe in unserer Gegenwart und Sprache tiefere Spuren als der Super-Hero Odysseus!
Uns Frauen wird immer noch nachgesagt, dass wir die Männer bezirzen. Der männliche Widerstand sei nun einmal zu schwach ausgeprägt und das Erbe der Zauberin sei bei uns Bestandteil der Gene!
Unter diesem Aspekt war ich natürlich sehr gespannt auf den Zauber von "L'Eau de Circé": ich traf hier eine "kleine Zauberin".
Mandarine sitzt gleich zu Beginn ganz gemütlich und angenehm duftend auf einem großen Stapel gut getrockneten Holzes. Meinem Empfinden nach ist es mitteleuropäisches Holz, wie es an jedem Waldweg und in jedem Sägewerk in Stapeln zu finden ist; nichts besonders Exotisches und das ist gut so.
Dazu gesellt sich das zerkleinerte unbehaarte Blatt des Pfirsichbaumes mit einer hellen "grünen" Duftnote.
Ein gelungener Begleiter, sowohl für die beiden "Türöffner" dieses Duftes, als auch für die Blüte des Osmanthus-Strauches.
So selten sie ist (die Pflanze blüht nur eine Nacht!), so eigenwillig ist auch ihr ein wenig dumpfes Aroma; im grünen Tee wirkt sie immer leicht erdig. (Eine Freundin meinte einmal: "Du, Dein Tee müffelt heute aber."
Bis hierhin ist es noch ein leicht fruchtig-grüne Melange; aber das ändert sich schnell.
Zuerst meldet sich die Orchidee; wir beide sind nicht unbedingt Freunde; sie überfährt mich häufig mit ihrer Süße und Kraft.
Dazu gibt es ein Löffelchen schönen reifen Honigs; die Süße ist erst einmal abonniert.
Schon jetzt bin ich dankbar für das schöne Holz, das aus der Duft-Eröffnung immer noch präsent ist.
Jasmin, in seinem strahlenden Weiß auf sattem Dunkelgrün, und herrliche Duftrosen bringen reifes Blühen in diese Komposition.
Gefühlt neutralisieren sie die aufblitzende Süße zu einem weiblichen, leicht vibrierenden Blütenreigen.
So langsam sortiert sich der Duftverlauf; alles findet seinen Platz, die Kämpfe der Duftnoten untereinander sind ausgetragen, "L'Eau de Circé" gleicht jetzt einem gemäßigt dahinfließendem Strom.
Dadurch wird diese Zauberin aber auch etwas langweilig: so braucht sie eine kraftvolle Basis voller sinnlichen Lebens.
Harzig-würzig erscheinen jetzt Amber und Patchouli - zusammen für mich ein "Dream-Team".
Ylang-Ylang lässt helle Lichtreflexe durch dieses duftende Gemälde fliegen.
Es scheint, als würde feiner Goldstaub oder -puder über warme honigbraune Sommerhaut gestäubt.
So entsteht eine duftige Verführerin, die gerne flirtet, ihre Grenzen austestet, ein bisschen Unruhe stiftet - und das alles auch noch genießt!
Zu einer Göttin mit Sexappeal fehlt "L'Eau de Circé" die sinnliche Tiefe. Aber ein kleines Feuerchen entfachen, das kann diese Schöpfung sehr gut.
Diese Circe ist zahmer, etwas subtiler als zuerst anhand der Pyramide vermutet; aber dadurch auch tragbarer.
In Situationen, in denen die leisen Töne angebrachter sind, ist "L'Eau de Circé" eine sehr gute Wahl.
Die Aufmerksamkeit ist der Trägerin sicher; denn das, was sich im Laufe der Zeit entwickelt, ist ein femininer zart-blumiger Duftumhang mit wärmendem Futter.
Von einem so leichtfüßig daher kommenden Wesen ist keine sehr lange Lebensdauer zu erwarten.
Aber einige Stunden begleitet "L'Eau de Circé" doch und die Duftentwicklung lässt problemlos ein Nachsprühen zu: es entstehen dadurch keine unangenehmen "Verstrickungen", die verwirren könnten.
Ich treffe hier ein sympathisches "Wasser/Gewässer" ohne große Untiefen, aber doch mit schönen Duftwirbeln, die überraschen und auch entzücken.
"L'Eau de Circé" ist ein wirklich zauberhafter Begleiter durch den Tag; aber kein Zaubertrank und erst recht kein "L'Elisir d'Amore".
Eher schon eine charmante Begegnung, die uns lächelnd zurücklässt.
Circe, die in der Odyssee von Homer als Göttin bezeichnet wird, besaß in ihrem Palast mitten auf der baumreichen Insel Aiaia einen von Göttern geschaffenen Webstuhl.
Nun, gut! Mit irgendetwas muss sie ja ihre Tage verbringen, denn die Gute hatte natürlich Personal - eine Unzahl von Dienerinnen wuselte umher.
Aber Circe benutzte diesen Webstuhl in ziemlich überraschender, um nicht zu sagen hinterhältiger Weise: sie verwandelte ihre Besucher in "zahme" wilde Tiere, die sie dann in einem Gehege hielt.
Es gibt Besucher (das gilt besonders für die Unmengen von Handwerkern im vergangenen Jahr), bei denen möchte ich schon über diesen Zauber verfügen; aber die Zeiten haben sich inzwischen geändert.
Natürlich wurde die Gute von Odysseus überlistet, seine in Schweine verwandelten Kameraden (und auch die anderen verzauberten Wesen) erhielten ihre ursprüngliche Gestalt zurück.
Nur hinterließ Circe in unserer Gegenwart und Sprache tiefere Spuren als der Super-Hero Odysseus!
Uns Frauen wird immer noch nachgesagt, dass wir die Männer bezirzen. Der männliche Widerstand sei nun einmal zu schwach ausgeprägt und das Erbe der Zauberin sei bei uns Bestandteil der Gene!
Unter diesem Aspekt war ich natürlich sehr gespannt auf den Zauber von "L'Eau de Circé": ich traf hier eine "kleine Zauberin".
Mandarine sitzt gleich zu Beginn ganz gemütlich und angenehm duftend auf einem großen Stapel gut getrockneten Holzes. Meinem Empfinden nach ist es mitteleuropäisches Holz, wie es an jedem Waldweg und in jedem Sägewerk in Stapeln zu finden ist; nichts besonders Exotisches und das ist gut so.
Dazu gesellt sich das zerkleinerte unbehaarte Blatt des Pfirsichbaumes mit einer hellen "grünen" Duftnote.
Ein gelungener Begleiter, sowohl für die beiden "Türöffner" dieses Duftes, als auch für die Blüte des Osmanthus-Strauches.
So selten sie ist (die Pflanze blüht nur eine Nacht!), so eigenwillig ist auch ihr ein wenig dumpfes Aroma; im grünen Tee wirkt sie immer leicht erdig. (Eine Freundin meinte einmal: "Du, Dein Tee müffelt heute aber."
Bis hierhin ist es noch ein leicht fruchtig-grüne Melange; aber das ändert sich schnell.
Zuerst meldet sich die Orchidee; wir beide sind nicht unbedingt Freunde; sie überfährt mich häufig mit ihrer Süße und Kraft.
Dazu gibt es ein Löffelchen schönen reifen Honigs; die Süße ist erst einmal abonniert.
Schon jetzt bin ich dankbar für das schöne Holz, das aus der Duft-Eröffnung immer noch präsent ist.
Jasmin, in seinem strahlenden Weiß auf sattem Dunkelgrün, und herrliche Duftrosen bringen reifes Blühen in diese Komposition.
Gefühlt neutralisieren sie die aufblitzende Süße zu einem weiblichen, leicht vibrierenden Blütenreigen.
So langsam sortiert sich der Duftverlauf; alles findet seinen Platz, die Kämpfe der Duftnoten untereinander sind ausgetragen, "L'Eau de Circé" gleicht jetzt einem gemäßigt dahinfließendem Strom.
Dadurch wird diese Zauberin aber auch etwas langweilig: so braucht sie eine kraftvolle Basis voller sinnlichen Lebens.
Harzig-würzig erscheinen jetzt Amber und Patchouli - zusammen für mich ein "Dream-Team".
Ylang-Ylang lässt helle Lichtreflexe durch dieses duftende Gemälde fliegen.
Es scheint, als würde feiner Goldstaub oder -puder über warme honigbraune Sommerhaut gestäubt.
So entsteht eine duftige Verführerin, die gerne flirtet, ihre Grenzen austestet, ein bisschen Unruhe stiftet - und das alles auch noch genießt!
Zu einer Göttin mit Sexappeal fehlt "L'Eau de Circé" die sinnliche Tiefe. Aber ein kleines Feuerchen entfachen, das kann diese Schöpfung sehr gut.
Diese Circe ist zahmer, etwas subtiler als zuerst anhand der Pyramide vermutet; aber dadurch auch tragbarer.
In Situationen, in denen die leisen Töne angebrachter sind, ist "L'Eau de Circé" eine sehr gute Wahl.
Die Aufmerksamkeit ist der Trägerin sicher; denn das, was sich im Laufe der Zeit entwickelt, ist ein femininer zart-blumiger Duftumhang mit wärmendem Futter.
Von einem so leichtfüßig daher kommenden Wesen ist keine sehr lange Lebensdauer zu erwarten.
Aber einige Stunden begleitet "L'Eau de Circé" doch und die Duftentwicklung lässt problemlos ein Nachsprühen zu: es entstehen dadurch keine unangenehmen "Verstrickungen", die verwirren könnten.
Ich treffe hier ein sympathisches "Wasser/Gewässer" ohne große Untiefen, aber doch mit schönen Duftwirbeln, die überraschen und auch entzücken.
"L'Eau de Circé" ist ein wirklich zauberhafter Begleiter durch den Tag; aber kein Zaubertrank und erst recht kein "L'Elisir d'Amore".
Eher schon eine charmante Begegnung, die uns lächelnd zurücklässt.
6 Antworten


Obwohl....ein wenig schnurren lässt mich die Beschreibung schon...:-)