MinigolfMinigolfs Parfumblog

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Vor 13 Tagen
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Da ich momentan etwas Urlaub habe und daher Zeit, meine Sammlung so nach und nach mal durchzuschnuppern, ob alles noch in Ordnung ist, ist mir ein "Phänomen" aufgefallen. Da gibt es Düfte, bei denen eine sehr gute Haltbarkeit und Sillage angegeben ist, die ich nicht lange gut wahrnehmen kann. Wo andere "Parfumos" "megamässig" , phantastisch oder im Negativen "Aufdringlich" angeben, habe ich da nur eine leise Ahnung eines Duftes (mal etwas übertrieben ausgedrückt)

Doch auch das Gegenteil ist der Fall: Düfte, die mit "Haltbarkeit: 6,5 Sillage: 5,8" beispielsweise angegeben sind (und auch die meisten anderen "Riecher" es so empfinden), hält bei mir oft sehr lange und deutlich wahrnehmbar die Stellung. Gestern hatte ich einen Sprüher "Chic" von Betty Barclay aufs Handgelenk aufgetragen (mittlere bis untere Performance), den habe ich viele Stunden lang sehr gut wahrgenommen.

Und heute Morgen war mal Psychédelique an der Reihe, ein sonst auch von mir als sehjr haltbarer und sehr lange abstrahlender Duft, an der Reihe. Doch, oh Wunder des Schreckens, war er scheinbar nach knapp 2 Stunden "verflogen"...

Ich habe dann am selben Arm das Test-Experiment" wiederholt, das ist jetzt ca. 5 Stunden her, und WUMMS! der Psychedelique ist immer noch sehr deutlich DA! Seltsam, selbst für mich, die sich für eine recht "erfahrene Nase" hält, ist das ein vorher wenig beachtetes Phänomen, das mich nun dufttechnisch zum Nachdenken bringt. Am anderen Arm harrt nun schon längere Zeit ein anderer Duft aus, der sonst unterdu rchschnittlich bewertet wurde. Gut wahrnehmbar, wenn auch nicht so intensiv wie der besagte Psychedelique, der etwa eine halbe Stunde länger weilt.

Und so könnte ich die Duft-Eindrücke noch fortsetzen, bei denen die "Starken" schwach abschneiden und umgekehrt, oder es wieder so ist: Stark bleibt stark und Schwächer eben schwächer... Und das immer mal wechselt... Vielleicht hat jemand ebensolche oder ähnliche Erfahrunge gemabcht..... und kann mir helfen, eine plausible Erklärung zu finden........

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Ich habe mir schon öfters darüber Gedanken gemacht, wann wer eine Einteilung der Parfums in "Damen" und "Herren" erfunden hat, und warum. Wohl aus der Annahme heraus, dass Damen "lieblich" duften sollten als das "schwächere Geschlecht"... und Herren würzig und herb zur Betonung ihrer "männlichen Stärke"...

Ich kann mir vorstellen, dass diese "Einteilung" noch aus dem 19. Jahrhundert stammt, der "Biedermeierzeit", und wohl teils bis heute einfach so übernommen wurde. Noch früher, etwa im 17. und 18. Jahrhundert, war es meist völlig "wurscht", wer was trug, es waren für Männlein und Weiblein dieselben Duftrichtungen angesagt, wie Moschus- und Zibet-Noten, je schwülstiger, desto besser. Meist in der "feinen Gesellschaft"... Bürger und Bauer trug Lavendel- und Rosenwasser vom Wochenmarkt.. Frauen wie Männer.

Bis heute hat sich der Duftmarkt ins "Unendliche" vergrößert und jährlich kommen hunderte neue Düfte auf den Markt, nur ganz wenige halten sich länger als 5 bis 6 Jahre, nur einzelne werden zu Klassikern. Aber immer noch oft mit einer Geschlechts-Bestimmung, die auch durch Werbung genau so suggeriert wird. "Nur echte Männer tragen XY, der Duft für harte Kerle"... oder: Die Dame von Welt greift zu AB, verführerisch und elegant"...

Dankbarerweise gibt es heute Düfte, für die kein Geschlecht "vorgeschrieben" ist-- Die "Unisex-Düfte", die genau wie die "Eingeteilten" in gut und weniger gut existieren. Obwohl ein "Damen-oder Herrenduft" fast gleich riechen kann (siehe "Aramis" und "Cabochard") und viele Andere, würde wohl ein Mann kaum zu "Cabochard" greifen und eine Dame selten zu "Aramis" (wenn man von der Mehrheit der Gesellschaft ausgeht), weil eben draufsteht, für wen was ist.

Würde man die Menschen, die gerne Düfte verwenden, so Einiges "blind" schnuppern" lassen, würde die Sache wohl etwas anders aussehen. Da entschiede der momentane "Duftgeschmack", und nur DER. Würde man das Experiment mit umgekehrten Vorzeichen wiederholen ("Damendüfte" mit "männlichem" Aufdruck und "Herrendüfte " mit "weiblichem", würden sich die Geister scheiden und das (dem Duftgeschmack ebenfalls angelehnt) "weiblich" deklarierte mehr von Frauen bevorzugt werden und umgekehrt.

Doch warum soll eine Dame keinen würzig-holzigen, herben Duft tragen und ein Mann keinen mit Blumen im "Gebinde"?.. Mittlerweile sehen viele Leute es schon viel lockerer, dankenswerter Weise, was sie mögen oder nicht. Und tragen, was ihnen gefällt. MICH eingeschlossen.

Denn ein Duft sollte kein spezifisches Geschlecht haben. Die "traditionellen Duft-Träger/innen mögen mir verzeihen, ich akzeptiere das. Doch muss niemand die Nase rümpfen, weil eine (übertrieben ausgedrückt) elfengleiche junge Dame einen würzig-aromatischen Duft trägt und ein "kerniger Recke" einen zarten Rosenduft. Diese Freiheit sollte man sich und Anderen gönnen, einfach zu tragen, was Spass macht und gefällt.



21 Antworten

In Bezug auf meinen vorherigen Blogartikel bin ich im Begriff, nun eine saftige, bitterböse und durchaus auch "ernst gemeinte" Ergänzung hier nachzulegen. Nicht nur das Wissen darum durch einen lieben Mit-Parfumo, sondern auch vom Besitzer meiner privat geführten Stamm-Parfümerie haben mich in wahre Wut versetzt. Hier erfuhr ich, dass sich Chanel schon beschwert hat, bzw. eine Klage eingereicht hat, Balenciaga und Guerlain ebenso (um nur mal die "Großen" der Branche zu nennen) Alles bislang ohne Erfolg.

Doch woher kommt denn diese Reformulierungs- Erzwingung durch IFRA und EU-Richtlinien? Ich kann mir denken, dass das mit der Vetternwirtschaft der Herstller "künstlicher" (synthetischer") Duftstoffe zu tun hat, die ihren... mit Verlaub...MIST .. günstig anbieten, ihren Profit haben wollen. Da kommen wohl natürliche Aromen wie Patchouli, Eichenmoos und viele Andere kaum auf ihre Kosten, weil die Duftextraktion aufwändiger und kostspieliger ist.

Um das Ganze (peinliche) Geschehen zu vertuschen, wird alles als "notwendige Auflage" zur Tilgung "hochallergener" Stoffe deklariert. Würde etwa Glyphosat so rasch und gründlich eingeschränkt bzw. verboten würde alle (Pflanzenschutz) Welt Zedera und Mordio Posaunen. Oder bei der Sache mit dem Formaldehyd vor Jahren (das wirklich sehr schädlich ist und jeden Anderhtalbten bis Zweiten betraf. Da wurde aisgedehnt herumdiskutiert, das zog sich Monate... Jahre, bis endlich ein Beschluss des (teilweisen??) Verbotes öffentlich rechtlich vorgestellt wurde.

Da muss ja Parfum doppelt giftig als alle beiden Stoffe plus Arsen als Zugabe, wenn da still und heimlich das radikale Abzwacken der höchst-giftigen Stoffe wie Patchouli, Moos, unter Umständen Ionone, und Andere (schwerst verdächtige Gefahrenträger!!!) beschlossen wird.

Da wiegt wohl die Tatsache, dass einer von 100.000 Duftbenutzern von Patchouli Pickel kriegt, schwerer, als wegen wirklicher Aufnahme von GIFT 3bis 5 von 100 schwer Erkrankter...

EINE WAHRE SCHANDE IST DAS!!!!!

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Vor 9 Monaten
22 Auszeichnungen

Mit Schrecken habe ich die Nachricht aufgenommen, dass Harry Lehmann all seine Düfte neu "überdenken"/ reformulieren muss. Und das betrifft ganz bestimmt nicht nur diese Duft-Manufaktur. Dass still und heimlich über EU. IFRA oder sonstige weltpolizeiliche "Gift-Aufspürer" etwas beschlossen hworden sein soll, das normale "Nasen" erst über irgendwelche Hintertüren erfahren. Es soll diesmal das Patchouli erstrangig auf der Meuchel- Liste stehen, ein Inhaltsstoff par exellence, der schon seit Urzeiten in Düften verwendet wird und einem Parfum erst Charakter und Tiefe gibt. Erst waren es Eichenmoos, Coumarin und etliche andere Ingredienzien , auch natürlichen Ursprungs, die "amputiert" wurden bis auf einen minimalen Rest.

Und nun soll auch noch Patchouli, Citronellol und ich weiß nicht- welche anderen tollen Duftträger da weggeschnitten werden sollen. Als es um 2010 den Düften an den Kragen ging, hat man zumindest im Vorfeld eine Diskussion darüber mitbekommen. Und nun beruht alles auf Stillschweigen. Ich kann mir auch denken, daß damit gerade die kleineren, unabhängigen Dufthersteller, die keinem Großkonzern angehören, damit überfordert sein könnten. Und dass dann viele tolle "Nasenschmeichler" dann eingestellt werden müssten.

Ich will jetzt keine Panik schieben, aber ich bin durchaus darauf vorbereitet, dass ab Juli 2019 so einige "Köpfe rollen" werden. Und ich bin dankbar, dass ich noch Vintage Exemplare mancher Parfums habe und recht gut mit Eichenmooshaltigen Wummsern und klassischen Patchouli- Düften eingedeckt bin. Mal abwarten, was 2019 duft-technisch so bringen mag und was bleibt uns, und was nicht-!?

22 Antworten

So einige Blogs im Zusammenhang mit Düften habe ich schon geschrieben. Doch heute liegt mir ein "duftes" Thema besonders am Herzen. Wie ich an so manche Parfums gekommen bin, die ich auch nicht mehr hergeben würde. Nicht tauschen und erst recht nicht verkaufen.

Viele von Euch wissen bestimmt, dass ich eine passionierte Flohmarktgängerin bin. Und genau diese "Veranstaltungen" halten so manch freudige Überraschungen bereit. Sei es nun eine grüne Jacke, wie ich sie schon lange wollte, oder das besondere Teelicht aus Kristallglas oder eben Parfums.

Nein, nicht die "fliegenden Händler" die "Original Markendüfte zum Spottpreis anbieten, die eben fast immer Fälschungen sind. --Ich meine die Privatleute mit allerlei Krimskrams, wo ich schon so manches "heisse Stück" ergattert habe. Und bei Parfums, wenn jemand welche anbietet (und das mittlerweile nicht selten), handelt es sich fast immer um "abgelegte", angefangene Flakons, die recht günstig zu erstehen sind.

Da sind so manche Raritäten dabei, die nicht mehr hergestellt werden. Nicht immer "teure Marken" sondern einfach Sachen von "Myrurgia", "Dana", "Avon" etc, die es nicht mehr offiziell gibt. Meistens hatte ich Glück, die Düfte waren nicht gekippt. Allerdings kam es schon vor, dass die Kopfnote sich verflüchtigt hatte, und der "Rest" aber wunderbar duftete,

Es gibt auch immer mehr Märkte für Käufer und Verkäufer, in denen man sich als Verkäufer ein Regal mieten kann, seine Dinge dort platziert, in der oft erfolgreichen Absicht, Dinge , die man selbst nicht mehr verwendet, "Liebhabern" zuzuführen. Auch dort hatte ich schon "alte Schätzchen" erfolgreich ausgegraben.

Wenn jemand sich mal Zeit und Muße nehmen mag (oder kann) , der schlendere mal über Flohmärkte oder besuche solche Geschäfte mit "wachen Sinnen"Und schwups kann es passieren, dass man von Düften gefunden wird, an die man nie im Leben dachte....

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