JumiJumis Parfumblog

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Vor 11 Monaten
45 Auszeichnungen

Gestern. Ein Ganztagsseminar. An einem Samstag. Wie verschönert man sich die schnöde Zeit und macht sie sich etwas erträglicher? Genau – einen neuen Testduft aufsprühen. So hat man den ganzen Tag etwas zur Gehirnablenkung vom langweiligen Seminarthema. Etwas, das viiieeel anständiger und unauffälliger ist als über den eigenen Kritzelnotizen einzuschlafen. Denkste...

Ungefähr 3 Stunden nach Seminaranfang sitze ich so da und schnuppere hin und wieder unauffällig! – so denke ich mir zumindest – an meinen Handgelenken. Plötzlich steht ein mir gegenüber sitzender Kollege auf, holt eine Schachtel Taschentücher vom kleinen Seitentisch und schiebt sie lächelnd zu mir rüber... In seinen Augen hatte ich wohl 3 Stunden lang schniefend die Bazillen auf meinen beiden Ärmeln verteilt. Ein rechtfertigender Vortrag über mein duftverrücktes Hobby schien mir indessen unangebracht und würde die Situation wohl kaum in ein besseres Licht rücken. Also liess ich die Erklärung sein und atmete für den Rest des Tages ganz leise vor mich hin. Die Arme gekreuzt und Handgelenke fest unter die Achseln geklemmt. Zur besseren Selbstkontrolle :)

16 Antworten
Vor 12 Monaten
72 Auszeichnungen

Wie einfach ist es heute jung zu sein.

“La vie est belle!” zu tragen und auch so zu denken.

Den Älteren damit den Grund für Spott zu schenken

Und von der Einzigartigkeit doch überzeugt zu sein...


Wie einfach ist es heute alt zu sein

(Oder bei Jüngeren zumindest so zu gelten)

Durch Schwärmerei von vintage Chypre-Welten

Und *hach* vom unreformulierten Glanz und Schein...


Wie einfach ist es heute Frau zu sein,

Zu duften, je nach eigner Lust und Laune,

Nach Barbershop, nach Teer, nach Pauken und Posaunen

Und morgen schon nach Plätzchen und Kakao daheim...


Wie einfach ist es heute Mann zu sein,

Auf “old-school” olfaktorisch Muskeln spielen lassen,

Mit filigranen Blüten und Vanille sich befassen,

Oder “Aventus” zu befördern in den Heiligenschrein...


Wie einfach ist es heute duftverrückt zu sein,

Zu teilen, lesen, schreiben, kaufen, staunen, irren,

Vom Alltag flüchten. Ja, auch Troll zu sein und alle zu verwirren.

Und hier ein kleiner Teil der duften Welt zu sein.

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Wer sich darin erkannt hat, darf sich freuen. Wer sich, wodurch auch immer (Poesie, Duftnamen, eigene Humorlosigkeit etc.), angegriffen fühlt:


“Relax, take it eeeeeeeasy.

For there is nothing that we can do.

Relax, take it eeeeeeasy.

Blame it on me or blame it on you!”

;)

33 Antworten
Vor 15 Monaten
14 Auszeichnungen

Nach dem Abschluss der Blindtests möchte ich meine grössten Ueberraschungen nennen:

  1. Nr. 8, Amor Amor L'Eau 2016, von mir fälschlicherweise als Nische eingestuft, weil er auf mich einen hochwertigen (Xerjoff-ähnlichen) Eindruck machte, auch wenn er letztendlich nicht meinen Geschmack traf.
  2. Der Ersatzduft, Elixir Noir von Stendhal, einer Nischenmarke, die ich bis dato nicht under der Nase hatte. Ein für meine Empfindung sehr generischer, beliebiger Fruchtbonbon-Moschus-Duft, wie sie mir täglich im Mainstream begegnen und weshalb ich dem Mainstream abgeschworen hatte. Ich staune immer noch.
  3. Nr. 12, "Pétale Noir" von Agent Provocateur, gefiel mir so sehr wie schon lange kein Designer-Duft mehr. Schon gar keiner dieser Marke. Sehr edel, blumig-elegant.


Zusammenfassend (mehr als Erinnerung für mich selbst, falls ich vergessen sollte ;)):

  1. Es war nicht immer einfach die Wertigkeit und die Nischen-/Mainstream-Zugehoerigkeit eines Dufts in einem Blindtest einzuschätzen, da viele Trends übergreifend und sowohl im Mainstream als auch in der Nische anzutreffen sind.
  2. Vorlieben und Abneigungen lassen sich eben nicht ausblenden. Wenn ich z.B. Neroli und die meisten Frucht-Moschus-Kombis nicht mag, dann mag ich sie auch in den teureren Düften nicht.
  3. Die eigene (zumindest meine ;)) Nase riecht nicht alle der genannten Noten, dafür aber einige zusätzliche, nicht genannte. Dies blieb auch so, nachdem die Duftnamen aufgelöst wurden (bis auf die Nr. 9 habe ich alle nochmals neugierig “nachgeschnuppert”).
  4. Ich werde hin und wieder außerhalb der Nische herumschnüffeln, um mir Ueberraschungsfunde wie “Pétale Noir” nicht entgehen zu lassen. Ich habe bereits damit angefangen, zwar ohne Erfolg bis jetzt, aber an die Möglichkeit eines solchen soll mich ja der Blog hier erinnern.


Falls DU die nächste Blindtest-Staffel übernehmen möchtest, bitte melde Dich bei mir! Nur Mut, es gibt hier kein “Bestanden” und “Durchgefallen”, die gewonnene Erfahrung zählt :)

4 Antworten
Vor 15 Monaten
16 Auszeichnungen

Nach auskurierter Erkältung mache ich mich nun an die zweite Hälfte der von First erhaltenen Blindproben ran:

Probe #10

Direkt am Anfang kommt mir eine Vanille-Tonka-Mischung mit kirschig-mandeligem Einschlag in die Nase. Macht auch einen etwas fuseligen Eindruck, der jedoch schnell verschwindet. Etwas rauchig, aber nicht auf ruppige, ernste Art, sondern eher süß rauchig, angebrannt gourmandig rauchig. Warmer Amber kommt mir in den Sinn. Ich stelle mir Heliotrop und karamellisierte Rose vor. Jasmin und/oder O-Blüte wären auch denkbar, aber normalerweise empfinde ich sie prominenter. Hier komme ich der Blumigkeit aufgrund der übertönenden essbaren Süße nicht richtig auf den Grund, deshalb belasse ich es dabei. Etwas diffus-würziges (Zimt?) und gar tabakartiges scheint noch im Hintergrund mitzuschweben. Und schließlich dehnt sich eine zuckerwatteähnliche Unterlage aus. Für die Restzeit des Tests (und das ist ca. 7 Stunden, bevor der Duft verschwindet), will die Zucker-Assoziation (angekokelt, leicht bitter) nicht mehr aus meinem Kopf weichen, der eine für mich nicht weiter differenzierbare Trockenholzigkeit (tippe auf Sandel) Gesellschaft leistet.

FAZIT: Ein bittersüßer, warmer, dunkler, rauchiger, trockenholziger Vanillegourmand. Schwer einzuordnen – Nische oder Mainstream. Ich tendiere dazu, den Duft in den Mainstream zu verorten, auch wenn die Duftrichtung außerhalb des Mainstreams ebenso weit verbreitet ist. Sollte ich mich irren, ändert es nichts an der Tatsache, das er nicht meinen Geschmack trifft, auch wenn er die exclusivste Niche-Kreation (so riecht er aber nicht!) wäre.


Probe #11

Frisch-grün-süßer O-Blüte/Neroli-Auftakt begrüßt, etwas seifig. Mandarine à la "Mandarino di Amalfi", ein wenig an Rasierwasser erinnernde kräuterige Herbheit, mildsüßer (nicht indolischer) Jasmin – alles spontane, später beim Zweittest bestätigte Assoziationen. Mit O-Blüte und besonders Neroli bin ich normalerweise auf Kriegsfuss, doch hier erscheinen sie mir etwas weniger penetrant seifig. Ordentlich Grünzeug & frischer Puder scheinen hier eingebunden zu sein. Nach 15 Minuten scheint etwas lilanes, blumiges, durch. Ich muss an Veilchen denken, entfernt an Boclets Violet und im weiteren Verlauf in Verbindung mit O-Blüte noch entfernter an Guerlainsche "Insolence" erinnernd. And here we go – Moschus aus der Weichspülerabteilung winkt bereits rein. Blumig-süß/grün-frisch, eindeutig feminin empfinde ich den Duft. Beim Ersttest vernahm ich nach 1 Stunde eine störende Maggi-Note, die immer wieder vorbeigehuscht ist und sonst immer auf das Kippen eines Dufts hinweist. Beim Zweittest sperre ich meine Nüstern vergeblich auf der Suche nach dieser Note auf – sie kommt nicht. Dafür wird es weicher, cremiger und auch etwas moosiger. Nicht das klassische Hardcore-Chypre-Moos, eher die stark getrimmte, leise Soft-Version. Der Moschus verliert allmählich seine Waschtag-Absichten. Das Grünzeug verabschiedet sich und überlässt der O-Blüte die Führung. Ob die Süße von Blüten allein beigesteuert wird, vermag ich nicht mit Sicherheit zu sagen. Jetzt, in der Basis, gefällt mir der Duft besser, doch Freunde werden wir wohl trotzdem nicht, da mir die O-Blüte (und auch Neroli) immer noch zu präsent ist. Das mag jedoch an meiner Empfindlichkeit für diese Noten liegen.

FAZIT: Sommerlich leichter süßblumiger Duft mit einer Haltbarkeit von ca. 8 Stunden. Tendenz – Niche, auch wenn er nicht sonderlich “nischig” rüberkommt. Auch ein Designerduft aus irgendsoeiner Sonder-Reihe denkbar.


Probe #12

Erster Gedanke: Beyond Paradíse lässt grüssen :) Ein Blumen-Schwergewicht fällt ohne irgendwelches Frucht/Zitrik-Präludium mit der Tür ins Haus. Dieser hier scheint mir viele Blumenfacetten zu haben, in- und übereinander fliessend. Hyazinthe, Jasmin, nur um zwei zu nennen. Gardenie und auch Tuberose wären für mich gut denkbar, obwohl ich hier das typische schwüle, kaugummigartige der Tuberose vermisse. Zunächst wirken die Blumen fleischig, einnehmend, überbordernd. Mit Vorsicht zu dosieren (habe nur einmal den Sprühknopf betätigt!) Fühle mich dennoch zu Hause – dieser hier gefällt mir von allen getesteten jetzt schon am besten. Ein Paradox: trotz tropisch-exotischer Blüten wirkt der Duft kühl, windig, frisch und relativ(!) unsüß. Eher sogar ein bisschen herb. Das Stengelgrün ist mit eingebunden. Es pudert nach 30 Minuten ein wenig nach, so eine Art kühl-leichter Körperpuder, sehr gepflegt (das Wort “sauber” finde ich hier unpassend), sehr feminin. An einem Mann für mich einfach unvorstellbar. Ich erlebe bei dem Duft so gut wie keinen Verlauf, ausser dass er bereits nach ca. 45 Minuten deutlich dezenter, noch kühler, noch herb-grüner wird, verliert jedoch nie den starken blumigen Charakter. Klingt nach ca. 4 Stunden als blumiger Puderhauch aus, bietet mir also keinerlei Gewürz-, Holz-, Moos-, Vanille- etc. Basis. Bleibt für mich immer noch der schönste von den getesteten Blindproben, auch wenn ich ob der fehlenden Intrige im Verlauf etwas enttäuscht bin.

FAZIT: Ein wunderschöner Duft, vorausgesetzt man kommt gut mit kräftigen Blumennoten zurecht. Auch wenn dieser kein 80er Wummser ist, kommt er mir als ein Versuch vor, an die damaligen Trends anzuknüpfen. So etwas traue ich eher einer teuren Designermarke (aber kein Chanel und kein Guerlain!) zu als dem Mainstream. Und für Niche wirkt er einfach zu klassisch-elegant.


Ersatzduft

Liebe First war so fürsorglich, dass sie mir auch noch einen Ersatzduft mitgeschickt hat, für den Fall, dass irgendetwas unterwegs ausläuft oder dass ich den Test (wie im Falle von #9) vorzeitig abbrechen muss. Diesen habe ich mir natürlich auch vorgeknöpft. Die Beschreibung fällt kurz aus, denn der Duft fällt für mich eindeutig in die Kategorie “Fruchtbonbon-auf-Saubermoschuswolke-die-...zigste”. Sorry, aber genauso “generic” kommt mir momentan gefühlt jeder zweite von mir getestene Mainstream-Duft vor, was auch meine Abneigung dagegen erklärt. Die einzigen Variationen, die da wären: setzt der Duft eher auf Frucht-, Vanille- oder Karamellsüße? So auch hier: etwas rotes Fruchtiges (möglich Beeriges), trifft auf blitzeblanken Saubermoschus. Dieser hier setzt wohl auf süß-säuerlich-fruchtig und sauber. Wie ein auf der frischgewaschenen, schneeweißen Tischdecke klebendes (Himbeer?)Bonbon. Etwas getrocknete Rose (riecht etwas blass, verzerrt blumig) und eine Prise Traubenzucker nehme ich auch noch war, meine ich. Abwaschen musste ich ihn zwar nicht, aber auf einen Dritttest hätte ich keine Lust mehr.

FAZIT: Ein Frucht-Moschus-Duft aus dem heutigen Mainstream, vielleicht ein Star(let)duft. DER Grund für meine Vorurteile. Sollte er wider Erwarten aus der Nische stammen, muss ich mir um die letztere echt Sorgen machen :)

So, ich habe versucht, nach bestem Wissen und Gewissen die Dufteindrücke zu beschreiben, ehrlich, ohne irgendeinen von ihnen schönzureden. Jeden Duft (bis auf die #9) habe ich zweimal getestet und mir spontane Notizen gemacht. Inwieweit diese subjektiven Eindrücke mit den tatsächlichen Noten übereinstimmen, wird die Auflösung zeigen :)

9 Antworten
Vor 16 Monaten
24 Auszeichnungen

Da habe ich mir etwas eingebrockt. 6 Blindproben, die mir First zugeschickt hat (Danke an dieser Stelle!), nummeriert mit 7-12 liegen vor mir. Laptop-Bildschirm aufgeklappt mit wirren Notizen, die jetzt irgendwie für den Leser verständlich gemacht werden müssen.

Zunächst aber etwas zu meiner Motivation: Nach langjähriger Parfum-Leidenschaft bin ich mittlerweile fast ausschliesslich in der Nische unterwegs oder schwelge in Vintage-Nostalgie. Weil mir gute, spannende, kaufenswerte Mainstream-Düfte schlicht nicht mehr begegnen. Oder – schlimmer noch – nicht mehr produziert werden?!? Ob es sich dabei bloß um ein von mir selbst aufgrund schlechter Erfahrungen aufgebautes Vorurteil handelt? Das hoffe ich (ganz optimistisch) mit Hilfe der Blindtests herauszufinden. Ausserdem sollte öfters der eigenen Nase vertraut werden, auch entgegen den angegebenen Pyramiden. Und das Recht sich zu blamieren kann sowieso niemandem genommen werden! ;)

Probe #7

Es duftet sofort spritzig, säuerlich, eher nach Zitrone als Bergamotte. Und einer anderen frisch-säuerlichen Frucht, die ich spontan als Apfel zuordne. Etwas “wässrige” Blumen, ich denke an Wasserlilie. Nein, eher Pfingstrose. Nein, eher im Wasser schwimmende Pfingstrosenblütenblätter, so. Frisch und blumig. Hm, ausserdem meine ich eine ähnliche blumige Komponente wie in Wild Bluebell von Jo Malone (=Glockenblume?) herauszuriechen. Am meisten erinnert mich der Duft aber an... Nein, liebe First, ich glaube nicht, dass du mir DEN geschickt hättest :) Angesichts der sich aufbauenden Synthetikwand und des bisher Gerochenen muss ich jedoch ab sofort zwingend an Light Blue von D&G denken. Wobei ich Light Blue das letzte Mal bewusst vor ca. 10 Jahren gerochen habe und natürlich gerade keine Möglichkeit zum Gegentest habe. Eine ordentliche Portion Saubermoschus schwebt in der Luft, der hier mal nicht an Waschmittel erinnert. Auch nicht an Haarspray. Süßliche synthetische Scheinholzigkeit - hier muss Ambroxan mitspielen. Nach 10 Minuten ist es nämlich die dominante und fast die einzige Note, die ich rieche. Sehr sauber und frisch ist jetzt der Duft. Ein Quäntchen Süße, mMn nicht vanilliger Herkunft, sondern eher dem Amber zu verdanken. Der Duft ist nicht unangenehm, eher unaufdringlich und ziemlich hautnah – in 20 cm Abstand rieche ich nichts mehr und er zieht sich weiterhin zurück.

Nach 45 Minuten muss ich nun mit 5 cm Abstand an die Haut, um irgendwas zu riechen. Nach etwas mehr als einer Stunde meine ich der Duft wäre verflogen, doch nach 5 Stunden ist durch das Reiben der Srühstelle ein Hauch der Ambroxan-Basis wahrnehmbar.

FAZIT: etwas “Mainstreamiges”, dem Light-Blue-Trend folgend. Nicht schlecht, aber nichts Neues, da schon oft gerochen, wenn auch nicht in letzter Zeit.


Probe #8

Hier habe ich wieder mit Zitrone zu tun, samt ihrer anderen Familienmitgliedern (Tangerine? Clementine? Orange?) Jedenfalls ist es saftig, spritzig, süßlich und nicht bloss sauer. Ausserdem rieche ich etwas herbe grüne Zeste. Und eine zusätzliche, süßherbe Frucht, undefinierbar oder möglicherweise mir gar unbekannt. Jedenfalls nicht die aus der #7. Und schon dringt langsam Vanille durch mit dem “Luftikus”-Moschus. So nenne ich die Moschus-Art, die typisch für einige Xerjoff-Düfte ist ("Dhajala" und "XXY" z.B.). Wirkt eher hochwertig und nicht plump. Zum Glück verbinden sich die Früchte mit Moschus zu keinem Haarspray, wie es so oft der Fall ist für meine Nase, und die #8 streift die Grenze zum Haarspray nur.

Nach 15 min. wird #8 zunehmend dichter, zwar immer noch unter Einfluss von luftigem Moschus, aber eine gewisse süße, minimal rauchige Note (ich vermute Amber) kommt hinzu und balsamisch wird es auch. Wärmer, vanilliger, etwas würzig (Kardamom?). Die Zitrusfamilie verabschiedet sich, doch die Inkognito-Frucht schleppt sich durch den gesamten Verlauf. Blumen kann ich hier keine identifizieren. Erst jetzt merke ich, dass der Duft einen öligen Film auf der Haut hinterlassen hat. Nach etwa 1 Stunde wirkt die Würze etwas metallisch – so empfinde ich manchmal die Nelke – und die Süße etwas salzig-karamellig. So verharrt der Duft, den ich eindeutig den Frucht-Gourmands zuordne, für ca. 8 Stunden und ist auch nach dem Duschen direkt an der Haut riechbar. In einem Statement würde ich #8 wie folgt beschreiben:

“Locker aufgeschlagene Vanillecreme mit Fruchtstücken und leicht salziger karamellisierter Kruste, nicht erschlagend, sondern mäßig süß durch frische Moschusluftbläschen”.

FAZIT: Frucht-Gourmand, wertig, höhere Preisklasse. Vielleicht sogar ein Xerjoff *weitausdemFensterlehn*. Von der Duftrichtung her nicht meins, da für mich schnell (über)sättigend.


Probe #9

Etwas Schweres, Tropisches, Wuchtiges, Süßes umwabert mich. Tiaré höchst passabel, möglicherweise auch Jasmin, der hier aber nicht die erste Geige spielt. #9 kommt mir nicht wie ein klassischer 80er Blüten-Wummser vor, sondern erinnert stark an Monoi-Oel oder den einen bei Yves Rocher von mir mal getesteten und Kopfschmerzen verursachenden Duft – Monoi... irgendwas. Der Name längst vergessen, hat sich der Duft jedoch ins Gedächtnis reingebohrt. Dann gibt der Duft noch einen Kontrollschuss ab in Form einer großen Schippe Vanille. Wirkt auf mich schwer, klotzig, grob und sehr, sehr süß. Ich liebe tropisch, ich liebe Jasmin & Ylang, ich mag Tuberose, ich entdecke gerade die Gardenie für mich... Dieser Duft aber überschreitet meine Komfortzone bereits in den ersten unendlich langen 15 Minuten. Dann meldet sich ein stechender Schmerz in der linken Schläfe und zwingt mich zum Waschbecken. Sorry, liebe First!

FAZIT: ein mich umhauender tropisch-süßer Mainstreamer, ähnlich "Monoï de Tahiti" von YR (habe den Namen jetzt doch herausgefunden – Parfumo sei Dank :))

NACHTRAG: nach Abwaschen der #9 duftet der Arm nach ambriertem Bleistiftholz - das kann ich ertragen :)


So, dies ist der erste Teil meiner Blindtests. Ich bin sehr gespannt auf die Auflösung. Bitte, liebe First, lass uns nicht zu lange hängen! :0)

Fortsetzung folgt...

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