Pazuzu
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Vetiver - for men only?
Vetiver ist eine klassische Männerduftdomäne. Sollte sie als eine der letzten den Männern vorbehalten bleiben? Das Vetiverthema selbst konnte bisher jedenfalls noch keine Renaissance erleben. Weder werden viele neue Düfte mit Vetiver als zentralem Thema lanciert, noch schlägt sich eine Wiederbelebung in den Verkaufscharts nieder. Lolita hat uns gar letztens in Ihrem Kommentar zu Guerlain's Vetiver trefflich vor Augen geführt, dass Vetiver heute meistens den Status eines Alt-Herren-Parfums innehat.
Dabei gibt es einige gute klassische Ausnahmen und auch schöne Neuheiten. Mit Encre Noire zum Beispiel hat Lalique einen Ansatz für ein ungewöhnliches, unvertrautes Vetiverthema gegeben. Frederic Malle hingegen schuf mit Vétiver Extraordinaire im wahrsten Sinne des Wortes einen Duft, der uns "zurück zu den Wurzeln" führt. Aber was kann einen Vetiverduft nachhaltiger modernisieren als ihn vom Geschlecht zu entkoppeln. Vetiver sollte viel mehr an Frauen vermarket werden und nicht nur als Randbemerkung in Duftpyramiden auftauchen. Hier bietet nun The Different Company mit Sel de Vetiver eine vorbildliche Ausnahme an. Wo andere Vetiver Düfte, wie Sycomore von Chanel allenfalls unisex sind, hat Sel de Vetiver dagegen einen deutlich weiblichen Einschlag.
Raffiniert ist diese Komposition von Celine Ellena angesetzt. Ja richtig gehört, dieser Duft ist von Celine Ellena komponiert worden. Die Story dazu klingt einfach und logisch. Einmal, bei einem Hotelaufenthalt, fiel Celine ein großes, dekoratives Glas Wasser mit einer harsch riechenden Wurzel darin auf. Sie nahm das Gefäß, setzte die Lippen an und nahm einen Schluck. Der salzig-bittere Geschmack und das Gefühl von weichem Wasser soll Sie zu Sel de Vetiver inspiriert haben. Wichtiger sind mir allerdings die besonderen Assoziationen, die der Duft bei mir zu wecken vermag. Ich fühle mich in eine typische Urlaubssituation hineinversetzt.
Kaum nachdem ich die Sonnencreme (riecht ein wenig nach Grapefruit) aufgetragen habe, hüpfe ich ins Wasser schwimme eine Weile gegen die Wellen an und lasse mich dann langsam mit der Brandung an den Strand zurück treiben. Sanft streicheln Sand und Muschelkalk zwischen meinen Fingern. Die Gischt weht mir ins Gesicht. Es wird ungemütlich kalt, darum zieht es mich schnell in die Sonne und aufs Handtuch zurück. Genau dieser Moment, wenn dort das Salz auf der Haut langsam trocknet und die Sonnencreme mit dem Geruch von Salz, Muschelkalk und Seeluft eine Symbiose eingeht, beschreibt den samtigen Duft, den Sel de Vetiver in der Realität aussendet. Bourbonvetiver und Iris, Kardamom und Geranium singen dabei im Quartett und schaffen daraus all diese schönen Eindrücke. Andi hat es schon beschrieben, dieser weiche Duft aus Vetiver und Iris, der von der Herznote an auf der Haut zurückbleibt, ist weiblich anmutend und sehr erotisch.
Ganz leicht hört man daneben in der Basis, sozusagen überdeckt von Meeresrauschen, einen mineralischen Akkord durchkommen. Es ist der mineralische Akkord, den auch Terre de Hermes von Jean Claude Ellena´s Handschrift aufweist. Vielleicht hat da der Vater, der eigenen Tochter ein wenig unter die Arme gegriffen. Die Rohstoffe werden dem hohen Preis, den man zahlt, gerecht. Ich trage den Duft auf, schlafe mit ihm ein und wache mit ihm auf. Was muss ich mehr zur Haltbarkeit sagen. Ich hoffe schlussendlich wage, dass sich das Eau de Parfum gut verkauft und damit ansatzweise dazu beiträgt, das alte Klischee von Vetiver als Herrenduft aufzubrechen.
Dabei gibt es einige gute klassische Ausnahmen und auch schöne Neuheiten. Mit Encre Noire zum Beispiel hat Lalique einen Ansatz für ein ungewöhnliches, unvertrautes Vetiverthema gegeben. Frederic Malle hingegen schuf mit Vétiver Extraordinaire im wahrsten Sinne des Wortes einen Duft, der uns "zurück zu den Wurzeln" führt. Aber was kann einen Vetiverduft nachhaltiger modernisieren als ihn vom Geschlecht zu entkoppeln. Vetiver sollte viel mehr an Frauen vermarket werden und nicht nur als Randbemerkung in Duftpyramiden auftauchen. Hier bietet nun The Different Company mit Sel de Vetiver eine vorbildliche Ausnahme an. Wo andere Vetiver Düfte, wie Sycomore von Chanel allenfalls unisex sind, hat Sel de Vetiver dagegen einen deutlich weiblichen Einschlag.
Raffiniert ist diese Komposition von Celine Ellena angesetzt. Ja richtig gehört, dieser Duft ist von Celine Ellena komponiert worden. Die Story dazu klingt einfach und logisch. Einmal, bei einem Hotelaufenthalt, fiel Celine ein großes, dekoratives Glas Wasser mit einer harsch riechenden Wurzel darin auf. Sie nahm das Gefäß, setzte die Lippen an und nahm einen Schluck. Der salzig-bittere Geschmack und das Gefühl von weichem Wasser soll Sie zu Sel de Vetiver inspiriert haben. Wichtiger sind mir allerdings die besonderen Assoziationen, die der Duft bei mir zu wecken vermag. Ich fühle mich in eine typische Urlaubssituation hineinversetzt.
Kaum nachdem ich die Sonnencreme (riecht ein wenig nach Grapefruit) aufgetragen habe, hüpfe ich ins Wasser schwimme eine Weile gegen die Wellen an und lasse mich dann langsam mit der Brandung an den Strand zurück treiben. Sanft streicheln Sand und Muschelkalk zwischen meinen Fingern. Die Gischt weht mir ins Gesicht. Es wird ungemütlich kalt, darum zieht es mich schnell in die Sonne und aufs Handtuch zurück. Genau dieser Moment, wenn dort das Salz auf der Haut langsam trocknet und die Sonnencreme mit dem Geruch von Salz, Muschelkalk und Seeluft eine Symbiose eingeht, beschreibt den samtigen Duft, den Sel de Vetiver in der Realität aussendet. Bourbonvetiver und Iris, Kardamom und Geranium singen dabei im Quartett und schaffen daraus all diese schönen Eindrücke. Andi hat es schon beschrieben, dieser weiche Duft aus Vetiver und Iris, der von der Herznote an auf der Haut zurückbleibt, ist weiblich anmutend und sehr erotisch.
Ganz leicht hört man daneben in der Basis, sozusagen überdeckt von Meeresrauschen, einen mineralischen Akkord durchkommen. Es ist der mineralische Akkord, den auch Terre de Hermes von Jean Claude Ellena´s Handschrift aufweist. Vielleicht hat da der Vater, der eigenen Tochter ein wenig unter die Arme gegriffen. Die Rohstoffe werden dem hohen Preis, den man zahlt, gerecht. Ich trage den Duft auf, schlafe mit ihm ein und wache mit ihm auf. Was muss ich mehr zur Haltbarkeit sagen. Ich hoffe schlussendlich wage, dass sich das Eau de Parfum gut verkauft und damit ansatzweise dazu beiträgt, das alte Klischee von Vetiver als Herrenduft aufzubrechen.
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Schaum vor´m Mund
Schon wieder so ein Bond. Der orangene Flakon ist Programm. Hier riecht es verdächtig, als hätte das Marketing den Duft in allen Details festgelegt, noch bevor ein Parfümeur, in diesem Fall Francis Camail, die Inhaltsstoffe auf gegenseitige Harmonien prüfen konnte.
Eine durchaus schön anmutende Orange beginnt mit ihrem quietschig, schrillen Auftritt, doch schon nach kurzer Zeit kommt sie aus der Puste und ähnelt nun mehr einem lichtlosen, kümmerlichen Früchtchen. Das Eau de Toilette ist sehr linear komponiert und genau darin zeigt sich seine Schwäche. Der Duft steht still, wie bei einer Flaute auf See. Keine einzige frische Brise setzt in diesem Machwerk ein, um Luftveränderung zu bringen. Ohne komplexe, ergänzende Noten, die den voranschreitenden Verfall des Hauptthemas aufhalten könnten, endet das Debüt des kostspieligen Wässerchens verfrüht. Jetzt zeigt sich auch ein seifiger, unverhohlen schlecht komponierter Akkord aus Mandarinenmuff und Seife. Wo ist der Moschus geblieben? Es muss ein seifiger Moschus sein, denn er riecht so, als hätte man wegen dem Zeug Schaum vorm Mund. Ein fahler Abgesang dessen, was man mit einem Orangenthema erreichen kann.
Wer doch lieber nach einer frischen, naturnahen Mandarinennote, mit ein wenig animalischem Schmackes duften möchte, der sollte besser zu Frederic Malle's Bigarade Concentrée greifen. Das kommt einen sogar in der 50ml Variante deutlich günstiger, als dieser Stoff von Bond und es ist sein Geld wert.
Eine durchaus schön anmutende Orange beginnt mit ihrem quietschig, schrillen Auftritt, doch schon nach kurzer Zeit kommt sie aus der Puste und ähnelt nun mehr einem lichtlosen, kümmerlichen Früchtchen. Das Eau de Toilette ist sehr linear komponiert und genau darin zeigt sich seine Schwäche. Der Duft steht still, wie bei einer Flaute auf See. Keine einzige frische Brise setzt in diesem Machwerk ein, um Luftveränderung zu bringen. Ohne komplexe, ergänzende Noten, die den voranschreitenden Verfall des Hauptthemas aufhalten könnten, endet das Debüt des kostspieligen Wässerchens verfrüht. Jetzt zeigt sich auch ein seifiger, unverhohlen schlecht komponierter Akkord aus Mandarinenmuff und Seife. Wo ist der Moschus geblieben? Es muss ein seifiger Moschus sein, denn er riecht so, als hätte man wegen dem Zeug Schaum vorm Mund. Ein fahler Abgesang dessen, was man mit einem Orangenthema erreichen kann.
Wer doch lieber nach einer frischen, naturnahen Mandarinennote, mit ein wenig animalischem Schmackes duften möchte, der sollte besser zu Frederic Malle's Bigarade Concentrée greifen. Das kommt einen sogar in der 50ml Variante deutlich günstiger, als dieser Stoff von Bond und es ist sein Geld wert.
4 Antworten
Herbstliche Gemütlichkeit
Im Auftakt etwas sauer, wechselt dieser Duft schnell zu einem ungewöhnlichen Gourmand Thema. Sehr würzig und angenehm empfangen mich Gewürznelke, Zimt und allerlei Gewürze. Da könnte ich mich reinsetzen. Die Kopfnoten sind eher männlich ausgeprägt, aber das ändert sich schnell. Sternanis bleibt vornehm im Hintergrund. Dankbarerweise hat diese Komposition nichts mit Etro's Ouzo-Anisbrüller, oder ähnlichen Düften zu tun. Dafür ist in der herbstlichen Komposition Zimt ganz deutlich vernehmbar. Die Hölzer reichen den Gewürzen die Hand und geben dem Eau de Parfum einen sanft-matten Glanz. Das Grundgerüst von L'Hêtre Rêvé erinnert mich fast an den Geruch eines saftigen Kuchens, dabei bleibt er etwas zu seifig, um essbar zu sein. Nur gucken, bzw. riechen nicht reinbeißen. Trotzdem ist der Gesamteindruck anregend lecker.
Leider verflüchtigen sich die starken Gewürze unerwartet auf meiner Haut. Das ist sehr schade bei einem Eau de Parfum dieser Preisklasse. Auch von der versprochenen Pflaume kann ich wenig spüren. Dabei bietet der Duft mit Zimt, Sternanis und all den Gewürzen scheinbar das perfekte Umfeld für eine kräftige, süß-dunkle Pflaumennote. Da ist man wohl auf der Hälfte der Strecke liegen geblieben. Gemütlich räkeln sich die Hölzer, darunter eine dominante Sandelholznote, auf einer leichten Amberbasis. Unspektakulär linear und warm entwickelt sich aus den Basisnoten, neben den Hölzern, eine sehr beständige, leichte Vanille.
In dieser Komposition lag soviel Reiz und Spannung, aber ab den Herznoten ist die Luft raus. Vielleicht entwickelt sich der Duft auf einer weniger trockenen Haut besser. In dieser Herbststimmung gefangen, eingelullt von dem braven Gewürzduft, räkle ich mich nicht auf einer Amberbasis, sondern in meinem Schaukelstuhl und fühle mich recht wohl dabei.
Leider verflüchtigen sich die starken Gewürze unerwartet auf meiner Haut. Das ist sehr schade bei einem Eau de Parfum dieser Preisklasse. Auch von der versprochenen Pflaume kann ich wenig spüren. Dabei bietet der Duft mit Zimt, Sternanis und all den Gewürzen scheinbar das perfekte Umfeld für eine kräftige, süß-dunkle Pflaumennote. Da ist man wohl auf der Hälfte der Strecke liegen geblieben. Gemütlich räkeln sich die Hölzer, darunter eine dominante Sandelholznote, auf einer leichten Amberbasis. Unspektakulär linear und warm entwickelt sich aus den Basisnoten, neben den Hölzern, eine sehr beständige, leichte Vanille.
In dieser Komposition lag soviel Reiz und Spannung, aber ab den Herznoten ist die Luft raus. Vielleicht entwickelt sich der Duft auf einer weniger trockenen Haut besser. In dieser Herbststimmung gefangen, eingelullt von dem braven Gewürzduft, räkle ich mich nicht auf einer Amberbasis, sondern in meinem Schaukelstuhl und fühle mich recht wohl dabei.
6 Antworten
Der Duft, der den Hunger stillt
Eigentlich ist keine Rosenzeit in Europa und selbst im Europa-Rosarium in Sangerhausen dürfte längst jeder Rosenstrauch in, vor Frost schützende Zweige, eingehüllt sein. Wer möchte sich da nicht an die Pracht der vollen Rosen erinnern, die im Sommer so üppig blühten. Ein Zustand, auf dem Zenit des Lebens stehend und dabei dennoch an die Vergänglichkeit gemahnend, den die Rose perfekt verkörpert. Also was liegt näher, als sich damit zu parfümieren? Jetzt da Winter ist, werden so schwere, üppige Düfte auch viel besser von der Umwelt toleriert. Wer sich ein wenig Dekadenz leisten mag, der kann den wunderschönen Rosenduft „Une Rose“ von Frederic Malle tragen. Und wer hat´s erfunden? Niemand anderes, als Edouard Fléchier, der Macher des populären und ebenfalls opulenten Poison von Dior (unreformulierter Duft von 1985).
Im Werbetext von Frederic Malle heißt es:
Das berauschende, erdige Aroma einer, mitsamt der Wurzeln, aus dem Boden gezogenen Gartenrose - das ist „Une Rose“. Edouard Fléchier vermählt die Üppigkeit der Blume mit der sinnlichen Tiefe eines neuen Trüffelakkords, einem Schuss von holzigen und animalischen Noten. Eine Frucht- und Honigexplosion aus Türkischem Rosen Absolute wird von Pelargonien- und Weinrückständen durchbrochen. Une Rose - des Meister´s Rose
Profumo hat es schon gesagt, diese Rose ist, wie ein trockener Rotwein, nicht süß.
Von den erdigen Anklängen der starken Rose und der an Tannin erinnernde Fruchtigkeit kann sich meine Nase richtig satt riechen. Fast schon ist es mir so, als könnte Une Rose echten Hunger stillen. So intensiv ist die Rose, so üppig die Wahrnehmung, dass man sich daran laben kann. Wie Profumo schon bemerkte, gibt das Geraniol der Rose eine gewisse Strahlkraft. Dadurch durchbricht Une Rose auch das Klischee, der überparfümierten Dame in Pink. Aber ich finde, die Rose ist trotz Geraniol weder grün, noch frisch. Deutlich überstrahlt das Rosen Absolute jeden Geruch von Pflanzensaft. Das Dufterlebnis erinnert mich stark an ein noch blutiges Hüftsteak. Schon läuft mir beim Beschreiben der Erinnerung das Wasser im Munde zusammen. Auf das Perverse und Dekadente an dieser Vorstellung will ich nicht näher eingehen. Selten hat ein Duft so eine direkte Wirkung auf meine Psyche gehabt.
Wann will dieser Duft enden?
Nach Luca Turin wird das synthetische Molekül Karanal zum fixieren der Rose eingesetzt und verlängert die Haltbarkeit von Edouard Fléchier´s Rosenduft ins Extreme. Angeblich gibt es einen gewissen Prozentanteil Frauen die, die Basis von Une Rose besser mit ihrer Nase zerlegen können, als es gewünscht war. Die Armen riechen dann anstelle einer holzigen Ambernote, eine stärker werdende Urin-Note. Tatsächlich glaube ich auch eine Assoziation von Urin zu riechen, aber nur wenn ich ganz dicht an meinem Handrücken schnuppere. Pisse, oder Perfektion? Mal ehrlich, ein bisschen Dreck hat doch noch keinem geschadet! Schon aus kleiner Entfernung riecht alles wieder ganz wunderbar. Am Ende bleibt ein Hauch von leichtem Rosenwasser.
Im Werbetext von Frederic Malle heißt es:
Das berauschende, erdige Aroma einer, mitsamt der Wurzeln, aus dem Boden gezogenen Gartenrose - das ist „Une Rose“. Edouard Fléchier vermählt die Üppigkeit der Blume mit der sinnlichen Tiefe eines neuen Trüffelakkords, einem Schuss von holzigen und animalischen Noten. Eine Frucht- und Honigexplosion aus Türkischem Rosen Absolute wird von Pelargonien- und Weinrückständen durchbrochen. Une Rose - des Meister´s Rose
Profumo hat es schon gesagt, diese Rose ist, wie ein trockener Rotwein, nicht süß.
Von den erdigen Anklängen der starken Rose und der an Tannin erinnernde Fruchtigkeit kann sich meine Nase richtig satt riechen. Fast schon ist es mir so, als könnte Une Rose echten Hunger stillen. So intensiv ist die Rose, so üppig die Wahrnehmung, dass man sich daran laben kann. Wie Profumo schon bemerkte, gibt das Geraniol der Rose eine gewisse Strahlkraft. Dadurch durchbricht Une Rose auch das Klischee, der überparfümierten Dame in Pink. Aber ich finde, die Rose ist trotz Geraniol weder grün, noch frisch. Deutlich überstrahlt das Rosen Absolute jeden Geruch von Pflanzensaft. Das Dufterlebnis erinnert mich stark an ein noch blutiges Hüftsteak. Schon läuft mir beim Beschreiben der Erinnerung das Wasser im Munde zusammen. Auf das Perverse und Dekadente an dieser Vorstellung will ich nicht näher eingehen. Selten hat ein Duft so eine direkte Wirkung auf meine Psyche gehabt.
Wann will dieser Duft enden?
Nach Luca Turin wird das synthetische Molekül Karanal zum fixieren der Rose eingesetzt und verlängert die Haltbarkeit von Edouard Fléchier´s Rosenduft ins Extreme. Angeblich gibt es einen gewissen Prozentanteil Frauen die, die Basis von Une Rose besser mit ihrer Nase zerlegen können, als es gewünscht war. Die Armen riechen dann anstelle einer holzigen Ambernote, eine stärker werdende Urin-Note. Tatsächlich glaube ich auch eine Assoziation von Urin zu riechen, aber nur wenn ich ganz dicht an meinem Handrücken schnuppere. Pisse, oder Perfektion? Mal ehrlich, ein bisschen Dreck hat doch noch keinem geschadet! Schon aus kleiner Entfernung riecht alles wieder ganz wunderbar. Am Ende bleibt ein Hauch von leichtem Rosenwasser.
5 Antworten
Leiche im Gurkensack
Gurke und Ozon sind unverkennbar, aber was für ein grauenvoll, synthetisches Mischwesen ist das?
Unter Ozon stelle ich mir normalerweise etwas vor das erhebend, oder gar ätherisch wirkt, dezent im Hintergrund verweilt und dennoch immer präsent ist. Nicht so hier, die als Ozon deklarierte Note scheint, neben den maritimen Noten, für alles Wässrige und Synthetische in der Komposition verantwortlich zu sein. Wie Meerkohl riecht weiß ich nicht und kann ich auch nicht zuordnen.
Die Gurke im Auftakt ist jedenfalls sehr authentisch. Dank der aquatisch, wässrigen Noten, könnte man denken die Gurke wäre frisch, doch nach kurzer Weile kommt so eine melonige Süße durch. Fast ist das schon eine Art Fäule, wie von einer überreifen Frucht, die schon der Zersetzung anheim gefallen ist. Ansatzweise kann man das auch in Beyond Paradise von Estée Lauder wahrnehmen. Vom Vetiver ist nichts zu spüren. Zu allem Übel ist der Duft auch noch rabiat haltbar. Selbst wenn später nur ein synthetischer Schleier übrig bleibt, so kann ich mich trotzdem, zu meinem Leidwesen, genau an die gräßliche Gesammtkomposition erinnern.
Das was in der Basis länger auf der Haut haftet ist süß, orangig und wässerig. Alles andere als schön ähnelt die fahle Süße dem Geruch, der mir bekannten, orangenen Zuckerdrops aus den Mister Petz Spendern.
Wenn die Wall Street tatsächlich riechen sollte, dann nicht nach Geld und festen Werten. Ob nun beabsichtigt, oder nicht, Bond No. 9 hat ihr Wesen gut charakterisiert. Aufgeblasen von Hype und Spekulationen, wartet alles auf das Platzen der nächsten Blase. Das hochpreisige Eau de Toilette ist passend dazu eine olfaktorische Wohlstandsblase, darin nichts als faule Versprechungen.
Unter Ozon stelle ich mir normalerweise etwas vor das erhebend, oder gar ätherisch wirkt, dezent im Hintergrund verweilt und dennoch immer präsent ist. Nicht so hier, die als Ozon deklarierte Note scheint, neben den maritimen Noten, für alles Wässrige und Synthetische in der Komposition verantwortlich zu sein. Wie Meerkohl riecht weiß ich nicht und kann ich auch nicht zuordnen.
Die Gurke im Auftakt ist jedenfalls sehr authentisch. Dank der aquatisch, wässrigen Noten, könnte man denken die Gurke wäre frisch, doch nach kurzer Weile kommt so eine melonige Süße durch. Fast ist das schon eine Art Fäule, wie von einer überreifen Frucht, die schon der Zersetzung anheim gefallen ist. Ansatzweise kann man das auch in Beyond Paradise von Estée Lauder wahrnehmen. Vom Vetiver ist nichts zu spüren. Zu allem Übel ist der Duft auch noch rabiat haltbar. Selbst wenn später nur ein synthetischer Schleier übrig bleibt, so kann ich mich trotzdem, zu meinem Leidwesen, genau an die gräßliche Gesammtkomposition erinnern.
Das was in der Basis länger auf der Haut haftet ist süß, orangig und wässerig. Alles andere als schön ähnelt die fahle Süße dem Geruch, der mir bekannten, orangenen Zuckerdrops aus den Mister Petz Spendern.
Wenn die Wall Street tatsächlich riechen sollte, dann nicht nach Geld und festen Werten. Ob nun beabsichtigt, oder nicht, Bond No. 9 hat ihr Wesen gut charakterisiert. Aufgeblasen von Hype und Spekulationen, wartet alles auf das Platzen der nächsten Blase. Das hochpreisige Eau de Toilette ist passend dazu eine olfaktorische Wohlstandsblase, darin nichts als faule Versprechungen.
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