Eigentlich wollte ich ja eine Antwort zu Nasengourmets Kommentar schreiben, habe aber bald bemerkt, dass das, was sich in meinem Gehirn zu formen begann, den Rahmen einer Antwort sprengen würde. Hier folgt also mein persönlicher Reaktionsbericht auf Nasengourmets‘ Kommentar: „Kein Vergleich mit B2B“, beginnend mit einer kleinen Vorgeschichte: Ich bin schon lange auf der Suche nach meinem perfekten Honigduft und „Back to Black“ (BtB) hat dabei schon voll „ins Schwarze“ getroffen ;-) Die Optik der limitierten Version von „H- 100 Jubilee“ (H) hat mich allerdings auf den ersten Blick angefixt und die Kommis dazu lasen sich sehr vielversprechend. Ich bin dann zwei Tage um das sehr faire Angebot von MaryPoppins herumgeschlichen, während mich die liebe Serduszko, die sowohl „BtB“ als auch „H“ besitzt, mit dem unglaublich lieben Service von Vergleichs-Testergebnissen versorgt hat und ich schlussendlich genug Mut für einen Blindkauf gesammelt hatte. Am Montagmorgen sprang mir dann Nasengourmets „Antwort auf meine Frage“, die mich das ganze Wochenende beschäftigt hatte, nämlich ob der „H“ dem feinen „BtB“ eh ähnlich genug ist, groß entgegen. Da stand dann also: „„Kein Vergleich mit B2B“!!! Huch, oje… Ich möchte an dieser Stelle Nasengourmet keine außersinnlichen Fähigkeiten unterstellen, aber ein bisschen gruselig war das für mich schon ;-) Ich war dann sehr froh, als dieser Überschrift mit einer befürchteten negativen Bewertung von „H“ ein doch wohlwollender, schöner und für mich beruhigender Kommi folgte. Schon wenige Tage danach kam dann mein Flakon an und um den Spannungsbogen nicht unnötig zu strapazieren: ich fand den Duft vom ersten Sprüher an wunderschön! Und nun ist es mir ein Bedürfnis, den interessierten Honigbienchen unter Euch meinen persönlichen Vergleich von „H“ mit „BtB“ zu schildern: „H“ startet auf jeden Fall herber und etwas würziger, während „BtB“ fruchtiger, heller und einen Tick süßer auftritt. Anders als einige meiner VorschreiberInnen nehme ich ganz klar eine Oud-Note wahr, allerdings nicht in der Basis, sondern gleich zu Beginn. Das mag daran liegen, dass ich eigentlich kein Oud mag und vermutlich auf geringste Mengen reagiere. Der „H“ ist dadurch dunkler und etwas dreckiger, wobei die Oud-Menge offensichtlich so gering ist, dass sie mich nicht stört. „BtB“ ist für mich in dieser ersten Phase dennoch etwas gefälliger. „BtB“ ist von Beginn an pudriger und ich glaube, dass die Pudrigkeit vom Weihrauch kommt, der aber sehr harmonisch eingebunden ist und für mich nicht unangenehm vorriecht. Die Pudrigkeit nimmt dann beim „H“ langsam ebenfalls zu und nach ca. 20 Minuten riechen die beiden für mich nahezu ident. Die herrliche Honigsüße wird bei beiden von einer herben Pudrigkeit elegant im Zaum gehalten. Nach gut einer halben Stunde unterstützt das Karamell die Süße von „H“ und macht ihn für mich voluminöser als „BtB“. Man könnte sagen, „H“ startet so richtig durch, während „BtB“ im Vergleich dazu den ganzen Duftverlauf über etwas zurückhaltender bleibt. Wenn man sich die herbe Pudrigkeit einerseits und die Süße anderseits als jeweilige Achsen eines Duftkoordinatensystems vorstellt und man den Verlauf der beiden Düfte als Grafik darstellt, dann würden die beiden Duftverläufe zusammen ein flaches X ergeben. Während „H“ herber startet und dann zunehmend mehr Süße entwickelt, beginnt BtB“ hingegen süßer und wird dann umgekehrt mit der Zeit etwas herber. Wohlgemerkt, ich spreche hier von feinen Nuancen, die jedoch einen Unterschied ausmachen. Man kann sie sicherlich als „Duftzwillinge“ bezeichnen, vielleicht nicht eineiige, sondern sehr ähnliche zweieiige. Für diejenigen unter Euch, die sich mit den „Lokhoum“-Düften von Keiko Mecheri auseinandergesetzt haben, ist an dieser Stelle vielleicht auch der Hinweis hilfreich, dass sich „H“ zu „BtB“ meinem Eindruck nach wie das edP zum Eau Poudrée von Keiko Mecheri verhält. Im weiteren Verlauf ändert sich bei beiden nicht mehr viel, dem Dufthimmel sei Dank kippen beide niemals ins Schwülstige ab, was mir bei anderen Honigdüften dann leider oft die Freude verdorben hat.
Die Haltbarkeit ist bei beiden enorm und meiner Meinung nach sind beide gut unisex tragbar, allgemeine Vorliebe für süße- und- Honigdüfte im Speziellen natürlich vorausgesetzt. Das gute Preis/Leistungsverhältnis und der wunderschöne Flakon und Karton wurden bereits gut beschrieben. Einen zusätzlichen (psychologischen) Reiz und einen Hauch Exklusivität stellt, so denke ich, auch die Limitierung mit 100 Flakons dar. Meiner ist z.B. die Nummer 80 und das ist per Hand mit Goldschrift am Karton vermerkt.
Das parallele Testen hat Spaß gemacht und hat in mir das Bild eines gemeinsamen, gut aufeinander abgestimmten Auf- und Abtanzens ergeben, so wie die Bienchen, wenn sie um die Honigblüten schwirren.
Ups, jetzt sehe ich gerade, dass „Nasengourmets“ Kommentar nicht mehr zu lesen ist…!? Das ist aber schade und schon wieder ein bisschen unheimlich… ;-))
Kannst Du Dir meine Verwirrung nach den ersten Absätzen vorstellen? Du beziehst Dich auf einen Kommentar von Nasengourmet, der jedoch erst nach Deinem erschienen ist - erst zum Ende Deines Kommentars und nach Lektüre seiner untenstehenden Antwort hat sich der Knoten in meinem Kopf gelöst... Boadiceas "Intense" kennst Du schon?
Hi , ja ich habs gelöscht aber weil mir was furchbares Passiert ist ! Ich hatte nicht den H-100 getestet sondern den P-100 ! Das war mir so unglaublich peinlich das ich sofort auf löschen geklickt hatte. 1Million Sorrys !
Ein dicker (goldgelberhoniggefüllter) Pokal für diesen sehr treffenden und gut geschriebenen Kommi. Witzigerweise nehme ich den Weihrauch vom Kilian anfangs eher beim "H" wahr. Vielleicht ist es da der würzige Safran im Zusammenspiel mit Oud. Auch ich meine, Oud herauszuriechen.