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Bigloeffel

Bigloeffel

Rezensionen
6 - 10 von 10
Ausgeträumt!
The Dreamer! Schon der Name klingt verführerisch. Doch bereits beim Blick in die Duftpyramide kamen mir leichte Zweifel. Iris klang erst einmal gut, ist diese Note doch hauptverantwortlich für Düfte wie Dior Homme, Prada L'Homme, Valentino Uomo Intense oder Givenchy Gentleman. Also ganz nach meinem Geschmack. Das allerdings zusammengemixt mit Wacholder und Estragon? Hmmm… egal, Blindbuy und fertig…

Tja, war aber leider nichts! Man merkt den Duft in jedem Fall an, dass er aus gutem Hause stammt, soviel sei schon einmal vorausgeschickt. Mir schießt im Opening wie auch im weiteren Duftverlauf aber ständig würziger Zimt in die Nase, obwohl dieser gar nicht in der Duftpyramide gelistet ist. Ähnlich geht mir das so mit Joop Ice, obwohl auch dort Zimt offensichtlich gar kein Bestandteil ist. Möglicherweise resultiert diese Duftwahrnehmung beim Dreamer auch aus dem Mix von Iris und Wacholder. Wie auch immer, jedenfalls passt diese würzige Duftnote irgendwie nicht zu der lieblich-pudrigen Iris und macht für mich die durchschimmernde, recht schöne Komposition leider irgendwie komplett kaputt. Dieser würzige Unterton dominiert den gesamten Duftverlauf, weshalb ich auch die hier vielfach bemühte Verwandtschaft zum Prada L'Homme so nicht nachvollziehen kann. Eher sehe ich hier eine Ähnlichkeit zum bereits erwähnten Joop Ice.

Grundsätzlich bleibt The Dreamer jedoch ein schöner Duft. Es muss dufttechnisch halt nur passen. Der Flacon ist edel, der Duft hochwertig, die Sillage ist dezent aber gut, die Haltbarkeit lässt sich ebenfalls sehen und der Preis günstig. Leider wurden meine Erwartungen an den Duft allerdings nicht erfüllt, obwohl es nach den vielen vorstehenden Duftbeschreibungen eigentlich hätte durchaus passen können. Dieser zimtig-würzige Unterton ist allerdings leider derart störend, so als ob da irgendwie etwas nicht zusammenpassen will. Für mich wieder einmal ein Beweis dafür, sich nicht auf andere Duftbeschreibungen zu verlassen, sondern selbst zu testen…
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Billiger Arbeiter, so gut wie sein Boss
Ich mag den Boss Bottled und habe immer zumindest eine kleine Pulle davon herumstehen. Er ist nicht unbedingt mein Lieblingsduft, hat aber eine ganz eigene Note und ich hülle mich zwischendrin immer wieder gerne in diese köstliche Aura.

Sein billiger Kollege Gray Point von La Rive, steht den großen Boss dabei in nichts nach und kommt diesen leistungsmäßig bedrohlich nahe. Die beiden Düfte sind wirklich sehr nahe beieinander. Grey Point gibt sich dabei einen kleinen Tick süßlicher und einen Hauch wärmer und die Äpfel kommen nicht ganz so frisch wie bei Boss Bottled rüber, sondern scheinen bereits etwas zermanschter zu sein. Dieser Unterschied ist allerdings im Vorbeigehen aus der Ferne kaum war zunehmen. Von der Silage und Haltbarkeit schwächeln dann beide wieder vollkommen simultan leider auf ähnlich niedrigem Niveau.

Grey Point ist ein weiterer, wirklich sehr gut gemachter Dupe aus dem bekannten Klon-Haus La Rive. Jeder der Boss Bottled mag, aber davor scheut das Original zu bezahlen, kann hier absolut risikolos zuschlagen. Für um die 6,00 Euro bekommt man hier viel guten Duft für sehr dünnes Geld, der vom Original kaum zu unterscheiden ist.
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Die gefallenen Götter
Diese griechische Gottheit steckt zwar nicht in einer blauen Flasche, aber im Grunde genommen ist Sculpture nichts anders als ein solider Sommer-Aquate mit floralem Einschlag. Mit vielen gehypten und modernen Vertretern dieser beliebten Duftfamilie kann der immerhin 25 Jahre alte Wohlgeruch noch locker mithalten. Er ist keinesfalls angestaubt oder irgendwie aus der Zeit gefallen, sondern heute eigentlich aktueller denn je.

Die Sillage ist für einen angenehmen, frischen Sommerduft überdurchschnittlich gut. 2-3 Stunden hüllt er seinen Träger gut wahrnehmbar in eine aprillfrische Duftwolke, verliert dann allerdings aber leider recht schnell an Durchhaltevermögen. Unter modernen Gesichtspunkten könnte man für meinen Geschmack bei der Mixtur heutzutage durchaus etwas an Maiglöckchen einsparen. Denn ja, es ist nicht ganz von der Hand zu weisen, insbesondere im Drydown fährt auch mir gelegentlich neben den vielen anderen schönen Nuancen, ein ganz dezenter Hauch von „4711“ durch die Nase, was das Gesamtkunstwerk aber in keiner Weise schmälert und schon Jammern auf hohem Niveau darstellt.

Das einst wegen seines schönen und auffälligen Flacon-Designs in vielen Badezimmern anzutreffende wohlduftende Sommer-Wässerchen, der auf seinem Zenit für den 4-5 fachen Preis über die Ladentheken wanderte, wird heute in der 100 ml Pulle vielfach zu einem Spottpreis von um die 15,00 Euro verramscht und ist im Regal meist irgendwo unten, neben den Nachahmer-Düften von La Rive oder anderen Billig-Marken anzutreffen. Mir dreht sich bei solchen völlig ungerechtfertigten und respektlosen Schmähungen einstiger Größen und Berühmtheiten stets der Magen um. Für mich ist und bleibt Sculptue ein solider, gut komponierter, absolut tragbarer, ausgewogener und strahlend frischer Sommerduft. Verdient hat Skulptur dieses schmachvolle Dasein eines gefallenen Gottes in keiner Weise!
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Fine ist fein!
Fine Accoutrements ist ein kleines, amerikanisches Familienunternehmen mit Sitz in Fairport (NY), das seit 2005 Artikel für die traditionelle Nassrasur herstellt, wie z.B. Aftersaves, Rasierseifen, Pinsel, Rasierhobel, Seifentiegel u.s.w.

Die Aftershaves von Fine sind dabei stets inspiriert durch beliebte Old-School-Herrendüfte wie z.B. Rive Gauche Pour Homme, Yves Saint Laurent, Guerlain Vetiver, Terre d'Hermes und andere. Die gekonnt, elegante Formulierung kommt dabei mit lediglich vier Inhaltsstoffen aus und enthält keinerlei künstlichen Farbstoffe, Emulgatoren, Silikone oder Parabene. An Inhaltsstoffen findet man in allen Aftershaves lediglich Alkohol, Wasser, Parfüm und einen Schuss Menthol, der für US-Amerikanische Rasierwässer typisch ist. Für alle Fans der klassischen Nassrasur sei angemerkt, dass Fine zu seinen verschiedenen Aftershaves, auch immer die zum jeweiligen Duft passende Rasierseife und Rasiercreme in seinem Sortiment hat.

Der 100 ml Glasflacon erinnert durch sein Aussehen an „die gute alte Zeit“, und ist schlicht in einem ansprechenden und coolen Retro-Style gehalten. Das Fine L'Orange Noir Aftershave Splash stellt dabei eine Hommage an den französischen, würzig, holzig, erdigen Luxusduft Terre d 'Hermes, aus dem Jahre 2006 dar. Einen Duft, zu den ich hier glaube ich nichts mehr schreiben muss.

Die Pflegeeigenschaften von Fine L'Orange Noir empfinde ich als durchweg gut. Nach dem typischen Brennen des Alkohols, der das Gesicht nach der Rasur gründlich und zuverlässig desinfiziert, kühlt das enthaltene Menthol die Haut im Nachgang dann schön herunter. Allerdings fehlen hier, wie bereits oben angemerkt, die typischen hautpflegenden Zugaben anderer Aftershaves wie z.B. Aloe-Vera, Allantoin, Panthenol, Witch Hazel (Hamamelis), Hyaluron oder anderes völlig. Da ich nach der Anwendung eines Aftershaves aber ohnehin immer noch eine hautpflegende Creme oder ein Balm anwende, stört mich dieser Umstand nicht.

Der enthaltene Duft taucht einen in die bekannte klassische, maskuline und herb-süße Duftwolke seines großen Vorbildes. Das Fine L'Orange Noir produziert dabei für ein Aftershave eine sehr gute Sillage und hat ebenso eine recht gute Haltbarkeit. Gerne layer ich das Fine L'Orange Noir nach der Rasur mit dem original EDT vom Hermes. Das ergibt dann eine absolut runde Sache!
Fine ist eben fein!
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Die Jünger sind älter geworden…
Schon damals in 90igern war auch ich einer der zahlreichen bekennenden Cool-Water Jünger. Für mich war damals dieser neuartige, frische, blaue Aqua-Duft eine absolute Sensation. Er wurde von mir daher natürlich gerne und auch oft getragen und es gab zu dieser Zeit kaum jemanden, egal ob Mann oder Frau, der diesen Duft nicht irgendwie liebte. Wie das aber leider oft mit beliebten Düften so ist, roch irgendwann wirklich fast jeder danach, denn selbstverständlich gab es auch für die Damenwelt ein Cool-Water. So hatte dann auch ich den Duft irgendwann satt und schwenkte nach dem Leeren etlicher Flacons auf andere Duftfamilien um. Die meisten Aquaten die nach dem legendären Cool-Water das Licht der Welt erblickten waren mir jedoch entweder zu süß, oder hatten eine viel zu schlappe Performance oder Haltbarkeit. Beim Ausprobieren der zahlreichen Neuerscheinungen die nach der Cool-Water-Ära auf den Markt drängten, hatte ich immer das Gefühl, dass die meisten Wässerchen dieser Duftfamilie irgendwie ohnehin alle gleich rochen. Mit Cool-Water Intense habe ich nun aber endlich einen Aquaten gefunden, der mich wieder absolut mitreißen kann.

Den Machern von Cool-Water Intense ist dabei eine ausgesprochen tragbare und unkomplizierte Komposition gelungen. Ohne ein bloßer Abklatsch vom Ur-Cool-Water zu sein, ist sein Ursprung jedoch trotzdem nicht zu verkennen. Man hat das Gefühl Cool-Water ist durch die Konzentration auf lediglich drei Duftnoten erwachsener und reifer geworden, ist nicht mehr ganz so verspielt, hat sich weiterentwickelt und ist dabei mit der Zeit gegangen, ohne allerdings seine Herkunft zu vergessen. Wie auch ein reifer und älter gewordener Menschen, hat auch dieser Duft etwas von seiner einstigen Frische und Spritzigkeit verloren, ist dafür aber unkomplizierter und markanter geworden, vielleicht auch ein Stück angepasster und nicht mehr ganz so jugendlich cool, ohne aber dabei seine unbeschwerte Leichtigkeit verloren zu haben. So als ob man einen alten Freund aus der Jugend nach etlichen Jahren wiedergetroffen hat, der erwachsen geworden ist, sich aber sich sein sonniges Gemüt über die Jahre bewahrt hat.

Cool-Water Intense ist eine überaus gelungene, moderne Weiterentwicklung mit überragender Performance und Haltbarkeit, die sich Dank der Besinnung auf seine Wurzeln, deutlich von den modernen blauen Einheitsbrei abhebt. Es macht einfach Freude, diesen Duft an sich zu haben. Jeder ehemaliger Cool-Water Jünger sollte diesen tollen Duft in jedem Falle ausprobieren.
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