Lait Concentré Chabaud
Kondenzmilch mit Gruselkindheitserinnerung
Der Name dieses Dufts stimmt mit Geruch völlig überein. Zudem wurde noch, genau wie in manchen gezuckerten Kondenzmilchsorten, Karamell zugefügt. Aus dieser Kondenzmilch kann man leicht Karamellbonbons machen.
Besonders authentisch finde ich bei "Lait Concentré" die Trockenmilchnote, vor der ich mich als Kind immer besonders geekelt habe.
In den 50er Jahren gab es aus USA "Carepakete" und darin befand sich unter anderem auch Milchpulver, gelblich, zum Anrühren und Aufkochen mit Wasser. Diese Zubereitungen rochen ganz komisch muffig. Vermutlich hatte es etwas mit dem erst entzogenen Milchfett, das später dem getrockneten Magermilchpulver wieder zugefügt wurde zu tun.
Nun war das Anrühren und Dosieren dieses Pulver für Milchspeisen nicht ganz einfach. Es war kein Instantpulver. So gab etwa schleimige Klümpchen, und/oder grizzelige Konsistenz, zuviel oder zu wenig Milchpulver. Diese Milch wurde dann mit dem damals muffigen alten Reis, oder den seinerzeit glasig-schleimigen Nudeln so lange aufgekocht, bis die die Speise eine sämig-schleimige-breiige Konsistenz hatte. Oder, das war die Krönung des Gruselessens, diese Milchplempe wurde mit Sago, etwa 2 mm Durchmesserkügelchen glasig und rund, glibberig (wir nannten das: Pillepoggeneier, also Froscheier) aufgekocht, so dass sie im Mund eine "würglich-kötzliche" sensorische Empfindung verursachten. Das konnte dann auch keine Zimt- und Zuckerstreu überlagern. Schlimm war auch, wenn es dazu ranzige Kokosflocken gab zum Drüberstreuen. Also dieses Duft-Déjà-vu mit Kokos wird mir hier erspart.
Das waren keine "Dessert" (bizarres Wort für diese Pampen) sondern wurden als Hauptgericht vorzugsweise in Kinder- und Erholungsheimen uns Kindern abends vorgesetzt. Mit trockenem Brot und Hagebuttentee dazu.
Haltbarkeit? Ist mir egal, wie jeder Leser dieses Kommentar verstehen wird. Sillage? Zu viel! Feminin? Das mussten die Jungen auch essen damals, denn damals wurde Druck gemacht bezüglich des Essens. Wir sollten uns "erholen" und an Gewicht zunehmen.
Heute jedenfalls brauche ich nicht mehr zu Abend essen. Ein bizarrer Geruch als Parfüm.
Besonders authentisch finde ich bei "Lait Concentré" die Trockenmilchnote, vor der ich mich als Kind immer besonders geekelt habe.
In den 50er Jahren gab es aus USA "Carepakete" und darin befand sich unter anderem auch Milchpulver, gelblich, zum Anrühren und Aufkochen mit Wasser. Diese Zubereitungen rochen ganz komisch muffig. Vermutlich hatte es etwas mit dem erst entzogenen Milchfett, das später dem getrockneten Magermilchpulver wieder zugefügt wurde zu tun.
Nun war das Anrühren und Dosieren dieses Pulver für Milchspeisen nicht ganz einfach. Es war kein Instantpulver. So gab etwa schleimige Klümpchen, und/oder grizzelige Konsistenz, zuviel oder zu wenig Milchpulver. Diese Milch wurde dann mit dem damals muffigen alten Reis, oder den seinerzeit glasig-schleimigen Nudeln so lange aufgekocht, bis die die Speise eine sämig-schleimige-breiige Konsistenz hatte. Oder, das war die Krönung des Gruselessens, diese Milchplempe wurde mit Sago, etwa 2 mm Durchmesserkügelchen glasig und rund, glibberig (wir nannten das: Pillepoggeneier, also Froscheier) aufgekocht, so dass sie im Mund eine "würglich-kötzliche" sensorische Empfindung verursachten. Das konnte dann auch keine Zimt- und Zuckerstreu überlagern. Schlimm war auch, wenn es dazu ranzige Kokosflocken gab zum Drüberstreuen. Also dieses Duft-Déjà-vu mit Kokos wird mir hier erspart.
Das waren keine "Dessert" (bizarres Wort für diese Pampen) sondern wurden als Hauptgericht vorzugsweise in Kinder- und Erholungsheimen uns Kindern abends vorgesetzt. Mit trockenem Brot und Hagebuttentee dazu.
Haltbarkeit? Ist mir egal, wie jeder Leser dieses Kommentar verstehen wird. Sillage? Zu viel! Feminin? Das mussten die Jungen auch essen damals, denn damals wurde Druck gemacht bezüglich des Essens. Wir sollten uns "erholen" und an Gewicht zunehmen.
Heute jedenfalls brauche ich nicht mehr zu Abend essen. Ein bizarrer Geruch als Parfüm.
8 Antworten
Teichmaus vor 5 Jahren
1
Lieben Dank für deine Beschreibung, ich "rieche" genau dasselbe, ranzige und abgestandene Milchnoten. Igitt! Nichts warmes und weiches, welches ich mir als Duft erwartet hätte. Nichts angenehmes, das man sich gern aufsprühen möchte. Ich hatte noch nie einen so ekeligen Eindruck eines Duftes, dass ich das hier unbedingt aufschreiben musste und euch mitteilen. Es riecht wie wenn ein Baby ein Bäuerchen macht und dieses dann auf dem Spucktuch der Mama landet.
Ergoproxy vor 12 Jahren
Gute Güte, nun weiß ich, was Du hast erleiden müssen. An mir wird der Duft ebenfalls ein klein wenig ranzig. *grusel*
Ginger vor 12 Jahren
Interessante Dufterinnerung! Diese "Froschaugen" kenne ich auch noch, aber in der Suppe, brrrrr... Als Parfüm ist Lait Concentree für mich der Worst-case, nur noch zu toppen, wenn man dieses als unisex deklarieren würde. ;)
pudelbonzo vor 12 Jahren
Interessante Geschichte zu dem Duft.
Butterfly89 vor 12 Jahren
Meine oma erzählte mir damals auch so "Gruselgeschichten" aus dem 2. Weltkrieg und höre den Opa sudern "euch Kindern müsste man in Krieg schicken, da wäret ihr froh gewesen, wenn ihr DAS zu essen gehabt hättet"... Grusel grusel
Ergoproxy vor 12 Jahren
Auch wenn es so etwas wie eine Leidensgeschichte ist, muss ich getehen, dass ich gerade herzlich lachen musste. *Gruselpokalbabstell*
Fefaminz vor 12 Jahren
Oh du Arme! So eine Dufterinnerung braucht dann kein Mensch! Tapferkeitspokal für dich!
Derailroaded vor 12 Jahren
Einigen Köchen flüstern die Teufel persönlich die Gerichte von der Höllenspeisekarte ein. Zum Trost sei uns allen das Lied "Schlagoberskoch" vom Nino aus Wien empfohlen.

