Robeyrob

Robeyrob

Rezensionen
1 - 5 von 7
Robeyrob vor 3 Monaten 5
8
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9.5
Duft
Sprite in der Hand, Füße im Sand, ein Tag am Strand
Meine heutige Rezension widme ich dem Overdose von Omanluxury, einem unbekannten, unter’m Radar fliegenden und perfekt abgestimmten Sommerfreshie.
Dieses Parfum besitzt eines der traumhaft schönsten Openings, die ich jemals unter die Nase bekommen habe.

Overdose startet mit einer unglaublich authentischen und vitalisierenden Zitronenlimonade - original eine frisch geöffnete, eiskalte und prickelnde Sprite.
Die saftige Zitrone, in Kombination mit einer fruchtigen Orange, stehen in perfektem Einklang mit einer leicht säuerlichen Grapefruit und katapultieren mich unmittelbar mit einem Kaltgetränk auf die Bahamas.

Der dezent eingebettete Salbei, in Verbindung mit pfeffrig würzigem Kardamom wirkt belebend, wie eine Overdose Lebensfreude.
Genau das ist es, welches der Duft für mich ausstrahlt, pure Harmonie, Energie und innerer Frieden.
Vergleichbar mit einem Tag im Spa - rundum sorglos, im Einklang mit sich selbst - und die Sorgen sind im Urlaub.

Die magische Kopfnote wird durch ein anschmiegsam-weiches Sandelholz, einer dezent cremigen Feige sowie mittels einer hell-sauberen Orangenblüte perfekt in Szene gesetzt.
Der subtil eingearbeitete leicht erdige Safran, schwingt unaufdringlich mit und verleiht dieser DNA den einzigartigen Twist.
Die Basis ist geprägt durch pudrig-sauberen Moschus, frisch-pfeffriger Würze und einer holzig-weichen Sandel-Attitüde.

Nach dem unfassbar gelungenen Sprite-Kickoff treten - aufgrund der zitrisch-cremigen Holzigkeit - minimale Parallelen zum L'Homme Idéal Cologne in den Sinn.
Dennoch ist der Overdose im Gesamtkonstrukt weitaus hochwertiger, spannender und deutlich harmonischer.

Ein perfekter Sommerbegleiter mit dem gewissen Alleinstellungsmerkmal, der ordentlich Power für einen zitrischen Freshi hat.
Die Haltbarkeit auf meiner Haut beträgt gute 8-10 h (je nach Temperatur), wovon er die ersten 3-4 h durchweg wahrnehmbar ist.

Ein Duft der zum Glück unterm Radar fliegt, und den meisten vermutlich unbekannt ist.

Für mich strahlt diese Komposition pure Harmonie, Eleganz und das Freiheitsgefühl des Sommer’s im weit entfernten Süden aus.

Er vermittelt ein Gefühl von Leichtigkeit und innerer Ruhe, vergleichbar mit einem Tag am Strand, den Füßen im Sand und einer Sprite in der Hand.
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Robeyrob vor 3 Monaten 1
9
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
10
Duft
Die tropische Sommerversion des Oud Maracujas
Meine heutige Rezension widme ich dem Night on the Nile, einer total unvorhergesehenen Neuentdeckung, die mich vom ersten Tag an, vollends abgeholt hat.

Ich bin ein Freund von Ouddüften, die durch verschiedene Fruchtsorten, am Liebsten Tropische, garniert werden.
Ich liebe das Wechselspiel zwischen den spritzigen Früchten, und der rauchig dunklen Komponente des Oudes.

So auch bei dieser Neukreation, die mit einer super authentischen und sauren Passionsfrucht startet. Diese ist ganz klar der Hauptdarsteller, wird jedoch spritzig begleitet durch eine frisch sommerliche Grapefruitnote und dem würzig orientalischen Safran.
Das Oud ist dezent dosiert und keinesfalls animalisch, sondern beherbergt ledrige sowie dunkel holzige Aspekte.

Im weiteren Verlauf tritt eine sanfte und elegante türkische Rose hervor - keine Rose die altbacken wirkt, sondern luftig und jung.

Die exotische Passionsfrucht ist durchweg bis in die Basis präsent und exzellent in die subtil luftige Rose eingebettet. In Harmonie mit dem ledrig, holzigen und minimal rauchigen Oud, bilden sie den Hauptbestandteil des mittleren Duftverlaufes.
Aufgrund der warm, süßen Vanille entsteht eine kuschlig, weiche Magie.

Die Basis bilden diese anschmiegsame Vanille, eine pudrig, saubere Rose sowie eine feine Oud-Ledrigkeit.

Die Ähnlichkeiten zum Oud Maracujá sind unbestritten, jedoch ist der Night on the Nile deutlich spritziger, frischer und die tropisch, saure Passionsfrucht ist durchweg präsenter.

Das Oud wird niemals zum Mainplayer, sondern ist allgemein harmonischer in die Gesamtkomposition eingebunden.

Aufgrund der authentischen Passionsfrucht besitzt er einen eigenen tropischen Vibe, den ich deutlich spannender finde als beim OM.
Ich würde behaupten, dass dieser die fruchtige Sommerversion des OM ist. Denn aufgrund dieser Spritzigkeit ist er easy bis 25 Grad tragbar, trotz seiner starken Haltbarkeit (auf der Haut) von 12 h + und einer sehr potenten Sillage die ersten 5-6 h.

Wer beim Oud Maracuja die Passionsfrucht vermisste und das Oud zu ledrig/stinky war, sollte dringend diesen tropischen Fruchtkracher testen.

Für mich ist der Night on the Nile der deutlich bessere und weiterentwickelte Oud Maracuja.
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Robeyrob vor 3 Monaten 6
7
Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
9.5
Duft
Licht oder Schatten: Neuinterpretation der Ouddüfte
Heute widme ich mich dem Oud in White, einer spannenden und uniquen Neuinterpretation, entgegengesetzt der üblichen Ouddüfte.

Oud gewann für mich im Laufe der Parfumreise, aufgrund der unglaublich vielfältigen Facetten, zweifelsohne mehr an Bedeutung. Aus diesem Grund bin ich immer auf der Suche nach neuen Komposition, die das Thema Oud aufgreifen.

Die übliche Pyramide aus den Mainplayern Rose/Oud ist gewiss bekannt und der Markt mittlerweile gesättigt. Dies soll keineswegs abwertend interpretiert werden, denn ich Liebe meine Rose/Oud-Düfte unbestritten. Der Oud in White weckte mein Interesse aufgrund der einzigartigen Duftpyramide und der gegensätzlichen Duftkomponenten.

Oud in White startet mit einer unreifen Birne, begleitet von einer subtil fruchtigen Himbeere. Die Birne ist nicht, wie in anderen Birnendüften überreif oder pappsüß - sie beherbergt eine gewisse Frische mit grünen Allüren.
Die Himbeere gesellt sich unaufdringlich in den Hintergrund und verleiht dem Duft die notwendige Fruchtigkeit.
Gepaart mit dem scharf, zitrisch, grünen Ingwer, schwingt eine gewisse Leichtigkeit, Vitalität und Transparenz mit.

Das erwartete echte kambodschanische Oud, gibt direkt von Beginn den Ton an. Dies ist kein animalisches Kuhstall-Stinke-Oud, sondern dunkel, ledrig mit einem rauchig, balsamischen Unterton.
In Kombination mit der hell blumigen Jasminnote, strahlt der Duft eine gewisse clean, saubere und elegante Duftaura aus.
In der Luft erinnert mich die Gesamtkomposition, an eine einladende & wohlduftende Hotellobby im arabischen Raum. Diese Spa-Vibes werden vermutlich durch den zitrisch, frischen und leicht grünen Ingwer suggeriert.

Im weiteren Verlauf treten die fruchtigen Noten in den Hintergrund und es bleibt eine unique und harmonische Magie aus hell blumigen Noten, in Verbindung mit einem rauchig, ledriger werdenden Oud.

Im Drydown treten cremiges Sandelholz sowie harziges Labdanum präsenter in den Vordergrund und bilden gemeinsam mit dem Oud eine leicht süß, harzig und ledrige Duftaura.

Der Duft ist super spannend und einzigartig, da er beide Welten miteinander verschmelzen lässt. Ein harmonischer Kontrast aus hell, cleanen Noten durch Jasmin und einer zitrisch grünen Ingwerfrische. Das rauchig, ledrige Oud fungiert wunderbar als Antagonist.

Die „Oudfrische“ erinnert mich weit entfernt an den Alhambra Oud, jedoch stellt dieser Duft keinesfalls eine Nachahmung oder Ähnlichkeiten dar.

Diese DNA besitzt ein gewisses Alleinstellungsmerkmal und ist für einen echten Oudduft für westliche Nasen durchaus gefällig.
Mal abgesehen der Tatsache, dass echtes kambodschanisches Oud verwendet wurde - wenn vermutlich auch nur gering.

Die Haltbarkeit und Sillage sind absolut monströs. Nach 20h, am darauffolgenden Tag, wurde mein Duft kommentiert - wohlgemerkt mit 4 Spühern vom Vortag.
In den ersten 8h ist er selbst deutlich präsent wahrnehmbar, irgendwann tritt natürlich die typische Duftblindheit ein.

Er strahlt eine gewisse Stärke und Dominanz aus, die aufgrund der Frische nie überladen oder harsch wirkt.

Angesichts der durchweg blumigen Akzente, sehe ich den Duft als unisex, jedoch mit leichter Tendenz zum maskulinen an.

Wer die Nase, von den üblichen Verdächtigen der Rose/Oud-Düfte voll hat, sollte sich dieses Meisterwerk dringend zu Gemüte führen.
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Robeyrob vor 3 Monaten 6 6
10
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
10
Duft
Der heilige Gral der Kirschdüfte
Die Reise „Suche nach dem für mich schönsten Kirschduft“ gestaltete sich langwieriger als anfangs erhofft…
An meinen Kirschduft stellte ich zahlreiche Kriterien, unter anderem keine dominante Süße in Form eines klebrig, sirupartigen Gebräus.
Die blumigen Aspekte sollten wahrnehmbar aber nicht der Mainplayer sein.
Eine gewisse gepflegte Eleganz ist Voraussetzung, als auch der typische eigene Twist durch eine neue oder antagonistische Duftkomponente. Gerade letzteres ist für mich oft der spannendste Aspekt eines Duftes.

Mit dem French Defense von Mind Games habe ich meinen heiligen Gral der Kirschdüfte endlich gefunden.

Der Duft startet mit einem grandiosen und wunderschönen leicht beschwipsten dunklen Frucht-Kirsch-Lolli - es könnte auch ein Kirschkaugummi sein - Bubble-Gum-Vibes.
Aufgelockert und luftig durch eine sanfte sowie saubere Kamille, die dieser DNA den lang ersehnten eigenen Twist verleiht.
Die Kamille fungiert wunderbar als Antagonist zur süßen Fruchtkirsche, denn sie bewirkt Leichtigkeit und dämpft die Lollisüße.
Das von Beginn an präsent weiche Sandelholz, in perfekter Harmonie mit sinnlich pudrigem Amber, machen den Duft anschmiegsam und gefällig.

In der Herznote tritt die Rose - eine frisch und helle Pfingstrose - in den Vordergrund. Jedoch keinesfalls dominant oder aufdringlich, sondern elegant und subtil.
Würziger Safran als auch leicht erdiges Patchouli gesellen sich ab der Herz/Basis-Note hinzu und verleihen dem Duft eine gewisse orientalische Tiefe.

In der Basis dominieren weiterhin das cremige Sandelholz, jedoch in Kombination mit trocken aromatischen Zedernholz und dem durchweg präsent warm pudrigen Amber. Im Zusammenhang mit den fein hellen Blüten, entsteht eine geschmeidige und zärtliche Magie.

Dieser Duft ist für mich ein absoluter Wohlfühlduft, er umgibt mich wie ein sanfter Schleier. Ein Nobrainer, der meine Stimmung hebt und mir ein wunderbar wohliges Gefühl vermittelt.

Ein Meisterwerk und für mich der beste Kirschduft!
Er meistert das Spagat aus fruchtiger Süße, die keineswegs klebrig wird, durch einen uniquen Kamillentwist.
Er ist elegant und fein, jedoch trotzdem verspielt und jung.

Die Haltbarkeit beträgt gute 10 Stunden, wobei er die ersten 4-5 h deutlich im Umkreis wahrnehmbar ist.

Er ist stetig da, aber nie störend oder aufdringlich, wie ein treuer Freund.
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Robeyrob vor 2 Jahren 2
9
Flakon
10
Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
Der Duft der die Meinungen spaltet
Heute möchte ich gerne meine Erfahrungen zum "Erba Pura | XerJoff" mit euch teilen.

Alles Begann im Frühling 2021, als mich dieser Duft das erste mal als Abfüllung erreichte.
Von Fruchtcocktail oder tropischer Urlaubsduft war die Rede, meine Erwartungen stiegen ins Unermessliche.

Im Auftakt beginnt der Duft mit einer ordentlichen Ladung synthetischer Früchte (tropischer Fruchtcocktail) und wird durch die spritzigen Komponenten der Zitrone/Bergamotte ergänzt.
Die Vanille und der Moschus sind spürbar von Anfang an im Hintergrund vorhanden und geben dem Duft einen schön cremigen Unterton.
Zu Beginn kann der Duft überfordern, da er extrem potent und durchaus synthetisch ist.
Dies legt legt sich innerhalb der ersten Stunde und der Duft entfaltet seine wunderbare fruchtig cremige, leicht pudrige Duftaura.
Der Verlauf ist relativ linear und in der Luft durchweg einfach zu mögen.

Die Perfomance ist brachial und man sollte den Duft aufjedenfall sparsam dosieren, da er sonst zu penetrant wird bzw. im Umfeld schnell nerven kann. (hier ist wirklich weniger mehr)

Ich sehe den Duft im Frühling oder an kühleren Sommertagen. Für den Hochsommer ist er mmn zu dicht und wird auf meiner Haut zu schwülstig.

Mit diesem Duft habe ich ausschließlich positive Resonanz erhalten und bin der Meinung, dass dieser außerhalb der Parfumo Bubble (in dezenter Dosierung) durchweg gut wegkommt.

Für mich ist der "Erba Pura | XerJoff" ein frühlingshafter gute Laune Duft, zu dem ich selten aber immernoch super gerne greife.


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