Der Geruch von Geborgenheit
Überbrühte Teeblätter, Gewürze, altes Holz, ein Hauch von Staub, eine dezente fruchtige Süße plus eine leicht herzhafte Note.
Das Veilchen darf noch einmal glänzen (nicht das erste und nicht das letzte bei diesem Dufthaus)
Je genauer man hinriecht, desto deutlicher tritt die sanfte, gelbe Traurigkeit (Cremigkeit) von Ylang-Ylang hervor.
Es fühlt sich an wie (ein) Zuhause – nicht zwingend das eigene, aber das eines Menschen mit einer zarten Seele, der jeden bei sich willkommen heißt und der eine Geborgenheit ausstrahlt.
Erst nachdem ich die Duftnoten gelesen habe, nehme ich diesen Geruch nach fermentierter Sojasauce wahr, und ich liebe es!,
die pudrige Veilchennote verstärkt sich mit der Zeit, und die übrigen Blumen in der Mischung verleihen dem Duft mehr Dichte und eine vertraute, wohlige Atmosphäre
Haustierfell mit Kräutern
Süß und krautig – mit aromatischen Facetten.
Abgesehen vom Salbei sind die gelisteten Noten nicht direkt identifizierbar.
Normalerweise mag ich Thymian in Düften überhaupt nicht, aber hier ist er einfach wunderbar und funktioniert und stört mich überhaupt nicht. vielleicht liegt's daran dass ich ihn ohne die Duftpyramide auch nicht als Thymian erkannt hätte.
Der Duft hat etwas „Fettiges“ an sich; es wirkt fast so, als hätte er Art Textur.
Er erinnert eher an einen duftenden Balsam als an ein Parfüm – mit einer leichten, aber sehr behaglichen animalischen Note.
Im weiteren Verlauf wird der Duft immer weicher und flauschiger, fast fellig (ohne in die Ziegenhaar Richtung von Prin zu kippen)
Eine wunderbare, leichte animalische Nuance, die an das Fell (d)eines Haustieres erinnert, gepaart mit der markanten Kräuternote.
Schöne Dunkelheit voller Hoffnung und Angst
Die neuste XQ Kollektion ist inspiriert von den vier Apokalyptischen Reitern, oder vielmehr den Auswirkung der biblischen Plagen die das Ende verkünden.
Rahmanis Ravage symbolisiert die Vertreibung von Völkern und Flüchtlingsströme die daraus resultieren.
Denn genau davon ist der Duft inspiriert worden, von einem Flüchtling, ein Bekannter vom Parfümeur, war ausschlaggebend für die Geschichte voller Hoffnung. Auf einem Boot auf dem Mittelmeer umringt von nichts als schwarzer Dunkelheit auf hoher See. Die Ambivalenz von Hoffnung, Angst und der Notwendigkeit weiter zu machen.
Der Duft startet mit einer Explosion von Zirtus die dem vintage Lavendel eine standesgemäse Bühne baut. Beinah klassische maskuline Fougere Vibes - aber mit allem Drum und Dran - inkl schwarzen Anzug/Smoking, weißem Hemd und vielleicht sogar einer Fliege - diese Art von klassischer eleganter Maskulinität, mit einer sehr präsenten Dunkelheit.
Im Verlauf wird der Duft durch das Ambergris salzig und fast schon kalt auf der Haut. Das (srilanka) Oud unterstützt die Salzigkeit noch weiter, ist zu keiner Zeit animalisch oder herausfordernd.
Der Duft ist sehr vielschichtig und komplex, jedoch drängt er sich nicht auf und ist penetrant in seiner Komplexität oder seinem Storytelling. Er verzichtet auf reißerische Duftpyramdien und Noten um Leid, Hoffnung und Einsamkeit zu erzählen, er ist subtil. Die zugrunde liegende Geschichte ist wahrnehmbar, wenn man auf sie achtet, sie drängt sich aber nicht auf mit Noten von Blut, Plastik, Metall oder sonstigen ach so edgy und "kreativ/plakative" Werkzeuge.
Daher muss man genau hinhören/hin riechen um die Kälte spüren zu können die sich im Verlauf immer weiter ausbreitet und eine neue Facette in diesen edlen maskulinen (zumindest für meine Nase) Duft bringt.
Zwischen den Lotus Blüten liegt Mandalay
Mandalay soll die ursprüngliche Schönheit Myanmars einfangen, das ist der Ausgangspunkt und Tropfen der Inspiration für diese Symphonie der Gerüche
Auftakt mit dem klassischen Nebiru Magic Drop, keiner der Düfte aus der Imperial Collection trägt so groß die unverkennbare Nebiru Fahne, wie Mandalay!
Die Handschrift des Parfümeurs ist eindeutig, dennoch riecht der Duft NICHT austauschbar.
Der Start ist frisch, aethertisch, aldehydig - direkt ein gewisser wohliger Vintageflair. Im weiteren Verlauf kommen die Mainplayer immer präsenter in den Vordergrund: Lotusse (blauer aus Thailand und pinker aus Indien)
*Nein natürlich ist meine Nase nicht in der Lage dies raus zu riechen welche Farbe der Lotus hatte, hier hilft der Blick in die Duft Pyramide, die wie üblich sehr komplex und voller sagenhafter Naturals ist*
Andere Blüten, wie Jasmin, Gardenie und Ylang Ylang stimmen mit ein ins Lied von der einstigen Schönheit des Landes. Untermauert wird das ganze von zartem holzigen Oud, Harzen, leicht rauchigen Anklängen und sehr zurückgenommenen und verträglichen Animalics.
Es scheint die ganze Tierwelt des Landes wäre für dieses Ständchen erschienen, aber sie wissen sich zu benehmen und fallen nicht negativ auf
Auf meiner Haut denke ich, nach Stunde 4 ungefähr, an roten Tee und leichtes Räucherwerk
Wunderschöner Duft, liebe auf den ersten Sniff!
Schon letztes Jahr als ich die Chance hatte die frisch angesetzte Arbeitsversion zu testen, war es um mich geschehen, und ich wusste der Duft muss einziehen!
Dezenz ist Schwäche
So ein wunderschöner ungewöhnlicher aber mega tragbarer Feigenduft! In dem Duft ist alles was ich in Düften liebe!
Feige, Oud, Weihrauch und Tee!
Die Kombination macht ihn zu einem idealen Allrounder, absolutes Signature Potential!
Geht das ganze Jahr, hat volle Power. Haltbarkeit und Sillage sind hervorragend!
Die Marke ist inspiriert von Düften/Rezepten die in einer der ausgegrabenen Farmacias/Parfümerien in Pompeii entdeckt wurden. Die Grundideen wurden behalten und neu interpretiert um diese in die (Post) Moderne zu holen.
Dieser Duft im Speziellen ist fast schon ein Feministisches Manifest, denn dieser Duft ist eine Hommage an das wieder aufblühen der Antike nach Abschaffung der "Lex Oppia". Ein Gesetz, das den Stand und den Reichtum der Frauen beschnitt. Mit diesem Feuerwerk an Aromen soll die Schönheit und Dekadenz gefeiert werden.
Ich sags ja immer: DEZENZ IST SCHWÄCHE!
Ich kann jedem der auf der Suche nach eine tolle Feigenduft ist diesen hier nur wärmstens ans Herz legen.
Bisher war jeder begeistert, wenn er ihn Mal gerochen hat