Caprissimo ist von den Carthusia-Düften, die ich bisher getestet habe der zitrischste und herbste. Hier gibt es keine verspielten italienischen Momente, keine fröhliche Urlaubsstimmung, sondern eher Belebung, Erfrischung und Sauberkeit.
Es dauert eine Weile, bis die mir einfach zu zitronig-saure Kopfnote vorüber ist. Dann wird Caprissimo angenehm kühl und ganz sicher eine Wohltat an heissen Sommertagen, an denen einem nicht nach wirklichem Parfum zumute ist. Das blumige Herz ist eher grün und zurückhaltend und auch die Myrrhe im Ausklang kann man mehr ahnen als riechen. Ich empfinde Caprissimo wie ein edleres Ô de Lancôme.
Ich habe mir Caprissimo blind bestellt, weil ich bisher von allen getesteten Carthusia-Düften begeistert war. Angekommen ist der Duft an einem der kältesten Tages dieses Jahres und so war die Enttäuschung erst mal groß. Das hat mich erst mal überhaupt nicht angesprochen. Vor ein paar Tagen, als hier die Sonne schien und ich schon mehrere Stunden die Balkontüre offen lassen konnte, da zeigte ein erneuter Test, dass Carthusia durchaus etwas zu sagen hat. Allerdings werde ich mit einem neuen Versuch wirklich warten, bis auch die Aussentemperaturen nach Erfrischung rufen. Caprissimo hat eine weitere Chance verdient.
Trotzdem hätte ich mir von dem Geld lieber Ligea di Sirena leisten sollen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.