ScheeheratzeScheeheratzes Parfumkommentare

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18.09.2016 20:16 Uhr
13 Auszeichnungen
...Oudh, Safran, Amber, Moschus und Rose (in diesem Fall die berühmte Rose aus Taif, dem Rosenanbaugebiet hoch in den Bergen, in der Nähe von Mekka) bekommen vor ihrem Auftritt erstmal einen großen Strauß Wildblumen überreicht. Herb sind sie, krautig, frisch aus einem Wadi beim Gebirge von Taif. Schnörkellose, ein wenig stachelige Schönheiten müssen das sein, fern jeglicher putzig süßer Lieblichkeit. Diese wilden Blumen sind ernst. Ich kann mich nicht entsinnen, schon mal sowas gerochen zu haben. Unbeschreiblich und so soll es bleiben.

Und dann kommen die großen, unsterblichen alt vertrauten Fünf dazu und bestimmen das Duftbild. Und so bleibt es auch.

Maqam blend wurde anläßlich der Feierlichkeiten zum Diamond Jubilee von ASQ in limitierter Ausgabe rausgegeben und ist anscheinend wirklich sehr sehr selten zu bekommen. Sei es nun als Parfumöl in dem schönen Glasfläschen (für den Propheten Ibrahim heißt es) oder für die ungläubigen Westbanausen wie mich, als EDP im westlich schnörkellosen Spray-Flakon, eingebettet in einer Schachtel, die beeindruckend ist. Ich bin ja einiges gewöhnt von den Arabern, aber dieser Karton .... Es bleibt dem Seelenauge des Betrachters überlassen, ob er ein Buch sieht oder einen Sarkophag.

Der Duft ist so, wie alle ASQ's, die ich bisher getestet habe: wohl dosiert, gut abgestimmt, nahezu vornehm zurückhaltend. Freunde der kräftigen Düfte, dürften ein wenig traurig sein - der da knallt nicht. In und an der Kleidung hält er sich relativ lange und am nächsten Tag ist noch ein Hauch von den großen Fünf im Raum zu vernehmen, wo die eingesprühte Jacke hängt.

Ich werde den Flakon nun, nachdem er mich 3 Tage begleitet hat, in seinen imposanten großen Karton legen, Deckel zu und warten bis zum Sommer, wenn es wieder wüstenähnliche Temperaturen hat und dann darf er - Dracula ähnlich sein schwarzes Samtbett verlassen und mich durch die Hitze Deutschlands begleiten und mich träumen lassen von Wind, Sand, Felsen, grünen Tälern, Wasserfällen, schweren Düften und schönen Männern - siehe "u tube: ASQ Master of perfume".


14.09.2016 19:59 Uhr
15 Auszeichnungen
... und komm auch niemals da mal hin (schon gar nicht in zerrissnen Jeans).
Und wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann kommt in diesem Fall die Heilige Stätte zu mir nach Hause.
Lange schon hatte ich Meeqat Blend in meiner Merkliste, in allererster Linie wegen des Flakons. Er stellt das Mecca Royal Clock Tower Hotel in Saudi-Arabien dar das direkt neben der Heiligen Moschee, die das Allerheiligste der Muslime enthält, steht.

Viele Gedanken hab ich mir gemacht, wonach dieser Duft wohl riechen könnte, dieses Reliquium des Heiligsten Ortes aus dem Islam. Oudh, ok, das war klar, ohne Oudh geht bei ASQ gar nichts. Gut, aber womit wird es gemischt werden?
Brünftige Moschusochsen und wuschige blutrote Rosen mit lüsternem Jasmin - die bekannte Altkombi der meisten Oudhdüfte? Niemals!!!
Nicht bei einem Duft, der den Namen Meeqat trägt, was frei übersetzt in etwa bedeutet: "ein tief verwurzelter Platz, ein Platz im Jenseitigen, im Inneren" und auch die Eintrittsorte zur Heiligen Stätte Makkah oder Mekka bezeichnet.

Fast schon andächtig schraube ich die Turmuhr mit Bling-Bling-Steinchen ab. Im realen Clock-Turm, die größte Uhr der Welt, sind auf allen Seiten des Turms je ein Zifferblatt angebracht, mit einem Durchmesser von 43 Metern, beleuchtet von 2 Millionen LED-Lampen. Bis zu 8 km weit kann man die Uhrzeit lesen. Oberhalb der Zifferblätter bilden weitere 21.000 weiße und grüne Lichter die Flagge Saudi-Arabiens. Sie blinken 5 mal täglich zu den Gebetszeiten. Die (begehbaren) Minutenzeiger sind 23 Meter lang, 2,4 Meter Breit und 7,5 Tonnen schwer. Die Stundenzeiger sind 17 Meter lang. Unvorstellbar für mein kleines Gehirn.

Die erste Duftwahrnehmung überrascht ! Ich nehme Zitronen wahr, Geist, Seele und Körper erfrischende Zitronen ! Welch ein genialer Einfall !
Nach kurzer Zeit verschmelzen die Zitronen (leider) zu und mit einem Strauß Blumen - ich tippe auf würzig, klares, leicht honigsüsses Ysop, einem Hauch von klärendem Salbei und ein Immortellchen.

Hölzer gesellen sich dazu, ostindisches süß-schweres Sandelholz, ein wenig rauchige Zeder, die unvermeidlichen Moschuskörner und die noch unvermeidlichere Ambernote. Oudh ist kaum wahrnehmbar, wirklich nur ein minimaler Hauch.
In der Aromatherapie - und die Araber sind ja nun wirklich Profis auf dem Gebiet, werden diese Essenzen engesetzt, um nach Innen, zur eigenen Mitte zu führen. Paßt !

Meeqat Blend ist ein zurückhaltender Duft, da drängelt sich nichts in den Vordergrund. Da hämmert nichts nach Außen. Alles ist leicht, wirkt beruhigend, steht im Hintergrund, nimmt niemals dem "Heiligen Ort" die Show.
Die Haltbarkeit ist wie das Leben: relativ kurz, nach ca. 3-4 Stunden ist nur noch ein Hauch von zart süßem ambrierten Sandelholz da, der Duft ist mit der Seele im Inneren, im Meeqat, verschwunden.

Ich trage alle meine Araber - auch die schweren Oudh-Hammer - generell im Hochsommer, niemals nicht in den kalten muffigen deutschen Dunkelmonaten. Das ist für mich Mord am Duft. Meeqat Blend ist somit eine Abwechslung für mich, wenn es dann doch mal etwas frischer und fluffiger sein soll, wenn das Leben so sein soll, wie es eigentlich sein soll aber nicht immer so ist.


17.06.2016 19:18 Uhr
24 Auszeichnungen
Ähnlich wie bei M .Man so auch hier: Däschawüühhh !!!
Phileas von Ricci und Eau de Nabeel.
Mehr gibts da nicht zu sagen. (Mein Reden: es gibt NICHTS Neues mehr, weder in der Parfumwelt, noch in der Musik und schon gar nicht in der Mode - alles schon mal dagewesen !!!)

Ich war erstaunt, daß dieser grün-würzig-herbe Duft in so einem Flakon wohnen muss. Hätte man mich gefragt, so hätte ich den in resedagrün mit dunkelgrünem Klunker verpackt.
So jedoch ist er ein richtiger Duft im falschen Körper.

Er hat nichts Womenhaft pinkiges an sich ! So gar nicht! Er ist grün, herb, leicht holzig, würzig - Phileas halt.
Nach einiger Zeit kommt auch hier ein Hauch von Funeral Home durch und daran ändert sich nicht groß was - der Duft bleibt konstant. Lediglich, dass er schwächer, etwas weicher und femininer wird. (Phileas und Nabeel sind kräftiger auf der Brust und bleiben Kerle.)

Freundinnen der typischen neuen blumigsüßenpuderhulahula-Amouage-Woman-Düfte, die dürften mit diesem hier nicht klarkommen - was ja auch die Bewertungen und Statements deutlich zeigen.

Grün-würzig liebende Nasen, wie meine, finden Gefallen an ihm. Angenehm frisch und dennoch nicht kühl.
Ein warmer Grüner sozusagen, dem ich gerne 8,5% gebe .


17.06.2016 19:00 Uhr
16 Auszeichnungen
... wer schaut mir da entgegen aus dem Düfteland?
Oupsi: de Profundis ! Aber Hallo! Und das bleibt auch einige Zeit so. Ein wenig später lächelt dann der nächste Duft aus dem Düftespiegel: Funeral Home und Hand in Hand wandern die beiden in die schöne violette Klunkerflasche und es kommt Rauch dazu, in der Pyramide Asche genannt.
Ein wirklich intensiver, gelungener, ernster (nix flotter) Dreier !
Gut. Richtig gut - wer de Profundis und Funeral mag. Ich mag sie sehr.
In meinem geistigen Ohr ertönen im Duett, zwei Songs von in diesem Jahr von dieser Welt gegangenen Künstler: Ashes to Ashes to Purple Rain.

Leider bleibt das nicht so und nach einiger Zeit entwickelt sich der bis dahin wirklich mystische Duft dann zum Anouaschen süß-blumig-obstig-pudrigen Mischmasch aus Memoir-Interlude und Honour Woman. Der Zauber, der dem Anfang innewohnte ist - fast so wie im richtigen Leben - dahin.

Durchhalten ! Denn nach ca. 24 Stunden wird man belohnt und der Duft klingt in einer klaren, kühlen Rauchnote (die kalte alte Asche) aus. Happy End !

Ein Duft für November Nebel Niesel Schniesel, und in der Dämmerung aufsprühen, Spaziergang übern Friedhof, herrlich wird's im Nebel zu wandern! Nur aufpassen, wenn der Mittelteil kommt, denn da kann es passieren, daß hinter einem Grabstein das bleiche Gesicht mit den kohleschwarzen Augen von Prince wie ein Schachterldeifi (Nichtbayern bitte googeln) auftaucht und grinsend "you sexy motherfucker" kreischt.

Fazit und meine ganz persönliche herbduftliebende Meinung: wäre der blumig-süße Mittelteil nicht, so wäre das für mich ein glatter 10%er - so schafft er nur wohlgemeinte 8,5%.


12.04.2016 19:15 Uhr
28 Auszeichnungen
Hach dieser Flakon ! und dann dieser Name ! Der Reiz der Entjungferung war da, und seit 2 Tagen klebt er nun auf meinem Arm.

Hui, erst mal eine Ladung Alk - ok, das verfliegt sehr schnell und schau an: es macht sich ein wunderschöner, lieblicher, zarter Blumenduft bemerkbar, der ganze Reigen der aufgezählten Blüten tanzen einen lilafarbenen Frühlingsgruß in die Nase und das läßt lächeln.

Leider hat sich das lilafarbene liebliche schnell ausgetanzt und die Nase wird nun gepudert, zuerst noch ein wenig zurückhaltend, aber das ändert sich sehr rasch und es staubt aus vollen Rohren.

Ja und dann, so nach einer knappen Stunde kommt sie zum Vorschein, langsam aber gewaltig:
Heliotrop, die gemeine Vanilleblume ausm deutschen Vorgarten holt ihre blaue Sichel heraus und mäht rigoros alle sanften edlen hellen Blümelein ab. Schluß mit Frühlinslüftlein!
Vanille nebst Blume und Tonka und süßem Kakao trommeln sich auf die Brust "hey listen - we are the biggest".

Und der Duft wird süß. Sehr süß. So richtig süß. Vanille. Pralle dralle Tonkavanille im gepuderten lila Glitzerzpapier.

Und das wars dann eigentlich auch schon. Entwicklung? Entfaltung? Ja mei, wie man in Bayern sagt, Vanillepuder halt.

Wer das liebt, bitte, der ist mit Lilac love bestens bedient - er hält und hält und hält .
Wer das nicht liebt, der macht es so wie ich: Teebaumöl und übertünchen und lieber zum lila Osterhasen von Milka greifen, ist billiger und macht definitiv glücklicher.

Aus der Traum von Fliedlerdüftchen und der verheißungsvoll lockende Name dieses Puderluders bezieht sich wohl ausschließlich auf den fliederfarbenen Flakon - und der ist wirklich lovely.


26.10.2015 18:32 Uhr
11 Auszeichnungen
... und so wie es sich für ein derartiges Luxusgeschöpf gehört auf einem Scheiterhaufen, obendrauf aus:
Bergamotte, Aldehyden, Gewürznelken, Koriander, Zimt, Bay, Majoran;
in der Mitte finden sich: Lavendel, Basilikum, Thymian, Weihrauch und Myrrhe, Gartennelke, Rosen, Jasmin und Orris und ganz unten tummeln sich:
Eichenmoos, Benzoe, Vetiver, Patchouli, Sandelholz, Ambergris, Zeder und Muskat.

Zu Prince Matchabelli hat Michelangela bereits alles geschrieben - danke für diesen Kommentar, der mich auf die Hoheit neugierig gemacht hat und eine weltweite Jagd nach den üppigen Fläschchen bei mir auslöste. Eigentlich stellen die Flakons Kronen dar, aber mich erinnern sie irgendwie an dralle Brüste.

Es ist ja noch immer nicht zu 100% geklärt, aus welchem Holz die Luxusfidel gemacht wurde, man munkelt es sei in eiskalten Winter-Vollmondnächten geschlagene Fichte. Wie dem auch sei - der edle Prinz benannte diesen Duft jedoch nicht nach der Geige alleine, sondern nach seinem eigenen Orchester!

The "New Yorker" schrieb 1954 über diesen Duft: "Eine eindringliche holzige Note mit exotischen Untertönen".
Und "Life" meinte 1948: "Stradivari legt ein Liebeslied in die Herzen der Frauen. Reich, langanhaltend, geschaffen für Frauen mit tiefer Emotion".

Ybabadabaduuuuu - so isses!

Ein warmer, ernster, rauchig-holziger Blumenduft vom Uralt-Schlag, geschaffen für den Moment, falls Dave Garret vorbeikommt und einem was vorgeigt.


26.10.2015 18:03 Uhr
7 Auszeichnungen
Durch die Heirat Edmund Langeleyes Duke of York wurde Isabella von Castilien Englands erste Herzogin von York: Mary Beatrice (1658 - 1718).
Und das ist ihre Geschichte:
"Zwei Prinzessinnen von Spanien (Isabella und ihre Schwester) ritten auf ihren weißen Pferden, Flüchtlinge ohne Plan und Hoffnung, schweigend nebeneinander, entlang einer Pappel-Allee in Frankreich. Sie flohen vor den Mördern ihres Vaters, dem König von Castilien. Ihre lieblichen wohlgeformten Gesichter unter ihren Spitzhauben sind tränenlos und erstarrt, als sie durch den nebeligen Morgen ritten. Plötzlich ist lautes Hufengeklapper auf der Straße vor ihnen zu hören und kurz darauf teilt sich der Nebel und zwei Reiter stehen vor ihnen, wie Prinzen im Märchen. Ihre schwarzen Rösser bäumen sich auf und tänzeln und stampfen mit ihren ungeduldigen Hufen. Es sind Edmund Langeley, Herzog von York und sein Bruder John, die nach Frankreich kamen, um die zwei heimatlosen Prinzessinnen zu finden und um sie nach England zu holen."

Als Prince Matchabelli, der seines Landes verwiesene Prinz, diese uaralte Geschichte las, fühlte er die Einsamkeit und sanfte Süße der Herzogin und kreierte zu ihrer Erinnerung einen zarten Duft. Einen Duft von Flieder und junger Liebe: "Duchess of York".

In einer Werbeanzeige von damals wird der Duft beschrieben als "die unvergeßliche Süße von lila englischem Flieder und Pantoffelblume, abgefüllt in einer Flasche für die Frau von vornehmer Erziehung und sehr gutem Geschmack".

Eine andere Werbung spricht vom "Persischem Flieder von der Küste des schwarzen Meeres. Ein Duft, der das männliche Herz berührt, wie ein schönes Gesicht mit tragischer Vergangenheit".

Jetzt im Hier und Heute, sehe ich den Duft nicht ganz so romantisch. Er ist auch kein Duft zum tragen, sondern eher was für Närrinnen und Narren, die alte Exoten sammeln, und sich an ausgefallenen Flakons ergötzen.

Er zählt zu der Familie der typischen alten Blumendüfte, ein wenig schwer, ein wenig ranzig (was aber auch am Alter liegen mag), der Fliederbusch ist in die Jahre gekommen, und mir vermittelt er keine junge, zarte, unschuldige Liebe, sonder eher so eine alte leicht verkochte Backofenliebe nach 100 Jahren Ehe.
Und so ganz nebenbei: keines der männlichen Herzen, die mich im Leben schon in den Irrsinn getrieben haben, würden von diesem Duft an mir berührt werden, das ist Fakt.
Aber das könnte wohl an meiner nicht vornehmen Erziehung und an meinem alles bloß nicht vornehmen Geschmack liegen.


16.08.2015 17:57 Uhr
9 Auszeichnungen
Was könnte ich nicht alles schreiben, angefangen von endlosen Märchen aus endlosen Nächten, über glutäugige verschleierte Schönheiten, Erinnerungen an verblichene Nächte und verflossene Liebhaber ... mach ich aber nicht.
Hat der Duft nicht nötig - und ich auch nicht.

Auf der webside von Nabeel, London, steht zu diesem Duft nur ein Satz:

"This perfume shows to everyone what oudh is"

Und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Klares, weiches, harmonisches Oudh, köstlich tragbar im Hochsommer, wenn es an die 40 Grad geht. Ein ernster Duft, der erdet, zur Mitte führt und niemals, never ever never irgendwie penetrant und gruselig wird, was man von vielen der Nachahmer aus dem Westen nun weiß Gott nicht sagen kann.

Ich habe meinen Flakon 1996 in Dubai gekauft und es bleibt zu hoffen, daß er nicht dieser unglücklichen Kastration zu Opfer gefallen ist.


16.04.2015 18:54 Uhr
38 Auszeichnungen
Über den Duft an sich muß ich nichts mehr schreiben - vom Omaduft bis zur Sexbome, alles steht schon geschrieben. Wie jeder Duft, so auch dieser und gerade dieser eine Frage des Geschmacks . Der eine mag Mäuse roh, der andere gekocht, ich mag sie gar nicht.
Mir geht es um den Vergleich zu Ursprung und Verunformulierung. Ich las und hörte, es gäbe keinen Unterschied.
Hallooooo !!! ??? !!!

Schon von der Optik unterscheiden sie sich krass in zwei Dingen:
1. Die Farbe: der Urduft ist tief dunkelschwarzbraun - der Neue hell Bernstein.
2. Am Boden das Etikett: der Urduft "Made in USA" - der Neue "Made in Switzerland".

Ich schnappte mir die Schweizer Enkelin und unmittelbar stach mir ein beißender Gifthauch in die Nase, chemisch, modrig, muffig.
Die Entwicklung - so man überhaupt von Entwicklung sprechen kann - gab auch nicht viel her, der Geruch blieb gleichbleibend, eintönig, stechend, fremd.

Und dann griff ich nach der amerikanischen taufrischen jugendlichen Oma - und endlich, da war er wieder! Der bombastische Zauber der ewig jungen Lady mit dem drallen Naturbusen, die lasziv die Beine übereinander schlägt, sich einen in dunklen Holzfässern lange gereiften Bourbon einschenkt, eine Filterlose ansteckt und aus ihren lächelnden Augen sprechen 20 gelebte wilde Jahre Sex, Drugs and Rock'n Roll. Und Janis Joplin röhrt "Me and Bobby McGee" ... ein Hochgenuß, der lange bleibt und sich immer wärmer und tiefer und erotischer entwickelt.

Hingegen ihre muffig-modrige Enkelin hopst hektisch herum, stopft sich ein Paar Silikonfakies ins A-Körbchen, begleitet vom glockenhellen Stimmchen von Helenchen, die atemlos durch die Nacht schrillt - vermutlich hat sie auch das neue Y.D. benutzt - und alles endet letztlich in einer Lache aus Alkopop, in der giftgrüne Verhüterlis mit Erdbeergeschmack herumschwimmen.

Der Unterschied ist gewaltig - wie heiße Nacht und kalter Tag.

Glücklich, wer noch eine alte schwarzbraune Bombe made In USA sein Eigen nennt!
Geküßt seist Du Flakon, wo diese dämliche goldene Schleife fehlt und ich sag es deutlich, laut und barsch:
der Neue ist fürm Arsch!


17.03.2015 16:50 Uhr
6 Auszeichnungen
... das war mein erster Gedanke, als ich diesen süßen Flakon sah. Meine große Leidenschaft gilt ja den Parfum-Miniaturen und da ist der Inhalt nicht so wichtig, was zählt ist das Fläschchen - und das ist in diesem Fall gut so.

Als großer jährlicher "Must-Gugg-Fan" von Kill Bill , vor allem hier die wunderschöne O-Ren, die leider von dem faden Blondchen Uma im düsteren schwarz-weißen Japanischen Winter-Garten enthauptet wurde - war dieses Flakon ein absolutes Must-have für meine Miniaturen-Wand.

Der Duft ist so, wie der Flakon aussieht:
Rosa, lieblich, leicht, niedlich, putzig, drollig, süß-sweet-schnuggelig, rosa-fruchtig, sanft und lovely, wie ein rosaroter Schmetterling, der grad die Blüten der Litschi bestäubt hat flattert er süßlieblich duftend leise davon.

Er ist nicht schlecht, aber man muß schon ein großer Freund derartiger Düfte sein - ich gehöre nicht dazu.
Aber der Flakon halt! Nun hab ich meine kleine O-Ren im Regal, in Rosa und ich hoffe sie verzeiht mir diesen Farben-Frevel und schwingt nicht verächtlichen tiefschwarzen Blickes ihr Hatori Hanzo Schwert über mein gebeugtes Haupt.


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