Was hat mich so sehr an der Loant-Serie fasziniert, dass ich die Düfte testen wollte (einen herzlichen Dank an Franfan20 für die Zusendung der Probenserie!)? Es ist die Ameise auf den Flakons, die mich sofort fesselte. Das Wort „Ameise“ dürfte mit dem althochdeutschen Wort für „emsig“ verwandt sein. Wer sich schon einmal mit dem Gekrabbel und Gewimmel eines Ameisenhaufens beschäftigt hat, der wird meine Faszination nachvollziehen können.
Das perfekte Zusammenspiel dieser Insekten durch die Kommunikation über Duftstoffe mag gut zur Vorstellung einer Duftserie passen, die durch Layering immer wieder neu kombiniert werden kann, theoretisch nicht nur in Kombination von zwei Düften (Basisduft: Loant mit einem der anderen Düfte: Kopfnoten: Lojazz , Lorose, Lobitt, - Fondnoten zur Abrundung der Basisnote: Lovann, Lotree, Lomusk), sondern auch in der Kombination mehrerer Düfte bzw. Duftbausteinen. Ein Gewimmel zahlreicher, miteinander kombinierbarer Einzelbausteine, theoretisch natürlich erweiterbar und damit unendlich verzweigt.
Wie bereits mehrfach erwähnt, ist Layering kein neues Konzept. Besonders bekannt sind die Düfte von Etro, die z.T. dieses Konzept verfolgten, zuvor fand sich diese Idee bereits bei der traditionellen englischen Marke Crown (Nachfolger sind die Düfte der Anglia Perfumery), die gleichfalls empfahl, ihre Colognes und Perfumes zu kombinieren.
Ich selbst habe gelegentlich einen Versuch mit zitrisch hellen in Kombination mit schwereren Düften gemacht (besonders schön: Annick Goutal Eau d‘Hadrien mit Lords von Penhaligon‘s) und interessante Ergebnisse erzielt. Erstaunlich häufig lassen sich Düfte kombinieren, erstaunlich selten ergibt die Überlagerung des einen durch den anderen Duft eine olfaktorische Kakophonie.
Grundsätzlich lässt Santi Burgas offen, ob die Loant-Serie zum Layern oder alternativ auch zum Tragen des Einzelduftes geeignet sei. Ich persönlich bin aber der Meinung, dass die Düfte erst durch Layering ihren eigentlichen Charakter entfalten.
Loant etwa, der Basisduft der Serie, erscheint mir für ein Tragen ohne Kopf- (Lojazz, Lorose, Lobitt) oder Fondnote (Lovann, Lotreee, Lomusk) nicht wirklich gut geeignet. Der Duft wirkt synthetisch, scharf, unausgewogen, entwickelt sich nur langsam harmonischer.
Kombiniert man Loant jedoch mit einem andern Duft, so entstehen durchaus interessante Effekte und die Serie gewinnt deutlich an Reiz.
Besonders deutlich scheint mir das Konzept des Layering in Kombination von Loant und Lobitt erkennbar. Einzeln gefällt mir weder der eine noch der andere: Lobitt hat eine energisch scharfe, fast grüne Mandarinenote, wie ich in dieser Penetranz sonst nur aus Il Profvmos Mandarine Osmo kenne. In Kombination mit Loant ergibt sich jedoch ein frischer, zitrisch-orangiger Duft, der schon nach kurzer Zeit harmonisch und rund und gleichzeitig erfrischend wirkt. Ein verblüffendes Ergebnis.
Besonders spannend an diesem Versuch ist letztlich auch die Erkenntnis, dass Parfumeurhandwerk immer aus der Kombination zahlreicher verschiedener Einzelteile besteht, die erst in der Summe zur ParfumKUNST werden. Im Vergleich zur Verbindung aus Loant und Lojazz ist die Kombination aus Loant und Lobitt weicher, weniger zitrisch, nicht so scharf und harmonischer.
So lasse ich mir das große Krabbeln gerne gefallen.
Ähnliches Ergebnis zeigt sich bei mir gerade auch. Allerdings mag ich auch die Kombination nicht besonders. die Düfte werden für mich nur gerade erträglich. Die grauenhafte Künstlichkeit knapp an der Schmerzgrenze bleibt auch beim Kombinieren.
Oh, grüne Mandarine klingt für mich eigentlich toll - ich mag Hesperiden ja ganz gern ein wenig herb und bitter, brizzelfrisch sozusagen. Und Du scheinst Dich in Richtung "Zweitberuf: Parfümeur" zu entwickeln, ;-)!
Ja, hier komme ich mit: als ich in Grasse selbst Parfüm gemischt habe, zB Sandelholz oder Tuberose sind in ihrer Reinversion fast nicht zu (er)tragen, aber in Kombination wird's was.