Gedanken vorab
Als ich von Basilikum, Koriander und Minze las, meldete sich kurz mein damaliges Blindkauf Trauma von
Torino21 , und mir wurde schlagartig übel. Dennoch tätigte ich wie so oft einen Blindkauf, wo bliebe sonst die Spannung. Meine Befürchtungen sollten sich jedoch nicht bewahrheiten.
Bislang waren alle LV Düfte der Vergangenheit für mich Volltreffer. Louis Vuitton ist für mich seit jeher eine der stimmigsten Duftadressen überhaupt, und Belletrud ist ausnahmslos einer der besten seiner Zeit. Gleichzeitig bin ich nicht mehr bereit, diese inzwischen fast schon höhnischen Preise weiter zu unterstützen. Rayhaan setzt genau dort an, wo die Preispolitik von LV jedes Maß verliert, und zaubert.
Zum Duft
Der Auftakt ist eine zitrisch süße Minzexplosion, die unweigerlich an Garnier Fructis Shampoo erinnert, frisch, grün und für mich sofort positiv besetzt. Egal wie trist der Tag beginnen mag, meißelt sie einem mit 200 Sachen ein Dauerlächeln ins Gesicht. Fast so, als würde einem der Joker höchstpersönlich auf der Schulter sitzen und die Mundwinkel hochziehen.
Meine anfängliche Übelkeit wegen der befürchteten Krautigkeit bestätigt sich im Duftverlauf nicht, die entsprechenden Noten bleiben dezent und kaum wahrnehmbar.
Die Minze ist sehr stimmig, kühlend und luftig und entgegen meiner anfänglichen Befürchtung wirkt sie zu keiner Zeit überladen. Insgesamt wirkt der Duft sehr jugendlich und verspielt, was mir persönlich sehr zusagt und diesen Gute Laune Charakter zusätzlich stärkt. Das zitrisch-minzige Opening legt sich nach etwa zehn bis fünfzehn Minuten, der Duft wird weicher und deutlich süßer, moschusige Nuancen treten hervor, während der prickelnde Minzcharakter über den gesamten Verlauf erhalten bleibt.
Vibe
Ein Abend zu zweit in der luxuriösesten Beach Bar der Côte d’Azur.
Im cremefarbenen Leinen Outfit und LV Sonnenbrille auf dem Kopf *zwinker*. Den weißen Ferrari vor der Tür geparkt, wird man mit seiner schönen Begleitung von der Empfangsdame Richtung Tisch geleitet. Dort warten bereits zwei gekühlte Mojitos. Zwei Decken über dem Schoß für die aufkommende Kühle des dennoch heißen Sommerabends, während man gemeinsam Arm in Arm ins Abendrot blickt.
Ach, das Leben kann doch so schön sein!