LelaMunich76

LelaMunich76

Rezensionen
41 - 45 von 50
Süß-würziges, honiggefülltes Konfekt
„Tonka“ startet süß-würzig - Bergamotte rieche ich nicht. Bei mir erscheint sehr schnell der Honig mit etwas süßem Jasmin. Die Bittermandel schwingt auch mit, und es ist mir, als würde ich an einem süßen, honiggetränktem Konfekt schnuppern. VIEL HONIG. Irgendwo im Souk in Marokko. Zu diesem Zeitpunkt ist mir der Duft zu süß.

Das lässt aber nach gut 5-10 Minuten nach, und er wird runder – immer noch süß, und es kommt eine aromatisch-harzige, balsamische, warm-weiche Note dazu.

Jetzt steht in der Herznote Zistrose … hmmm. Ne, das ist keine Zistrose. Wer schon einmal pures ätherisches Öl aus der Zistrose gerochen hat weiß, dass es sehr, sehr komplex ist und riecht. Nach einigem Schnuppern und Vergleichen mit meinem ätherischen Öl vs. Labdanum muss ich sagen, es riecht definitiv nach Labdanum – dem Harz der Zistrose. Online findet man das auch auf einigen Seiten gelistet.

So ab gut 20 Min. bin ich fasziniert. Denn zu diesem Punkt kann ich die Herznoten nicht mehr richtig auseinanderhalten. Bittermandel – Honig - Jasmin – Labdanum … sie gehen ein wunderbares Gemisch ein, wo ich im Hintergrund auch etwas die Tonkabohne riechen kann. Dies verändert sich im Laufe der Zeit bei mir, der Geruch wird weniger süß.

Der Name des Parfums ist für mich aber etwas irreführend. Wer pure Tonkabohne erwartet, der bekommt dies hier nicht. Dafür ein süßes, fein-würziges, orientalisch anmutendes, schön verwobenes Konfekt, dass am Ende viel Tonka mit drin hat. Aber eben nicht nur. Für den Winter perfekt. Aber definitiv nicht im Sommer.
3 Antworten
Ein schöner Alltagsduft
Gestern kam eine -für mich gigantisch - inspirierende Duftpost mit vier neuen Parfums bei mir an. Mein erster Souk-Tausch! Natürlich musste ich mich sogleich durchprobieren und habe immer wieder an mir gerochen, meinen Mann herangezogen… erste Eindrücke gesammelt und verglichen.

Heute Morgen fiel meine Wahl dann auf Ishraq. Das Parfum in dem perlmuttfarbenen, handlichen Flakon mit einem rot-goldenen Baum und Verzierungen darauf hat mich von Anfang an angezogen. Ich hatte es noch nie davor gesehen, noch hatte ich je von Orientica gehört.

Es startet wunderbar frisch mit der Limette, die durch die Kumquat fruchtig wirkt. Nach wenigen Minuten kommen die Maiglöckchen kurz frisch und grün hervor und dann wird der Duft süßer. Ich erahne Jasmin und die Iris, die dann mit den Maiglöckchen in einem schönen, süßen (aber nicht Jasmin-schwülstigen), irgendwie auch zartem Dreiklang schwingen.

Veilchen sind für mich immer schwer aus einem „Gemisch“ herauszuriechen (ausser sie dominieren einen Duft) – keine Ahnung, ob die bei mir mitschwingen? Auf jeden Fall glaube ich in den ersten 15 Minuten immer mal wieder die Kumquat zu riechen.

Nach ca. 15 Minuten erscheint die Vanille im Hintergrund. Hier wird der Duft an mir cremiger. Immer noch zart süßlich, aber nicht bapp-süß, sondern angenehm für mich. Im Verlauf kommt auch eine gewisse Würze hinzu, und die Blumen zusammen mit der Vanille und dem Sandelholz erwecken in mir ein Wohlgefühl. Nach gut einer Stunde wird Ishraq holziger, tiefer, aber immer noch warm.

Ishraq ist im Verlauf nie laut, sondern umgibt mich. Er wird relativ schnell hautnah, und ich habe nach 10 Stunden immer noch würzige Vanille an mir gerochen. Für mich ein sehr schöner Alltagsduft, der keinem in meiner Sammlung ähnelt.

Ich hätte nie geglaubt, dass ich Maiglöckchen in einem Parfum mag. Meist sind sie mir zu intensiv, zu süß, zu synthetisch und es schwingt eine seltsame Note mit, die ich von den vielen Maiglöckchen aus meinem Garten nicht kenne. Hier gefallen sie mir RICHTIG gut!

Ishraq passte für mich heute gut zu dem klirrend-kalten Wetter hier in München. Ein paar grüne Spitzen haben sich übrigens tatsächlich schon aus der Erde hervorgetraut, und ich kann den kommenden Frühling erahnen. Ich glaube, Ishraq wird für mich ein Winter-/Frühlingsduft sein … Ich kann mir aber auch vorstellen, dass er das ganze Jahr über getragen werden kann.
2 Antworten
Ausdruck eines Lebensgefühls
Rive Gauche, das linke Flußufer der Seine. Es ist ein Teil von Paris welches heute für Kunst und Kreativität steht und vielleicht auch für Luxusläden. Zu lange war ich nicht mehr dort. Früher war es ein Quartier der Intellektuellen und der wilden Nächte. Provokation. Direkt. Femminin. Anders. Und ja, das passt zu dem Duft. Es ist für mich kein Mainstream Duft.

Dieser runde, blau-silber-schwarz gestreifte Flakon blickte mich nun seit gut 2,5 Jahren im Bad an. In der hinteren Reihe. Probiert hatte ich ihn irgendwie noch nie. Der Duft ist ein Erbstück meiner Tante. Und jetzt, jetzt ist er endlich dran!

Rive Gauche startet alkoholisch, grün, mit Bergamotte, vielleicht kommt ganz kurz Pfirsich hervor. Dann wird er innerhalb von Minuten bei mir blumig, tiefer, satter; ich glaube ich rieche vor allem Jasmin, dann etwas Ylang und Rose. Es fühlt sich für mich an, als befände ich mich in einem sonnigen Gewächshaus mit wunderschönen Blumen.

Dann wird der Duft stärker, fast schon stechend, wie wenn man den Kopf zu tief in eine Blüte steckt und daran riecht -oder die Sonne darauf knallt und alles im Gewächshaus ganz stark duftet. Also fast ein Zu-viel. Das ist glaube ich die Geranie, wenn ich es mit meinem ätherischen Öl vergleiche. Gott-sei-Dank dauert dies nur kurz an, und mit einem Mal verbinden die Blumen sich.

Im Verlauf wird Rive Gauche hautnäher, immer noch blumig und würziger. Ich glaube da blitzt dann die Basisnote hervor. Ich kann das aber bis auf das Sandelholz nicht genauer identifizieren.

Der Duft ist für mich echt gut verwoben und deshalb auch tragbar. Nicht im Hochsommer, nicht im normalen (Praxis-)Alltag, aber im Winter, zum Ausgehen, Abends, schick, selbstbewusst, provokant, für Überraschungen gut.

Also ein Schätzchen was ich definitiv hin- und wieder tragen werde, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.
4 Antworten
LelaMunich76 vor 2 Jahren 6
Wenn man die Vintage-Flakon-Kiste öffnet...
Ein richtig spannender Duft, den ich eher in die Unisex Richtung bewerten würde. Vorneweg muss ich sagen: leider mag ich Veilchen nicht ... hier sind sie sogar ganz ok für mich, aber der Duft ist trotzdem nicht vollkommen meines.

Am Anfang erscheint er mir sehr kalt, trotz der Süße (die Orangenblüte?) und wird dann im Verlauf wärmer. Ich rieche die Vanille, ein bisschen Rose, und dann kommt für mich gaaanz viel Veilchen und Vetiver im Hintergrund. Trotz der Wärme erinnert er mich an Gletscherlandschaften, vielleicht in der Sonne? Irgendwie eine andere Welt.
0 Antworten
LelaMunich76 vor 2 Jahren 10 3
Wenn man eingemottete Parfums im Keller durchforstet und einen Diamanten findet.
Ich bin seit längerer Zeit am Ausmisten. Das kommt, wenn man ins Haus der Tante zieht und dann viele, viele "Erbstücke" gesichtet werden müssen (das geht nun schon 2 Jahre so). Heute fiel mir eine Kiste in die Hand - mal nicht von ihr. Drinnen: Dutzende Herrenparfums von meinem Schatz. Und oh mein Gott, gaaaanz hinten, sah ich dann JAKO.

Ich hatte den Duft noch irgendwie als besonders in Erinnerung. Also schnell Walter geschnappt, und das Parfum aufgesprüht. Und ich bin begeistert. Der MUSS wieder benutzt werden. Was für ein wahnsinnig toller Duft!

Er startet frisch, irgendwie fruchtig, mit einer gut riechbaren Pflaume. Nach ca. 10 Minuten kommt dann der Kardamom durch mit Ingwer und etwas Holzigem. Auch die Pflaume schwingt da noch gut mit.

Und dann, dann kommt für mich der Hammer, ein schön verwobener orientalisch anmutend, fein weihrauchig & würziger, ledriger Duft. Sanft. Nicht so Kracher, wie ich sie heute oft rieche. Irgendwie sehr edel und anders. Definitiv gut tragbar in der kälteren Jahreszeit.
3 Antworten
41 - 45 von 50