Finchen1976

Finchen1976

Rezensionen
56 - 59 von 59
Finchen1976 vor 7 Jahren 14 3
Der Geist aus der Flasche
Wish... tja, ein Duft, mit dem ich meine Jugend bzw. die Twenties verbinde. Genau wie mit Angel oder Loulou oder Cashmere. Alle hatte ich mal im Besitz, mochte sie. Alle hatte ich irgendwann mal wieder blind gekauft oder neu gesprüht und naserümpfend verschenkt oder zurückgestellt.

Ich wäre auch eigentlich gar nicht auf den Gedanken gekommen, einen Kommentar für Wish zu verfassen, den es ja mittlerweile für wirklich kleines Geld zu kaufen gibt. Aber er ist mir jüngst mal wieder über den Weg gelaufen, und zwar in Form einer Kollegin auf einem Seminar.
Ich saß neben einem jungen Mann, und schnüffelte immer mal in die Richtung. Wie... gestärktes Hemd, frisch gewaschen. Frische Wäsche. Dezent, aber soooo lecker. Und nicht wirklich männlich. Ich kenn' da ja nix, ich frag' ja auch wildfremde Menschen im Flugzeug, was für einen Duft sie tragen. :-)
Aber: der Duft war plötzlich weg, der Typ saß aber noch neben mir. Die Dame daneben war zur Toilette gegangen.
Aha.

Die nächste Pause krallte ich mir das Mädel: "Du musst mir jetzt mal eine persönliche Frage beantworten!" Sie riss die Augen auf und war völlig verschüchtert *g* "Was hast Du denn für ein Parfüm drauf, Du riechst so unfassbar lecker!!!" Dann lachte sie und meinte "Wish!" Und dann lachte ich, weil ich dachte, die ver.ar.scht mich doch! Das roch doch niemals so schön wie an ihr! Das normale Wish? Never. Das habe ich ihr auch gesagt. "Doch, der Duft begleitet mich schon mein halbes Leben, und weißt Du was?! Alle finden ihn an mir so unfassbar gut, kaufen den Flakon und schenken ihn mir dann, weil er an ihnen nicht so gut riecht! Ich kaufe mir echt selten selbst den Duft, weil mir das im Freundeskreis schon oft passiert ist!"

Als sie Wish erwähnte, verknüpfte mein Gehirn tatäschlich ganz "unten drunter", also quasi die kaum wahrnehmbare Basis mit Wish und ja, er war es! Aber völlig anders.

Der nächste Gang war in die Parfümerie bzw. in die Drogerie, zum Testen.
Aufgesprüht und *buärks*, da war er, der Weihrauch, der sofort an mir klebte, von dem ich bei irgendeinem Kirchengang ohnmächtig geworden bin, ich hasse das Zeugs! Dieses rauchige zusammen mit dem süßen...wie konnte ich das mal toll finden? Unfassbar. Und dazu die Beeren und der Patchouli... wenn das Zeug ein Schnaps wäre, gälte er als Magenaufräumer. :-)
Und ich mag süße Düfte, aber der ist für mich persönlich wirklich nicht süß.

Aber: Ihr müsst ihn selbst testen! Bei diesem Mädel war er einfach nur göttlich und ich wäre bis ans Ende der Welt in ihrem Duftschatten gelaufen, deshalb gebe ich auch keine Bewertung ab. Wish ist für mich mal wieder eins der besten Beispiele, dass es an der Trägerin (oder am Träger) liegt, ob der Duft schön ist.
Der Flakon ist es allemal. :-)

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Das Schaf im Wolfspelz
Zu diesem Duft bin ich wirklich eher "jungfräulich" (also im übertragenen Sinne ^^) gekommen.
Gesehen hatte ich ihn in der Werbung schon ein paar mal... PINKER Flakon bzw. PINKFARBENE Flüssigkeit. PINK. Das und Glitzer lassen bei mir ja schon trotz fast Mitte 40 einige Synapsen durchbrennen. ;-)

Mit dem Namen habe ich typische "Poison Girls" vor Augen, gepierct, tätowiert, zum Namen fiel mir als erstes so eine kleine "Rocker-Göre", schwarze stachelige Haare, Undercut, Nasenpiercing (ich hab nix gegen Tattoos und Piercings, hab selbst welche), kaugummikauend ein, immer auf "anti", immer auf "wat willse?", immer auffallen.
Aber der schöne Flakon...bzw. die schöne Flüssigkeit... ^^

Unsere Winterurlaube verbringen wir gerne warm. Da bleiben als Ziele nicht mehr ganz so viele übrig. In diesem Winter war es dann mal wieder Gran Canaria, Meloneras.

Mittags machten wir einen Ausflug zur Shopping Mall. Parfum testen. :-) Es war heiß, unfassbar heiß.

Und eigentlich wäre mir nie in den Sinn gekommen, bei diesen Temperaturen irgendwas aus der Poison-Reihe auf meine erhitzte Haut zu sprühen. Aber wahrscheinlich war mein Gehirn auch schon überhitzt, außerdem war es in dem Laden ja auch angenehm kühl, und es landeten mehrere Düfte auf meiner Haut (meistens nie mehr als 4 auf einmal). Unter anderem Poison Girl (hach, das pink...).

Nach einer ... öhm eher unerfreulichen Begegnung mit dem Hypnotic Poison im Jahre 2000 (was mit Duschen, Übelkeit und Co. endete, auch sehr selten bei mir und einem Parfum) war das für mich schon quasi die Konfrontations-Therapie *g*.

Fast ängstlich schnupperte ich an meinem Handgelenk... Poison war für mich seitdem immer negativ besetzt. Aber was rieche ich da in der brennenden kanarischen Sonne?! Süße, gourmandige Beerenfrüchte, ein bisschen wie Campino, aber eben cremig dabei, nie stechend, aber dunkel. Fast wie pinke Rote Grütze, aber ohne die störenden kleinen Kernchen, sondern cremig, lecker mit einer vanilligen Karamellnote. Orange rieche ich jetzt irgendwie null, aber wie gesagt, Duftpyramiden sind wirklich absolut nicht meins oder meine Nase ist kaputt. :-)

Dieser Duft schaffte es diesen Urlaub dann auch in mein Köfferchen mit 50ml und schaffte es, dass ich den Flakon im Nullkommanix aufbrauchte und anschießend direkt einen weiteren 50ml Flakon orderte. Das ist wirklich selten bei mir. Der letzte ist nun aber leer geworden und nochmal brauche ich ihn aktuell nicht.

Er bleibt aber im Gedächtnis für später vielleicht.

Poison ist nicht gleich Poison. Das habe ich gelernt. Vielleicht bin ich doch etwas mehr Girlie als Lady, aber eben nur beim Poison. :-) (Glaub ich!)

Passen tut er für mich immer, wenn mir danach ist. Er ist für mich kein "Situations"-Duft, also nur Büro oder nur abends, sondern ein typischer "Launen"-Duft, aber eher für kühlere Tage.
Witzigerweise habe ich aber auch junge Mädels zu Hauf "gerochen", die ihn trugen, und die waren tatsächlich "Poison Girls", wie ich sie oben beschrieben habe. :-)


3 Antworten
Oh Du mein Schatz, mein Herz!
Eine sehr große, sehr alte Liebe verbindet mich und Woman No. 1.

Durch einen völlig bescheuerten Zufall bin ich damals mit Anfang 20 auf diesen Duft gestoßen. Meine damalige Arbeitskollegin (deutlich älter als ich) wünschte sich zum Geburtstag die dazugehörige Seife. Ich wusste das nicht und kaufte den Duft, bis sie mir dann sagte (VOR dem Verschenken), dass sie den Duft nicht mögen würde, also zumindest als Parfum, sondern nur die Seife davon.

Anstatt ihn beim großen Türkisen umzutauschen, riss ich die Packung auf (er kostete ja damals keine Unsummen), ich lag im Bett und schaute TV, noch zu Hause in meinem Elternhaus. Und sprühte. Und da war er! MEIN Duft! Ich konnte mich kaum satt riechen, hing den ganzen Abend an meinem Handgelenk.

Beschreiben kann ich ihn leider nicht mehr, aber ich finde ihn hier in den Beschreibungen und Euren Kommentaren wieder und ich würde 1000 € wetten, ich würde ihn erkennen, wenn ich ihn wieder riechen würde. ^^

Er war mein erster und einziger Signature-Duft. Der eine, den man immer trägt. Immer trägt, immer trägt, immer trägt. :-) Der fehlte nie.

Die Produktionspausen bei Bogner zwischenzeitlich waren für mich quasi apokalypsen-gleich, als würde sich die Erde auftun. Ich schrieb Bogner oft an, zweimal bekam ich mehrere Pröbchen (6 Stück auf einmal!) vom Woman No. 1, die mich leider nur kurzzeitig wieder ins Paradies katapultierten.

Beim letzten Mal (ich kann mich nicht an das Jahr erinnern) nach der Produktionspause hatte man den Duft leicht verändert, es war nicht mehr "mein" Bogner, irgendwas war anders, stechender. Er roch (zumindest auf mir) nicht mehr so wie vorher, das hatten wohl auch einige andere Liebhaberinnen bemerkt. Ich hatte einige Testkäufe, online als auch direkt in der Satdt, aber nie wieder kam der Duft ans vermeintliche Original und so musste ich mich zähneknirschend trennen von den ganzen angefangenen Flakons.

Ich habe seitdem nie wieder einen Duft erschnuppert, der auch nur ansatzweise so gerochen hat.
Und ich hatte seitdem nie wieder einen Signature-Duft, also für mich quasi einen Duft, der mich immer begleitet, der immer einen Platz auf meinem Regal hat, egal, wieviele andere Düfte da sind, der immer benutzt wird, um sich gut zu fühlen, mit dem man sich gut angezogen fühlt und zwar immer. Der so gut zu mir gepasst hat, dass ich soviele Komplimente bekam, der aber an vielen anderen z.B. an meiner Mutter schrecklich roch.

*Soifz*
Ja, das ist bzw. war für mich Woman No.1.


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Business und Wellness
Zum Pröbchen kam ich wie schon so oft bei einer Bestellung. "Jil Sander", dachte ich, "aha."
Nicht falsch verstehen, ich mag Jil Sander Düfte! Sie sind sehr unterschiedlich und vielfältig. Ich glaube, jeder findet da irgendeinen mehr oder weniger passenden Duft.

Aufgetragen überraschte er mich. Ich dachte an... meinen Bürojob. An mich im Hosenanzug und weißer, gestärkter Bluse und Fräulein-Rottenmeier-Dutt mit Brille. Souverän, nichts im Kopf als die Arbeit. Business-Lady. Und an mich im Bademantel, eingekuschelt, frisch geduscht.
Ich finde, er passt interessanterweise zu beiden Situationen.

Den Duft finde ich persönlich sehr, sehr angenehm, erinnert mich ein wenig an meinen damaligen Liebling "Strenesse" von Gabriele Strehle (die Duftpyramide habe ich aber noch nicht verglichen). Allerdings ist vom "frisch geduscht"-Gefühl nicht lange etwas zu merken, die Haltbarkeit ist unterirdisch, zumindest bei mir.
Mit Duft-Pyramiden kann ich meistens nix anfangen, es sei denn, sie sind so eindeutig wie bei Sorbetto Rosso von Escada. Die Komponente muss schon mit dem halben Gartenzaun auf mich einschlagen, bevor ich sie herausrieche. ;-)

Cremig, pudrig, fein, zart, dezent, leicht süßlich, so würde ich ihn beschreiben.
Meine 60ml Flasche ist allerdings schon 1/3 leer, für einen Tag benötige ich mehr als 10 Sprühstöße. Selbst mein Männe riecht kaum etwas davon, selbst nach dem frischen Auftragen. Eigentlich schade, denn den Duft empfinde ich als sehr angenehm. Und vielfältig. Ein schöner, dezenter Alltagsduft, den ich allerdings abends getrost im Schrank lassen würde, es sei denn, es geht zum Wellness. ;-)
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