Somebody
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Tom Ka Gai oder des Pudels Kern
Das erste Mal als ich Ninfeo Mio in einer kleinen, auf Nischendüfte spezialisierten Parfümerie testete, wurde mir die Kaufentscheidung dadurch abgenommen, dass der Duft gerade ausverkauft war. Die Verkäuferin erwähnte, Ninfeo Mio sei in ihrem Geschäft der Bestseller unter den Goutals.
Also verließ ich die Parfümerie großzügig besprüht und wunderte mich, weshalb ich beim Schnüffeln an meinem Handgelenk plötzlich nur noch Thai Curry mit Kokosmilchsoße roch. Mein erster Eindruck nach dem Aufsprühen war eher zitrisch-bitterfrisch gewesen und entsprach damit durchaus meinen Duftvorlieben. Ich schob es darauf, dass Mittagszeit war und ich Hunger hatte, aber auch nach dem Essen war der Duft nach Kokosmilchsoße mit Kaffirlimonenblättern und zerdrückten Zitronengrasstängeln unverändert.
Die Feige suchte ich vergeblich, wusste aber auch nicht so genau, wonach ich eigentlich suchen sollte, da Feige bei mir eher geschmackliche als geruchliche Assoziationen erzeugt. Höchstens die klebrige Süße von Feigenmarmelade kam mir in den Sinn und die ist in Ninfeo Mio sicher nicht zu finden. Trotz meiner Irritation war ich von dem Duft fasziniert und holte ihn mir.
Das Rätsel löste sich schließlich als ich auf ein Interview mit Jean Claude Ellena stieß. Darin demonstriert er seiner Gesprächspartnerin, wie durch Übereinanderlegen von Kokos und Minze Feigenduft entsteht. Offenbar schluckt meine Haut die Minze und es bleibt nur noch Kokos nebst den zitrischen Noten übrig, was mich unweigerlich an das erwähnte Gericht aus der Thai-Küche erinnert.
Sehr interessant ist, dass Ninfeo Mio bei seinen Trägern die unterschiedlichsten Geruchseindrücke auslöst, die oft deutlich von den angegebenen Duftbestandteilen abweichen und sich offenbar erst durch die individuelle Hautchemie entwickeln.
Vielleicht mache ich demnächst mal einen Versuch, sprühe mir Ninfeo Mio auf, besuche meinen Lieblings-Thai und bestelle das, was er an meinem Handgelenk riecht. Wäre schon spaßig, wenn er sagen würde "Feigen haben wir leider nicht".
Also verließ ich die Parfümerie großzügig besprüht und wunderte mich, weshalb ich beim Schnüffeln an meinem Handgelenk plötzlich nur noch Thai Curry mit Kokosmilchsoße roch. Mein erster Eindruck nach dem Aufsprühen war eher zitrisch-bitterfrisch gewesen und entsprach damit durchaus meinen Duftvorlieben. Ich schob es darauf, dass Mittagszeit war und ich Hunger hatte, aber auch nach dem Essen war der Duft nach Kokosmilchsoße mit Kaffirlimonenblättern und zerdrückten Zitronengrasstängeln unverändert.
Die Feige suchte ich vergeblich, wusste aber auch nicht so genau, wonach ich eigentlich suchen sollte, da Feige bei mir eher geschmackliche als geruchliche Assoziationen erzeugt. Höchstens die klebrige Süße von Feigenmarmelade kam mir in den Sinn und die ist in Ninfeo Mio sicher nicht zu finden. Trotz meiner Irritation war ich von dem Duft fasziniert und holte ihn mir.
Das Rätsel löste sich schließlich als ich auf ein Interview mit Jean Claude Ellena stieß. Darin demonstriert er seiner Gesprächspartnerin, wie durch Übereinanderlegen von Kokos und Minze Feigenduft entsteht. Offenbar schluckt meine Haut die Minze und es bleibt nur noch Kokos nebst den zitrischen Noten übrig, was mich unweigerlich an das erwähnte Gericht aus der Thai-Küche erinnert.
Sehr interessant ist, dass Ninfeo Mio bei seinen Trägern die unterschiedlichsten Geruchseindrücke auslöst, die oft deutlich von den angegebenen Duftbestandteilen abweichen und sich offenbar erst durch die individuelle Hautchemie entwickeln.
Vielleicht mache ich demnächst mal einen Versuch, sprühe mir Ninfeo Mio auf, besuche meinen Lieblings-Thai und bestelle das, was er an meinem Handgelenk riecht. Wäre schon spaßig, wenn er sagen würde "Feigen haben wir leider nicht".
4 Antworten
Once upon a time
Dichter Nebel hing in den schottischen Highlands. Die Dämmerung brach unerwartet schnell herein. Ein junges Paar in einem altersschwachen Auto kämpfte sich die schmale gewundene Straße hinauf. Das Licht der Scheinwerferkegel wurde nach wenigen Metern von Dunkelheit und Nebel verschluckt und wie Gespenster tauchten Umrisse von Felsen und Bäumen daraus auf.
Die junge Frau hatte eine Karte auf ihren Knien ausgebreitet, auf der sie mittlerweile freilich nichts mehr erkennen konnte. Sie betete stumm, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen hatten. Der Mann neben ihr war ebenfalls ungewohnt schweigsam.
Beide erschraken als nach einer gefühlten Ewigkeit ganz unvermittelt ein wie eine Festung wirkendes Schloss mit Erkern und Türmchen aus dem Nebel auftauchte. Sie stellten das Auto in respektvollem Abstand zu dem alten Gemäuer ab und bewegten sich durch das eiserne Tor der Zufahrt zögernd darauf zu.
Ein kurzes heiseres Bellen ließ sie zusammenzucken und sich an den Händen haltend näherten sie sich dem hölzernen Eingangsportal. Das Geräusch des eisernen Türklopfers hallte dumpf durch die Dunkelheit und wieder bellte irgendwo ein Hund. Die Tür öffnete sich und eine freundliche Dame mittleren Alters hieß sie auf Barcaldine Castle herzlich willkommen.
Nach einem herzhaften Abendessen fiel die Anspannung allmählich von dem jungen Paar ab und sie ließen sich vor einem gemütlich knisternden Kaminfeuer in eines der schweren cognacfarbenen Ledersofas sinken. Bald gesellte sich der Hausvater zu ihnen und die Wurzelholz-Pfeife in seinem Mundwinkel verströmte einen angenehmen süßlichen Geruch. Nicht lange darauf war man bei einem Glas Single Malt Whiskey angelangt, das ein intensiv vanilliges Aroma verströmte und sich mit dem Pfeifenrauch zu einer unwiderstehlichen Duftmelange vereinigte.
...
Jahre später in einem kleinen Geschäft in Berlin-Charlottenburg. Das inzwischen nicht mehr ganz so junge Paar schnuppert sich durch die ordentlich aufgereihten Glasflaschen mit den Lehmann'schen Duftcreationen. Und bleibt an der Flasche mit dem russischen Eau de Cologne hängen. Eine lange vergessene Dufterinnerung taucht aus dem Nebel der Vergangenheit auf: In Würde gealterte Ledermöbel vor einem knisternden Kaminfeuer, Pfeifentabak und schottischer Single Malt.
Das alles steckt im russischen Eau de Cologne und noch mehr. In der Kopfnote kann ich feine Blümchen ausmachen. Maiglöckchen meine ich sicher zu erkennen, außerdem Jasmin und eventuell Ylang-Ylang. Sehr schnell entwickelt sich das warme, weiche Herz mit Anklängen von Vanille und einer tieferen, leicht balsamischen Note. Ich tippe auf Sandelholz, vielleicht auch etwas Patchouli.
Für ein Eau de Cologne ist die Haltbarkeit mit 8 Stunden bei 4 Sprühstößen sehr gut. Harry Lehmann ist hier wirklich ein sehr schöner, harmonischer und zeitloser Duft gelungen, der sicher nicht nur unter Whiskyliebhabern seine Anhänger finden dürfte. Für mich ein absoluter Geheimtipp.
Die junge Frau hatte eine Karte auf ihren Knien ausgebreitet, auf der sie mittlerweile freilich nichts mehr erkennen konnte. Sie betete stumm, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen hatten. Der Mann neben ihr war ebenfalls ungewohnt schweigsam.
Beide erschraken als nach einer gefühlten Ewigkeit ganz unvermittelt ein wie eine Festung wirkendes Schloss mit Erkern und Türmchen aus dem Nebel auftauchte. Sie stellten das Auto in respektvollem Abstand zu dem alten Gemäuer ab und bewegten sich durch das eiserne Tor der Zufahrt zögernd darauf zu.
Ein kurzes heiseres Bellen ließ sie zusammenzucken und sich an den Händen haltend näherten sie sich dem hölzernen Eingangsportal. Das Geräusch des eisernen Türklopfers hallte dumpf durch die Dunkelheit und wieder bellte irgendwo ein Hund. Die Tür öffnete sich und eine freundliche Dame mittleren Alters hieß sie auf Barcaldine Castle herzlich willkommen.
Nach einem herzhaften Abendessen fiel die Anspannung allmählich von dem jungen Paar ab und sie ließen sich vor einem gemütlich knisternden Kaminfeuer in eines der schweren cognacfarbenen Ledersofas sinken. Bald gesellte sich der Hausvater zu ihnen und die Wurzelholz-Pfeife in seinem Mundwinkel verströmte einen angenehmen süßlichen Geruch. Nicht lange darauf war man bei einem Glas Single Malt Whiskey angelangt, das ein intensiv vanilliges Aroma verströmte und sich mit dem Pfeifenrauch zu einer unwiderstehlichen Duftmelange vereinigte.
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Jahre später in einem kleinen Geschäft in Berlin-Charlottenburg. Das inzwischen nicht mehr ganz so junge Paar schnuppert sich durch die ordentlich aufgereihten Glasflaschen mit den Lehmann'schen Duftcreationen. Und bleibt an der Flasche mit dem russischen Eau de Cologne hängen. Eine lange vergessene Dufterinnerung taucht aus dem Nebel der Vergangenheit auf: In Würde gealterte Ledermöbel vor einem knisternden Kaminfeuer, Pfeifentabak und schottischer Single Malt.
Das alles steckt im russischen Eau de Cologne und noch mehr. In der Kopfnote kann ich feine Blümchen ausmachen. Maiglöckchen meine ich sicher zu erkennen, außerdem Jasmin und eventuell Ylang-Ylang. Sehr schnell entwickelt sich das warme, weiche Herz mit Anklängen von Vanille und einer tieferen, leicht balsamischen Note. Ich tippe auf Sandelholz, vielleicht auch etwas Patchouli.
Für ein Eau de Cologne ist die Haltbarkeit mit 8 Stunden bei 4 Sprühstößen sehr gut. Harry Lehmann ist hier wirklich ein sehr schöner, harmonischer und zeitloser Duft gelungen, der sicher nicht nur unter Whiskyliebhabern seine Anhänger finden dürfte. Für mich ein absoluter Geheimtipp.
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To be continued...
Es war spät. Kein Laut war zu hören außer dem samtenen Geräusch, das ihre nackten Füße auf den Dielen erzeugten. Sie betrat sein Arbeitszimmer und ein spärlicher Lichtschein fiel durch die nur halb geöffnete Tür. Alles war wie immer: der Sessel, die grüne Leselampe, die kleine Couch, die Bücherwand, die Musiksammlung. Der Schreibtisch inzwischen aufgeräumt und der schwarze gusseiserne Halter ohne Post.
Es war eine ungewöhnlich stille Nacht. Kein Lüftchen regte sich und die pechschwarze Finsternis vor dem Fenster verschluckte die Konturen des Gartens. Die Fensterscheibe mit dem feinen Riss war längst ausgetauscht, die Birke zurück geschnitten und das Elsternnest daraus entfernt. Gedankenverloren starrte sie ins Dunkel.
Langsam bewegte sie sich auf das Sideboard mit den Photos und Flakons zu. Der grüne Flakon in der Mitte glitt wie von selbst in ihre Hand. Feiner Sprühnebel hüllte sie ein und sanft stellte sie die Flasche an ihren Platz zurück.
Wie Traumsequenzen zogen die Ereignisse der letzten Monate an ihrem inneren Auge vorbei. Es hatte eine Untersuchung gegeben, natürlich, und sie musste viele Fragen beantworten. Schließlich zogen die Beamten von dannen und es kehrte wieder Stille ein.
Sie schlüpfte aus dem Arbeitszimmer und betrat das Schlafzimmer. Wie üblich ließ sie die Tür nur angelehnt. Inzwischen hatte sich der leichte Rauchgeruch, der sich aus der Flasche zu Anfang stets auf sie legte, verflüchtigt und ein herb-warmer dunkelgrüner Akkord mit sanften Blütenanklängen hüllte sie schützend ein. Tief sog sie den wohlbekannten Geruch ein als sie unter die Decke glitt. Wie von selbst bewegte sie sich in die Mitte des Betts und nahm es ganz in Besitz. Ein zufriedenes Lächeln spielte um ihre Lippen. Sie konnte ihn immer noch spüren, seine Arme, seine Hände, seinen Mund.
Ehe ihr Bewusstsein in den Schlaf hinüberdämmerte, blitzte ein letzter Gedanke in ihr auf: Obwohl es schon so lange her war und sie allabendlich das gleiche Ritual vollzog, nahm die Flüssigkeit in dieser dunkelgrünen Flasche nicht ab...
Es war eine ungewöhnlich stille Nacht. Kein Lüftchen regte sich und die pechschwarze Finsternis vor dem Fenster verschluckte die Konturen des Gartens. Die Fensterscheibe mit dem feinen Riss war längst ausgetauscht, die Birke zurück geschnitten und das Elsternnest daraus entfernt. Gedankenverloren starrte sie ins Dunkel.
Langsam bewegte sie sich auf das Sideboard mit den Photos und Flakons zu. Der grüne Flakon in der Mitte glitt wie von selbst in ihre Hand. Feiner Sprühnebel hüllte sie ein und sanft stellte sie die Flasche an ihren Platz zurück.
Wie Traumsequenzen zogen die Ereignisse der letzten Monate an ihrem inneren Auge vorbei. Es hatte eine Untersuchung gegeben, natürlich, und sie musste viele Fragen beantworten. Schließlich zogen die Beamten von dannen und es kehrte wieder Stille ein.
Sie schlüpfte aus dem Arbeitszimmer und betrat das Schlafzimmer. Wie üblich ließ sie die Tür nur angelehnt. Inzwischen hatte sich der leichte Rauchgeruch, der sich aus der Flasche zu Anfang stets auf sie legte, verflüchtigt und ein herb-warmer dunkelgrüner Akkord mit sanften Blütenanklängen hüllte sie schützend ein. Tief sog sie den wohlbekannten Geruch ein als sie unter die Decke glitt. Wie von selbst bewegte sie sich in die Mitte des Betts und nahm es ganz in Besitz. Ein zufriedenes Lächeln spielte um ihre Lippen. Sie konnte ihn immer noch spüren, seine Arme, seine Hände, seinen Mund.
Ehe ihr Bewusstsein in den Schlaf hinüberdämmerte, blitzte ein letzter Gedanke in ihr auf: Obwohl es schon so lange her war und sie allabendlich das gleiche Ritual vollzog, nahm die Flüssigkeit in dieser dunkelgrünen Flasche nicht ab...
7 Antworten
Wohl eher ein Sommertag im Freibad
Natürlich war der Besuch der Pafümerie Lehmann auch ein Pflichttermin auf meiner Berlin-Reise. Und dieses fast aus der Zeit gefallen erscheinende Ambiente ist auf jeden Fall einen Abstecher wert. Schön, wenn man Muße hat und sich in Ruhe durch all die vielen Glasstöpsel der Duftwasserbehälter schnüffeln kann. Eine sehr freundliche, unaufdringliche Dame tat ein Übriges um mich dort rundum wohl zu fühlen und so wanderte das eine oder andere Düftchen in die Tüte.
Wüstenwind hat mir am Glasstopfen gleich ganz gut gefallen. Mein erster Eindruck erinnerte mich an den subtilen Duft einer guten Pflegecreme. Als ich ihn dann später in Ruhe und mit aufgetauter Nase (es war sehr kalt als ich ihn kaufte und ich vermute, meine Geruchsrezeptoren waren leicht betäubt) ausprobierte, entwickelte sich nach kurzem leicht zitrischem Auftakt schnell eine deutlich süße, heliotropische Note, die mich irgendwie an einen heißen Tag im Freibad erinnert. Die Liegewiese ist dicht an dicht mit Badetüchern bedeckt, auf denen Sonnenhungrige in der Hitze brutzeln und von allen Seiten wabern Schwaden von Sonnencremegeruch auf mich ein. Das Heliotrop ist mir dann fast ein wenig zu penetrant und hält bei mir länger als ich bei einem so leichten Wässerchen erwartet hätte. Einen großen Duftverlauf kann ich nicht feststellen. Die süß-warm-vanillige Note bleibt ein paar Stunden lang erhalten und verabschiedet sich dann sang- und klanglos.
Weil ich beim Stichwort "Wüste" schon einen etwas erdig-holzigeren Unterton erwartet hätte, habe ich kurzerhand ein Duftexperiment vorgenommen und eine kleine Menge Wüstenwind mit ein paar Tröpfchen meines Wurzelchakraöls gemischt und siehe da, so gewinnt er etwas an Tiefe, wenn auch diese Heliotrop-Note immer noch deutlich hervorsticht. Möglicherweise könnte man ihn auch mit einem anderen, eher herb-maskulinen Duft layern um das Heliotrop etwas abzuschwächen. Falls jemand aus der Community diesbezüglich schon positive Erfahrungen gemacht hat, wäre ich für ein Feedback äußerst dankbar.
Wüstenwind hat mir am Glasstopfen gleich ganz gut gefallen. Mein erster Eindruck erinnerte mich an den subtilen Duft einer guten Pflegecreme. Als ich ihn dann später in Ruhe und mit aufgetauter Nase (es war sehr kalt als ich ihn kaufte und ich vermute, meine Geruchsrezeptoren waren leicht betäubt) ausprobierte, entwickelte sich nach kurzem leicht zitrischem Auftakt schnell eine deutlich süße, heliotropische Note, die mich irgendwie an einen heißen Tag im Freibad erinnert. Die Liegewiese ist dicht an dicht mit Badetüchern bedeckt, auf denen Sonnenhungrige in der Hitze brutzeln und von allen Seiten wabern Schwaden von Sonnencremegeruch auf mich ein. Das Heliotrop ist mir dann fast ein wenig zu penetrant und hält bei mir länger als ich bei einem so leichten Wässerchen erwartet hätte. Einen großen Duftverlauf kann ich nicht feststellen. Die süß-warm-vanillige Note bleibt ein paar Stunden lang erhalten und verabschiedet sich dann sang- und klanglos.
Weil ich beim Stichwort "Wüste" schon einen etwas erdig-holzigeren Unterton erwartet hätte, habe ich kurzerhand ein Duftexperiment vorgenommen und eine kleine Menge Wüstenwind mit ein paar Tröpfchen meines Wurzelchakraöls gemischt und siehe da, so gewinnt er etwas an Tiefe, wenn auch diese Heliotrop-Note immer noch deutlich hervorsticht. Möglicherweise könnte man ihn auch mit einem anderen, eher herb-maskulinen Duft layern um das Heliotrop etwas abzuschwächen. Falls jemand aus der Community diesbezüglich schon positive Erfahrungen gemacht hat, wäre ich für ein Feedback äußerst dankbar.
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Genie und Wahnsinn
Den vorherigen Kommentaren kann man entnehmen, wie sehr dieser Duft polarisiert. Und ich gestehe, dass ich ihm als Teenager gleich das erste Mal, als ich ihn wahrnahm, verfallen bin. Damals war in dem Geschäft, wo ich hin und wieder Bücher kaufte, eine Dame beschäftigt, die ihn trug. Er füllte den ganzen Raum, hüllte mich ein mit seiner Wärme, Würze und Exclusivität. Meine Besuche in dem Laden häuften sich bis die Dame irgendwann nicht mehr da war. Mitte der 80er, als ich mich schon mit Opium tief in die Welt der "schweren" Düfte begeben hatte, erkannte ich ihn auf einer meiner Schnuppertouren wieder und er wurde mein. Leider konnte ich mit fortschreitenden Jahren die Intensität von Aromatics Elixir nicht mehr ertragen (Stichwort: Duftmigräne) und habe es lange umgangen. Bis mir irgendwann in der Herrenabteilung die verblüffende Ähnlichkeit zu Aramis 900 aufgefallen ist. Und nicht nur mir - Ergoproxy hat es auch schon erwähnt. Diese dezentere und obendrein preisgünstige Alternative hat sich für mich als prima tragbar erwiesen und ist mein aktueller Liebling der würzig-holzig-blumigen Duftrichtung. Deshalb möchte ich nochmal alle Damen, die sich nicht in die Herrenabteilung trauen und umgekehrt, ausdrücklich ermutigen, sich von den vorgegebenen Geschlechterkategorien nicht einschränken zu lassen. Man sollte den Duft tragen, der einen anspricht, egal ob als Damen- oder Herrenduft eingestuft!
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