Schnüfflerin

Schnüfflerin

Rezensionen
11 - 15 von 119
Schnüfflerin vor 11 Monaten 3 2
Gepuderte Illusion
Eine Diva vergangener Tage sitzt vor einem prunkvollen Spiegel. Ihr Rücken ist uns zugewandt, doch wir können ihr blasses Gesicht im Spiegel sehen. Langsam fährt ein Quaste über ihre Wangen, hebt feines Puder in die Luft, das im Schein der Lampen tanzt.

Die Stille wird von leisen Schritten durchbrochen. Ein Butler tritt in den Raum mit einem Tablett in den Händen. Darauf thront ein filigranes Glas, welches eine gelbe Flüssigkeit enthält. Als er vor den Spiegel tritt, wird sein Gesicht sichtbar – geschminkt wie ein Clown, doch von grotesker Ernsthaftigkeit.

Die Diva nimmt das Glas entgegen, setzt es an ihre Lippen – doch dann hält sie inne. Ihre feinen Brauen heben sich, während der Inhalt des Glases zähflüssig und träge am Rand entlang gleitet: Spülmittel, garniert mit kunstvoll geschnittenen Zitronenscheiben. Unbeeindruckt lässt die das Glas sinken, während sie sich weiter ihr Gesicht pudern lässt.

„Cut, wir haben die Szene im Kasten“ ruft der Regisseur. Die Miene des Clown und der Diva erhellen sich. Überall fröhliche Gesichter. Zur Feier des Tages werden Canapés gereicht, die mit Zitronenzeste und Puderzucker verfeinert wurden. Diese sind jedoch recht schnell verspeist, sodass nur noch Krümmel vorzufinden sind.
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Schnüfflerin vor 1 Jahr 12 2
Hält was er verspricht und das erste Kompliment seit Ewigkeiten
Nachdem die Wertungen auf Parfumo immer weiter runter gegangen sind, hatte ich doch etwas Angst vor der Ankunft meines Sharing-Flakons. Kaum hatte mir der Postbote das Paket überreicht musste ich ihn also testen, um endlich Gewissheit zu bekommen. Direkt machte sich die erste Erleichterung breit. Ein angenehmer Duft steigt mir in die Nase. Ich finde der Duft hält genau was er verspricht. Eine leichte salzige Brotnote kommt zum Vorschein, die mit einer sanften Vanille kombiniert ist. Der Duft ist leicht süß. Für Zuckerschnäbel wie mich könnte er noch süßer sein, aber so bewahrt er eine erwachsene Note die nicht zu viel wird. Nach der Erleichterung und der Erkenntnis, dass er wirklich genauso riecht wie der Name vermuten lässt, fragte ich mich wieso ich ihn eigentlich bestellt habe. Ich finde Brot und Hefe an mir nämlich gar nicht spannend. Kurz muss ich über mich selbst lachen, aber es blieb nicht viel Zeit um darüber nachzudenken, da ich zum Essen verabredet war. Zur Begrüßung eine kurze Umarmung und die Worte “Wow, du riechst unheimlich gut”. Ich traute meinen Ohren nicht. Der Mann, der mir in 3 Jahren gerade einmal 4 eigenständige Komplimente zu meinen Düften gemacht hat, zeigt sich endlich mal begeistert? Der Mann der Mal zu mir meinte: “Du trägst so häufig besondere Düfte, das brauche ich nicht zu kommentieren” Ich schaue ihn ungläubig an. “Findest du nicht, dass ihm Süße fehlt?” “Nein, die Sillage ist perfekt” Perfekt? Das würde ich nicht unterschreiben. Für mich eher gutes Mittelmaß. Was lernen wir daraus? Geschmäcker sind einfach verschieden.
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Holzig, rauchige Vanille statt Gourmand-Traum
Es ist kein Geheimnis, dass ich ein Gourmand-Girl bin. Ich mag es süß, klebrig, gerne auch essbar riechend und dennoch mit hoher Qualität. Dementsprechend aufgeregt war ich als ich 7 Minutes entdeckt habe. Seit Anfang September habe ich auf meinen Flakon gewartet, da er immer ausverkauft ist. Karamell Milchshake? Besser wird es nicht. Aufgeregt habe ich die Packung aufgerissen und ihn endlich aufgesprüht. Ich bin in meinem feuchten Karamell-Milchshake-Traum für genau eine Sekunde. Der Duft trocknet, meine Stirn legt sich in Falten, meine Nase kräuselt sich… Holzig… rauchig, erwachsen, elegant… Ehm… Was soll das? Auf den Visuals läuft dickflüssiges Karamell den Flakon hinunter, doch auf meiner Haut eröffnet sich ein Meer aus holzigen Noten mit einer leichten Süße. So haben wir nicht gewettet. Viel hilft viel. Ich lege also nach und bade meinen Arm im Duft. Ich atme auf. Da ist er wieder: Der wundervolle Milchshake. Doch wieder nur für genau eine Sekunde. Voller Enttäuschung möchte ich dem Duft schon eine schlechte Bewertung verpassen, aber das wäre nicht gerecht. Die Vermarktung ist daneben und ich verstehe nicht, weshalb man sie gewählt hat. Hardcore Gourmand-Girls werden enttäuscht sein, weil sie keinen Zuckerschock bekommen und die Freunde der holzigen Vanille werden ihre Chance verpassen, da sie ihn hier nicht vermuten würden. Daher hier nun die Aufklärung. Der Duft ist ausgewogen. Holzige Noten statt Karamell und Marshmallow. Cremige Vanille die nur leicht süß ist. Eher elegant und definitiv nicht essbar. Wenn ich ihn mit einem Duft vergleichen müsste wäre es "Silky Woods (Perfume Concentrate) | Goldfield & Banks"
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Schnüfflerin vor 2 Jahren 5 3
Edle, gepuderte Birnen
Dies ist der erste Nischen-Duft, den ich je gerochen habe und dennoch widme ich ihm erst heute eine Rezension.

Da ich die einzige auf Parfumo bin, die diesen Duft besitzt, wollte ich diesen Geheim-Tipp lange für mich behalten. Habe ihn nur mit besonderen Personen geteilt, da ich einen möglichen Hype verhindern wollte. Damals trug ich nur einen Duft, heute liebe ich die Vielfalt und vor allem liebe ich es die Freude über Düfte mit euch zu teilen.

Femme Fougere hat etwas mit mir gemacht was selten passiert: Als er mir unter die Nase kam, habe ich ihn direkt gekauft. So edel und so besonders. Ein leicht pudriger Schleier auf der Haut, der eine saftige Birne präsentiert. Wenn der Trend „old money“ einen Duft hätte, wäre es dieser. Genug Understatement, um von einer Business-Frau getragen zu werden, aber besonders genug um positiv hervorzutreten. Der Dufteindruck ist hell und fröhlich, aber dabei so raffiniert, dass er immer stilvoll und edel bleibt. Ein perfekter Duft für den Frühling und Sommer.
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Schnüfflerin vor 2 Jahren 3 1
Frischer Blumenduft im falschen Gewand
Welch lustiges Durcheinander. Erst Flieder, dann Rose. Gerade wollte der Duft zum Weichspüler mutieren, doch dann kommt Karamell um die Ecke. Kann der Cupcake also doch noch ein Gourmand werden? Immer wieder blitzen ozonische Noten auf, die das komplett verhindern. Eher frisch statt süß, kommt das kleine Törtchen daher. Gustatorisch eigentlich eine Sünde, taucht hier olifaktorisch Patchouli auf. Da ich kein großer Patch Fan bin sehe ich dies mit etwas Argwohn. Denn es ist nicht mal die schokoladige, sondern eher die erdige Version. Also bei dem Flakon-Design hat man ganz schön in die Tonne gegriffen. Nicht zur visuell eine Katastrophe, er weckt auch völlig falsche Erwartungen. Gourmand Girls wie ich sind enttäuscht und die frischen Blumigen unter uns verpassen möglicherweise eine Chance.
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