RobGordonRobGordons Parfumblog

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Vor 18 Monaten
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Ein paar Gedanken zum Post-Oster-Suchspiel: "Wo ist mein Blog?", der gerade Gemüter bewegt, welche wohl den Zeichensatz einer einzelnen Antwort im Blog selbst sprengten. Wenn ich etwas in der Öffentlichkeit bewegen möchte, muss ich mich selbst fragen, welches Stilmittel das zielführendste ist. Es macht Sinn diese Überlegung vorab zu treffen, dann überraschen auch die Reaktionen nicht so.

Im Nachhinein wird kolportiert, bloß eine lebhafte Diskussion gestiftet haben zu wollen. Nun ist sie, also die Diskussion, im "killfile", um dem Netzjargon gerecht zu werden. Und die Welt wird infrage gestellt, weil man sich an Polemik gestoßen haben möchte.

Ich halte diese Rechtfertigung schon für im höchsten Maße ungeschickt. Weil Polemik keine Diffamierung bedingt. Die hierfür charakteristische Unsachlichkeit war bereits durch die einseitige Beweisführung von grotesken gezeichneten Negativbildern sichergestellt, positive Aspekte wurden erst gar nicht erwähnt. Eine lupenreine Polemik hätte also keiner bewusst inszenierten allgemeinen Diskreditierung bedurft.

Die Zauberworte: "Was haltet ihr von der Layerfunktion?", wären im Sinne des mutmaßlichen Anspruchs einer Diskussion wohl besser und nachhaltiger gewählt, als über den Versuch über Kritik an der neuen Funktion, einen Kritikschwall am Habitus der Community loszuwerden.

Daraus kann keine fruchtbare Diskussion entstehen und selbst dabei dürfen realistische Ziele nicht aus den Augen verloren werden. Diesen realistischen Zielen steht mindestens Selbstüberschätzung im Weg. Weil niemand, der sich dahingehend nicht schuldig macht, das Prinzip der gefühlten Mehrheiten aus dem Auge verliert.

Ein überschaubarer Zuspruch mit ein paar virtuellen Kelchen in der Sache täuscht nicht darüber hinweg, wie viele User sich hierzu nicht geäußert und damit positioniert haben. Ebenso ist die Administration eines Forums kein volksdemokratischer Prozess sondern schlicht Hausrecht.

Und wenn man das alles berücksichtigt und realistisch bleibt, braucht es weder die Enttäuschung über die Abgängigkeit, eine Duftverschwörung noch ist das ein Anschlag auf die freie Meinungsäußerung.

Im Verlauf dieser jetzt nicht mehr öffentlich zugänglichen Scheindebatte, fiel auch das Wort: "Duftintelligenz". Darüber würde ich gerne noch ein paar Worte verlieren. Das Prinzip der Abgrenzung erscheint nicht nur in der Duftwelt. Ist mir im Bereich Musik, Literatur, Kino/TV,.. unzähligen Male untergekommen. Menschen kehren in einer virtuellen Öffentlichkeit solche Scheinvokabel hervor, um sich in dieser Menge daran intellektuell hochzuziehen. Der Pragmatiker in mir fragt sich: Warum suche ich überhaupt die Nähe zu einer Community, von der ich mich wiederum abheben möchte?

Dieser Nachdenkprozess mündet zwangsläufig in der ketzerischen Frage:

"Würde das jemand, der sich nicht bloß auf "Sparten-Intelligenz" beruft in selbigem Maße öffentlich pflegen?"

Wenn emotionale Abgrenzung zum Konsumprodukt überhaupt notwendig wird, nicht im Stillen gelingt oder derart Stress und Unbehagen verursacht, liegt die Lösung im Sinne der eigenen Gefühls-Balance wohl eher in der physischen Abgrenzung (internet off), aber sicher nicht im Diktat und schon gar nicht in der Bevormundung Dritter.

Ich schrieb in der Überschrift von Leidenschaft und Sucht. Leidenschaft kann in jedem von uns umschlagen, es passiert prinzipiell nicht nur den anderen. Und hierzu würde ich gerne einen sehr sympathischen aktuellen Youtube-Blog eines indischen Mediziners in englischer Sprache verlinken:

PS: Soll kein Anlass sein, eine an einem anderen Ort geführte "Diskussion" hier fortzuführen. Es handelt sich hier um ein rein optionales, diskretes Angebot, seine eigene Duftwelt für sich im Stillen neu zu ordnen, um zukünftige Enttäuschungen hintan zu halten und auch in virtueller Öffentlichkeit Freude unter Gleichgesinnten zu teilen, nicht vordergründig persönliches Unbehagen.

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Ich bin damals mehr durch Zufall hier gestrandet. Eine prominente Suchmaschine googelte mich hier her. Dabei wollte ich nur eine Info zu einem Duft. Ich weiß nicht mal mehr welcher es war, auch Nasen werden vergesslich.

Aber die Begeisterung von Gleichgesinnten rund um das Thema gefiel mir recht rasch. Ich hab mir damals ambitionierte Ziele gesetzt, ich wollte mit bloß 5 Düften das Auslangen finden und dennoch für alle Eventualitäten gewappnet sein. Das ist mir bis heute nicht gelungen, mittlerweile liegt die Wahrheit je nach Saison zwischen 10 und 15 Düften. Was mir aber geglückt ist, ist die Konsequenz in der Haltung alles auszuscheiden was zu sehr nach Kompromiss riecht.

War zum Glück nicht oft notwendig, weil meine Blindkäufe sich auf einer Hand abzählen lassen und alle anderen Düfte, die sich in der Praxis nicht so bewehrt haben, mich doch ein Stück weit mit Freude begleitet haben. Warum ich vom Ziel der, für einen Rob Gordon berüchtigten, "Top 5" abgekommen bin, ist der notwendigen Variation geschuldet, die mir und meiner Nase gegen das Schicksal der nasalen Adaption sehr erfolgreich hilft.

Ich erinnere mich auch an das Scheitern beim Versuch mir weitere Einschränkungen aufzuerlegen, wie zB. nicht mehr als 3 Düfte eines Herstellers oder hinsichtlich eines Duftthemas, wie zum Beispiel die Holzabteilung. Heute komme ich ohne diese spezifischen selbst auferlegten Reglements gut zurecht und bin dennoch näher an meinen Zielen, als mit diesen Einschränkungen. Mein Duftgeschmack hat sich hier nicht wirklich gewandelt aber durchaus erweitert. Ich weiß heute, dass ich Patchouli, wenn richtig zubereitet, mehr mag, als mir früher bewusst sein wollte, ebenso wollte ich erst meine Vorliebe für Rosendüfte entdecken.

Hätte ich mich rein nach Noten orientiert, würde ich vieles, das ich heute sehr schätze, gar nicht kennen. Mit Gewürznelke stehe ich zwar weiterhin auf Kriegsfuß, aber ich kann zumindest an der Tee-Front erste Erfolge vermelden. Philtre Ceylan ist zwar nicht eingezogen, aber ich weiß den Saft zu schätzen und wer weiß, vielleicht ist er in den kommenden 5 Jahren eine Selbstverständlichkeit in meinen eigenen Duftreihen.

Der Trage-Aspekt ist bei mir deutlich höher ausgeprägt als der Kunstaspekt, das spiegelt sich auch sichtbar an meinen Wertungen wider. Ein prominentes Beispiel wäre hier zum Beispiel Sartorial. Für mich bislang die gelungenste Nachgestaltung eines Themas in Form von Parfum. Ich liebe diesen Duft, aber ich leide leider beim Tragen, weil er meine Augen im Auftakt reizt. Deswegen nie eingezogen.

Für solche Eventualitäten hab ich mir aber einen virtuellen Setzkasten eingerichtet. Quasi, ein demilitarisierte Zone für Düfte, die ich zwar nicht (mehr) selbst tragen, aber auch nicht hergeben möchte. Wenn sie zumindest als Deko-Stück herhalten, hab ich auch nicht die Sorge, dass sie mir vergammeln. Man könnte es natürlich auch den Friedhof der es-hat-nicht-sein-sollen-Düfte nennen.

Aber die Trennung ist mir wichtig, weil Düfte für mich auch keine vernünftigen Anlageobjekte darstellen, die mit der Zeit an Wert gewinnen und im übrigen auch nicht gewinnen sollen. Das Kalkül, heute selbst Spielzeug wie Lego zweckzuentfremden und unbespielt zwecks Gewinnabsicht zu bunkern, löst selbiges Unbehagen in mir aus.

Düfte sollen duften, Stimmungen unterstreichen, Freude machen und nicht in der Dunkelheit der eigenen Verpackung auf jemanden warten der womöglich in einer Zukunft der Verknappung deutlich mehr zu zahlen bereit ist.

Ich bin mit den Düften die mittlerweile besitze, vielleicht nicht gemäß meiner ursprünglichen Ziele angekommen, aber zufrieden. Es ist also bei mir nicht die Anzahl der Düfte das Ziel sondern das Gefühl der Zufriedenheit, die mir das angekommen sein signalisiert. Und alles was zu diesem Gefühl benötige, kenne ich mittlerweile, besitze ich oder ist im unmittelbaren bzw. mittelbaren Zulauf.

Ich konnte zB. unter das Projekt Winterdüfte nach langer Suche erfolgreich einen Haken setzen, was mir schon als unlösbar erschien. Aber warum erzähl ich das alles? Weil mir vieles ohne euer Zutun in Form von wertvollen Tipps und Kommentaren wohl nicht geglückt wäre und hierfür würde ich mich gerne in aller Öffentlichkeit bedanken. Aber Parfumo ist für mich auch eine Ecke des Internets, in welcher überdurchschnittlich respektvoll miteinander umgegangen wird. So viele nette Kontakte und großzügige Menschen trifft man nicht überall.

Es hat sich durch Parfumo noch etwas geändert. Mein Konsum an einschlägigen Youtube Videos ist gestiegen. Und dabei bin ich auf Themen gestoßen, die mich in den kommenden Jahren mehr bewegen werden, als Düfte zu finden, die das bestehende Arsenal womöglich noch toppen könnten. Wäre dieser Wunsch nach dem Besseren gleichermaßen aufrecht, entspräche das nicht dem Stadium der Duftzufriedenheit, indem ich mich mittlerweile befinde.

Oud-Öle und Oud-Holz-Chips haben mein Interesse geweckt, ebenso die Tradition dahinter und diesem spannenden Feld möchte ich in Zukunft mehr Zeit widmen. Ebenso das Langzeitprojekt, meine autodidaktischen Eigenversuche zu intensivieren, bis vielleicht ein Saft entsteht, der sich testen lässt. Bin gespannt, wohin mich die nächste Etappe dieser Duftreise führt. Ich freu mich auf die nächsten 5 Jahre hier und lasst es duften.

14 Antworten

Motiviert durch den letztveröffentlichten Kommentar zu Molecule01 (und weiteren mit ähnlichem Inhalt), würde ich gerne zur Kompensation zukünftiger Krokodilstränen wie folgt zusammenfassen:

1.) Kaufe am besten Düfte immer blind. Irgendwie fehlt sonst der Kick. Wie soll man auch ordentlich Dampf ablassen, wenn es keine Enttäuschung als Anlass zur Kritik am Duft gäbe. Da muss man schon selbst dafür sorgen, um seinen frisch gewonnenen Unmut in der Öffentlichkeit Ausdruck zu verleihen.

2.) Es ist nicht von Nachteil, Düfte nicht nur konsequent blind zu kaufen sondern sich weder über den Inhalt noch seinen Erschaffer auch nur ansatzweise zu informieren. So ist gewährleistet, genügend Gründe zu haben, sich ordentlich zu entrüsten, ohne Gefahr zu laufen sich bei fehlender Plausibilität der ausgesprochenen Kritik selbst zu überführen.

Im Falle von ISO-E-Super, das die halbe Menschheit eh nicht auf dem nasalen Radar hat, ist das besonders ergiebig und eine sichere Bank für die Wahrnehmung von Betrug.

3.) Nenne die Molecule Reihe in deinem Kommentar einfach aus Gewohnheit Parfum und nicht wie sein Erschaffer "Abfüllung von Riechstoffen". So kann man sich herrlich einbilden, gar kein Parfum für sein Geld bekommen zu haben, welches man evt. selbst nicht riecht. Die Wertigkeit eines Duftes steigt ja, gemäß keiner Gesetzmäßigkeit, mit der Anzahl von Molekülen, nicht? Weil viel Pyramide = viel Moleküle = viel Parfum.

Müsste nicht viel mehr der Halsabschneider von Parfumeur dir etwas für seinen Einzeller im Gurkenglas bezahlen, dieser Schuft?

4.) Glaube fest daran, dass jeder Duft extra für dich, als Mittelpunkt des Universums, gerührt wurde, um sich bei dir einzuschmeicheln und dich wohlwollend zu stimmend. Wenn es nicht gelingt deinen Geschmack zu treffen, speie verbales Feuer und zitiere den Parfumeur zum Kielholen. Vielleicht gelingt ihm dann einmal ein sauberer Meeres-Accord.

5.) Da man selbst aus Prinzip an nichts Schuld trägt, wir befinden uns schließlich im weltweiten Netz der virtuellen Perfektion, ist es stets hilfreich Betrug zu wittern und öffentlich anzudeuten. Betrug geht ja immer von Menschen aus. Wo isser, der gierige Panscher mit den €-Noten in den Augen? Die Zeit des Wartens auf eine Audienz mit euch Betrogenen, wäre ganz schlecht mit dem Lesen des einen oder anderen Interviews zu seiner Person verbracht.

Lese ich richtig? Ein Parfumeur, der seine Arbeit nicht unter den Kunst-Aspekt stellt, der auch bei wirklich teuer ausgepreisten Auftragsarbeiten nicht von edlen Zutaten spricht. Ist der noch bei Trost? Eine echte Schluss-Plädoyer-Spaßbremse! Der macht dein Timing kaputt. Er liegt einfach falsch, so einfach ist das und ein Betrüger ist er auch.

6.) Lass dich in deinem Kommentar-Fluss nicht durch den Duft selbst unnötig aufhalten, zitiere einfach eine Geschichte bei der die anderen die Schuld tragen, vielleicht ein Märchen. Wird schon nicht jedem auffallen. Gibt ja genügend Betrogene, die auch nichts riechen und sich solidarisieren werden.

7.) Du solltest den Riechstoff wandeln, wenn dir nicht mindestens 2 Komplimente/Tag vertraglich garantiert werden.

8.) Glaube Fremden im Web jedes Wort, was wäre eine Welt ohne eingebildete Hypes.

9.) Glaube ganz fest an deine Meinung. Schließlich haben sich bereits andere zum Thema schon keinen Kopf hinsichtlich Recherche-Arbeit gemacht. Das fühlt sich gleich noch viel richtiger an, also muss deine Meinung stimmen. Es geht schließlich nicht um den Duft fair einzuschätzen sondern um das eigene wahrgenommen werden. Praktisch ist auch, dass der Duft selbst nicht widerspricht. win-win Situation quasi!

10.) Und ja, jeder Duft möchte von dir kommentiert werden, was wäre ein Duft oder ein Riechstoff ohne deine Meinung!


Lesestoff:

"Jede Zeit sucht sich die Krankheit, die zu ihr passt: Nach dem Ausgebrannten betritt nun der Narzisst die Bühne. Seine Hemmungslosigkeit ist nicht sein einziges Problem."

Ich kam, ich sah, ich wirke!
"Um die Bestätigungsmaschine in Form von „Likes“ erfolgreich am Laufen zu halten, muss sich einer, der im Schaufenster steht, unentwegt inszenieren. Bekanntlich artet das oft in einen absurden Mitteilungsdrang aus, der Leute veranlasst, Bilder zu posten, wie sie sich ein Brot schmieren oder Toilettenpapier kaufen. Banales soll krampfhaft mit Bedeutung aufgeladen werden."

Narzisstische Epidemie ist ausgebrochen

Narzissmus: Lasst uns roh und munter sein!

Ein Narzissmus, der kaum an die Folgen denkt
"Ich haben mich ausgekotzt und die Folgen sind egal"

Aus Sicht eines gutachterlich bestätigtem Narzissten:
"Entweder definiert man den Narzissmus genauer, oder man pathologisiert die Gesellschaft als Ganzes."

Woran man einen Narzissten erkennt

Studie geht Wesen von Internettrollen auf den Grund
"Das Ergebnis einer breit angelegten Studie besagt: Trolle sind häufig Sadisten, Psychopaten und Narzissten.


Für Neugierige:
Narzissmus Selbsttest


129 Antworten
Vor 2 Jahren
26 Auszeichnungen

ist eine Frage, die man sich nicht bloß, auf den Brettern die die Welt bedeuten, stellt sondern auch zunehmend im Parfumo-Forum.

Insbesondere in der Rubrik "Bin ich ein Fake-Flakon". Produkte mit hohen Wertschöpfungsspannen ziehen das Kriminal magisch an und so ist es nicht verwunderlich, wenn sich auch im Duftuniversum Nachahmer-Düfte im falschen Licht zu rühmen versuchen.

Warum viele Fragen in der Rubrik der Skeptiker unbeantwortet bleiben, liegt oft an der Qualität der Fragestellung selbst:

"Ich habe bei ......... (Platzhalter) ein verlockendes Duft-Angebot gesehen, handelt es sich hierbei um ein Fake?"

Klar gibt es hierzu noch Steigerungsformen, zum Beispiel wenn auf ein Bild eines Flakons verlinkt wird, das um Mitternacht im Weinkeller ohne Blitz aufgenommen wurde.

In der Weissagungsstätte von Delphi, hätte man sich daraufhin, wohl mit einem gediegenen Burn-Out aus der Affäre gezogen. Ich würde daher diese Frage ein für allemal pauschal beantworten.

"Je intransparenter das Angebot, desto Fake!"

Und mit einer solchen Faustformel schützt man sich als Duftliebhaber vor unliebsamen Überraschungen. Es macht einfach keinen Sinn, über Angebote Dritter (Schein-)Expertisen abzugeben, bei welchen die mindestens notwendigen Details zur Klärung nicht abrufbar sind. In diesem Fall ist eine Forenanfrage so wertvoll wie selbst zu würfeln, den Vogelflug zu beobachten oder im Kaffeesatz zu stochern.

Am leichtesten fällt eine Beurteilung, ob Fake oder nicht, aus, wenn der Duft noch gar nicht ausgepackt, Neudeutsch noch "unboxed" ist.

Das stellt nämlich sicher, dass Zellophan und OVP noch vollständig vorhanden und nicht zerstört sind, die gleichzeitig wesentlichen Aufschluss darüber geben, ob es sich bei einem bereits gekauften Schnäppchen, um ein Original oder Fake handelt.

Wie ist das möglich? Zum Beispiel über Klebestellen bzw. Überschuss des Zellophans fehlende Parallelitäten bei Falzen, fehlende Details wie Marken-Sticker. Am meisten Mühe geben sich Fälscher mittlerweile bei der OVP (nicht immer aber immer öfter). je nach Duft muss man schon sehr genau hinsehen und am besten eine OVP eines Originals daneben stellen um Unterschiede in Schriftdetails, Prägung, Farbschattierungen noch auszumachen.

Was ich über die Jahre an Beobachtungen im Web mitbekommen habe ist, dass Vintage-Düfte von Designern mittlerweile sehr gerne gefaked werden. So kommt es vor, dass man Vintage Batches auf gefakte Kartons prägt und auf dem Flakon selbst befindet sich ein völlig anderer Batchcode oder eben gar keiner. Diese Methodik schließt einen Orginalflakon nicht aus Prinzip aus, jedoch aber einen solchen, wofür man den Mehrpreis zu zahlen bereit war. Fahrenheit ist dahingehend zum Beispiel sehr beliebt.

Flakons selbst werden zwar noch nicht so aufwendig nachgebaut, wer aber bereits irgendwo im Web ohne Rücknahmegarantie gekauft hat, für den wird das ein schwacher Trost sein.

Fazit:

man kann zur Beurteilung gar nicht genügend Details heranziehen und selbst Zellophan und OVP geben idR. bereits die Rückschlüsse die notwendig sind um Sein und Schein auseinanderzuhalten. Man findet mittlerweile auf Youtube sehr gute Gegenüberstellungen von Fake und Originaldüften, damit man sich selbst ein Urteil bilden kann und nicht weiter Fragen stellen muss, die hier zwangsläufig unbeantwortet bleiben, weil es an den notwendigen Detailaufnahmen in entsprechender Qualität fehlt.

Man könnte jetzt generös festhalten, kauft nur im qualifizierten Fachhandel, dann erspart man sich den Nervenkitzel. Durchaus wahr, aber spätestens wenn es um Weiterverkauf geht, sind die Voraussetzungen wiederum andere und dahingehend kann man sich selbst ganz gut einschärfen.

Im Zuge dieser gesammelten Eindrücke bin ich auch auf ein Detail gestoßen, das mit Fakes nicht wirklich zu tun hat, aber als Vorbild Nachahmer sucht. Es geht um die Marke Dior, die ihre Markenlinien seit längerem unauffällig mit einem Rezeptur-Code versieht. Und zwar ist dieser der Allergenen-Liste hintangestellt. Und diese steht ausschließlich auf der OVP nicht dem Flakon. (sieht wie folgt aus & Hintergrundinfo:)

http://raidersofthelostscent.blogspot.co.at/2016/0...

Das macht das Erkennen einer Reformulierung wesentlich einfacher.

Ein sehr beliebter Duft hier ist zum Beispiel Dior Homme Intense. Hier zuletzt mit der Rezeptur von 2011 kenntlich gemacht. Er wurde aber 2014 (mit der Einführung von Dior Homme Parfum) ein weiteres Mal reformuliert und ganz aktuell wurde 2017 erneut die Formel geändert. Das ist den jeweiligen Rezepturcodes auf der OVP problemlos zu entnehmen.

Das muss keine deutliche Änderung des Duftes nach sich führen, rechtfertigt aber längst ein anderes Empfinden bei Performance. Führt gleichzeitig leider den Wertungsgedanken hier auf Parfumo ad absurdum, wenn diese Erkenntnisse nicht nachgeführt werden. Wer heute ein Fass mit der Formel "10950/a" kauft und einen Kommentar darüber schreiben möchte, umschreibt definitiv nicht "Dior Homme Intense 2011". Findet also hier im Moment gar keine Möglichkeit den passenden Duft zu umschreiben, weil "Dior Homme Intense 2017" hier in der Datenbank (noch) nicht Einzug gehalten hat. Um Dior Homme Intense (2011) zu umschreiben bräuchte man einen Duft mit dem Code "05443/A".

Alles kein selbst erarbeitetes Geheimwissen, mit euch teilen möchte ich diese Info hier dennoch gerne (Die credits gehen an die verantwortliche web-community).

Und ich hänge diesem Blog aus Bequemlichkeit noch eine Bitte an, wer von seinem 2014 [!] gekauften DIOR Homme Parfum (nicht Intense) die Unterseite der OVP abfotografieren und mir irgendwann per PM zukommen lassen könnte, alternativ reicht auch die Nennung des Rezept-Codes. Mich würde selbst interessieren ob, am Parfum auch bereits geschraubt wurde oder nicht.

Die mögliche Frage, warum das alles? Ist ganz leicht erklärt!
A) Befinde ich mich noch im Urlaub und mir wird langsam langweilig.

B) Vom Lieblingswein konsumiere ich auch keine schlechten Jahrgänge. Und wenn sich die Rezeptur ändert, möchte ich das als Kunde und Konsument immer wissen, nicht nur bei Dior. Also Designer-/Nischen-Hersteller nehmt euch ein Beispiel. :)

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Vor 3 Jahren
36 Auszeichnungen

Wer womöglich glaubt Teil einer Massen-Fern-Aufklärung zu werden, den oder die muss ich an dieser Stelle gleich vorweg enttäuschen. Ich habe diesen Schritt bereits mehrmals aufgeschoben. Passiert ist mir jetzt 5 x in Serie und jetzt möchte ich doch einmal zumindest die Stimme erheben, vielleicht muss ich mich später mal weniger ärgern:

Die Sache ist die, innerhalb meiner zeitlichen Möglichkeiten habe ich durchaus gerne ein Auge auf den Souk. Und immer wenn ich auf ein Angebot, das mir behagt, treffe, steht geschrieben:

"ohne OVP!"

Verhext und zum aus der Haut fahren. Hallo, Ihr Nasen, was macht ihr damit?

Das ist ein nasales Armaggeddon! Habt ihr nur noch gemopste Tester? Ein Pferd gehört in den Stall, eine Brille ins Etui, das Auto in die Garage, die Hände in den Hosensack und der Parfum-Flakon in sein Schneckenhaus in Form der OVP.

Selbst wenn man sie daheim sichtbar aufbewahrt, wirft man den Ausgeh-Anzug seiner Lieblinge doch nicht unüberlegt weg oder opfert sie einer vergänglichen Lagerfeuer-Romantik im Wohnzimmer!?

Die OVP- Verhüterli haben eine Funktion, sie halten nicht nur böse Blicke fern, nein auch allerlei fiese Strahlen, damit der Flakon nicht Melanome oder Lederhaut bekommt. Natürlich hilft der Karton auch gegen die Temperaturspitzen, die es in nicht klimatisierten Behausungen zu den Hundstagen auf eure Duft-Schützlinge abgesehen haben. Und nicht zuletzt kommuniziert eine fehlende OVP das Gegenteil von pfleglichem Umgang, am besten noch in Verbindung mit fehlender Verschlusskappe. "immer kühl und trocken gelagert." Ja klar, glaub ich auf's Wort!

Jeder der 5 Düfte auf die ich hier bewusst nicht genauer eingehe, ist immer noch im Souk erhältlich. Was nahelegt, dass es anderen auch am Kaufreiz fehlt, aber das nicht in einem Blog verarbeiten. In meinem Fall ist es nicht der Preis sondern das unvollständige Angebot. Jemand der Düfte zum Verkauf einstellt, möchte diese gewöhnlich verkaufen.

Ich möchte mit diesem Blog zumindest einen Grund liefern, warum das bereits alleine in meinem Fall in 5 Situationen der letzten Wochen nicht gelang. Auch wenn ich nicht beeinflussen kann, dass das von Betroffenen gelesen bzw. verstanden wird.

Die Chance eines erfolgreichen Verkaufs steigt, wenn man mit der Verpackung pfleglich umgeht und nicht länger daraus für den Waldi dentastix bastelt.

Danke für die Aufmerksamkeit.

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