TetsuoTetsuos Parfumkommentare

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Tetsuo vor 5 Jahren
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Satan würde Interlude kaufen
Wenn einst der Tag des Jüngsten Gerichts anbricht, sich die Erde auftut und die Heerscharen der Hölle über den Planeten herfallen, dann bin ich mir sicher, es wird in diesem Moment nach Interlude riechen!

Allein schon das Abziehen des Deckels setzt eine Duftnote frei, die sich tentakelgleich ihren Weg durch den Raum bahnt und Unbeteiligte zu erwürgen droht. Meine Freundin hat sofort angewidert die Nase zurück gezogen und wünscht sich nicht mehr mit diesem Duft belästigt zu werden. Mich allerdings fasziniert er und wie viele der Amouage-Düfte ist er ein Statement, einzigartig und qualitativ hochwertig.

Man sollte allerdings nicht erwarten, dass man in der Öffentlichkeit von Frauen angesprungen wird, wenn man Interlude trägt. Es könnte eher passieren, dass sie die Straßenseite wechseln. Vereinfacht formuliert riecht Interlude für mich tatsächlich wie Weihrauch vermischt mit Schwefeldioxid und einem satten Schuss süßen Obstschnaps.

Ja, er ist eigentlich fast untragbar, außer man hat ein Date mit dem Teufel bzw. einer Sukkubus und er penetriert die Mitmenschen auf eine Art und Weise, die nicht immer für Jubelstürme sorgen wird.
Allerdings ist er faszinierend und wie die meisten Amouage-Düfte hat er Stil und einen eigenen Kopf.

Interlude macht keine Gefangenen. Entweder man hasst ihn oder man liebt ihn. Dazwischen gibt es nicht viel. Außer vielleicht Leute, die die hohe Qualität anerkennen müssen und den Duft daher nicht komplett verreißen. Es gibt natürlich noch heftigere Duftbomben, aber selten sind die Meinungen zu einem Duft so gespalten, wie bei Interlude und das ist auch mal gut so!

10 Antworten

Tetsuo vor 6 Jahren
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Flashbacks und Neymar Jr.
In den letzten Jahren habe ich mich durch zahlreiche Düfte geschnüffelt und dadurch etliche verschiedene Eindrücke sammeln dürfen. Manche Düfte haben mir völlig neue Erfahrungen beschert und andere wiederum kamen mir seltsam vertraut vor, als wenn ich sie in der Vergangenheit schon mal flüchtig an anderen Menschen wahrgenommen hätte.
Zumeist fehlten mir dazu aber die Bilder im Kopf und ich habe verzweifelt versucht zu ergründen, in welcher Situation ich diesen Geruch erlebt habe und wer ihn wohl getragen hat.
Als ich das erste Mal Drakkar Noir getestet habe, musste ich nicht lange überlegen. Das traf mich wie ein Blitz und dazu schossen mir sofort die richtigen Bilder durch den Kopf.
Es waren allerdings nicht Bilder von Menschen mit quietschbunten Sakkos, Vokuhilas oder Cowboystiefeln. Das hätte eigentlich gut zur Blütezeit von Drakkar Noir gepasst. Nein, in den 80ern war ich noch zu jung, um mich bewusst an Dufteindrücke zu erinnern.
Es war Anfang der 90er und es war total angesagt sich in leer stehenden Fabrikhallen zu treffen.
Vor meinem inneren Auge sah ich nebelverhangene Tanzflächen, in denen wir bis zum Morgengrauen zu hypnotischen Klängen abtanzten. Es war die Glanzzeit des Techno, der damals langsam aus dem Untergrund empor kam, aber zunächst noch in verlassenen Gebäuden und Hallen im privaten Rahmen zelebriert wurde, bevor er endgültig die Diskos eroberte.
Als Duft war es damals Drakkar Noir, der diesem Szenario für mich eine Seele gab und ihm Leben einhauchte. Ich weiß nicht mehr, ob es einer meiner Freunde war, der diesen Duft benutzte, aber ich habe ihn bei diesen Anlässen oft gerochen und jedes Mal wenn ich ihn benutze, fühle ich mich in diese Zeit zurück versetzt.
Es spricht ganz klar für diesen Duft, dass er auch in den 90er Jahren noch angesagt war und sogar jetzt noch über eine treue Fangemeinde verfügt. Derzeit wird er in manchen Ländern sogar wieder aktiv beworben, mit dem Fußballspieler Neymar Jr. als Aushängeschild.
Drakkar Noir ist in meinen Augen zeitlos, auch wenn er inzwischen ein bisschen von seinem Glanz eingebüßt hat. Das liegt aber nicht am Duft an sich, sondern, wie hier schon erwähnt wurde, dass inzwischen einige Duschgels ähnlich riechen und er auch anderweitig oft kopiert wurde.
Das muss man den Machern allerdings eher positiv anrechnen, da sie einen Klassiker geschaffen haben, der auch jetzt noch über genügend Strahlkraft verfügt, um mich in vergangen Zeiten schwelgen zu lassen.

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Tetsuo vor 6 Jahren
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Der neue König? Nicht ganz, aber nah dran
Was ist das Besondere an diesem Duft, der quasi aus dem Nichts auftaucht und die Rangliste der Männerdüfte dominiert? Zunächst würde ich sagen, dass er für fast jeden etwas bietet. Bentley for Men Intense ist eine Mischung aus sehr süßen, aber auch ledrigen und eher maskulinen Tönen. Ein Duft, den man deshalb getrost als Unisex bezeichnen könnte, den sowohl Männer als auch Frauen tragen können ohne dabei rot zu werden.

Den Parfümeuren ist hier außerdem das Kunststück gelungen einen Duft zu kreieren, der zwar entfernt an etliche andere große und bekannte Düfte erinnert, aber trotzdem auf seine Weise einzigartig und unverkennbar ist. Die Vergleiche mit Dior Homme, L'instant de Guerlain oder Amouage im Allgemeinen sind durchaus nachvollziehbar, aber trotzdem hat man so etwas in dieser Zusammensetzung noch nie gerochen. Er hat einen hohen Wiedererkennungswert und man riecht ihn auch aus einer Menschenmasse heraus. Das ist schon mal eine gute Voraussetzung für einen Klassiker. Ob es dafür reicht, werden natürlich erst die nächsten Jahre bzw. Jahrzehnte zeigen.

Von der Entwicklung her empfinde ich den Duft als relativ eindimensional. Lediglich die Süße fährt bei mir nach ein paar Stunden etwas zurück und er riecht dann einen Tick maskuliner und mehr nach Leder. Direkt nach dem Aufsprühen fällt einem sofort die intensive Rum-Note auf, die man in dieser Form noch nie gerochen hat. Es riecht wie ein edler Rum-Cocktail, der in einer Lounge allerdings bestimmt auch von Frauen bestellt werden würde. Perfekt abgerundet und extrem lecker mit einem Hauch Zimt.
Man hat es hier geschafft die Duftkomponenten so auszuwählen, dass ein Duft entstanden ist, an dem sich sicherlich nicht viele wirklich stören werden. Dafür ist er auf jeden Fall zu gefällig, angenehm und insgesamt gesehen zu lecker, um ihn tatsächlich nicht zu mögen.
Lediglich Männer, die allgemein nur auf extrem maskuline Düfte stehen, sollten ihn vielleicht erst mal antesten, bevor sie sich ihn zulegen.

Die Jahreszeit ist momentan auch perfekt für diesen Duft. Passt wunderbar für Herbst und Winter. Im Frühling würde ich allerdings andere Düfte bevorzugen und für den Sommer ist er auf jeden Fall nicht zu empfehlen. Bei hohen Temperaturen dürfte dieser Duft zum Sillage-Monster werden, der das Umfeld penetriert.

Eine besondere Erwähnung verdient meiner Ansicht nach auch der Flakon. Der ist wunderschön geworden und man merkt, dass der Designer sich durch das Thema Auto inspirieren ließ. Es ist ein wuchtiger, massiver Flakon, der aber gleichzeitig auch sehr edel aussieht und Eleganz ausstrahlt.
Für mich einer der schönsten Flakons der letzten Zeit und man hat das Thema perfekt getroffen.

Fazit: Mit Bentley for Men Intense hat man einen sehr leckeren Duft erschaffen, der die Duftwelt auf jeden Fall bereichert. Hier stimmt fast alles. Ein herrlich runder Duft mit hoher Haltbarkeit, Sillage und einem wunderbaren Flakon. In meiner persönlichen Rangliste wäre er zwar nicht auf Platz 1, aber vorne mit dabei.
Ecken und Kanten sind hier nicht zu finden. Liebhaber von herben Düften sollten diesen Bentley vielleicht erst mal Probe fahren. Für alle anderen absolut zu empfehlen.

3 Antworten

Tetsuo vor 6 Jahren
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Kontroverser Liebling
Wenn man sich die Kommentare hier auf Parfumo so durchliest, scheint Aventus einer der Düfte zu sein, bei dem es zwischen lieben und hassen nicht viel zu geben scheint. Der eine riecht hier einen nassen Aschenbecher heraus, während der andere sein letztes Hemd für diesen Duft geben würde.
Ich muss gleich mal zugeben, dass ich zu der Fraktion gehöre, die diesen Duft liebt und er wird meine Sammlung wohl auch nie wieder verlassen.

Mich hat ehrlich gesagt eher verwundert, wie kontrovers Aventus hier diskutiert wird. Ich habe bisher, egal ob im Job oder privat, ausschließlich positive Rückmeldungen auf Aventus bekommen.
Es ist ein absolut anziehender, maskuliner Duft, der auch von der Damenwelt als solcher wahrgenommen wird. Er vollbringt das Kunststück gleichzeitig herb und rauchig aber auch frisch und elegant zu sein. Für mich ist es ein Duft, den man zu vielen Anlässen verwenden kann und der sowohl in der Disko als auch in der Arbeit gut ankommt.

Es wurde hier viel über die Haltbarkeit diskutiert. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich an der schwankenden Qualität der Batches liegt, dass manche Aventus eine schlechte Haltbarkeit attestieren. Ich habe eher den Eindruck, dass Aventus einer der Düfte ist, die man als Träger nach einiger Zeit nicht mehr wirklich wahrnimmt. Mir ging es nämlich ähnlich, als ich den Duft die ersten Male verwendete. Ich dachte, dass ich ein schlechtes Exemplar ergattert habe. Allerdings haben mich dann andere darauf angesprochen, wie gut ich doch riechen würde, während der Duft für mich selbst gar nicht mehr präsent war. Bisher hatte ich die Möglichkeit 4 verschiedene Abfüllungen auszuprobieren und konnte da von der Qualität und Haltbarkeit her keine nennenswerten Unterschiede feststellen.

Mittlerweile habe ich etliche Düfte von Creed testen dürfen. Mein Fazit ist dabei, dass Creed zwar wenig schlechte Düfte produziert, aber einige tatsächlich überteuert erscheinen, da sie einfach nichts besonderes sind und nicht heraus stechen. Aventus ist für mich hier eine klare Ausnahme. Neben Silver Mountain Water und Spice & Wood gehört Aventus für meinen Geschmack zu den besten Creed-Düften. Man bekommt hier einen edlen aber auch alltagstauglichen Duft, der sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen fasziniert und der meiner Meinung nach jeden Cent wert ist.

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Tetsuo vor 7 Jahren
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King of Oud
Selten haben es mir Düfte so sehr angetan, wie jene aus Armani´s Mille et une Nuits-Kollektion.
Es handelt sich hier um orientalische, würzige Düfte in Perfektion und von herausragender Qualität, die uns Armani da präsentiert. Egal ob Rose d´Arabie, Ambre Orient, Cuir Noir oder Oud Royal, mich konnten alle gleichermaßen begeistern und sie stellen für mich echte Kunst dar.

Einige werden wohl die Exklusivität der Armani Privé Reihe schätzen, ich finde es eher schade, dass diese genialen Kreationen nicht ein größeres Publikum erreichen, da sie nur in ausgesuchten Geschäften zu einem doch sehr stolzen Preis verkauft werden. Wobei man diesen, aufgrund der Qualität der Düfte, noch einigermaßen vertreten kann.

Mit diesem Duft hat man versucht einen perfekten Oud-Duft zu kreieren und für meinen Geschmack auch geschafft. Oud Royal besitzt einen düsteren Kern aus Oud und Weihrauch, ummantelt von Safran, Sandelholz und Rose, die die Härte dieses Duftes perfekt abfedert und ihn zu einem wunderbar harmonischen, perfekt ausbalancierten Dufterlebnis macht. Es ist aber ganz klar ein dunkler, mysteriöser Duft, der meiner Meinung nach eher für Männer geeignet ist. Allerdings hat man es bei Armani gut verstanden diesen Duft so abzurunden, dass er auch für Frauen mit einer guten Portion Selbstbewusstsein tragbar wird.

Bei meiner Freundin beispielsweise hat er auch einen etwas anderen Duftverlauf als bei mir. Während er bei ihr nach einiger Zeit immer weicher zu werden scheint, verändert er sich bei mir wenig und riecht bei mir weiterhin sehr maskulin. Sie liebt diesen Duft, man muss aber ganz klar sagen, dass er nicht für jede Frau geeignet ist und ich kann mir gut vorstellen, dass manche damit wenig anfangen können. Vor allem, wenn sie eher auf süße, „mädchenhafte“ Düfte stehen.

Wem Oud Royal zu heftig ist, sollte vielleicht mal Cuir Noir aus dieser Reihe testen. Für meinen Geschmack ist dieser sowohl für Männer als auch Frauen gleichermaßen tragbar.

Die Haltbarkeit von Oud Royal ist bei mir ausgezeichnet. Als ich ihn letztens für den Abend benutzt hatte, konnte ich am nächsten Morgen noch immer Reste davon wahrnehmen. Die Sillage ist aus meiner Sicht genau richtig. Wenn er noch mehr davon hätte, wäre es auch einen Tick zu viel des Guten. So wird man von einer mysteriösen Aura umgeben, erschlägt seine Umwelt aber nicht damit. Vorausgesetzt man benutzt nicht zu viel davon.

Oud Royal könnte der perfekte Duft für alle Filmbösewichte mit Stil sein. Egal ob Michael Corleone oder diverse Bond-Schurken. Habe mir erst kürzlich wieder mal den zweiten Teil von „Der Pate“ angeschaut und hatte währenddessen Oud Royal noch am Handgelenk kleben. Konnte mir prima vorstellen, dass Al Pacino oder Robert de Niro den wohl auch benutzt hätten, wenn es den Duft damals schon gegeben hätte.

Fazit:
Habe mich mittlerweile durch etliche Oud-Kreationen getestet und für mich ist Oud Royal der klare Sieger und steht ganz oben auf meiner Muss-ich-noch-haben-Liste.
Ein sehr faszinierender Duft mit dunkler Seele, aber viel Stil und Ausstrahlung. Ganz klare Empfehlung meinerseits für alle, die würzige und mysteriöse Düfte mögen. Wer es lieber frisch, aquatisch und sportlich mag, sollte dagegen eher die Finger davon lassen.

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