Carsten87

Carsten87

Rezensionen
1 - 5 von 11
Carsten87 vor 26 Tagen
8
Flakon
6
Sillage
6
Haltbarkeit
7.5
Duft
Der Teufel macht blau
Direkt zu Beginn stelle ich mir die Frage wie passt Teufel, kühl und blau zusammen? Das bleibt wohl jedem erst einmal selbst überlassen.
Das Gewandt ist trotzdem schick und geschmackvoll wie man es aus dem Hause ja kennt.

Der Duft selbst...
Ist absolut gefällig, eckt nirgends an und kann immer und überall getragen werden. Allein das finde ich positiv hervorzuheben, da es eben viele Vertreter nicht sind.
Der Start ist sehr zitrisch. Kein WC Stein opening was wiederum positiv hervorzuheben ist!
Von der Herznote bekomme ich ehrlich gesagt nicht wirklich etwas mit. Die oft besagte Cremigkeit die sich nach wenigen Stunden dazu gesellt ist aber eher der Basis geschuldet. Nach ca. 4h bis 5h ist der Zauber dann aber auch vorbei. Insgesamt bleibt der Duft ziemlich linear, schafft es aber eine gewisse Eleganz mitzubringen.
Haltbarkeit/-Sillage würde ich eher im unteren Mittelfeld einordnen. Eventuell hinkt der Vergleich etwas aber ein Prada Homme Eau de Toilette hat eine sehr ähnliche Performance.

Was ich eher schade finde ist, dass sein jünger Bruder Casamorati - Mefisto Gentiluomo nahezu identisch riecht. Bestimmt gibt es für geschulte Nasen gewisse Nuancen die den Unterschied ausmachen, diese sind aber marginal und rechtfertigen keinen eigenständigen Duft.
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Carsten87 vor 2 Monaten 4
Mondessenz
Ein Duft der so einfach ist und doch so spannend! Linear und doch so kurzweilig. Passt zu mehr Jahreszeiten, Anlässen und geht in mehr Duftrichtungen als Inhaltsstoffe vertreten sind. Die Basis stimmt, lasst die Reise beginnen...
Stellt Euch vor, jemand steht in der Xerjoff Filiale, testet sich stundenlang durch unzählige Düfte und erwählt Apollonia für sich aus. Keiner der lauten Kameraden in den Regalen konnte wirklich auf sich aufmerksam machen oder die Entscheidung abwägen.
Was macht dich so besonders? Es ist der Moment wo dieser Duft in die Nase steigt. Dieser kurze Augenblick indem der Funke überspringt und ein wohliges Gefühl auslöst. Es wäre vermessen zu versuchen zu beschreiben wie dieser Duft riecht. Mir fällt spontan nur ein...eine frisch gewischte Steintreppe an einem kühlen morgen. Viele werden jetzt mit der Augenbraue zucken und sich fragen....was? Andere Nasen werden genau wissen was ich meine! Wie Eingangs erwähnt ist Apollonia absolut linear und Clean und das ist gut so! Wie ein maßgeschneiderter Anzug der von Kopf bis Fuß ein absolut stimmiges Gesamtbild hinterlässt. Die Performance kann sich auch sehen lassen auch wenn der Duft niemals laut wird. Hiermit werden keine Räume erobert, sondern nahe Individuen in den Bann gezogen. Man kann fast sagen dass er durch seine Ruhe eine gewisse Kraft ausstrahlt. Ja auch ungeübte Nasen nehmen diese stimmige Komposition wahr. Es bleibt in deren Köpfen da man so etwas oder vergleichbares nur schwer im Alltag riechen wird oder gar ein Duft überhaupt in diese Richtung schlägt. Weniger ist mehr? Das trifft hier voll und ganz zu! Achso...ich muss jetzt auch noch irgend etwas mit Mond Thema assoziieren.
Achtung: Xerjoff veranschlagt für den Apollonia natürlich Mondpreise. Die Betrachtung dessen könnte bei manchen Menschen einen Moonwalk aus der Filiale hervorrufen.
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Carsten87 vor 2 Monaten 2
7
Flakon
6
Sillage
6
Haltbarkeit
7.5
Duft
Verwaschene Himbeere
Es muss etwa 2011 gewesen sein und einer meiner ersten Düfte. Damals stand ich vor dem Douglas Regal voller Creed Flakons und hatte mich in den Creed Santal verguckt. Also ich damals den Preis sah (heute würden wir es darum reißen) habe ich ganz schnell wieder die Blicke schweifen lassen...
Da hörte ich vom Mont Blanc individuel als Ersatzspieler und fand doch eine Klasse Alternative ohne mit einem weinen Auge das Geschäft verlassen zu müssen.

An der Stelle möchte ich noch anmerken, dass die Produktion NICHT eingestellt worden ist. Teils ist er mal schwerer zu bekommen, teils bekommt man den Duft nach geschmissen. Ähnlich hab ich es mit dem Missoni Wave erlebt.

Allerdings hat der Individuel bereits einige Reformulierungen erfahren und mein kürzlich gekaufter Flakon bringt zwar die Erinnerung ein Stück zurück, jedoch mit verzerrten Bild.

Habe den deutlich fruchtiger in Erinnerung (Himbeere) und etwas lang anhaltender.

Wie bereits einige Vorredner schon treffend beschrieben haben ist dieser nun deutlich "cleaner". Keineswegs schlecht, aber das ging mal besser. Ansonsten macht man grundsätzlich gar nix falsch mit dem Duft - passt quasi zu jedem Anlass, zu jeder Jahreszeit und man wird niemanden damit auf die Füße treten. Zumindest riecht man auch Individuel, da dieser bei der Masse unter dem Radar schwebt.
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Carsten87 vor 2 Jahren 3
10
Flakon
9
Sillage
9
Haltbarkeit
8.5
Duft
Der entspannte Choleriker
Ja okay der Titel passt ja schon mal gar nicht. Oder doch?
Wäre es nicht toll wenn cholerische Ergüsse wie sanfte Musik auf uns wirken würden.
So zumindest funktioniert es nicht in der realen Welt - in der Duftwelt scheinbar schon.

Hierzu muss ich doch noch etwas weiter ausholen...
Es war einmal ein Tag, wo mal wieder der Paketbote vor der Tür stand und mir einen neuen Duft vorbei brachte.
So langsam sollte ich mal wirklich die Frequenz vom Kauf neuer Düfte verringern. Ich bin aber auf einem guten Weg, doch doch!

Ja, das Auspacken ist immer wieder eine Freude. Xerjoff lässt sich da nicht lumpen was die Präsentation angeht. Beim Accento fällt diese etwas marginaler aus, also nicht der typische und beliebte Kunstleder Koffer.

Nun gut, etwas schade, aber es geht ja vorrangig um den Duft und der Flakon im Samt Gewand ist das eigentliche Schmuckstück und Highlight.

Teststreifen gezückt und einen dezenten Sprüher später wollte ich mir dann den ersten Eindruck verschaffen.
Es hätte den Streifen gar nicht gebraucht, da der Duft im Raum steht, diesen einnimmt und scheinbar auch nicht so schnell vorhat wieder zu gehen. Da stand ich also in der Wolke und mein Geruchssinn war doch etwas überfordert. Also warten wir erst einmal ein paar Minuten ab, machen uns einen Kaffee und wagen uns dann wieder an den Duft heran.
Die angegebene Ananas kommt ein wenig undercover daher, da sie sich in einem Blumenstrauß versteckt und mit einer Prise Pfeffer serviert wird. Das macht das ganze schwer greifbar im ersten Moment, zugleich aber auch spannend, da man sich immer wieder dabei erwischt weiter zu schnuppern.
Die floralen Noten dominieren hier ganz klar. An der Stelle möchte ich direkt betonen, dass diese keinesfalls zu feminin daherkommen, sondern eine tolle Balance die ich wirklich nicht in der Lage bin zu beschreiben darzustellen. Vermutlich sind Vetiver und der Pfeffer hier die Hauptverdächtigen.

Nach etwa einer Stunde habe ich den Raum gelüftet, war anschließend für ca. zwei Stunden unterwegs und kam wieder nach Hause.
Nun ratet mal wer da noch im Flur auf mich gewartet hat. Nein es war nicht der Hund oder die Katze sondern Accento.
Ja, auch meine bessere Hälfte hat sofort "ein anderes" Parfum, bzw. dessen Geruch beim Betreten der Wohnung wahrgenommen.
Also manchmal versteh ich die (Duft)Welt nicht mehr. Da gibt es wahrliche Biester die angebliche tagelang halten und ihre ganze nähere Umwelt einnehmen - wo ich aber völlig gegenteilige Erfahrungen sammle und mir denke, ...stimmt jetzt etwas mit mir oder dem Duft oder gar uns beiden nicht...

Später am Abend habe ich den Duft am Handgelenk weiter probiert und zumindest in dem Fall verhält sich der Duftverlauf sehr ähnlich zum Papier / Teststreifen. Und das meine ich positiv!

Der Morgen danach. Beim Zubereiten des ersten Kaffee fiel mir direkt auf das es in der Küche nach Accento roch. Habe ich den Teststreifen hier irgendwo liegen gelassen? Nach kürzester Zeit breitete sich der Duft weiter in der Küche aus und ich realisierte dann erstmal dass das noch von meinem Handgelenk kam. Da ich eher der trockene Hauttyp bin, war ich doch sehr, sehr positiv überrascht.

Insgesamt bleibt der Duft, abgesehen von den ersten Minuten des Openings ziemlich linear. Das steht dem Accento aber gewiss nicht schlecht oder macht ihn gar langweilig. Nein selbst auf seiner Geraden kommt er mir facettenreich und sehr gefällig daher.
Es erinnert mich an etwas...an etwas was ich nicht gedanklich greifen kann, aber positive Vibes auslöst. War es mal eine bestimmte Person die so roch oder eine Umgebung die man damit assoziiert. Ich weiß es (noch) nicht und das ist gut so! Macht es weiter spannend. Du kannst mir also gerne noch eine Weile in die Nase schreien...für mich wie gute Musik.
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Carsten87 vor 2 Jahren 13 1
10
Flakon
9
Sillage
9
Haltbarkeit
5.5
Duft
Eine Lanze brechen...
... habe tatsächlich hin und her überlegt ob ich diese Rezension verfassen will...
Kürzlich habe ich meine Duftsammlung deutlich aufgestockt und hatte natürlich auch mit der Nummer 1 geliebäugelt. Egal wo man hin schaut wirst du mit Lob überschüttet, selbst im Sprechgesang bist du schon angekommen.

Also dachte ich mir ein Blindkauf ist'ne absolut sichere Sache. Man hört und liest ja nur gutes. Nunja dachte ich...

Die Präsentation, der Flakon, die Haptik sind ein Gedicht und absolut erhaben!
Voller Spannung setzte ich die ersten Sprühstöße an mein Handgelenk. Es kam mir nicht einmal in den Sinn es vorher mal auf dem Papier zu testen...

Schon im allerersten Moment beim Opening schlug mir eine Wolke ins Gesicht und hat direkt den ganzen Raum eingenommen. H/S bedarf es keiner Diskussion - diese ist brachial.

Doch alles was ich vom eigentlichen Duft her wahrnehme kam mir doch ziemlich bekannt vor.
Es riecht für mich wie Wick VapoRub, was wohl der Honig-Tabak-Lavendel Kombi geschuldet ist die ziemlich dominiert.

Gespannt, etwas ungeduldig wartete ich den weiteren Verlauf ab. Leider bleib der Naxos ziemlich geradlinig auf seiner bereits erwähnten Honig-Tabak-Lavendel Spur. Nach etwa 2 Stunden wurde er zunehmend weicher und tragbarer. Doch verändert er sich weiterhin kaum. Keine Komplexität, kein Twist, kein...

Ach, enttäuscht habe ich das Parfum behutsam wieder in seine imposante Verpackung gebettet. Deckel zu - Kapitel Naxos abgeschlossen.

Schade, aber es soll wohl so sein und zumindest lernt man mal wieder etwas daraus. Niemals ein Blindbuy gerade in dieser Preiskategorie.
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