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Minigolf

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Rezensionen
1 - 5 von 2565
Mondlicht und Nachtwolken
Wer so bestimmte Bücher und Filme kennt, die "dunkle Spannung" generieren, unheimliche Landschaften, Häuser, Schlösser und Räume beschreiben, in denen es wohl spuken mag, doch nie "blutig" oder brutal werden, weiß wohl, wie dieser klasse Duft einzuschätzen ist. Er wohnt in seinem völlig schlichten Flakon mit abschraubbarem Sprüher. Man sieht ihm nichts von außen an, doch beim ersten Spritzer daraus lässt er die Gespenster tanzen.
Ein altes Gemäuer, ein schmiedeeisernes großes Tor im ebensolchen, leicht rostigen Umgeländer, von Efeu berankt. Dahinter ein halb verwilderter Garten mit knorrigen alten Bäumen. Darüber ein Nachthimmel, über den Vollmond ziehen Wolkenfetzen hinweg. Die jedes Mal fahl zu glühen scheinen, wenn sie den Mond passieren. Windböen lassen es in der Umgebung unheimlich säuseln, manchmal knacken Zweige.
Man glaubt, beobachtet zu werden von zwei unsichtbaren Augen. Und weiß nie, wo was lauern könnte. Immer in leiser Furcht vor dem Unbekannten, das in diesen morbiden Frieden eindringen könnte. Doch immer duftet es erdig, feucht-laubig, herbsüß-harzig, dunkel-holzig. Immer angenehm für "Freunde der Nacht". Wirklich "böse" kann hier wohl kaum etwas sein. Nur spannungsvoll, wohlig furchtsam, mitunter gespenstisch... Ruft da nicht irgendwo eine Nachteule!? Blinken da nicht zwei wachsame Augen im Mondlicht auf?... Im alten Palais und in seinem verwilderten Garten scheinen die Ahnen eines alten Grafen zu tanzen.....
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Süßling's Gewürze
Edles Design, schon rein äußerlich. Das Selbe kann ich vom Inhalt behaupten. Dieser beginnt recht würzig mit einer sehr orientalischen Mixtur aus Pfeffer, Zimt und Kardamom. Alle drei wissen genau, was sie wollen. Dennoch harmonieren sie miteinander, ohne zu sehr um die Aufmerksamkeit der "Nase" zu buhlen. Doch ein kleines Konkurrieren ist jedem des Trios eigen.
Erst die rauroten Puder des Zimt, die sich in leicht scharf-grüne Aromen des Kardamom einfühlen, um dann von mild-scharfem Pfeffer umstäubt zu werden.
Holzige und balsamische Harze kommen später zum warm-süßen Vertiefen dieser Düfte dazu, ohne die ersten würzigen Noten zu überlagern. Decken sich darüber, wie ein zarter Schleier aus dünner Merinowolle. So richtig "flauschig" und recht süß wird es dann, wenn sich die Basis langsam aber sicher einschleicht.
Dunkle Bourbon-Vanille bildet eine Art behagliche Polster, auf denen ein Hauch transparent- frischer Moschus ruht. Noch untermalt von dunkel-süß-harzigem Perubalsam. Für mich ein Duft, der ausgesprochen gut in die kühlen, dunkleren Jahreszeiten passt.
Meiner eigenen Nase ist das Parfum trotz seiner Würzigkeit um einiges zu süß. Doch muss ich die edle, mit etlichen Finessen gespickte Komposition der Parfümeurin Marie Salamagne lobend anerkennen! Für alle, die "gewürzte Süßlinge" mögen ;-))
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Waldfrühling!
Es ist bereits Ende März, die Nächte sind oft noch recht kalt und frostig. Doch am Tage hat die Sonne, wenn sie scheint, schon recht viel Kraft und spendet Wärme. Im Wald, dort, wo Sonnenstrahlen hingelangen, erwachen schon etliche Frühjahrsboten. Veilchen recken ihre blauen, duftenden Köpfe über neu ergrünendes Efeu, "Jelängerjelieber" streckt seine ersten Ranken empor und Waldanemonen erblühen.
Die Feuchtigkeit des vergangenen Winters sitzt noch überall dazwischen und es breitet sich morgens und abends feiner Dunst aus, der die Wohlgerüche des Waldes in die ganze Umgebung verteilt. Harzig duftet es nach Tannen, "Erde" und allerlei Hölzern und Harzen. Und nach den Aromen der kühlen, würzigen Luft. Mitunter "pfefferig-frisch" und etwas scharf-grün (Kardamom)
Doch am Tage überwiegen die weicheren Düfte nach von der Sonne angewärmtem Holz, aromatische Feuchtigkeit abgebend. Oder den frischen, neuen Trieben von Nadelbäumen, die ihre ersten grünen Spitzen aus der sie umgebenden "papiernen" Hülle recken. Und nach allerlei Blüten, Blättern und Rinden.
Eine wunderbare Mischung aus kühl und warm, feucht und trocken, dunkel und hell, leicht und schwer... einfach nach "Waldfrühling", der mit allen Wettern ausgestattet ist!
3 Antworten
"Future-Edition" vom Gaultier-Matrosen???...
...ein wenig schräg, beinahe "robotisch" kommt er daher, der metallisch glänzende Flakon. Die einzelnen "Elemente" angeordnet wie unregelmäßiges Mosaik. Könnte rein äußerlich eine "Future-Edition" vom Le Mâle Le Parfum sein.
Drinnen ist jedoch fast Klassisches, eine Mischung zwischen Le Mâle Eau de Toilette und Le Mâle Le Parfum mit recht gutem Halt und Abstrahlung.
Wobei viel Nasenmerk auf Lavendel und Kardamom in der Kopfnote und Tonka und die Hölzer in der Basis gelegt wird. Minze und die anderen Gewürze wie Estragon und Thymian sind weich gebettet auf leicht zimtige Vanille, ein wenig Pfeffer, Nelke und Kardamom sorgen für eine interessante variable Tiefe. Hier wurden die Gaultier-Düfte nicht ganz exakt kopiert, das Parfum stellt aber eine sehr schöne Interpretation des Themas dar. Nicht ZU süß, würzig-frisch kommt es daher und könnte so manche "Le Male"-Möger-Nase beglücken. Und Flakon- Liebhaber kommen mit diesem einzigartigen Modell wohl auch auf ihre Kosten. Ohne Unsummen zu kosten :-))
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Was kann der Duft dafür, dass er nicht aus Schweden kommt?!?
Sondern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten... gar nichts! Und das macht auch nix! Dem klasse Parfum ist es nämlich völlig wurscht, welche "Nationalität" es hat. Es duftet, hüben wie drüben, fast identisch. Nur ist der "Araber" wesentlich günstiger als der "Schwede". Warum? Das möchte ich auch gern mal wissen!
Ich habe ein Pröbchen vom "Niemandsland" getestet und es landete fast auf meiner Wunschliste. Das "fast" nur des Preises wegen. Nun hat sich zu meinem Glück die Gelegenheit ergeben, ihn mir zu ertauschen.. in Form von diesem "Zimaya". Und schnuppere da- kaum ein Unterschied!
Die Rose ist natürlich der Hauptakteur. Wie es der Name schon sagt. Nur ist diese Rose nicht unbedingt weiß, es ist viel eher eine Mischung aus duftenden Wildrosen und alten Edelrosen-Sorten in vielen Farben. Unterstützt und frisch gehalten von einer kräftigen Prise Pfeffer. Alles ist nur ganz leicht süß gestaltet, so, wie ich es gerne mag. Wenn dann später noch ein Hauch Amber dazukommt, wird der Duft nur leicht wärmer, das angenehm Kühle überwiegt.
Wenn dann noch die grünen, herb-grasigen Aromen (Papyrus) dazu kommen, glaube ich, ich stünde in einem Rosengarten, umgeben von feuchtem Grasland, der Wald ist ganz in der Nähe. Der ganze Duftverlauf strahlt eine Art noble Schlichtheit aus, edel und dennoch leger. Als trüge ich Sommerkleidung aus Leinen.. gehalten in den pastellen Farben Grün und Rosé... WUNDERBAR!
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