Berkanlenck

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Rezensionen
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Ein Abend im Finale
Gestern Abend habe ich mir zum ersten Mal Finale von Schwarzlose Berlin aufgesprüht. Es war einer dieser Tage, an denen ich schon gespürt habe, dass etwas in der Luft liegt vielleicht der Übergang vom Spätsommer zum Herbst, vielleicht auch einfach meine eigene Stimmung.

Der erste Sprühstoß traf mich wie ein kleiner Paukenschlag. Dieses helle, pfeffrige Prickeln, begleitet von der Süße der Nektarine als ob ein Vorhang aufgezogen wird und das Licht die Bühne flutet. Ich musste sofort lächeln, weil es so lebendig und gleichzeitig ungewohnt war. Für einen Moment fühlte ich mich, als würde ich in der ersten Reihe einer Premiere sitzen, gespannt auf das, was gleich kommt.

Nach einer Stunde veränderte sich der Duft, und mit ihm meine Stimmung. Das Würzige wurde weicher, tiefer, fast geheimnisvoll. Tabak und Harz kamen durch, legten sich wie warmer Samt um mich. Ich war mit Freunden unterwegs, aber innerlich hatte ich das Gefühl, ganz bei mir selbst zu sein wie in einem Monolog, den nur ich hören konnte. Einer meiner Freunde lehnte sich im Gespräch zu mir und meinte plötzlich: „Du riechst heute so… dramatisch.“ Ich musste lachen, denn genau so fühlte es sich an.

Als ich später allein nach Hause ging, war der Duft fast nur noch ein Flüstern. Holz, Rauch, etwas Dunkles, das sich an meine Haut klammerte. Es war, als hätte der Tag einen Schlussakkord gespielt, der langsam verklang. Ich blieb noch eine Weile am Fenster stehen, sah auf die Straßenlichter und spürte: Finale ist kein Ende, sondern dieses geheimnisvolle Innehalten zwischen Abschied und Neubeginn.
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Besondere Tage kommen
Es war spät am Abend, als ich das erste Mal Black II Extrait de Parfum auf meine Haut auftrug. Schon beim Abziehen des Verschlusses stieg mir ein dichter, opulenter Duft entgegen, der sofort fesselte. Anders als normale Düfte war dies kein flüchtiger Hauch es war wie ein Schatten, der sich um mich legte, schwer, tief und unvergleichlich sinnlich.

Die ersten Noten waren rauchig und balsamisch, eine Mischung aus dunklem Holz, Harz und einem Hauch Vanille, die mich sofort an ferne orientalische Basare erinnerte, an Nächte voller Geschichten und Geheimnisse. Mit jedem Schritt, den ich durch die leeren Straßen machte, schien der Duft intensiver zu werden, als würde er meine Präsenz verdoppeln ich fühlte mich selbstbewusst, fast magnetisch.

Später, bei einem zufälligen Treffen mit alten Freunden, bemerkte ich, wie manche ihren Kopf leicht drehten, als würde der Duft sie unbewusst zu mir führen. Black II Extrait war nicht nur ein Begleiter, sondern eine eigene Persönlichkeit, die mich umhüllte kraftvoll, geheimnisvoll und verführerisch zugleich.

Auf dem Heimweg spürte ich die letzten warmen Noten auf meiner Haut ein Mix aus süßem Amber, lederartiger Tiefe und leichtem Weihrauch. Ich schloss die Augen, atmete tief ein und wusste: Dieser Duft hinterlässt nicht nur Spuren in der Luft, sondern auch in Erinnerungen. Seit diesem Abend ist Black II Extrait de Parfum für mich mehr als ein Duft es ist ein Erlebnis, ein Statement, ein Moment purer Intensität, den man nie vergisst.
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Das Schweigen von Black IV
Ich erinnere mich noch genau an den Abend, an dem ich Widian Black IV zum ersten Mal getragen habe. Es war ein kühler Herbstabend in einer fremden Stadt, irgendwo zwischen dem Glanz moderner Fassaden und den schmalen, alten Gassen, die nach Geschichte rochen. Ich hatte die Flasche gerade erst gekauft angezogen von ihrem schweren, edlen Glas, das fast schon wie ein Kunstwerk wirkte.

Als ich den ersten Sprühstoß auf die Haut legte, breitete sich sofort etwas Samtiges aus: dunkle, würzige Wärme, fast so, als hätte jemand eine alte Holztür geöffnet, hinter der jahrzehntelang geheimnisvolle Geschichten gesammelt wurden. Der Duft wirkte wie ein stiller Begleiter, unaufdringlich, aber mit einer Tiefe, die mich immer wieder innehalten ließ.

Ich lief durch die Stadt, vorbei an Cafés, in denen das Lachen junger Leute durch die Straßen hallte, und spürte gleichzeitig eine eigenartige Ruhe in mir. Black IV wirkte wie ein Schutzschild als würde er mir sagen: Du musst dich nicht erklären, du bist einfach da, und das genügt.

Später in einer kleinen Bar, als ich an einem Glas Rotwein nippte, lehnte sich eine Fremde zu mir herüber und fragte leise: „Welcher Duft ist das? Er erinnert mich an Reisen, an Nächte unter Sternen.“ Wir lächelten beide und in diesem Moment wusste ich, dass dieser Duft mehr war als nur Parfum. Er war ein Schlüssel zu Erinnerungen, die man noch gar nicht erlebt hatte.

Seitdem trage ich Widian Black IV nicht oft nur an Abenden, an denen ich mich selbst wiederfinden will. Es ist für mich kein Alltagsduft, sondern ein Kapitel, das man nicht zu oft liest, damit die Magie bleibt.
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Süße Versuchung am Comer See
Der Frühling hatte Bellagio in ein Meer aus pastellfarbenen Blüten getaucht, und die Sonne spiegelte sich funkelnd im Comer See. Ich schlenderte die schmalen Gassen entlang, vorbei an kleinen Cafés und Boutiquen, als mich ein sanfter, blumig-süßer Duft einfing.

Neugierig bog ich in einen kleinen Laden ab, dessen Schaufenster mit goldenen Flakons dekoriert war. Dort stand sie: Casamorati Italica. Die Verkäuferin sprühte ein wenig auf ein Duftkärtchen, und sofort fühlte es sich an, als würde der Duft die leichte Brise des Sees einfangen frische Bergamotte, zarte Pfingstrose, warmes Vanilleholz.

Ich trat nach draußen, das Duftkärtchen in der Hand, und atmete tief ein. Der Duft verschmolz mit der Szenerie: die leisen Wellen des Sees, das Klappern der Boote am Ufer, das entfernte Lachen von Menschen auf der Piazza. Jeder Atemzug fühlte sich wie ein kleines Stück italienische Lebensfreude an.

Später saß ich in einem Café am Wasser, trank einen Espresso und ließ Italica auf meiner Haut verweilen. Jeder Tropfen schien den Moment zu verlängern, machte die Sonne wärmer, die Farben heller, die Geräusche klarer. Für einen Augenblick war Bellagio nicht nur ein Ort es war ein Gefühl, eingefangen in einem Duft.

Als ich die Flasche schließlich kaufte und in meiner Tasche verstaut hatte, wusste ich: Jedes Mal, wenn ich Italica tragen würde, würde ich wieder hier sitzen, die italienische Sonne auf meiner Haut spüren und den Comer See in meinem Herzen tragen.
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Das Geheimnis zwischen Kakao und Oud
Es begann eigentlich unscheinbar, mit einem Entschluss, der lange in mir gereift war: Ich wollte Düfte nicht mehr nur mögen oder ablehnen, sondern wirklich verstehen. Also meldete ich mich für einen Parfumkurs an. Schon am ersten Tag war mir klar: Hier öffnet sich eine neue Welt. Wir rochen an einzelnen Rohstoffen – Bergamotte, Vanille, Leder, Patchouli und plötzlich wurden sie zu Bausteinen, wie Wörter in einer Sprache, die ich bisher nie richtig sprechen konnte.

Ich erinnere mich an das Gefühl, als wir zum ersten Mal Oud probierten. Dunkel, geheimnisvoll, fast überwältigend eine Note, die gleichzeitig Anziehung und Respekt auslöste. Oder der Moment, als wir Safran rochen: warm, würzig, golden wie ein Sonnenstrahl im Glas. Ich sog all das auf, neugierig und mit einer Art kindlicher Begeisterung.

Nach dem Kurs hatte ich das Bedürfnis, dieses neue Wissen direkt anzuwenden. Ich wollte nicht irgendeinen Duft kaufen, sondern einen, der mich an diese Reise erinnerte. Also ging ich zu Louis Vuitton, schon lange fasziniert von ihrer Parfumlinie, aber bisher nie mit diesem Bewusstsein.

Die Boutique war hell und elegant, fast wie eine Galerie. Als die Beraterin den Flakon von Nouveau Monde vor mich stellte, fühlte sich der Moment bedeutungsvoll an. Ein Sprühstoß auf meinem Handgelenk und dann geschah es: die warme, samtige Umarmung von Kakao, sofort tief und sinnlich, wie eine geheime Erinnerung an vertraute Geborgenheit. Doch gleichzeitig drängte sich Safran in den Vordergrund, leuchtend, würzig, fast wie eine Erinnerung an das, was ich im Kurs gerochen hatte. Und darunter Oud. Dunkel, erdig, ernst. Plötzlich war es, als ob sich all das Gelernte zusammenfügte: die Kopfnoten, die sich entfalten, die Basis, die trägt, das Herz, das verbindet.

Ich stand da, und für einen Moment roch ich nicht nur einen Duft. Ich roch meine eigene Entwicklung, meine Lernreise, meine Neugier. Nouveau Monde war kein Zufall er war wie die Antwort auf die Fragen, die ich mir im Kurs gestellt hatte.

Als ich den Flakon schließlich kaufte, fühlte es sich nicht so an, als hätte ich mir einfach ein Parfum gegönnt. Es war eher wie ein Versprechen. Ein Versprechen an mich selbst, Düfte bewusster zu erleben, sie nicht nur oberflächlich zu betrachten, sondern in ihnen Geschichten, Gefühle und Erinnerungen zu entdecken.

Seitdem trage ich Nouveau Monde nicht jeden Tag. Es ist mein besonderer Begleiter für Momente, in denen ich mich an diese Reise erinnern möchte: an den Duft von Safran auf einem Teststreifen, an das erste tiefe Einatmen von Oud, an die Erkenntnis, dass Parfum mehr ist als ein Accessoire – es ist ein Stück Identität.

Und jedes Mal, wenn sich die warmen, dunklen Noten auf meiner Haut entfalten, bin ich wieder kurz in diesem Kursraum, zwischen kleinen Fläschchen und neugierigen Blicken. Ich erinnere mich an den Moment, in dem eine Leidenschaft begann.
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