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Caliopes Blog
vor 12 Jahren - 05.09.2013
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En Gedi: ein Fluch beschützt das Geheimnis

Eine Zweigstelle des Israel Museums ist das Rockefeller Museum im östlichen Jerusalem. Es wurde nach seinem amerikanischen Stifter benannt und besitzt die größte archeologische Sammlung Israels. Dazu gehört auch eine Inschrift aus Mosaiksteinen. Sie stammt aus der Synagoge der jüdischen Stadt En Gedi.
Die Strasse nach En Gedi führt am Toten Meer entlang. Seine Mineralien sollen heilende Wirkung haben, kein Wunder also, dass es für Gesundheits- und Kosmetikprodukte verwendet wird und Touristen aus aller Welt anzieht. Das Land um das Tote Meer herum ist völlig ausgedörrt, abgesehen von einer Oase, in der früher die Stadt En Gedi stand.

Archeologen haben kürzlich entdeckt, dass die Stadt zwar klein, ihre Synagoge aber ziemlich groß und luxuriös war. Es gab dort ein Fußbodenmosaik mit einer langen Inschrift, die sehr bedrohlich klingt. Begriffe wie Zorn, Strafe und das alles sehende Auge.. - die Warnung ist deutlich: wer ein bestimmtes Geheimnis verrät, ist so gut wie tot! Aber welches Geheimnis einer kleinen Oasenstadt könnte so bedeutend sein?
Biblische Quellen nennen verschiedene Pflanzen, die in diesem Land wuchsen. Man weiss zum Beispiel von der Balsampflanze. Sie galt als sehr wertvoll. In der ganzen Welt wurde sie aufgrund ihres aussergewöhnlichen Duftes begehrt. Mit der Essenz dieser Balsampflanze wurde ein Parfum hergestellt, das Balsama. Man bekam es nur in En Gedi. Seines betörenden Duftes wegen kaufte Markus Antonius es für seine Geliebte Kleopatra. Er musste sehr viel Gold dafür bezahlen. Das Balsama machte En Gedi zu einer reichen Stadt und umso wichtiger war es, das Monopol zu behalten. Die Herstellung von Balsama war etwas so besonderes, dass dafür Spezialisten zuständig waren. Und die wollten auf keinen Fall, dass ihr geheimes Wissen verraten wurde.

Vermutlich wird die Zusammensetzung von Balsama immer ein Geheimnis bleiben, denn die kleine Stadt En Gedi wurde angegriffen und vollkommen zerstört. Man weiss weder wann noch warum. Nach der Zerstörung gab es auch kein Balsama mehr. Die Balsampflanze, die für die Herstellung des Parfums gebraucht wurde, verschwand im Laufe der Zeit aus der Gegend um das Tote Meer. Doch ist das Geheimnis um die Herstellung von Balsama wirklich verloren?

http://www.heute.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/857428?teaserListIndex=286&bc=kua857392;kum857428#/beitrag/video/1972666/Akte-M---2-Israel-Museum,-Jerusalem

(ab Minute 29:30)

5 Antworten
TooSmell27TooSmell27 vor 12 Jahren
Sehr schöner Beitrag.
Escada1970Escada1970 vor 12 Jahren
Wenn wir den Berichten und Forschungen trauen wollen wird Afarsemon neben Weihrauch wohl sehr an Bedeutung gewinnen....in den nächsten Jahren. Schöner Bericht, danke Caliope.
Esther19Esther19 vor 12 Jahren
Und es gibt sogar Düfte und Kosmetik: http://www.eingedi.net/
Danke für den Blog!
JifatJifat vor 12 Jahren
Schöner Bericht aus einem absolut faszinierenden Land. Übrigens, heute ist in Israel und bei den Juden weltweit ein hoher Feiertag: Rosh Hashana, Neujahr. Es beginnt das jüdische Jahr 5774. Dann also ein gutes neues Jahr und Mazal Tov für alle, die es feiern!
RivegaucheRivegauche vor 12 Jahren
Oh ja, ganz toll. Ich war im März dort und Dein rechts Bild mit den Stufen erinnert mich an meinen Weg durch die Quelle. Der Ort ist sensationell. Und "Totes Meer" Kosmetik von Ahava musste natürlich mit ins Gepäck. Israel habe ich als wunderbares und interessantes Land kennengelernt. Allerdings ist die "megakontrollwütige" Ausreise fast ein Grund, nicht wieder einzureisen.

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