Schnüfflerin
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Der Atem des verfallenen Weins
Ein einziger Sprüher und der Sturm ist entfacht. Er trifft mich direkt, intensiv, fast aggressiv: eine Note, die tatsächlich an Rotwein erinnert. Dunkel, trocken, mit einer leichten Säure. Doch zugleich schal, wie der Geschmack, den Rotwein auf der Zunge hinterlässt. Wie ein Rotwein, der in einem alten Gemäuer verschüttet wurde, langsam in Stein und Staub versickerte und dort viele Jahre verweilte.
Die Sillage ist wie ein atomares Beben, die Säure bleibt fremd und mitten darin steht eine dornige Rose. Mein Magen wird flau. Ein Bild blitzt auf, erst flüchtig, dann immer deutlicher: Als hätte jemand im Rausch Rosen verschlungen
und sie später wieder erbrochen.
Blüten, halb verdaut, die Farbe noch rot, aber stumpf - gefangen zwischen Schönheit und Verfall.
Der Geruch ist verstörend und dennoch eigenartig anziehend. Gerade deshalb kann ich die Nase nicht abwenden.
Während sich der erste Wirbel legt, verändert sich das Wesen des Duftes.
Der Rotwein zieht sich zurück, die Rosen treten in den Vordergrund. Zu dieser Zeit gefällt er mir am besten. Doch das Parfum ist ein Wandlungskünstler. Eine neue Note erhebt sich, wird klarer, deutlicher. Es ist das Leder alter Gewänder,
die in dunklen Räumen lagerten,
von Rauch durchzogen, von Ritualen geschwärzt. Leder, das Geschichten trägt, die niemand hören sollte.
Die Rosen schmiegen sich an dieses Leder wie verwundete Schönheiten, die Schutz suchen.
Eine Zeitlang wandere ich zwischen diesen Noten: Der tiefen Rose, dem rauchigen Leder, dem letzten Nachhall von Rotwein, der wie eine Erinnerung im Hintergrund flackert. Der Duft scheint sich zu beruhigen,
und für einen Moment glaube ich, ihn verstanden zu haben. Doch dann kippt er. Nicht abrupt, aber mit einer Konsequenz, die mir den Atem raubt.
Etwas Animalisches schleicht sich ein,
kaum merklich, aber unaufhaltsam:
Ein urinöser Schatten, der sich wie ein fremdes Herz zwischen die Noten schiebt. Und ich stehe da, zwischen Faszination und Flucht. Zwischen Rosen, die erbrochen wurden,
und Leder, das zu viel gesehen hat.
Zwischen dem Atem eines alten Weins
und dem letzten, animalischen Aufbegehren eines Duftes,
der sich weigert, schön zu sterben und der daran erinnert, dass wir am Ende alle verfallen.
Die Sillage ist wie ein atomares Beben, die Säure bleibt fremd und mitten darin steht eine dornige Rose. Mein Magen wird flau. Ein Bild blitzt auf, erst flüchtig, dann immer deutlicher: Als hätte jemand im Rausch Rosen verschlungen
und sie später wieder erbrochen.
Blüten, halb verdaut, die Farbe noch rot, aber stumpf - gefangen zwischen Schönheit und Verfall.
Der Geruch ist verstörend und dennoch eigenartig anziehend. Gerade deshalb kann ich die Nase nicht abwenden.
Während sich der erste Wirbel legt, verändert sich das Wesen des Duftes.
Der Rotwein zieht sich zurück, die Rosen treten in den Vordergrund. Zu dieser Zeit gefällt er mir am besten. Doch das Parfum ist ein Wandlungskünstler. Eine neue Note erhebt sich, wird klarer, deutlicher. Es ist das Leder alter Gewänder,
die in dunklen Räumen lagerten,
von Rauch durchzogen, von Ritualen geschwärzt. Leder, das Geschichten trägt, die niemand hören sollte.
Die Rosen schmiegen sich an dieses Leder wie verwundete Schönheiten, die Schutz suchen.
Eine Zeitlang wandere ich zwischen diesen Noten: Der tiefen Rose, dem rauchigen Leder, dem letzten Nachhall von Rotwein, der wie eine Erinnerung im Hintergrund flackert. Der Duft scheint sich zu beruhigen,
und für einen Moment glaube ich, ihn verstanden zu haben. Doch dann kippt er. Nicht abrupt, aber mit einer Konsequenz, die mir den Atem raubt.
Etwas Animalisches schleicht sich ein,
kaum merklich, aber unaufhaltsam:
Ein urinöser Schatten, der sich wie ein fremdes Herz zwischen die Noten schiebt. Und ich stehe da, zwischen Faszination und Flucht. Zwischen Rosen, die erbrochen wurden,
und Leder, das zu viel gesehen hat.
Zwischen dem Atem eines alten Weins
und dem letzten, animalischen Aufbegehren eines Duftes,
der sich weigert, schön zu sterben und der daran erinnert, dass wir am Ende alle verfallen.
6 Antworten
Intimes Geheimnis
Wie sollte es auch anders sein? Bei Xerjoff verliebte ich mich in gleich 2 von 3 limitierten Düfte.
Ahnungslos sprühte ich sie auf meine Haut und war sofort verzaubert.
Im Store raubte mir
P.18 mit seiner atemberaubend schönen Kopfnote die Sinne. Intensiv, sexy, verführerisch – ein Duft, der die Sehnsucht in mir weckte und den Puls meins Freundes beschleunigte. Doch
P.13 entfaltete seine volle Magie erst später. Anfangs zart und zurückhaltend, legte er sich dann weich und cremig auf meine Haut. Ich roch immer wieder an meiner Hand, fasziniert von seiner warmen, sanften Präsenz. Heller als der #p.18, aber ebenso sinnlich und spannend. Mein Freund fasste es treffend zusammen:
P.18 ist die sexy, verruchte Verführerin in schwarzer Reizwäsche oder im Kinky Club .
P.13 ist helle Lingerie in weißen Bettlaken. Sinnlich, weich und dennoch unwiderstehlich.” Meiner Meinung nach spielt er gekonnt mit Unschuld und Verführung.
Bei mir hält
P.13 besser als seine Schwester, doch er bleibt ebenfalls leise. Das ist die stille Herausforderung beider Düfte: So wunderschön und raffiniert ist sie auch finde, man kann sie wirklich nur aus nächster Nähe oder in privaten Momenten genießen.
Wäre die Sillage stärker, wäre er wohl zum dekadenten Signature-Duft erkoren worden, doch so kann ich den Preis einfach gar nicht rechtfertigen. Zu teuer für ein intimes Geheimnis. Doch die Liebe war zu groß um ganz zu verzichten und während ich darauf hoffe, dass der Duft irgendwann in das normale Sortiment übergeht, genieße ich meine 30-ml-Abfüllung und schwelge in der cremigen Weichheit, der sanften Würze, der anziehenden Nelke und den sinnlichen Blüten.
Ahnungslos sprühte ich sie auf meine Haut und war sofort verzaubert.
Im Store raubte mir
P.18 mit seiner atemberaubend schönen Kopfnote die Sinne. Intensiv, sexy, verführerisch – ein Duft, der die Sehnsucht in mir weckte und den Puls meins Freundes beschleunigte. Doch
P.13 entfaltete seine volle Magie erst später. Anfangs zart und zurückhaltend, legte er sich dann weich und cremig auf meine Haut. Ich roch immer wieder an meiner Hand, fasziniert von seiner warmen, sanften Präsenz. Heller als der #p.18, aber ebenso sinnlich und spannend. Mein Freund fasste es treffend zusammen:
P.18 ist die sexy, verruchte Verführerin in schwarzer Reizwäsche oder im Kinky Club .
P.13 ist helle Lingerie in weißen Bettlaken. Sinnlich, weich und dennoch unwiderstehlich.” Meiner Meinung nach spielt er gekonnt mit Unschuld und Verführung.Bei mir hält
P.13 besser als seine Schwester, doch er bleibt ebenfalls leise. Das ist die stille Herausforderung beider Düfte: So wunderschön und raffiniert ist sie auch finde, man kann sie wirklich nur aus nächster Nähe oder in privaten Momenten genießen. Wäre die Sillage stärker, wäre er wohl zum dekadenten Signature-Duft erkoren worden, doch so kann ich den Preis einfach gar nicht rechtfertigen. Zu teuer für ein intimes Geheimnis. Doch die Liebe war zu groß um ganz zu verzichten und während ich darauf hoffe, dass der Duft irgendwann in das normale Sortiment übergeht, genieße ich meine 30-ml-Abfüllung und schwelge in der cremigen Weichheit, der sanften Würze, der anziehenden Nelke und den sinnlichen Blüten.
Warmes Flüstern, unerreichte Sehnsucht
Ich stehe im Xerjoff Store, sprühe den Duft auf meine Haut und plötzlich wird alles um mich herum warm. Eine würzige, weiche Umarmung legt sich über mich und ich habe das Gefühl, in einer sinnliche Wolke zu schweben. Begeistert halte ich den Arm meinem
Freund unter die Nase: Seine Pupillen weiten sich, ein Grinsen huscht ihm über das Gesicht: „Das ist das Beste, was ich je an dir gerochen habe.“ Ja, er ist wahnsinnig sexy und in diesem Moment wusste ich, dass ich ihn will: Doch er ist ausverkauft. Enttäuscht lasse ich mich auf die Liste setzen.
Zuhause öffne ich die Website und hoffe leise auf ein kleines Wunder. Tatsächlich ist er verfügbar, doch der Preis lässt mich innehalten. Ich frage mich, ob ich den Duft wirklich will oder ob mich seine Seltenheit verführt. Würde ich den Duft noch so gut finden, wenn ich ihn jederzeit kaufen könnte? Ich weiß es nicht, daher beschließe ich vernünftiger zu sein und mich mit Abfüllungen zufrieden zu geben.
3 Abfüllungen später: Ich bin immer noch verliebt. Die sanfte Weichheit, die Nelkenwärme, die mich wie ein leiser orientalischer Zauber begleitet. Mein Partner nennt ihn „Verführung im Flakon“. Als ich ihn frage, ob er wirklich so gut ist, beugt er sich zu mir und flüstert: „Kleine, der ist ein Traum… ich würde dich am liebsten sofort in die nächste Ecke ziehen.“
Doch jeder Traum hat seinen Schatten. So wunderschön dieser Duft ist, so leise ist er auf meiner Haut. Zehn Sprüher, und ich verliere ihn fast sofort wieder. Selbst mein Partner muss zugeben: Er riecht ihn nur, wenn er ganz nah ist. Ein Duft für intime Momente, nicht für die Welt da draußen. Doch für 1300 Euro möchte ich ihn wenigstens wahrnehmen können. Ich sehne mich nach mehr Substanz. Mehr Haltbarkeit, mehr Sillage und mehr Performance. Wäre dies gegeben, hätte ich nicht widerstehen können. Hätte… Wunschvorstellung… Es ist wie es ist und so ist alles was bleibt die Sehnsucht nach etwas, dass nicht nur leise Versprechen flüstert, sondern durch Taten spricht.
Freund unter die Nase: Seine Pupillen weiten sich, ein Grinsen huscht ihm über das Gesicht: „Das ist das Beste, was ich je an dir gerochen habe.“ Ja, er ist wahnsinnig sexy und in diesem Moment wusste ich, dass ich ihn will: Doch er ist ausverkauft. Enttäuscht lasse ich mich auf die Liste setzen.
Zuhause öffne ich die Website und hoffe leise auf ein kleines Wunder. Tatsächlich ist er verfügbar, doch der Preis lässt mich innehalten. Ich frage mich, ob ich den Duft wirklich will oder ob mich seine Seltenheit verführt. Würde ich den Duft noch so gut finden, wenn ich ihn jederzeit kaufen könnte? Ich weiß es nicht, daher beschließe ich vernünftiger zu sein und mich mit Abfüllungen zufrieden zu geben.
3 Abfüllungen später: Ich bin immer noch verliebt. Die sanfte Weichheit, die Nelkenwärme, die mich wie ein leiser orientalischer Zauber begleitet. Mein Partner nennt ihn „Verführung im Flakon“. Als ich ihn frage, ob er wirklich so gut ist, beugt er sich zu mir und flüstert: „Kleine, der ist ein Traum… ich würde dich am liebsten sofort in die nächste Ecke ziehen.“
Doch jeder Traum hat seinen Schatten. So wunderschön dieser Duft ist, so leise ist er auf meiner Haut. Zehn Sprüher, und ich verliere ihn fast sofort wieder. Selbst mein Partner muss zugeben: Er riecht ihn nur, wenn er ganz nah ist. Ein Duft für intime Momente, nicht für die Welt da draußen. Doch für 1300 Euro möchte ich ihn wenigstens wahrnehmen können. Ich sehne mich nach mehr Substanz. Mehr Haltbarkeit, mehr Sillage und mehr Performance. Wäre dies gegeben, hätte ich nicht widerstehen können. Hätte… Wunschvorstellung… Es ist wie es ist und so ist alles was bleibt die Sehnsucht nach etwas, dass nicht nur leise Versprechen flüstert, sondern durch Taten spricht.
Ein altes Erbe neu interpretiert
Die Shalimar-DNA hat etwas Altes, etwas Traditionelles – fast so, als würde sie eine Geschichte längst vergangener Tage erzählen. Sie trägt das Erbe einer anderen Zeit, und vielleicht bin ich dafür oft nicht die richtige Zuhörerin. Doch dieser Flanker? Er nimmt das Erbe und gibt ihm frischen Wind, der den Staub der Vergangenheit leicht hinwegbläst. Doch nur so viel, dass er durchaus noch erkennbar ist.
Tonka, oft leicht kratzig und markant in vielen Kreationen, wurde hier fein integriert. Sie verliert ihre Kante und entwickelt eine Weichheit, die angenehm und edel zugleich ist. Die Mandel, die in vielen Parfums eine bitteren Beigeschmack hinterlässt, fügt sich hier harmonisch in das Gesamtbild ein, ohne dass der herbe Geschmack zu stark wird. Dennoch bleibt ein Rest – dieser bittere Hauch, der mir persönlich nicht ganz zusagt.
Zu erwähnen ist auch noch die spritzige Bergamotte. Die gerade zum Start immer wieder durchscheint. Sie schafft diesen klaren, spritzigen Moment, der wie ein frischer Wind die Luft erfrischt. Sie wirkt wie ein Kontrapunkt zu den schwereren, süßeren Noten, bringt Leichtigkeit und schafft so eine harmonische Balance. Es ist ein schöner, fast flüchtiger Moment der Klarheit, der den Duft ausgleicht und ihn lebendig wirken lässt.
Insgesamt eine durchdachte, stimmige Komposition, die den Duft zu einer angenehmen Erfahrung macht. Ein Duft, der mit Eleganz und Tiefe spielt, der sich warm und weich a die Haut schmiegt und sich dennoch nicht in meiner Sammlung etablieren wird. So schön er auch ist, durch die leicht bittere Note wird in mir nicht das Verlangen weckt, ihn unbedingt tragen zu wollen, aber ich habe die Flasche mit einem zufriedenem Lächeln geleert, zufrieden mit der Reise, die sie mir geboten hat.
Tonka, oft leicht kratzig und markant in vielen Kreationen, wurde hier fein integriert. Sie verliert ihre Kante und entwickelt eine Weichheit, die angenehm und edel zugleich ist. Die Mandel, die in vielen Parfums eine bitteren Beigeschmack hinterlässt, fügt sich hier harmonisch in das Gesamtbild ein, ohne dass der herbe Geschmack zu stark wird. Dennoch bleibt ein Rest – dieser bittere Hauch, der mir persönlich nicht ganz zusagt.
Zu erwähnen ist auch noch die spritzige Bergamotte. Die gerade zum Start immer wieder durchscheint. Sie schafft diesen klaren, spritzigen Moment, der wie ein frischer Wind die Luft erfrischt. Sie wirkt wie ein Kontrapunkt zu den schwereren, süßeren Noten, bringt Leichtigkeit und schafft so eine harmonische Balance. Es ist ein schöner, fast flüchtiger Moment der Klarheit, der den Duft ausgleicht und ihn lebendig wirken lässt.
Insgesamt eine durchdachte, stimmige Komposition, die den Duft zu einer angenehmen Erfahrung macht. Ein Duft, der mit Eleganz und Tiefe spielt, der sich warm und weich a die Haut schmiegt und sich dennoch nicht in meiner Sammlung etablieren wird. So schön er auch ist, durch die leicht bittere Note wird in mir nicht das Verlangen weckt, ihn unbedingt tragen zu wollen, aber ich habe die Flasche mit einem zufriedenem Lächeln geleert, zufrieden mit der Reise, die sie mir geboten hat.
1 Antwort
Der Duft der Veränderung
Niemand wusste, wer den Spiegel dort hingestellt hatte. Er stand einfach da – mitten in einem Rosenpavillon, umrankt von zarten Blüten und bewacht von einem Duft, der die stille Eleganz des Ortes in einen feinen Schleier umhüllte.
Rosalie fand ihn an einem späten Nachmittag, als der Himmel in Rosétönen schimmerte und die Schatten weich über die Wege flossen. Sie fuhr mit den Fingerspitzen über den Rahmen, der in einem zarten Vanilleton glänzte.
Plötzlich begann der Spiegel zu atmen. Und mit ihm der Garten. Aus den Blüten erhob sich ein feiner Nebel – sanft rosig, durchzogen von einem Hauch Süße, wie ein Tropfen Karamell, der sich in die Luft erhebt. Rosalie trat näher, gebannt.
Im Spiegel sah sie sich selbst – und doch war es nicht ganz sie. Diese Version von ihr war leichter, freier, als hätte sie vergessen, wie schwer die Welt manchmal wiegt. Als wäre sie einer Version von sich selbst begegnet, die noch nicht vergessen hatte wie es ist zu träumen. Goldene Schleier hingen von der Decke, fließend wie Gedanken, die man nicht ganz greifen kann. Die Schleier streiften sanft ihre Haut, und plötzlich war sie gekleidet – in ein roséfarbenes Kleid, das nicht Stoff war, sondern Gefühl. In ihrem Gesicht: Ruhe. Ein Strahlen, das von innen kam.
Und in diesem Moment verstand Rosalie: Der Spiegel zeigte nicht, wer man ist. Sondern wer man werden kann, wenn man bereit ist, dem eigenen Glanz zu vertrauen und die eigenen Schritte zu gehen.
Rosalie fand ihn an einem späten Nachmittag, als der Himmel in Rosétönen schimmerte und die Schatten weich über die Wege flossen. Sie fuhr mit den Fingerspitzen über den Rahmen, der in einem zarten Vanilleton glänzte.
Plötzlich begann der Spiegel zu atmen. Und mit ihm der Garten. Aus den Blüten erhob sich ein feiner Nebel – sanft rosig, durchzogen von einem Hauch Süße, wie ein Tropfen Karamell, der sich in die Luft erhebt. Rosalie trat näher, gebannt.
Im Spiegel sah sie sich selbst – und doch war es nicht ganz sie. Diese Version von ihr war leichter, freier, als hätte sie vergessen, wie schwer die Welt manchmal wiegt. Als wäre sie einer Version von sich selbst begegnet, die noch nicht vergessen hatte wie es ist zu träumen. Goldene Schleier hingen von der Decke, fließend wie Gedanken, die man nicht ganz greifen kann. Die Schleier streiften sanft ihre Haut, und plötzlich war sie gekleidet – in ein roséfarbenes Kleid, das nicht Stoff war, sondern Gefühl. In ihrem Gesicht: Ruhe. Ein Strahlen, das von innen kam.
Und in diesem Moment verstand Rosalie: Der Spiegel zeigte nicht, wer man ist. Sondern wer man werden kann, wenn man bereit ist, dem eigenen Glanz zu vertrauen und die eigenen Schritte zu gehen.
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