Les Mille et Une Nuits

Armani Privé - Oud Royal 2010

Armani Privé - Oud Royal von Giorgio Armani
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8.3 / 10 514 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Giorgio Armani für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2010. Der Duft ist holzig-orientalisch. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird von L'Oréal vermarktet. Der Name bedeutet „Königliches Oud”.
Aussprache
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Duftrichtung

Holzig
Orientalisch
Würzig
Rauchig
Harzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
SafranSafran
Herznote Herznote
RoseRose laotisches Oudlaotisches Oud
Basisnote Basisnote
WeihrauchWeihrauch MyrrheMyrrhe AmberAmber SandelholzSandelholz

Parfümeur

Bewertungen
Duft
8.3514 Bewertungen
Haltbarkeit
8.2398 Bewertungen
Sillage
7.5400 Bewertungen
Flakon
8.7390 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.6132 Bewertungen
Eingetragen von Kankuro, letzte Aktualisierung am 25.04.2024.
Wissenswertes
Das Parfum ist Teil der Kollektion „Les Mille et Une Nuits”.

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Rezensionen

30 ausführliche Duftbeschreibungen
10
Duft
Naaase

109 Rezensionen
Naaase
Naaase
Top Rezension 29  
Der blaublütige Flaschengeist
Der blaublütige Flaschengeist

Vor mir steht ein wunderschöner Flakon. In mattem -edel puristisch gehaltenem- Schwarzglas blickt er mich geheimnisvoll an. Sein goldener Verschluss, der an einen kostbaren, in "Cabochon-Form" geschliffenen, Schmuckstein erinnern soll, thront prächtig über ihm und funkelt mir wie im Lichte von tausenden Sternen entgegen.
Es ist "Oud Royal" von Giorgio Armani aus der edlen (Armani-Privé-) Kollektion "Mille et une Nuits", der im Jahre 2010 das Licht der Welt oder zumindest das Licht der Parfümerien erblickte.

Diese Kollektion ist inspiriert von der unendlichen Pracht des Orients und bestand ursprünglich aus drei Düften: "Oud Royal"," Rose d’Arabie" und "Ombre d’Orient". Inzwischen sind "Cuir Noir" und "Myrrhe Imperiale" hinzugekommen. Diese versprechen, die verzauberte Atmosphäre aus 1001 Nacht in Duftform zu liefern und somit zum Träumen zu verführen. Denn: Die exakte Auswahl und Dosierung der Inhaltsstoffe verleihe den Düften dieser Kollektion ihre absolut einzigartige Persönlichkeit. "La Collection des Mille et une Nuits" von Armani Privé ist Nominee für die "Duftstars" 2012 in den Kategorien Exklusiv Damen und Exklusiv Herren.

Aber auch der Name "Oud Royal" verheißt einen gar kostbaren (und womöglich sogar köstlichen) Inhalt: Königliches Oud, sozusagen die "Mutter aller Oud-Düfte", oder -um es mit den Worten vieler Science-Fiction-Liehaber zu sagen- "Das Oud-Mutterschiff". Auch Oliver Creed beansprucht für sein eigenes "Adlerholz-Flaggschiff" aus dem Jahre 2011 einen zumindest nicht unähnlichen Namen ("Royal Oud"). Was sagt uns das ? Zumindest, dass dieses blaublütige Oud wahrscheinlich namensmäßig noch nicht geschützt ist. Zum anderen aber auch, dass der liebe Giorgio mit seinem Vorhaben einen hohen Anspruch verfolgt. Dabei ist bereits die Verarbeitung von Oud in Düften (unabhängig von deren finanziellen Aspekt) vom künstlerischen Standpunkt aus betrachtet kein leichtes Unterfangen:
Seit das Thema "Oud" bei der Herstellung hochwertiger Düfte eine Rolle spielt stellt sich für den Parfumeur die Frage, mit welchen Duftstoffen das Harz des Adlerholzbaumes denn kombiniert werden soll. So kennen wir von Alessandro Gualtieri's "Duro" (Nasomatto) eine vorzügliche Kombination mit edelstem Leder (begleitet von ein paar Gewürzen). Aber auch die Kombination mit Weihrauch erscheint sehr beliebt. Wenngleich hier die Gefahr besteht, allzusehr ins Dunkel-Sakrale abzugleiten.
Die Verbindung von Oud mit Safran oder mit einem edlen Rosenduft gilt indes seit jeher als "Königsdisziplin" bei der Verarbeitung von Oud in Düften. Um so löblicher erscheint es, wenn Evelyne Boulanger nach den Angaben in der Duftpyramide zu "Oud Royal" uns verspricht, sogar beides -Safran und Rose- mit dem edlen Harz des Adlerholzbaumes vermählen zu wollen.

In der Kopfnote nehmen wir dann auch sogleich den versprochenen Safran wahr. Er ist cremig und weich aber zugleich auch einen Tick würzig. Doch dann blüht sie schon auf: Die orientalische Rose. Wie als wäre sie eine Hauptdarstellerin aus einem der Märchen aus 1001 Nacht erhebt sie sich stolz. Eine mächtige Rose. Dunkelrot und geheimnisvoll. Tiefgründig und erhaben wie eine orientalische Prinzessin lässt sie uns von fliegenden Teppichen, von funkelnden Krummsäbeln und von weißen Turbanen träumen. Doch uns bleibt hierfür keine Zeit, denn schon in diesem wohligen Moment betritt der eigentliche Hauptdarsteller und Namensgeber dieses Duftes die Bühne: Das versprochene Harz des Adlerholzbaumes. Nicht medizinal-scharf wie noch bei dem oben bereits erwähnten Kollegen "Duro" festzustellen. Nein, unser Oud hier ist sich seiner Rolle als Vertreter des Orients durchaus bewusst: Es trägt uns fort und lässt uns nun endgültig von Kamelen, Wüstensand und kleinen Geistern, die aus liebevoll gestalteten Behältnissen springen (und uns dann möglichst viele Wünsche erfüllen) träumen. Unser Oud hier ist weich und rund. Hat nichts Sperriges oder gar Raues. Vielmehr verbinden sich nun der würzig-weiche Safran, die dunkel-geheimnisvolle Rose und das orientalisch-fremdländische Oud zu einem einzigen -geradezu märchenhaften- Traum.
Und wenn wir nicht schon verzaubert wären auf unserer fantastischen Reise auf unserem kunstvoll verzierten fliegenden Teppich; nein, jetzt beglückt uns auch noch der oben ebenfalls bereits angesprochene Weihrauch. Nicht kratzig oder gar rau. Einfach nur würzig nimmt er uns an der Hand und gibt diesem Duft weitere Tiefe.
Edles -jedoch nur leicht angedeutetes- Sandelholz und geheimnisvolle Myrrhe begleiten uns ebenfalls auf unserem Flug hoch über die kunstvoll verzierten Dächer fremd anmutender Behausungen.

Dieses Dufterlebnis beglückt uns zwar nicht solange wie ein Flugzeug von Frankfurt in den Orient benötigt, "Oud Royal" ist aber zweifelsohne ein hautnaher Begleiter während eines mehrstündigen Fluges mit einem fliegenden Teppich über eine weite Wüste.

Mein Fazit:
Der Duft hält, was bereits der wunderschöne Flakon - und nicht zuletzt auch sein selbstbewusster Name- verspricht: Ein wahrhaft königlicher Traum von einem Märchen aus 1001 Nacht. Einfach edel und wunderbar !
7 Antworten
10
Flakon
7.5
Haltbarkeit
10
Duft
noirceur

19 Rezensionen
noirceur
noirceur
Top Rezension 27  
Meine ganz persönliche Kapitulationserklärung
Für mich kommt es stets einem Zugeständnis kreativer Einfallslosigkeit gleich, wenn Autoren sich des naheliegendes Paradoxons bedienen, ihrer Leserschaft ausbreiten, worüber sie den jeweilig vorgelegten Text nicht verfassen möchten.

Und trotzdem. Lange hatte ich überlegt dieses Review damit zu beginnen, dass ich die überwiegende Mehrheit an Designerdüften unnötig finde. Dass hier zumeist nicht die Duftkunst im Mittelpunkt steht, sondern die dem bösen Kapitalismus zugrunde liegende bloße Gewinnmaximierung. Dass ich vor diesem Hintergrund für das Gros der exklusiven Luxuslinien aus Designerhäusern nur abfälliges Kopfschütteln übrig habe. Dass ich Oud Royal nur deswegen entdeckte, weil ich aufgrund meiner Schwäche für kalte Rauchwerke für Bois d'Encens ein Auge zudrücken wollte, mich in der Parfumerie dann aber leider nur noch daran erinnern konnte, dass es sich um einen Armani Privé handelte, ich daher die gesamte Linie durchschnupperte und mich Oud Royal auf der Stelle überrumpelt hatte.

Im zweiten Anlauf fand ich zunehmend Gefallen daran einen Vergleich zwischen dem vorliegenden Werk und exquisitem Rotwein zu bemühen. Extrem trocken. Definitiv nicht gefällig. Etwas worüber Kenner stundenlang philosophieren können und was den Neuling ratlos und bisweilen angewidert zurück lässt. Etwas, wofür die englische Sprache den Ausdruck eines 'acquired taste' parat hat. Dann las ich weiter unten, dass sowohl Turandot als auch DaveGahan101 diese Assoziation bereits treffend geschildert hatten.

Sicherlich hatten Oud Royal und ich das Glück, dass wir uns nicht gleich zu Beginn meines Dufthobbys kennenlernten. Das wäre damals wohl nicht gut ausgegangen. In einer Phase allerdings, in der mich nahezu jede zitrische, fruchtige, blumige, süße oder aquatische Note enervierte, schlug Armanis rigoroses Kontrastprogramm bei mir ein wie eine Bombe.

Ich finde es sehr schwierig diesen Dufteindruck in Worte zu fassen. Was ich rieche ist extrem trocken. Da ist nichts frisches. Nichts helles. Wenn da überhaupt Licht ist, dann das einer Glühbirne, die so weit heruntergedimmt ist, dass bereits das Flackern eingesetzt hat. Safran meine ich noch in recht klaren Konturen identifizieren zu können. Danach wird es schwieriger. Holzig, ja, in Maßen. Das alles wie gesagt extremst trocken. Ein wenig balsamisch auch. Oud nehme ich ebenfalls nur schüchtern angedeutet wahr, keinesfalls aber so exponiert, wie es der Name zu suggerieren versucht. Auch finde ich hier die oud-typische pelzige Herbe nicht wieder. Ich rieche einfach keine mir bekannte und klassifizierbare Note heraus, die den Duft dominiert. Rauchig finde ich ihn bei aller Dürre nicht. Und als würzig würde ich ihn auch nicht unbedingt bezeichnen. Und so langsam geht mir dann auch das Vokabular aus.

Bei aller Abstraktheit strahlt Oud Royal für mich eine heimelige Wärme aus. Zusammen mit seiner olfaktorischen Sperrigkeit lässt dies bei mir den Eindruck einer geheimnisvollen Aura entstehen, in die er sich um seinen Träger herum manifestiert.

Vielleicht kann man es so formulieren: Oud Royal ist ein europäisierter Orientale der mutigeren Sorte. Vielleicht kein leuchtendes Beispiel an Innovation. Aber das war es tut, macht er richtig. Und zwar richtig gut. Für mich ist Oud Royal ein bärenstarker Duft, dessen einziges Manko für mich in der Gewissheit liegt, dass sich meine Umwelt wohl nur in Einzelfällen so entzückend an dem Duft wird erfreuen können wie ich.

Und somit führt Oud Royal meine sämtlichen Vorurteile ad absurdum. Und gibt mich der Lächerlichkeit preis, weil ich es obendrein nicht schaffe, meine Begeisterung für diesen Dufteindruck konkret festzumachen. Aber gut. Manchmal muss man eben anerkennen, dass der Gegner übermächtig ist. Dies möchte ich hiermit tun. Und zwar neidlos: Herzlichen Glückwunsch Oud Royal, ich kapituliere!
9 Antworten
10
Haltbarkeit
6
Duft
Turandot

834 Rezensionen
Turandot
Turandot
Top Rezension 27  
Schwarz wie die Nacht
Einem lieben User habe ich ein ganz besonderes Dufterlebnis zu verdanken. Und Oud Royal ist wirklich speziell, was jeder an der Pyramide erkennen kann.

Zugegeben ich bin erst einmal zurück geschreckt. Irgendwie erinnerte mich die Erfahrung an die ersten Versuche, sich trockenem, schwerem Rotwein ohne jede Süsse anzunähern. Das muss man auch erst mal lernen und in der ersten Zeit schmeckt auch immer erst das zweite Glas. So ähnlich ging es mir mit Oud Royal. Eine bittere medizinische, aber keineswegs unangenehme Note nimmt mich erst einmal gefangen. Die bleibt auch über den gesamten Verlauf des Duftes erhalten, wird allerdings durch die würzig-harzige Myrrhe aufgepeppt und mit der Zeit glättet eine sehr dunkle Rose den Aufruhr, den Royal Oud verursacht. Spannend bleibt der Duft aber und der rote Faden des herben, fast bitteren aber unheimlich weichen Themas wird in der Weihrauchnote weitergesponnen. Eine wirklich abgesetzte Basis kann ich nicht erkennen.
Ich finde den Duft faszinierend und kann gar nicht aufhören, ihn in mich aufzunehmen. Als Farbe kann ich bei diesem Duft nur ein ganz tiefes Anthrazit, fast Schwarz emfinden.

Nun hat es mich aber interessiert, wie Oud Royal auf Männerhaut wirkt. Also musste mein Sohn sich „opfern“. Für Mütter sind Söhne zwar nie Männer, aber mit 31 Jahren sollte er ausnahmsweise mal dafür durchgehen. Ich habe den armen Jungen sehr erschreckt und er murmelte erst mal was von verschmortem Kunststoff. Doch plötzlich bekam seine Freundin einen seltsamen Schimmer in den Augen... Und wirklich, auf seiner Haut wurde Oud Royal wirklich männlich, kuschelig, warm, aber auf eine völlig unsüsse Art und Weise.
Nun wir werden beide nicht in die Verlegenheit kommen, zu entscheiden, wer ihn tragen darf, aber ich gestehe, ich würde mir diesen Duft sehr gerne zulegen. Ich finde ihn großartig. Ich liebe ja herbe Düfte und freue mich immer, wenn ich noch eine Steigerung entdecke.

Alle Frucht- und Blumenliebhaber warne ich allerdings vor dem Testen. Er haftet auf der Haut wie Pech und Schwefel und vom Geruch von Teer oder Pech hat er ja auch wirklich was!
Nachtrag 4 Jahre später:
Als ich den Kommentar schrieb, war Oud für mich noch völliges Neuland und ich war begeistert. Inzwischen nervt mich diese Note nur noch und Oud Royal empfinde ich heute nur noch grau und rauchig. Der Zauber ist verflogen.
15 Antworten
10
Flakon
7.5
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
Ergreifend

486 Rezensionen
Ergreifend
Ergreifend
Top Rezension 22  
Schwarz ist mein Gedanke ..
düster mein Gesicht.

Bei Kerzenlicht , schreib ich nieder.
Das ich dich lieb. Ganz zart. Aber auch ganz intensiv. Vielleicht auch etwas grotesk. Meine Gedanken schaukeln hin und her.
Ich gestatte dir, meine Haut zu küssen. Deine Lippen richtig hart an meine Haut zu quetschen.
Lasse dich nieder auf mich! Breite dich aus, wie eine düstere Macht!
Verfinstere meine Seele, treibe schwarzes Wasser durch meine Venen!
Lasse es in mir brodeln und Funken sprühen, so das sich alle bösen Blicke von mir wenden!
Lasse mich erleuchten in dem dunkelsten Licht ..

So fühle ich mich , wenn sich Oud Royal auf mich niederlässt. Er ist ein dunkler Duft, der nicht nur mich, sondern auch den Raum füllt. Ich kann nur zu den ganzen Kommentaren ergänzen, das er für mich ein wirklich ausgesprochen schöner Oud Duft ist, ohne dabei gar extrem zu wirken. Er passt sich nicht an, er nimmt Besitz von einem. Stören dürfte das die wenigen. Eine äußert markante Holznote hat er, die mich finster blicken , dennoch mein Inneres lächeln lässt! Die Würze ist genauso, wie ich sie mag. Safran mag ich sehr gerne und auch zu der all zu bekannten Kombi von Rose und Oud kann ich nicht nein sagen. Diese hier ist , eigentlich einer der besten Kreuzungen, die ich in einem Duft erfahren durfte. Der Weihrauch lässt die schwarzen Gedanken in mir erbeben und lässt so manche erschüttern. Denn viele in meiner Umgebung würden sich die Nase rümpfen und sich die Augen nach mir weiten - mit den Gedanken, was sich diese Frau so alles raufklatscht! Die lass ich lieber in Ruhe! Die wirkt so komisch. So gar komisch, so böse. Dennoch würden alle bösen Blicke in der Aura dieses Parfums versinken und böse Zungen würden verstummen.

Denn Oud Royal verschlingt alles um sich. Er lässt mich erstrahlen. Lässt mich so mysteriös, dennoch edel wirken. Wie ein Rabe ziehe ich meine Runden durch die finstere Stadt, lasse meinen Schatten hin und wieder stehen, hole ihn mir wieder, lasse meine Gedanken durch die Straßen rollen, wie eine Walze.. Ich roll sie alle um!

Ich fühle mich untastbar.
Ich fühle mich fantastisch.

Fantastisch grotesk.
8 Antworten
10
Flakon
7.5
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
Meggi

1019 Rezensionen
Meggi
Meggi
Top Rezension 21  
Der Tetralogie 4. Teil - Götterdämmerung: „Dünkt er euch niedrig, ihr dient ihm doch, des Niblungen Sohn.“
In einem Kommentar gab es den Vorschlag, Oud Royal könnte den Bond-Schurken gut stehen. Mir wäre er für diese erklärungslos boshaften (Stereo)-Typen zu schade. Der gleichfalls genannte Don Corleone junior passt als ausgearbeiteter Charakter schon besser, aber seiner Eignung steht letztlich im Wege, dass er Gutmensch des eigenen Weltbilds ist. Nein, ein wirklich passender Bösewicht braucht nachgerade mythologisches Format. Andererseits muss er greifbarer, interpretierbarer sein als eine Figur wie Tolkiens Sauron oder Sagengestalten vergleichbarer Schattenhaftigkeit. Der überzeugendste Miesling ist schließlich der, von dem deutlich wird, warum er einer ist.

Mein Vorschlag für die neue Oud-Royal-Kampagnen-Figur ist Hagen, der fiese Protagonist aus Wagners Götterdämmerung. Gezeugt vom Nibelungen Alberich mit Grimhild, Fürstin der Gibichungen, die sich ihm prostituierte. Hagen soll das Werkzeug sein, um endlich den alles beherrschenden Ring zurückzugewinnen, der dem Vater drei Opern zuvor abgenommen worden war und lange im Drachenhort lag. Alberichs planvolle Bosheit, ein grausig ins Gegenteil verkehrter kantischer Wille, vollendet sich in Hagens Hass, welcher ihn freilich nicht hindert, gewieft zu handeln. Der freudlose Mann stürzt aus Gier nach dem Ring alles um sich herum rücksichtslos ins Unglück. Nun könnte man anmerken, dass Letzteres auf erfolgreiche Investmentbanker in ähnlicher Weise zutrifft, aber Hagen hat wohl doch noch ein anderes Format.

Die Götterdämmerung ist das vermutlich finsterste Werk der Musik-Geschichte. Die Götter sitzen stoisch in ihrer Festung. Sie haben als Hüter der Ordnung versagt und erwarten ihr Ende. Trotzdem wird es kurz nach Beginn zunächst heiter: Siegfried und seine am Vortag inmitten eines Feuerrings erweckte Sozusagen-Prinzessin Brünnhilde verabschieden sich fröhlich voneinander, denn der Held will (und darf!) zu neuen Taten losziehen. Da physische Defizite als Grund für eine Flucht nach bloß einer Liebesnacht sicher auszuschließen sind, bleibt nur die Feststellung, dass Siegfried eben nicht Siegfried wäre, wenn er ab jetzt täglich mit Stullen-Dose und Sport-Bild in der Aktentasche zur Arbeit ginge und abends zum liebenden Haus-Weib zurückkehrte. Den vom erschlagenen Drachen erbeuteten Ring lässt er als Geschenk zurück. Beide ahnen nichts von dessen unheilvoller Macht.

Einlullend ebenso der Beginn von Oud Royal. Wie ein Früchtebrot auf Pumpernickel-Basis (Safran!), dunkel-kräftig und zugleich fruchtig-saftig. Gewiss rührt Letzteres von der Rose her, es gibt einige entsprechende Sorten. Aus meinem Garten fällt mir „Chartreuse de Parme“ des französischen Züchters Delbard ein. Ihr kraftvoller Geruch wäre – erst deutlicher, später sanfter – denkbarer Teil von OR bereits kurz nach dem Start. Rund zwei Stunden begleitet uns die Rose. Beinahe harmlos wirkt der Duft dadurch zunächst. Aber es wird zunehmend finster. Nicht plakativ-schwarz wie etwa Encre Noire, sondern schleichender und mit mehr Substanz. Die kolossale Wucht speist sich nicht aus einem isolierbaren Effekt und wird damit nur noch bedrohlicher.

Während Siegfried auf dem Rhein heranrudert, startet der bestens informierte Hagen eine Intrige. Er schlägt seinen ahnungslosen Halbgeschwistern Gunther und Gutrune vor, dass Brünnhilde doch die ideale Frau für Gunther als Herrn der Gibichungen wäre und Siegfried ein vorzüglicher Gatte für die Schwester. Von einem Zaubertrank gutrune-betört und vergessens-umnachtet, würde der Held anstelle des dafür mangels Heldenmutes ungeeigneten Gunther das Feuer durchschreiten und die Frau beschaffen. Für die passende Tarnung wird praktischerweise der gestaltwandelnde Tarnhelm sorgen, den Siegfried ebenfalls dem Drachenhort entnommen hat. Allein Hagen weiß, dass die geplante Doppelhochzeit in einem Eklat enden muss, sobald Brünnhilde auf Siegfried trifft. Egal, Hauptsache, der Ring kommt heran.

Das orchestrale Zwischenspiel zum zweiten Aufzug stellt sogar in der „Götterdämmerung“ einen Tiefpunkt an Düsternis dar, wenn in den tiefen Blechbläsern – Wagner hatte persönlich die Bass-Tuben eingeführt - das Götterdämmerungsmotiv dröhnt. Und beim folgenden Gespräch des schlafenden Hagen mit seinem ihm (leibhaftig oder im Traum?) erschienenen Vater bildet sich echt kein positives Karma. Gegen die beiden wirkt Lord Voldemort wie ein läppischer Epigone. Hagen entgleitet Alberich allerdings; er ist kein williges Werkzeug, sondern entwickelt eigene dämonische Kraft. Es ist keineswegs klar, dass er den Ring tatsächlich abliefern würde. Einen Eid verweigert der Sohn, einzig sich selbst sieht er sich verpflichtet.

Gegen die Dunkelheit von Oud Royal strahlt etwa Epic Man geradezu vor Heiterkeit. Im Mittelteil, ungefähr in der dritten, vierten Stunde, erinnert mich OR in der Tat daran, sogar einschließlich des Ledrigen. Sofern das nicht wirklich Leder sein soll, sorgt wahrscheinlich ein säuerlicher Rosen-Rest für meinen Eindruck. OR hat jedoch nicht die derbe Robustheit von Epic Man - Hagen ist halt, wenngleich nur zur Hälfte und so sehr er sie eben deshalb hasst, Mitglied der fein-dekadenten Gibichungen-Sippschaft.

Ab der vierten Stunde ist Weihrauch unüberriechbar. Amber ist ja ohnehin ein dehnbarer Begriff - dies ist nun der dunkelste Amber, den ich kenne. Wiederum nicht wie mit dem Hammer verdunkelt, sondern edel abgestimmt. Harzig von schwärzester Art zwar, dabei so exakt dosiert, dass es ohne streng-beißende Schärfe auskommt.

Alles läuft glatt – für Hagen: Siegfried erobert in Gunthers Gestalt seine eigene Frau und nimmt ihr den Ring ab. Als Brünnhilde dann Siegfried an Gutrunes Seite mit dem Ring an der Hand sieht, wird ihr der Betrug natürlich klar. Gunther ist blamiert, zumal Brünnhilde von der gemeinsamen Nacht mit Siegfried erzählt. Der schwört bei seinem Leben, er sei loyal gewesen. Brünnhilde ihrerseits beeidet das Gegenteil. Die beiden sprechen von unterschiedlichen Nächten - die erste hat Siegfried trank-betört vergessen. Hagen, Gunther und Brünnhilde verbünden sich, Siegfried zu töten.

Am kommenden Tag erzählt der Held von seinen Taten und bekommt von Hagen zweierlei: Erstens an der richtigen Stelle erneut einen Trank gereicht, der die Wirkung des ersten aufhebt. Zweitens, sobald er – sich wieder erinnernd - von seiner leidenschaftlichen Erweckung Brünnhildes erzählt, zusätzlich als vorgeblicher Eidbrecher einen Speer zwischen die Schultern. Doch die nachfolgende Musik, Siegfrieds Trauermarsch, ist seltsam prachtvoll. Das Siegfried-Motiv dröhnt monumental wie nie zuvor und zeigt den Sieg des Prinzips, den Triumph des freien Menschen an, ging er auch als Individuum dahin.

Nach sechs, sieben Stunden wird der Duft milder, sanfter. Der Amber-Kern ist keineswegs süßlich, aber vergleichsweise luftig und leicht geworden. Ein versöhnliches Ende naht heran.

Von den Rheintöchtern, den ursprünglichen Hüterinnen des von Alberich gestohlenen Rheingoldes, aus dem der Ring geschmiedet wurde, hat Brünnhilde inzwischen alles erfahren. Sie setzt unter Opferung ihrer selbst das Notwendige in die Tat um: Sie nimmt den Ring an sich und reitet in Siegfrieds gigantischen Scheiterhaufen hinein. Die alte Welt bricht zusammen, Walhall mit den Göttern endet in einer Feuersbrunst. Der Rhein tritt über die Ufer, die Rheintöchter erlangen den Ring. Das Gold wird so vom Fluch befreit, die Welt ist erlöst.
15 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

81 kurze Meinungen zum Parfum
NuiWhakakoreNuiWhakakore vor 2 Jahren
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Mit den Safranwinden
kommt aus den Wäldern das wilde Adlerholz
begräbt Rosen unter würzigem Rauch
wird glattpoliert von Harzen
20 Antworten
SarungalSarungal vor 9 Jahren
5
Sillage
7.5
Haltbarkeit
8
Duft
Safran und Oud, diesmal in gut: trocken-sanfter Orient trifft auf britisches Understatement. Ein würzig-holziger Rauchzauberer von Rang!
0 Antworten
YataganYatagan vor 6 Jahren
7
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
7.5
Duft
Vor bald acht Jahren ein Donnerschlag; heute Mittelfeld der Oud-Safran-Rose-Düfte, wobei die kluge Ausgewogenheit immer noch überzeugt!
1 Antwort
SerenissimaSerenissima vor 1 Jahr
8
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
8.5
Duft
Kräftiger Rosen-Oud-Duft mit angenehmer Safrannote: Orientalische Stärke trifft auf italienische Eleganz in satten dunklen Dufttönen.
3 Antworten
WoodyBreeWoodyBree vor 5 Jahren
8
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
9
Duft
Ich habe vor Entzücken die Augen soweit nach Hinten gerollt, dass ich bequem meinen Hinterkopf von innen betrachten kann. Wahnsinn. LIEBE!!
2 Antworten
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