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Top Rezension
Wem gebührt der Ruhm - Designer oder Schneider?
Wie riecht Erfolg?
Und wie riecht Freude? Oder Triumph? Wie riecht Liebe? Wie riecht Erotik? Wie riecht Sehnsucht? Genauso könnte man sich aber auch fragen wie Trauer, Misserfolg, Liebeskummer oder Abneigung riechen.
Alles Fragen, dessen Antworten so individuell sind, wie jeder Einzelne von uns. Was wir mit einem Gefühl, Lebenssituation oder Zustand verbinden, ist letztendlich abhängig davon, wie und wo auf dieser Welt wir sozialisiert worden sind.
Es gibt unten Einwände und Kritiken an den Namen des Parfüms.
Ich finde den Namen genauso gut oder schlecht, genauso anmassend oder anspruchslos wie Parfüm-Namen, die Liebe, Erotik, Glamour, Tummelplätze der Reichen oder was weiß ich assoziieren wollen.
Besonders mit der Liebe und dem Sex wird auf dem Gebiet der Parfümsnamensgebung viel Schabernack betrieben, da ist Upper Ten noch sehr relativ.
Tja, und wie riecht Erfolg letztendlich? Keine Ahnung!
Aber ich stelle mir vor, der Duft des Erfolgs hätte die selbe Eigenschaften, wie die Menschen, die erfolgreich sind. Da gibt es sogar Studien darüber (erzählte mir meine Freundin, Psychiaterin in einer psychiatrischen Klinik). Amerikanische Psychologen hätten Jahrzehnte lang Daten gesammelt, um herauszufinden, was einen erfolgreichen Menschen von einem Erfolglosen unterscheidet. Am Ende gab es wohl nur ein Merkmal, nur ein Umstand, der über Erfolg oder Misserfolg entschieden hat. Die Erfolgreiche waren nicht die, die gebildeter, origineller, taffer, eleganter, innovativer, cooler waren. Das Einzige, was allen erfolgreichen Menschen gemeinsam war, war die Fähigkeit sich in dem entscheidenden Moment Hilfe zu holen. Diejenige, die nicht gescheut haben zuzugeben, dass sie nicht mehr weiter wissen und sich Hilfe an Bord holten, waren auch diejenige, deren Unterfangen vom Erfolg gekrönt waren. Nicht die forscheren, nicht die dreisteren, nicht die hübscheren, nicht die moderneren, nicht die elenganteren, nicht die glänzenderen. Erfolg ist schließlich kein Glamour.
Also, demnach sollte der Duft des Erfolgs, meiner Meinung nach, Bescheidenheit ausstrahlen. Sich seiner Grenzen, aber auch sich seiner Stärken bewusst sein. Sich nicht aufdrängen, aber auch nicht zurückschrecken, anpassungsfähig sein und am Ball bleiben.
Tut der Duft dieses Parfüm dies alles? Ja, er tut es.
Als Erstes ist er bescheiden, aber er ist klar da. Nichts Lautes bestimmt den Anfang, sondern die herbe, adstringierende Würze der Wacholderbeere, die von einer ausbalancierte Mischung aus Zitrisches, Blumiges und Würziges umgeben t wird. Aus allem etwas. Aus nichts zu viel.
Auch danach wird es nicht lauter oder spektakulärer. Es wird nur individueller.
Bei mir ist der Duft sehr schnell holzig, die Blumen und Früchte, sollten wirklich welche drin sein, sind dermaßen ineinander verwoben, dass nichts einzeln heraus zu riechen ist. Der Duft ist anschmiegsam, hat eine unglaublich interessante Aura und verändert sich langsam, um nur an Reife zu gewinnen Nach ca. 6 Stunden ist er ein Amber-Duft mit kleine fremde Holznoten, dunkel, einladend und immer noch sehr präsent. Und hält noch weitere 3-4 Stunden locker.
Bei meinem Bruder riecht man etwas Fruchtiges heraus, was aber dezent süßlich ist. Auch das grün-zitrische wie von frisch gebrochenen Stängeln bleibt lange, und es dauert fast eine Stunde, bis der Duft sich verdunkelt. Dann aber richtig, Hölzer und noch mehr Hölzer, und einen ledrigen Akkord, wie von einem alten Sattel. Auch an meinem Bruder ist der Duft nach 10 Stunden noch nah an der Haut deutlich vernehmbar.
Bei einer Freundin ist es auch anders - bei ihr riecht man erst herbe Kräuter und Zitrone, danach irgenwie was unbestimmtes Blumiges und sehr schnell kommt ein Duft wie eine sibirische Kräuterseife, die man in der Banja benutzt - mit Birkenteer und 40 Kräuter, gefühlt wie 400. Wenig später ebben die Kräuter ab, und zu dem Teer kommt eine Cremigkeit, die ich schon oft gerochen habe, aber nicht weiß, woher sie stammt.
Wie man sieht - alles unterschiedliche Wahrnehmungen bei einem und demselben Duft. Bei jedem ist er schön (wenn man so etwas mag), aber unterstreicht die Persönlichkeit des Trägers eher, als das er vordergründig ist.
So viel zum Duft.
:) :) :)
Die Idee, einen Tribut der arbeitenden Klasse zu schaffen, finde ich gerecht.
Nur bin ich in dem Fall froh, nicht ein Parfümeur zu sein, denn ich könnte nie und nimmer der politischen Korrektness gerecht werden!
Würde ich den Duft der Arbeiter als ein besonener, ruhiger, weiser Duft umsetzten, würde man mir vorwerfen, den Klassenkampf und die aufgestaute Wut der Ausgebeuteten außer Acht gelassen zu haben, und die Arbeiter als eierlose Luschen dar zu stellen.
Würde ich einen sauberen, einfachen, adretten, frischen Duft kreieren, würde man sagen, ich spiele die Härte der Misere herunter, in der Menschen trotz harter Arbeit gelebt haben.
Würde ich die Bedeutung meiner Huldigung dadurch ausdrücken, dass ich nur beste, erlesenste, teuerste Öle benutzen würde, würde man meine Kreation für einen Hohn halten.
Würde ich wahrheitsgetreu blutiger Schweiß, Ruß, Krankheiten, Latrinen, schimmelige Essensreste, faule Zähne, und die Monaten ohne Wasser und Seife in einem Duft interpretieren, wäre der Duft nicht kommerziell.
Man kann lange diskutieren, wem mehr Ruhm gebührt - dem Designer oder dem Schneider. Die Argumenten wären endlos und alle richtig. Aber wer sagt überhaupt, das die Erfolgreiche nicht geschuftet haben?
Hier geht es nicht um Kommunismus oder Diktatur des Proletariats, sondern um einen Duft. Jeder kann sich selbst nach seinem Empfinden entscheiden, ob das Marketing ihn einschließt oder ausschließt.
Und wie riecht Freude? Oder Triumph? Wie riecht Liebe? Wie riecht Erotik? Wie riecht Sehnsucht? Genauso könnte man sich aber auch fragen wie Trauer, Misserfolg, Liebeskummer oder Abneigung riechen.
Alles Fragen, dessen Antworten so individuell sind, wie jeder Einzelne von uns. Was wir mit einem Gefühl, Lebenssituation oder Zustand verbinden, ist letztendlich abhängig davon, wie und wo auf dieser Welt wir sozialisiert worden sind.
Es gibt unten Einwände und Kritiken an den Namen des Parfüms.
Ich finde den Namen genauso gut oder schlecht, genauso anmassend oder anspruchslos wie Parfüm-Namen, die Liebe, Erotik, Glamour, Tummelplätze der Reichen oder was weiß ich assoziieren wollen.
Besonders mit der Liebe und dem Sex wird auf dem Gebiet der Parfümsnamensgebung viel Schabernack betrieben, da ist Upper Ten noch sehr relativ.
Tja, und wie riecht Erfolg letztendlich? Keine Ahnung!
Aber ich stelle mir vor, der Duft des Erfolgs hätte die selbe Eigenschaften, wie die Menschen, die erfolgreich sind. Da gibt es sogar Studien darüber (erzählte mir meine Freundin, Psychiaterin in einer psychiatrischen Klinik). Amerikanische Psychologen hätten Jahrzehnte lang Daten gesammelt, um herauszufinden, was einen erfolgreichen Menschen von einem Erfolglosen unterscheidet. Am Ende gab es wohl nur ein Merkmal, nur ein Umstand, der über Erfolg oder Misserfolg entschieden hat. Die Erfolgreiche waren nicht die, die gebildeter, origineller, taffer, eleganter, innovativer, cooler waren. Das Einzige, was allen erfolgreichen Menschen gemeinsam war, war die Fähigkeit sich in dem entscheidenden Moment Hilfe zu holen. Diejenige, die nicht gescheut haben zuzugeben, dass sie nicht mehr weiter wissen und sich Hilfe an Bord holten, waren auch diejenige, deren Unterfangen vom Erfolg gekrönt waren. Nicht die forscheren, nicht die dreisteren, nicht die hübscheren, nicht die moderneren, nicht die elenganteren, nicht die glänzenderen. Erfolg ist schließlich kein Glamour.
Also, demnach sollte der Duft des Erfolgs, meiner Meinung nach, Bescheidenheit ausstrahlen. Sich seiner Grenzen, aber auch sich seiner Stärken bewusst sein. Sich nicht aufdrängen, aber auch nicht zurückschrecken, anpassungsfähig sein und am Ball bleiben.
Tut der Duft dieses Parfüm dies alles? Ja, er tut es.
Als Erstes ist er bescheiden, aber er ist klar da. Nichts Lautes bestimmt den Anfang, sondern die herbe, adstringierende Würze der Wacholderbeere, die von einer ausbalancierte Mischung aus Zitrisches, Blumiges und Würziges umgeben t wird. Aus allem etwas. Aus nichts zu viel.
Auch danach wird es nicht lauter oder spektakulärer. Es wird nur individueller.
Bei mir ist der Duft sehr schnell holzig, die Blumen und Früchte, sollten wirklich welche drin sein, sind dermaßen ineinander verwoben, dass nichts einzeln heraus zu riechen ist. Der Duft ist anschmiegsam, hat eine unglaublich interessante Aura und verändert sich langsam, um nur an Reife zu gewinnen Nach ca. 6 Stunden ist er ein Amber-Duft mit kleine fremde Holznoten, dunkel, einladend und immer noch sehr präsent. Und hält noch weitere 3-4 Stunden locker.
Bei meinem Bruder riecht man etwas Fruchtiges heraus, was aber dezent süßlich ist. Auch das grün-zitrische wie von frisch gebrochenen Stängeln bleibt lange, und es dauert fast eine Stunde, bis der Duft sich verdunkelt. Dann aber richtig, Hölzer und noch mehr Hölzer, und einen ledrigen Akkord, wie von einem alten Sattel. Auch an meinem Bruder ist der Duft nach 10 Stunden noch nah an der Haut deutlich vernehmbar.
Bei einer Freundin ist es auch anders - bei ihr riecht man erst herbe Kräuter und Zitrone, danach irgenwie was unbestimmtes Blumiges und sehr schnell kommt ein Duft wie eine sibirische Kräuterseife, die man in der Banja benutzt - mit Birkenteer und 40 Kräuter, gefühlt wie 400. Wenig später ebben die Kräuter ab, und zu dem Teer kommt eine Cremigkeit, die ich schon oft gerochen habe, aber nicht weiß, woher sie stammt.
Wie man sieht - alles unterschiedliche Wahrnehmungen bei einem und demselben Duft. Bei jedem ist er schön (wenn man so etwas mag), aber unterstreicht die Persönlichkeit des Trägers eher, als das er vordergründig ist.
So viel zum Duft.
:) :) :)
Die Idee, einen Tribut der arbeitenden Klasse zu schaffen, finde ich gerecht.
Nur bin ich in dem Fall froh, nicht ein Parfümeur zu sein, denn ich könnte nie und nimmer der politischen Korrektness gerecht werden!
Würde ich den Duft der Arbeiter als ein besonener, ruhiger, weiser Duft umsetzten, würde man mir vorwerfen, den Klassenkampf und die aufgestaute Wut der Ausgebeuteten außer Acht gelassen zu haben, und die Arbeiter als eierlose Luschen dar zu stellen.
Würde ich einen sauberen, einfachen, adretten, frischen Duft kreieren, würde man sagen, ich spiele die Härte der Misere herunter, in der Menschen trotz harter Arbeit gelebt haben.
Würde ich die Bedeutung meiner Huldigung dadurch ausdrücken, dass ich nur beste, erlesenste, teuerste Öle benutzen würde, würde man meine Kreation für einen Hohn halten.
Würde ich wahrheitsgetreu blutiger Schweiß, Ruß, Krankheiten, Latrinen, schimmelige Essensreste, faule Zähne, und die Monaten ohne Wasser und Seife in einem Duft interpretieren, wäre der Duft nicht kommerziell.
Man kann lange diskutieren, wem mehr Ruhm gebührt - dem Designer oder dem Schneider. Die Argumenten wären endlos und alle richtig. Aber wer sagt überhaupt, das die Erfolgreiche nicht geschuftet haben?
Hier geht es nicht um Kommunismus oder Diktatur des Proletariats, sondern um einen Duft. Jeder kann sich selbst nach seinem Empfinden entscheiden, ob das Marketing ihn einschließt oder ausschließt.
9 Antworten


Mit der Namensgebung habe ich auch gehadert, zumal der Duft für mich ein sehr angenehmes Understatement ist...