GoldGolds Parfumkommentare

1 - 10 von 684

18.07.2019 12:49 Uhr
17 Auszeichnungen
1985 lancierte Estee Lauder ihr blumig-strahlendes, damals als "Hochzeitsduft" vermarktetes Parfum "Beautiful".
Ein Meisterwerk, das genau jene Bedingung erfüllte, die der bedeutende Parfumeur Guy Robert für grundlegend hält : "Un parfum doit sentir bon".

2018 versuchte der neue Duft "Beautiful Belle" von Lauder offenbar, an das große Vorbild aus dem Jahre 85 anzuknüpfen.
"Beautiful Belle" (ich werde den Duft im weiteren Verlauf dieses kleinen Verisses nur noch BB nennen) ist jedoch weder "belle" noch "beautiful".
Hier war keine geniale Sophia Grosjman am Werk, sondern es müssen wohl irgendwelche Duftechniker gewesen sein, die sich an den Vorgaben der Marketingabteilung abgearbeitet haben.

So stelle ich mir ihre Überlegungen/
Brainstorming - Session vor:

"La vie est belle" ist ein Megaseller-
stop - good people, wir können auch Französisch, warum also nicht "Belle" für den Namen benutzen?
It might ring a bell with our costumers...
...
Braut und Blumen, immer wieder gerne genommen - dazu aktivieren wir die positiven Assoziationen, die der Klassiker "Beautiful" bei Kundinnen im Alter von 50 + auslöst!

- wir arbeiten mit dem Schwerpunkt "Moderne Neuinterpretation"!

Was bietet uns der Chemiebaukasten in diesem Kontext?

-Einen Chypre werden wir nicht konstruieren, denn dieses Genre spricht jüngere Konsumenten nicht an...

( und Eichenmoos ist ja ohnehin seit langer Zeit schon "raus".)

- künstliche Fruchtaromen in der Kopfnote ziehen gut... immer!!!

-Litschi! Splash!

-Dann Tuberose, Orangenblüte, mittlerweile Standard.

-Geht auch noch etwas Süße?

(- Zu gourmet - lästig oder lastig soll es nicht werden, denn das passt nicht zu einem "bridal scent".)

Techniker-Chemiker 2 schlägt "Marzipan - Moschus" vor.
( Der riecht zwar eher nach Weichspüler als nach echtem Marzipan, aber die Lieferanten der Aromachemikalien verkaufen dieses Molekül momentan sehr gut.)

Ambroxan!!!!!
Ambroxan big time!
Benötigt man natürlich für die Fixierung...
----ja, fast perfekt, we're getting there...
----
Aerin Lauder, der das neue Werk vorgeführt wird, fehlt jedoch noch etwas.

"Die Braut von 1885 war nicht so cool wie das Model, das 2018 die Werbung bestreiten soll".

Braucht der Duft noch einen kleinen "edgy Touch"?

-Wildleder. Wildleder, der kleine Kontrast zum Blümchenprogramm, okay, gönnen wir uns... ganz schön gewagt, nicht wahr?

"Aber bitte nicht too much. "

----
Herausgekommen ist ein mainstreamiger, komplett unspektakulärer Tagesduft mit einer erschreckenden Überdosis Ambroxan und einem riesigen Enttäuschungsporential.

Estee Lauder!
Das war für mich früher eine Marke, deren Düfte Meilensteine der Parfumgeschichte darstellten.
Youth Dew! Alliage ! White Linen!
You name it...

Aber 2018? BB. Beh, Beh.
Meh, Meh.

(Auf Fragrantica schrieb eine hellsichtige Userin aus den USA :" Wird floppen, landet bestimmt bei Tkmaxx."
Recht hatte sie. Ist dort schon angekommen. Ging schnell. 32€ aktuell in Köln).



27.05.2019 14:14 Uhr
8 Auszeichnungen
Was ist das überhaupt... eine Liebkosung? Ein Streicheln?
Ob in der Parfumwelt oder außerhalb, jede kleine Geste, jede Berührung kann aufgeladen sein mit Gefühlen und Assoziationen.
Ein Streicheln, also die bloße Vorstellung davon, kann eine sehr verführerische Sache für die potentielle Trägerin eines Parfums sein...
die Hand einer Person, die du liebst berührt sanft deine Haut,
der Wind streicht durch dein Haar,
deine Haut, ganz leicht bedeckt von den Küssen deines Liebsten...
Glückliche Kindheitserinnerungen,
dein Lieblingseis schmilzt in deinem Mund und streichelt sanft deinen Gaumen,
Sonne, die deine Haut kitzelt,
der Seidenschal, den du trägst und der deine Brust streichelt...


Ja, der Name eines Parfums kann viele Bilder evozieren, mehr als ein Foto selbst es vermag.

Und diese spezielle italienische Streicheleinheit?
Es ist zunächst mal ein starker, voluminös - charmanter Duft, blumig, romantisch, bezaubernd.
"Caress" respektiert sein italienisches Erbe, öffnet sich aber auch für Innovationen, zu merken an der leichten Ozonnote und den grünen Nuancen in der Kopfnote.

Du wirst dich ziemlich beglückt fühlen, wenn du zudem konstatierst, dass hier einige Parallelen zu "Chance" von Chanel vorliegen...
Daher stehen die Chancen dafür, dass du dich in diesen sehr preiswerten Duft verlieben könntest, gar nicht so schlecht...

Denn obwohl er so günstig ist, besitzt er eine sehr edle Opulenz aus Rose, Jasmin, Vanille, Moschus und Patchouli.

Für meinen Geschmack ist Genny eine hervorragende italienische Firma, die in ihren Parfums Sinnlichkeit und guten Geschmack vereint, italienische Eleganz gepaart mit " la dolce vita."

Die Marke wird leider nicht so hoch bewertet, obwohl sie uns Kostbarkeiten wie "Genny Classic" und diese herrliche Duftstreicheleinheit geschenkt hat. "Caress"ist warm und sexy... was kann man daran nicht mögen?


11.05.2019 21:09 Uhr
19 Auszeichnungen
Ja, ich gebe es zu, ich bin Namensfetischistin. Oder wie nennt man Leute, denen schon der Titel eines Parfums Lust macht, den Duft unbedingt zu testen? Pah, höre ich da manche antworten, "What's in a name?".
Es gibt sogar Parfums, die bewußt "Untitled" heißen oder sich nur mit einer Zahl schmücken... - das berühmteste Beispiel ist natürlich Chanel No. 5. Eine etablierte, weltberühmte Firma wie Chanel könnte sicherlich heute noch ein Parfum lancieren und es "Chanel No. 0.3" oder "Chanel No. 68" nennen und hätte Erfolg damit.

Was aber macht der Inhaber einer Designfirma im französischen Boulogne-Billancourt, ein gewisser Herr Thierry Lemahien, der die Ecole Supérieure de Design in den 80er Jahren abgeschlossen hat und vor vier, fünf Jahren auf der Suche nach einer neuen Business-Idee war? Er gründet ein Parfum-Label.
Leider kenne ich M. Lemahien nicht persönlich, sonst würde ich ihn fragen, warum er seine "Brand" ausgerechnet so genannt hat wie eine uralte persische Sportart, das "Chaugan", einen Vorläufer des Polo-Spiels. Mit dem Begriff "Chaugan" konnte selbst ich als Halbperserin nichts anfangen (nun, ich bin ohnehin nicht sportlich und interessiere mich höchstens für Fußball, hier besonders für Fortuna Düsseldorf... - aber lassen wir das).

Auf YouTube findet man ein Video, das in Mailand auf der Parfum-Messe aufgenommen wurde, in welchem M. Lemahien erklärt, was "Chaugan" bedeutet, welche Inspiration hinter seinen Parfums steckt ( d.h. Persien, die uralte Kultur und natürlich persische Märchenprinzesinnen!).
Merci, der Rahmen ist somit definiert.
Da ich Rosendüfte zwar mag, aber Prinzesinnen und das ganze unfaßbar redundante Klischee-Gebilde dahinter nicht (1000-und-eine-Nacht, Schehrazadeh, Isfahan, Sesam-Öffne-Dich etc.), sprach mich der Duft "Terre de Perse" mehr an als die anderen Parfums von Chaugan.
Doch was evoziert dieser Begriff "Persische Erde"?
Man stelle sich vor, ich käme auf den Gedanken, eine eigene Duftlinie zu entwerfen (Ideen hätte ich übrigens genug, nur mangelt es mir an Fachkenntnissen, bin ja keine Parfümeurin) und hätte ein Eau de Parfum im Portfolio, das "Terre allemande" hieße? Könnte ich nicht machen, ohne politisch in eine ganz üble Ecke eingeordnet zu werden. Aber abgesehen von diesem Gedankenspiel vermute ich, daß "Terre de Perse" ganz bewußt "Perse" heißt und nicht Iran. Der Designer aus Frankreich bezieht sich explizit auf die alte persische Kultur, nicht auf das seit 1979 bestehende Mullah-Regime.

So weckte M. Lehmahien also sofort mein Interesse. Der Namensfetischist in mir möchte unbedingt wissen, wie der Duft riecht. Vielleicht ist er ganz, ganz toll und könnte Eingang in meine Sammlung finden? Schließlich fühle ich eine sehr große emotionale Verbundenheit zum Heimatland meines Vaters. Wäre es nicht wunderbar, eine olfaktorische Umsetzung von "Persien" in einer Flasche zu besitzen?

Gandix, die den Duft schon getestet hatte, war so lieb, mir ihre Abfüllung zu schicken. (Vielen Dank dafür!).
Sie hat mich vor einem blind buy bewahrt, denn ich gebe zu... ja, es juckte mich schon in den Fingern.
Die Noten lasen sich sehr vielversprechend.
Zitrone in der Kopfnote, Pfeffer - ganz mein Ding.
Und wirklich, der Duft legt einen fulminanten Start hin. Nach dem Pfeffer folgen sehr schnell andere Gewürze, die ich auch sehr liebe, z.B. Kardamom, Ingwer, Zimt. Besonders Zimt und Kardamom sind wichtige Bestandteile der persischen Küche.
Ein Akkord aus Gartennelke und Magnolie läßt einen ganz geringen Blumenhauch aufziehen, der jedoch sehr schnell von der weichen,üppigen Basis aus Amber, Tonka und Moschus verdrängt wird.
Überhaupt, die Basis. Sehr anschmiegsam. Viel zu lieb.
Wer Vergleiche zum "Terre" von HERMES ziehen möchte, dem kann ich sagen, daß die beiden überhaupt keine Gemeinsamkeiten aufweisen. Kein Vetiver in "Terre de Perse". Auch kein Galbanum (was ein sehr persischer Inhaltsstoff gewesen wäre). Die "persische Erde" wirkt auf mich wie ein sehr braver, wenig einfallsreicher Versuch, einen leicht "angenischten" Duft unter jene zahlungskräftigen Kunden zu bringen, die immer wieder nach neuen Produkten aus dem Luxusbereich gieren.
Ich konnte übrigens nicht in Erfahrung bringen, welcher Parfumeur hinter den Düften von "Chaugan" steckt.
Vermutlich ist es eine französische Firma, die Auftragsarbeiten aus der Industrie ausführt.
Wenn das Briefing mal steht (in diesem Fall: "Macht mir einen Duft, der würzig ist, aber niemanden verstört und mixt paar Gewürze hinein, die einen Persien-Vibe haben") , ist die Ausführung sicherlich ein Kinderspiel.
Es gibt unzählige solcher vermeintlichen "Niche-Brands" , die lediglich Düfte in "rare distribution" verkaufen, ohne eigene parfümistische Einfälle, ohne künstlerischen Impetus. Diese Produkte bedienen Sehnsüchte und evozieren sogenannte "Duftwelten", in diesem Falle Persien, bzw. das, was man sich in Europa gemeinhin so unter diesem Land vorstellt. Man kann den Rahmen locker austauschen, nehmen wir z.B. Afrika, dann würden sofort andere Assoziationen wach und der Duft würde "Terre d'Afrique" heißen und wahrscheinlich eine neuartige Solarnote aus dem Chemielabor enthalten (ich vermute aber, "Terre d'Afrique" existiert bereits, "Terre de Perse" war noch frei).
Die anderen Düfte der "Chaugan-Reihe" habe ich wie gesagt noch nicht getestet, aber nachdem die erste Begegnung so wenig begeisternd ausgefallen ist, reizen mich die anderen Eaux nicht besonders. Ich kann mir genau vorstellen, wie die Rosenprinzessin aus Isfahan riecht. Ganz nett, nicht allzu synthetisch, aber letzten Endes ohne Alleinstellungsmerkmal. Ohne Wiedererkennungswert. Eben so ähnlich wie "Terre de Perse", einem ganz angenehmen EdP aus einer Design-Schmiede in Boulogne-Billancourt. Dort wurden auch schon Verpackungen für die Haarpflegeprodukte der Firma Dessange entworfen.
Preislich gesehen liegen die Chaugan-Düfte im oberen Mittelfeld. "Aus Liebe zum Duft" führt sie aktuell (Mai 2019) für circa. 98 Euro, aber ich sah auch schon einige Angebote für 79 € und ebenfalls für 69 € (französische Webseiten). Man kann auch 110 € für 50 ml "Terre de Perse" hinblättern.
Fazit: Nur des Namens wegen kaufe ich kein Parfum. Und sei er für mich noch so emotional aufgeladen.
Es steckt meistens sowieso nur eine clevere Design-Firma dahinter.


29.04.2019 23:13 Uhr
45 Auszeichnungen
Diesen Text widmet meine Tochter ihrer Großmutter und wird ihn demnächst bei einer großen Familienfeier so ähnlich vortragen. Ich teile ihn hier, weil ich es schön finde, wie die Begeisterung für Parfums in unserer Familie von Generation zu Generation weitergegeben wird!

Es ist eine persönliche Hommage an meine Mutter - daher bitte ich um Nachsicht. Die "hard facts" kommen hier zu kurz... doch es gibt ja bereits genug nüchternere Beiträge zu BANDIT.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Für meine Großmutter:

Wenn ich mir unsere Großmutter Margarete so anschaue, so kann ich kaum glauben, daß sie heute ihren 80. Geburtstag feiert, denn sie sieht überhaupt nicht so aus, wie man sich eine 80jährige vorstellt. Die meisten Leute würden Margarete wohl auch nicht auf 80 schätzen. Meine Freunde können kaum glauben, daß meine Oma so modern und kreativ angezogen ist, ihre Kleidung selbst näht und entwirft und in jeder Hinsicht einzigartig fantasievoll und individuell ist.

Als meine Mutter mit mir schwanger war und im vierten Monat schon heraus kam, daß ich ein Mädchen werden würde, sagte meine Oma zu ihr am Telefon. „Ein Glück, daß du ein Mädchen bekommst. Was hätten wir auch mit einem Jungen anfangen sollen?“ Meine Großmutter ist selbst Mutter zweier Töchter. Eine typische "Mädchenmutter" eben... - oder vielleicht doch nur vordergründig? Die Wahl ihres Parfums ließe andere Rückschlüsse zu. Aber dazu später.

Als Kind besuchte ich Margarete besonders gern, weil sie eine extrem einfallsreiche Oma war und natürlich immer noch ist. Sie hat ein kleines Nähzimmer, vollgestopft mit Stoffen und Nähutensilien. Hier sah ich mich immer gern um und wunderte mich, wie schnell meine Oma mir ein Kleid, einen Rock oder ein Stofftier zaubern konnte.. alles Dinge, die meine Mutter überhaupt nicht drauf hat. Margarete besitzt einen fantastischen Sinn für Farben und Formen, bei ihr paßt immer alles perfekt zusammen. Ich kann mit ihr stundenlang über Schmuck und Design reden, sie hat sehr viel Ahnung von Edelsteinen, liebt alle Dinge, die eine Frau schmücken... und natürlich hat sie mir schon die schönsten Schmuckstücke geschenkt...

Auf vielen alten Fotos sieht man Margarete übrigens mit braunen Haaren. Ihr steht einfach alles, egal ob hell oder dunkel. Ich kann mich an sie nur mit hellen Haaren erinnern. Die haben für mich immer etwas Strahlendes gehabt, was perfekt zu ihrem Charakter paßt. Denn obwohl sie vor neun Jahren ihren Mann verlor, hat sie es geschafft, ihren Kummer zu bewältigen, ohne selbst in eine Depression abzugleiten. Der Tod unseres Opas war für uns alle ein tragischer Einschnitt. Doch wie Margarete seitdem ihren Alltag allein meistert, ist absolut bewundernswert. Sie ist für mich ein großes Vorbild, weil sie durch Kreativität und Kunst ihr Leben strukturiert und sich niemals gehen lässt. Täglich macht sie mit ihrem Hund lange Spaziergänge, kocht selbst, kauft ein, malt Bilder, näht, kümmert sich um ihren traumhaft schönen Garten.
Überhaupt... der Garten! Man kann es gar nicht genüg würdigen, mit welcher Hingabe sich meine Oma um ihren Garten kümmert. Sie liebt den Duft von frisch gemähtem Gras und Blumen! Und wenn es um Parfums geht, ist sie völlig in ihrem Element.
Ihr Erkennungsduft, ihre Signatur heißt BANDIT.
Das passt nicht zu einer Oma? Doch, zu meiner Oma schon. Ich finde es fantastisch, daß meine Großmutter ein so eindrucksvolles, ledriges, herbes Parfum trägt, das man auf jeden Fall UNISEX nennen kann, obwohl meine Oma garantiert nichts mit diesem Begriff verbindet. Sie trug niemals süße Parfums, sondern mochte immer das Herbe, leicht "Animalische", für das Bandit so bekannt ist. Der Duft ist zudem 1944 von einer Frau kreiert worden, auch das gefällt mir besonders gut. Was braucht man da einen Duft wie "Feminista" von Geza Schön, wenn Germaine Cellier schon vor über 70 Jahren solche fortschrittlichen Parfums wie Vent Vert und Bandit schuf, die man als "Emanzipation in der Flasche" bezeichnen kann?
Es gab eine Zeit, als Bandit vom Markt verschwunden war. Margarete erzählte mir, daß sie damals auf "Cabochard" zurückgriff, ebenfalls ein herb-ledriges Parfum. Auch "Mystere" von Rochas benutzte sie öfter. Zum Glück ist Bandit seit einigen Jahren wieder erhältlich, wenn natürlich auch reformuliert, aber offensichtlich sehr nah am Ursprung. Margarete hat immer einen Flakon "in petto", um es in ihren Worten zu sagen. Ich drücke ihr die Daumen, daß die Qualität von Bandit nicht nachlassen wird... und ich freue mich darüber, daß es in unserer Familie eine Tradition der "Parfumbegeisterung" gibt, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Mit Bandit ist meine Oma für mich die Coolste der Welt.
80 ist auch nur eine Zahl. Und ein Parfum wie Bandit überwindet die Beschränkungen von Raum und Zeit.
"Wenn ich Bandit rieche, bin ich wieder 25", sagt meine Oma.
Das ist die Magie eines großen Duftes.
Happy birthday, Oma Margarete.


01.04.2019 01:37 Uhr
27 Auszeichnungen
Penhaligon's fun facts:
-Puig hat 2016 mit Penhaligon's noch ein fettes Minus eingefahren.
-Churchill trug nachweislich Blenheim Bouquet.
-In der Nähe der Jermyn Street befand sich einst ein Hammam. Der Duft, der von diesem orientalischen Badehaus hinüber wehte, lieferte die Inspiration für Penhaligon's erste Kreation (sadly reformulated, what did you expect?).
-Die Penhaligon's werden laut Webseite auch heute noch in Großbritannien gefertigt, nicht in Barcelona, wo der Inhaber Puig sitzt.

Dieser ist krampfhaft bemüht, mit der Portrait 's Serie an urenglische Klischees anzuknüpfen. In der Parfümerie meines Vertrauens überreichte man mir kürzlich feierlich einen ganzen Stammbaum aus imaginären Lords, Ladys, Cousinen und Cousins, der mich wirklich nicht sonderlich interessiert.
Forthyth-Saga à la Penhaligon's mag ja die Fantasie anregen, die Parfums selbst werden aber für mich nicht besser, wenn ich mir vorstelle, wie Lady Yasmin ihren Lord Henry mit Matthew betrügt, während Cousine Flora in der Küche mit dem Butler Zitronensorbet probiert, obwohl James eigentlich Duke Alfred zu seinem Landsitz in Northamptonshire fahren sollte.
Penhaligon's ist übrigens auch "appointed by the Prince of Wales" und schon Vicki, ja, die langlebige Ur- Ur-Großmutter mit dem deutschen Albert, erfreute sich an Penhaligon's Duftwässern.

Jetzt verstehe einer diese Briten...(und melde sich dann bitte bei mir).
Im Unterhaus diskutiere man zur Abwechslung doch mal folgende Fragen: 1. Warum hat man zugelassen, dass eine katalanische Firma das Traditionsunternehmen Penhaligon's aufkauft?
2. Ist das eventuell ein Grund für den Brexit?
3. Trägt Teresa May neben den geschmacklosen Riesenketten um ihren Hals etwa einen Tropfen "Cousin Flora" am Dekolleté? 4.Hat Teresa May überhaupt ein Dekolleté?
5.Und welchen Duft benutzt wohl der Mini-Trump Boris? ( Es gibt da vielleicht etwas für ihn von Johnson & Johnson.)
6. Kauft Jeremy Corbyn aus Protest gegen das Establishment grundsätzlich niemals Düfte von Penhaligon's oder schätzt er die Marke gerade deshalb, weil sie nicht mehr in britischer Hand ist?
7. Und wer will diesen ganzen Mist überhaupt wissen?

ORDER!!! ORDER!!!

Die liebe Cousine Flora zumindest hat keine Schuld am Brexit - Chaos, denn sie kommt sehr straight und unspektakulär herüber.
Noch vor paar Jahren kaufte sie bei Debenham's (und eben nicht bei Harrods) immer 'Ô de Lancôme' . Dies erscheint ihr heute ein bisschen zu kontinental-europäisch, schließlich hat sie für den Brexit gestimmt und möchte ein very British product und dessen Erfolg auf Teufel komm raus befördern. Dummerweise liest sie kaum Zeitung und hat keine Ahnung von der Übernahme durch die Katalanen. Beim Thema "lemon" vergaß sie, dass in England nur an sehr wenigen Stellen Zitrusfrüchte gedeihen. In Spanien dagegen...
tja.
Da hat Flora nicht richtig mitgedacht.
Es ging ihr, egoistisch wie sie nunmal ist, nur darum, etwas Frisches zu bekommen, das von der Kopfnote her Tote aufwecken könnte. Und permanent hatte sie dieses französische Eau - Ô im Hinterkopf. Immerhin wusste sie, dass
'Ô de Lancôme' ein Chypre ist, was ihr half, diese Art von unnötiger "French decadence" zu vermeiden. So entschied Flora sich für Moschus in seiner einfachen, waschmaschinenliebenden Form.
Ihr Motto: Gutes muss nicht complicated sein!
Und:
Lemon Curd schmeckt auch ohne Toastbrot!
Ach ja, aus Kostengründen (die Deutschen aus Holzminden haben mal wieder ein Supersonderangebot gemacht) besteht der Drydown aus Ambroxan. Günstig und praktisch für den Hersteller Puig. Irgendwie muss ja auch langsam mal Gewinn herausspringen für die Südeuropäer.

Penhaligon's nächster und zugleich letzter Duft aus der Portrait - Reihe wird übrigens "Undertaker David" heißen und dem Mann gewidmet sein, dem Großbritannien und die EU das ganze Chaos verdanken.
Cousine Flora, die Blumige, die gar keine Blumen mag, verbringt ihre nächsten Ferien in Belgien. Dort will sie einen gewissen Herrn PUIG-Démon treffen.
Praise the Lord: Die Zitronenkopfnote hat doch etwas gebracht. Floras Gehirn ist gewachsen.



06.03.2019 03:20 Uhr
43 Auszeichnungen
Ach, Givenchy. Ach, Ropion... und all die Meilensteine der Parfumgeschichte, die er uns geschenkt hat...
Seid Ihr schon mal auf der Straße jemandem hinterhergerannt, um sie zu fragen, welches Parfum sie trägt? Ich habe das bisher nur zweimal im Leben gemacht. Einmal in Nizza... als Studentin... eine ebenfalls junge Frau ging an mir vorbei und ihr Parfum war unfassbar schön. Es war so gut, dass ich ihr folgte... "Vous portez quel parfum...?"
"Moi, je porte Ysatis de Givenchy".
Givenchy! Kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht. Am folgenden Tag begab ich mich sofort in die nächstgelegene Parfümerie und kaufte mir Ysatis. Es hat mich jahrelang begleitet.
Heute bekommt man das Extrait nicht mehr... und natürlich ist das Eau de Toilette reformuliert worden. Der Konzern LVMH, dem ja auch Guerlain gehört, muss brav die europäischen Auflagen erfüllen. Eichenmoos ging raus, zumindest das echte, Moschus ist heute ein anderes Aromachemical etc. - dennoch vermittelt auch das heute noch erhältliche EdT einen Eindruck von der Schönheit dieses Parfums.
Es hat besonders durch die Gewürznelke und die Tuberose einen außergewöhnlich starken Zauber, etwas Strahlendes, Erhabenes, sehr Besonderes.

Ja, klar, mal wieder so eine 80's - Bombe, mag mancher einwenden oder amüsiert den Kopf schütteln, Vintage - Verklärung, once again. Diese 50 + Typen, die die Düfte ihrer Jugend besingen- und ich gehöre auch dazu.
Früher war alles besser auf dem Parfummarkt... hört man ja oft, auch von mir.
Ysatis zum Beispiel war ein ganz normales französisches Parfum, das mit Sorgfalt und Liebe zum Detail komponiert worden war. 1984 kamen nicht 2000 neue Düfte auf den Markt, sondern eine sehr überschaubare Anzahl im Hunderterbereich. Douglas hatte keinen Flagship Store auf der Zeil oder der Kö und Guerlain keine exklusiven Reihen. Givenchy, Guerlain, Chanel und Caron waren mit ihren heute Mainstream genannten Parfums Luxus genug. Wer Ysatis kaufte, umgab sich mit einem edlen Duft und suchte nicht nach der nächsten Exklusiv - Edition von Roja Dove, der damals wohl noch Auszubildender bei Guerlain war (erzählt er zumindest immer).
Heute bist du dufttechnisch schlicht unterbelichtet, wenn du dich damit zufrieden gibst, einen "einfachen" Mainstream - Duft für unter 100 Euro in der Kaufhaus-Parfümerie zu erwerben. Sagen wir 'mal... so einen Allerweltsduft wie Coco Mademoiselle. Oder gar No. 5.
Schließlich gibt es das höherpreisige Segment. The glorious world of niche perfumery. Oder die unzähligen Exklusiv - Linien... von Chanel, Dior, Lalique... you name it. Was mal als Gegenbewegung zur Macht der großen Kosmetikkonzerne begann, nämlich der "niche sector" , ist schleichend von der Industrie übernommen worden, die ursprünglich bekämpft werden sollte.
Der Dschungel der Neuerscheinungen ist schier undurchdringlich.
Täglich bemühen sich unzählige Parfumos hier eine Schneise zu schlagen und sortieren, kommentieren, photographieren... - überwältigend. Zuweilen überfordernd, wenn man da tagtäglich Schritt halten will.
Wir jagen den holy grail, hunter or the hunted?
Ich gehe zur Zeit meine gesammelten Notizen aus vielen Jahren durch und schreibe fleißig Statements, um die Fülle der Eindrücke zu ordnen und mich zu befreien, denn ich merke, dass mir die Jagd nicht gut tut.
Schließlich stellt sich heraus, dass ich immer wieder zu den Vintages zurückkehre. Also sage ich mir:"Jawash, jawash". Slow down.

Kein Parfum der letzten Jahre hat mich so berührt und begeistert wie zum Beispiel Ysatis, Mitsouko oder Parure, um nur einige zu nennen.
Und trotzdem teste ich weiter.
Das ist doch eigentlich crazy. Ich freue mich immer wieder auf neue Parfums, obwohl die alten schon alles geboten haben, was geht. Ist das nicht absolut paradox?
Aber ich höre ja auch immer wieder neue Musik und genieße sie, obgleich ich meine Lieblingsbands und Komponisten habe. Wenn ich allerdings nur eine einzige Oper nennen müsste, die ich vor meinem Lebensende nochmal sehen möchte, einen einzigen Komponisten, ein einziges Festmahl oder ein einziges Romanwerk - ich wüsste doch, was ich antworten würde!
So verhält es sich letztlich auch mit Parfum.
Es gibt nur einige wenige, die ich mit auf die einsame Insel nehmen würde. Und wenn ich mich für ein einziges entscheiden müsste?

Nein, Ysatis wäre nicht mein "one and only - perfume", aber es käme unter meine Top 10.

Leute, für heute habe ich fertig!


20.12.2018 08:22 Uhr
25 Auszeichnungen
Zu "Voyage d'Hermès" ist wahrscheinlich hier schon alles gesagt worden - und trotzdem möchte ich heute einen kleinen, sehr persönlichen Kommentar zu diesem außergewöhnlichen Parfum verfassen. Mein "Vorkommentator" hat es so treffend formuliert : "Schreibt doch einfach, dass dieser Duft geil ist."
Ich schreibe heute einfach mal, welche Geschichte ich mit ihm verbinde und warum ich ihn mir dieses Jahr selbst zu Weihnachten schenke.
Normalerweise nehme ich nicht an Preisausschreiben teil, aber 2010 las ich eine Werbung für Voyage d'Hermès, verbunden mit dem Aufruf, ein Gedicht zum Thema "Reisen" zu verfassen. Da ich die Marke sehr mag und die Werbekampagne mich ansprach, verfasste ich ein paar Zeilen, in denen ich mich über meine persönlichen Assoziationen und Reiseträume ausließ.
Ohne lange nachzudenken klickte ich auf "absenden".
2010 war auch das Jahr, in dem der Inhaber von Hermès starb. Seltsamerweise genau am selben Tag wie mein eigener Vater, am 1. Mai. Ich las die kurze Nachricht vom Ableben des Hermès-Chefs einige Tage nach dessen Tod im "Spiegel". Seltsame Koinzidenz. Solche Dinge merkt man sich natürlich.

Ungefähr Anfang Juni 2010 klingelte der Briefträger an meiner Türe und überbrachte mir ein sehr edel aussehendes Päckchen aus Frankreich.
"Komisch" , dachte ich noch, "hab' doch gar nichts bestellt...?"
Der Absender war die Firma Hermès, Paris. Könnte es etwa sein, dass ich etwas gewonnen habe?
Und wirklich: Mein Gedicht über meine Reiseträume hatte mir einen Preis eingebracht. 100 ml Voyage d'Hermès im nachfüllbaren Reiseflakon plus Refill und Aufbewahrungstasche, dazu ein Brief von Hermès... auf schönem Papier in einer meiner Lieblingssprachen, en français.
Muss ich noch erwähnen, dass dies das erste Mal war, dass ich in einem Preisausschreiben etwas gewonnen habe? Ja! Ich muss außerdem ergänzen, dass ich Kardamom liebe... dass der Duft extrem viel davon enthält, dass er mir allein deshalb so gut gefällt...
Und der Reisetraum?
Der bezieht sich auf das ferne Land, in dem mein Vater geboren wurde.
Für 2019 wünsche ich mir, dass ich dieses Land einmal im Leben kennenlernen können werde.
Deshalb habe ich mir das Parfum von "Voyage" gekauft.
Es ist etwas weniger spritzig als das Eau de Toilette und im Drydown süßer. Außerdem ist der kleinere Flakon handlicher und lässt sich wunderbar auf eine Reise mitnehmen.
Träume sind es wert, verwirklicht zu werden. 2019 werde ich genau das tun, was ich mir damals in meinem Gedicht ausgemalt habe. Es kann nur ein einziges Parfum geben, das mit mir in das Land meines Vaters reist: " Voyage d'Hermès."


14.12.2018 21:57 Uhr
5 Auszeichnungen
Zu lang für ein Statement, aber keines ausführlichen Kommentars bedürfend... dieser Duft ist quasi identisch mit "Little Red Dress" von 2011. Es handelt sich um einen von synthetischen Himbeeren und Rosen geprägten Fruityfloral, der sehr gut hält. Ein generischer, sehr beliebiger Duft, der nicht unangenehm auffällt - aber natürlich ist das Leben viel zu kurz für mittelmäßige Düfte.
Manche placieren ihn irgendwo zwischen "Nina" und "J'adore" (vgl. Fragranticas Reviews zum Vorgänger "Little Red Dress" auf Englisch) und liegen nicht falsch damit. Für ungefähr 12 Euro riecht frau ähnlich blumig-freundlich wie für wesentlich mehr Geld.
Haltbarkeit ist sehr gut, sicherlich der Synthetik geschuldet.


10.12.2018 08:54 Uhr
12 Auszeichnungen
Ein parfumistisches Kolossalgemälde so wie Verdis Oper ist dieser Duft für mich persönlich nicht. Ich erwartete mehr leidenschaftliche Wucht, bekam aber zunächst nur eine zarte Empfindung von leichtem Zitrus, keine überforderdernde Attacke, sondern eine konventionell wirkende Einführung. Schon bald wird die Komposition spannender. Salbei und Vetiver übernehmen. Diese beiden passen gut zum bereits angedeuteten Hintergrund, wenn sie natürlich auch aus stilistischer Sicht keine monumentale Pose bedeuten, die ich bei einem Parfum mit Namen Othello vermutet hätte, sondern eher ruhiges, lyrisches Erzählen.
Verdis Oper lebt von den großen Gegensätzen: Leidenschaft versus Zartheit, Monumentales versus Lyrisches. Dieser Kontrast wird nicht im Parfum aufgenommen.
Othello von Silvana Casoli ist ein ausgezeichneter Duft, trotzdem fehlt ihm für meinen Geschmack die wilde Substanz, die einen Othello ausmachen würde. Erst die Basis finde ich etwas interessanter als den Rest mit viel Weihrauch, feinen Sprenkeln von Oudh, leichtem Honig. Alles bleibt gepflegt und ruhig, ja, schön! Leider wird auch hier keine Wildheit oder stilisierte Bösartigkeit in den Duft eingearbeitet, denn die bereits in der Kopfnote angedeutete Linie wird gehalten. Kein Wutanfall, keine Wogen der Leidenschaft. Keine Waffe, kein Widerstand gegen Jago, den wirklich Bösen in der Geschichte! Auf der Bühne jagt sich Othello in den meisten Inszenierungen am Ende selbst einen Dolch in den Bauch.
Das Othello - Parfum dagegen wirkt sehr unspektakulär. Es hat keine Wucht, sondern scheint mit der selbstverständlichen Routine einer erfahrenen Parfümeurin komponiert worden zu sein. Es wirkt teilweise etwas Grau-in-Grau. Zwar ist es intelligent gemacht, aber irgendwie zu wenig sinister oder erschütternd.
Ob eine Parfumfirma gut damit fahren würde, alle klassischen Opern auf Teufel komm raus olfaktorisch umzusetzen, ist eine Frage, die ich mir bei solchen Kreationen wie Othello öfter stelle. Indem der Duft so gepflegt konventionell-klassisch startet, eröffnet er eine große Fallhöhe. Doch im weiteren Verlauf wird diese nicht genügend genutzt. Als schwarzer Außenseiter wird Othello geschickt von Jago manipuliert. Von dieser Tragik spürt man in dem Duft nichts.
Vielleicht kann ein Parfum die Tiefe der Musik auch gar nicht spiegeln. Vielleicht sollte es sich weder auf Shakespeare noch auf Verdi beziehen. Vielleicht sollte es einfach No. 38 heißen. Oder No. 3. Oder irgendwie, irgendwie nicht so schrecklich programmatisch.


07.12.2018 12:49 Uhr
27 Auszeichnungen
Mal wieder muß ich eine Lanze brechen... für preiswerte Düfte. Ich möchte bewusst nicht "billig" sagen, sondern betonen, dass im Falle von 5th Avenue Royale gar nichts primitiv oder gar billig riecht. Dieser Duft ist no fake news, no cheap crap, no counterfeit, sondern das, was die Amis "great value for money" nennen.
5th Avenue Royale startet leicht fruchtig, aber wirklich nur leicht. Himbeeren werden in der Pyramide genannt. Diese riechen für mich zwar anders, aber angeblich sollen hier welche evoziert werden. Ich denke eher an dunkle Schokolade an Roter Grütze. Nachdem sich diese Note gesetzt hat, folgen Patchouli und Zedernholz, die hier zusammen fein-würzig wirken. Ja, ein Hauch Oudh ist dabei, aber er hält sich sehr dezent zurück. Wenn dann nach einiger Zeit der Grundton zu riechen ist, vernimmt man ein bißchen Leder. Auch dieses erklingt verhalten und spielt keine Hauptrolle, aber man erkennt es im Chor der anderen aromatischen Akteure. Besonders Moschus muß ich hier noch nennen. Meine Tochter vermutete nämlich gerade, ich hätte einen Flanker von Narciso drauf... offenbar kommt bei anderen sehr viel Moschus an, wenn sie den Duft aus gewisser Entfernung riechen.
Was bleibt, ist der Eindruck eines leicht orientalischen, warmen, nur leicht süßen Qualitätsduftes, der sich hinter sehr, sehr viel höherpreisigen Kollegen absolut nicht verstecken muss. Not your usual Fruitchouli.
Normalerweise kein großer Fan von Elizabeth Arden, bin ich diesmal positiv überrascht. Für kleines Geld bekommt man hier einen soliden Winterbegleiter, der einen mit einer wärmenden Hülle umgibt, ohne aufdringlich oder überkandiedelt (das Wort benutzt meine Mutter gerne... - ich verwende es sonst nicht, aber hier passt es) oder gar "over-the-top" zu sein.
Es mag ja Leute geben, die in der glücklichen Lage sind, sich jeden Tag mit ihrem Chanel Les Exclusifs oder ihrem Clive Christian oder Roja Dove einzusprühen. Wer ein wesentlich knapperes Budget hat und trotzdem gut riechen möchte, sollte diesen Arden-Duft hier unbedingt ausprobieren.


1 - 10 von 684