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Top Rezension
ein Bauernkind macht sich fein
Gleich vorweg: mein Liebling unter all den Chèvrefeuille-Düften, die auf dem Markt sind oder waren, ist der ursprüngliche von Yves Rocher.
Als junge Frau und Yves Rocher-Kundin, vielleicht ab der "zweiten Stunde", lernte ich diesen Duft kennen und bin eigentlich immer noch auf der Suche nach dieser Ursprünglichkeit.
Wie seine damaligen Duftbrüder enthielt "Chèvrefeuille" nur Geißblatt, verzichtete auf Chi-Chi und allerlei Zierrat.
Leider ist dieser Duft Vergangenheit; ich schrieb bereits eine Hommage an ihn.
Er fehlt mir aber trotzdem!
Auch bei Annick Goutal in Sortiment darf "Le Chèvrefeuille" in der Soliflor-Kollektion natürlich nicht fehlen; ich benutze diesen Duft auch gern.
Aber hier hat sich das Bauernkind Geißblatt ausgehfein gemacht. Die festen Gartenhandschuhe weichen welchen aus feiner Spitze oder Glacé; die Füße werden, statt in Holzschuhe in Pumps gesteckt und die widerstandsfähige Kittelschürze wird zum leichten, duftigen Sommerkleid. Auch das Kopftuch wird zum schmucken Hütchen.
Wir erleben hier eine Verwandlung, die eigentlich gelungen ist.
Aber doch fühlt sich das Bauernkind so "verkleidet" nicht ganz so wohl; man merkt es schon.
Geißblatt ziert in seiner Urform, in "seinen" Gärten jeden Zaun, jede schäbige Laube und hübscht so manche Bausünde auf; er rankt überall.
Die ursprüngliche Süße kann in sonnenreichen Nachmittagsstunden fast ein wenig lästig kann und sogar Kopfweh verursachen - der fast nektarähnliche schwere Honigduft der Blüten, betäubt manchmal fast.
Wenn die Luft vor Hitze zu stehen scheint, die Zikaden laut ihre Anwesenheit kundtun, würde es nicht verwundern, wenn aus einer Ecke des Gartens der haarige kleine Kerl mit Pferdefuß und Flöte auftauchte: Pan ist unterwegs; es ist die Stunde des Pan!
Er genießt diesen Nektar in der Luft und freut sich seines Lebens.
Annick Goutal hat ihrem Geißblatt zitrische Frische beigegeben: Petitgrain und der Duft der ausgereiften Zitrone gängeln ihn ein wenig. Statt schwer und süß, ist die Eingangsnote dieses Duftes frisch und blumig.
Die Schönheit des einfachen, aber sehr duftintensiven Gartenjasmins stellt sich im Herzen ein und unterhält zu der erneuten Geißblattnote "a little Flirtation"!
Das ist recht unterhaltsam und schlägt etwas ins Damenhafte. Von der Bauernblume ist schon jetzt nichts mehr zu erahnen; die "Kosmetik" ist ziemlich erfolgreich gelungen.
Frisch und damenhaft-unschuldig stellt sich "Le Chévrefeuille" hier dar.
Dass dieses Duftgemisch sich in einem ganz normalen bäuerlichen Garten niederlässt, vermutet niemand.
Dazu ist es zu fein, zu zivilisiert!
Als Höhepunkt dieser Kreation wird die Narzisse beigefügt; sie bringt noch einmal etwas Süße in diesen Duft.
Damit steigt "Le Chèvrefeuiele" in eine bessere Liga auf; oder es versucht es jedenfalls.
Ich mag diesen Duft, er hat es eigentlich auch nicht verdient mit diesem "Urvaten" von Yves Rocher verglichen zu werden.
Er bewegt sich leicht und ziemlich elegant, mit leichten Schritten entwickelt er seinen Duftverlauf und etabliert sich z.B. auf einer Hotelterrasse an der Côte d'Azur! Vergessen ist die bäuerliche Herkunft!
Nichts erinnert mehr an das Bauernkind; nur ab und zu bricht es in ziemlich undamenhaftes Lachen aus, statt nur fein zu lächeln.
Auch Geißblatt lässt sich nicht allzu sehr verbiegen.
Wie die meisten Annick Goutal-Düfte, ist auch "Le Chèvrefeuille" recht flüchtig.
Es lohnt sich, einen der schönen Flacon zum Nachsprühen einzustecken: im Laufe eines Nachmittags, nicht nur mit Kaffee und Kuchen auf unserer Hotelterrase an der Côte, sondern auch zur Cocktailstunde, wenn der Pianist sich einfindet, wird wieder neuer Duft benötigt: es muss gesprüht werden!
Dabei ist ein neuer Duftschub nicht lästig, er stört nicht! Selbst die nähere Umgebung fühlt sich davon nicht belästigt.
Annick Goutall hat hier einen gezähmten, zivilisierten Geißblattduft kreiert, an dem nicht viel auszusetzen ist.
Und doch denke ich manchmal an die alte Zeit zurück, als die Geiß eigentlich noch Ziege hieß und ihr Stall nicht das Grandhotel, sondern eine Art Holzhütte war.
Vielen Dank, Madame, für die gute Absicht; ich finde "Le Chèvrefeuille" auf seine Art geglückt und begrüße seine saubere, frische Ausstrahlung!
Darauf statt einem Glas Milch jetzt ein Glas Champagner - à votre Santé!
Als junge Frau und Yves Rocher-Kundin, vielleicht ab der "zweiten Stunde", lernte ich diesen Duft kennen und bin eigentlich immer noch auf der Suche nach dieser Ursprünglichkeit.
Wie seine damaligen Duftbrüder enthielt "Chèvrefeuille" nur Geißblatt, verzichtete auf Chi-Chi und allerlei Zierrat.
Leider ist dieser Duft Vergangenheit; ich schrieb bereits eine Hommage an ihn.
Er fehlt mir aber trotzdem!
Auch bei Annick Goutal in Sortiment darf "Le Chèvrefeuille" in der Soliflor-Kollektion natürlich nicht fehlen; ich benutze diesen Duft auch gern.
Aber hier hat sich das Bauernkind Geißblatt ausgehfein gemacht. Die festen Gartenhandschuhe weichen welchen aus feiner Spitze oder Glacé; die Füße werden, statt in Holzschuhe in Pumps gesteckt und die widerstandsfähige Kittelschürze wird zum leichten, duftigen Sommerkleid. Auch das Kopftuch wird zum schmucken Hütchen.
Wir erleben hier eine Verwandlung, die eigentlich gelungen ist.
Aber doch fühlt sich das Bauernkind so "verkleidet" nicht ganz so wohl; man merkt es schon.
Geißblatt ziert in seiner Urform, in "seinen" Gärten jeden Zaun, jede schäbige Laube und hübscht so manche Bausünde auf; er rankt überall.
Die ursprüngliche Süße kann in sonnenreichen Nachmittagsstunden fast ein wenig lästig kann und sogar Kopfweh verursachen - der fast nektarähnliche schwere Honigduft der Blüten, betäubt manchmal fast.
Wenn die Luft vor Hitze zu stehen scheint, die Zikaden laut ihre Anwesenheit kundtun, würde es nicht verwundern, wenn aus einer Ecke des Gartens der haarige kleine Kerl mit Pferdefuß und Flöte auftauchte: Pan ist unterwegs; es ist die Stunde des Pan!
Er genießt diesen Nektar in der Luft und freut sich seines Lebens.
Annick Goutal hat ihrem Geißblatt zitrische Frische beigegeben: Petitgrain und der Duft der ausgereiften Zitrone gängeln ihn ein wenig. Statt schwer und süß, ist die Eingangsnote dieses Duftes frisch und blumig.
Die Schönheit des einfachen, aber sehr duftintensiven Gartenjasmins stellt sich im Herzen ein und unterhält zu der erneuten Geißblattnote "a little Flirtation"!
Das ist recht unterhaltsam und schlägt etwas ins Damenhafte. Von der Bauernblume ist schon jetzt nichts mehr zu erahnen; die "Kosmetik" ist ziemlich erfolgreich gelungen.
Frisch und damenhaft-unschuldig stellt sich "Le Chévrefeuille" hier dar.
Dass dieses Duftgemisch sich in einem ganz normalen bäuerlichen Garten niederlässt, vermutet niemand.
Dazu ist es zu fein, zu zivilisiert!
Als Höhepunkt dieser Kreation wird die Narzisse beigefügt; sie bringt noch einmal etwas Süße in diesen Duft.
Damit steigt "Le Chèvrefeuiele" in eine bessere Liga auf; oder es versucht es jedenfalls.
Ich mag diesen Duft, er hat es eigentlich auch nicht verdient mit diesem "Urvaten" von Yves Rocher verglichen zu werden.
Er bewegt sich leicht und ziemlich elegant, mit leichten Schritten entwickelt er seinen Duftverlauf und etabliert sich z.B. auf einer Hotelterrasse an der Côte d'Azur! Vergessen ist die bäuerliche Herkunft!
Nichts erinnert mehr an das Bauernkind; nur ab und zu bricht es in ziemlich undamenhaftes Lachen aus, statt nur fein zu lächeln.
Auch Geißblatt lässt sich nicht allzu sehr verbiegen.
Wie die meisten Annick Goutal-Düfte, ist auch "Le Chèvrefeuille" recht flüchtig.
Es lohnt sich, einen der schönen Flacon zum Nachsprühen einzustecken: im Laufe eines Nachmittags, nicht nur mit Kaffee und Kuchen auf unserer Hotelterrase an der Côte, sondern auch zur Cocktailstunde, wenn der Pianist sich einfindet, wird wieder neuer Duft benötigt: es muss gesprüht werden!
Dabei ist ein neuer Duftschub nicht lästig, er stört nicht! Selbst die nähere Umgebung fühlt sich davon nicht belästigt.
Annick Goutall hat hier einen gezähmten, zivilisierten Geißblattduft kreiert, an dem nicht viel auszusetzen ist.
Und doch denke ich manchmal an die alte Zeit zurück, als die Geiß eigentlich noch Ziege hieß und ihr Stall nicht das Grandhotel, sondern eine Art Holzhütte war.
Vielen Dank, Madame, für die gute Absicht; ich finde "Le Chèvrefeuille" auf seine Art geglückt und begrüße seine saubere, frische Ausstrahlung!
Darauf statt einem Glas Milch jetzt ein Glas Champagner - à votre Santé!
9 Antworten


Ich stimme Dir auch zu, dass der YR von früher der beste war:-)))
oder der erste wahr der beste:)
lg und pokal für den bauerngarten
Champagner-Pokal!