Webaslan88

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Parfumrezensionen
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1 - 5 von 20
Webaslan88 vor 1 Jahr 3
9
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Orientalische Gewürzbombe mit genialem P/L-Verhältnis
Den Elixir von Varens habe ich hier beim Durchforsten der Varensdüfte entdeckte, genau wie den "blauen" Bruder d'Orient Nomad. Letzteren habe ich bereits rezensiert, er gefällt mir sehr gut. Hierzulande sind die beiden Düfte schwierig zu bekommen. Wer höhere Versandkosten nicht scheut, bekommt diese aus dem Ausland. Ich hatte das Glück beide in einem deutschen Onlineshop zu ergattern, für gerade einmal 17€. Nische zum Spottpreis.

Zum Flakon kann ich im Grunde dasselbe wie berichten wie beim Nomad. Rote 100 ml Flasche mit goldener Aufschrift und chromartiger Kappe. Zwar finde ich den blauen Flanker irgendwie schöner, ist aber Geschmackssache. Rot ist schließlich auch keine abstoßende Farbe und passt auch ganz gut zum Orient.

Beim Elixir wurden 8 Zutaten verarbeitet, 3 mehr als im Nomad. Aber auch hier gilt, Quantität ist nicht alles bzw. nicht kriegsentscheidend. Starten tut der Elixir mit würzig-süßem Kardamom, begleitet von zitrischen und würzigen Noten. Zimt ist hier deutlich wahrzunehmen. Die Zitronenschalen passen hervorragend zu den Gewürzen und sorgen dafür, dass die süß-würzige Komposition nicht so drückt wie anfangs befürchtet. Klar ist er süß, das gehört sich auch für einen Orientalen. Kardamom und Zimt dominieren lange Zeit, die Zitrone ebbt relativ schnell ab. Vetiver ist nur dezent wahrzunehmen. Die abebbende Zitrone wird durch einige Hölzer ersetzt, was den orientalischen Charakter unterstreicht. Mit den Hölzern kommt auch etwas Amber zum Vorschein. Meiner Meinung nach sind alle Zutaten durchaus passend gewichtet, einzig die Zitrone hätte länger in diesem Akkord verweilen können.

Die Haltbarkeit ist mit 8-9 Stunden mehr als ordentlich, die Sillage durchaus kräftig. Zwei, maximal drei Sprüher sollten hier defintiv ausreichen. Ich finde der Elixir kann auch gerne von Frauen getragen werden. Scheint mir eher unisex als maskulin. Im Alltag würde ich den eher nicht tragen, dafür ist er meines Erachtens zu speziell. Am besten zum Ausgehen, auf (nicht nur orientalischen) Hochzeiten oder in den Abendstunden im Sommer, wenn es kühler wird. Da kommt ein Flair von 1001 Nacht auf. Ich kann ihn mir auch als guten Winterduft vorstellen, wegen der Zimtnote. Grundsätzlich ein sehr solider und attraktiver orientalischer Duft aus dem Hause Varens. Den Nomad finde ich jedoch immer noch besser. Beide sollte man(n) sich holen, die Damen können ruhig zum Elixir greifen. Wie erwähnt, beide gibt es für nahezu geschenkt, wenn auch nicht so häufig in Deztschland.
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Webaslan88 vor 1 Jahr 3
9
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Der orientalische Saubermann, diesmal süß-würzig
Und abermals hau ich voll in die Kerbe eines von mir sehr gemochten Duftgenre, den Essenzen aus dem Orient. Ulric de Varens ist ja als Drogerieduft ziemlich präsent, liefert an der einen oder anderen Stelle solide Exemplare für einen guten Kurs ab. Bei meiner Recherche zu den Varens Düften stieß ich auf die beiden orientalischen Düfte der Reihe. Den "blauen" d'Orient Nomad und den "roten" Elixir. Hier soll es natürlich primär um den Nomad gehen. In Deutschland kann man diese beiden Düfte derzeit kaum bekommen (weil wahrscheinlich die Nische von der Nische). Dennoch habe ich je ein Exemplar von einem nicht allzu bekannten Online-Parfumshop ergattert. Insgesamt mit Lieferung 17€ für beide, das kann sich sehen und hören lassen.

Beide Flakons sind identisch, nur die Farben und Namen unterscheiden diese. Der Nomad ist in einem schönen blau gehalten, mit goldener Aufschrift. Der Deckel in "verchromten" blau. Der Sprüher funktioniert sehr gut und ist gold glänzend gefärbt. Passt sehr zum orientalischen Flair. Optisch und haptisch wirklich sehr gelungen, überraschend für den Preis.

Nun zu den inneren Werten des Nomad. Nur 5 Zutaten? Bekanntlich kommt es hier nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität an. Und diese ist sensationell gut. Der Apfel und Safran sorgen hier für eine sehr sauber-würzig und seltsamerweise leicht frisch anmutendes Opening. Ähnelt leicht an Waschpulver aber im positiven Sinne. Wart ihr im Türkei-Urlaub schonmal in einem der örtlichen Supermärkte? Genau wie das Waschpulverduft dort im Laden duftet, so ziemlich genau riecht das Opening des Nomad. Rasch kippen sich die süße Tonka und Vanille in das "Waschpulver", was den Saubermann so richtig in die orientalische Richtung lenkt. Und was wird da so schön gewaschen? Leder, die fünfte und letzte Note im Nomad. Eine wirklich gelungene und notwendige Komponente in dem Duft, die sehr gut mit der Tonka und Vanille harmoniert. Leder ist auch die Komponente, die dem Duft einen Hauch Schwere verleiht. Nach meinem Empfinden gibt es bei diesem Duft einen zweitstufigen Verlauf. Zuerst der Apfel und Safran (mehr Safran als Apfel) und danach die süßen Noten mit Leder, die sich mit Apfel und Safran vermischen.

Insgesamt ein sehr schöner Orientaler, der nicht nur wie 1001 Nacht riecht, sondern auch einen gewissen Saubermann-Charakter pflegt. Und das für nahezu geschenkt. Die Haltbarkeit ist mit 8 Stunden solide, die Sillage überdurchschnittlich. Er passt meines Erachtens zum Winter, Frühling und Herbst. Im Sommer würde ich ihn nur abends beim Ausgehen tragen. Als Alltagsduft ist er vielleicht zu "anders", muss man mal ausprobieren. Der Nomad ist eher was für Herren. Natürlich steht in keinem Gesetz geschrieben, dass die Damen der Zunft diesen nicht tragen dürfen. Bloß meiner Meinung nach würde der Duft Frauen nicht stehen. Der Elixir, dessen Rezension sehr bald folgen wird, ist eher unisex. Dieser würde auch den Frauen stehen. Probiert beide Düfte einfach mal aus, sie sind nicht teuer, verlieren kann man hier nicht viel. Ihr müsst mal schauen, ob man die Düfte in DE bekommt. Ich finde beide gut, wobei der "blaue" Nomad bei mir die Nase vorn hat.
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Webaslan88 vor 1 Jahr 8 2
Der "den hab ich schonmal gerochen" - Effekt
Der Titel meiner Rezension deutet schon drauf hin, dass hier gleich ein Crowdpleaser "auseinander genommen" wird. Grundsätzlich finde ich Rasasis Düfte ganz gut, Hawas ist hier ein absolutes Positivbeispiel. Auch kostenmäßig ist hier alles angenehm. Auf den Daarej bin ich hier beim Sondieren der Rasasi Düfte aufmerksam geworden. Diverse Rezensionen gelesen und bestellt. War fast geschenkt.

Den Flakon mit seiner purpurnen Flüssigkeit finde ich heute noch sehr attraktiv, klares Glas in leicht sternförmiger Montur mit nettem Schriftzug. Purpur und süß, das sollte doch zusammen passen?

Tatsächlich startet der Daarej mehr würzig als süß, der Kardamom und Kreuzkümmel geben ein nettes Konzert in der Kopfnote. Die Rose macht den Schlagzeuger und sorgt für eine leicht herbe Note. Die Iris dagegen mischt sich unter die Zuschauer, leider ist sie schwach rauszuriechen. Nicht so, wie die Iris im Prada L'Homme. Daher kann ich einigen Vergleichen zum Prada leider nicht zustimmen. Mit der Tonkabohne, dem Moschus und der Vanille kommen nun niedliche Bühnentänzerinnen hervor, die für einen süßlichen Abgang sorgen. Genau diesen Verlauf habe ich schonmal irgendwo in der Nase gehabt. Ich bin mir sicher, dass es eine Bodylotion oder ein Duschgel war (obwohl letztere eher frischer ausfallen). Vielleicht ein noch günstigerer Drogerieduft? Ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls für mich ein völlig gewöhnlicher Duft. Nicht dass er schlecht ist, nein. Alltagstauglich ist er. Aber da fehlt so das gewisse etwas. Irgendwas ist nicht ganz ausreichend beim Daarej.

Die Haltbarkeit ist wirklich gut (7-8 Stunden auf der Haut), die Sillage ist nicht schwach aber auch nicht überwältigend. Insgesamt kann man sich den Daarej als orientalisch-würzig-süßen Duft durchaus gönnen. Für die breite Masse wird er nicht auf Ablehnung stoßen. Sieht man ja auch an vielen Kommentaren hier im Forum. Bei mir kommt er leider in den Souk, da ich ihn, trotz seiner Alltagstauglichkeit, viel zu wenig nutzen werde.
2 Antworten
Webaslan88 vor 1 Jahr 14 4
8
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Lecker Schmecker
Den Insurrection II Wild habe ich schon so lange auf meiner Liste. Dank eines tollen Tausches mit einem sehr netten Parfumo habe ich diesen Duft nun in meinen Reihen. Der Duft als Neuware kostet ja bekanntlich auch nicht die Welt, obwohl er vor einigen Jahren noch günstiger war. Anscheinend lebt es sich ziemlich gut als "Pure Havane" Zwilling :) .
Zuvor hatte ich den Wild schon mal probegeschnüffelt gehabt, damals gefiel er mir schon ziemlich gut. Eine vollwertige Rezension wollte ich aber erst dann schreiben, wenn ich den Flakon besitze. Nun ist es soweit.

Zum Flakon möchte ich hier - wie auch bei fast allen anderen meiner Rezensionen - einige Sätze verlieren. Braun ist er gehalten, deutet einen Gourmand-Süßling nahezu an, 90 ml Inhalt und hoch für einen Flanker. Die Kappe sowie das seitliche Schriftlabel in goldener Farbe. Das Label an der Seite ist schlecht verklebt, löst sich teils ab ohne gänzlich aufzugeben. Scheint aber bei vielen Flakons von Insurrection der Fall zu sein. Der Sprüher ist so lala, aber spielt hier nicht die Hauptrolle.

Die Hauptfigur in diesem Film ist der Duft. Im Grunde genommen dominieren hier für mich vier Duftnoten: Tabak, Honig, Vanille und Kakao. Alles leckere Sachen. Vom erdigen Patchouli nehme ich komischerweise nicht viel war. Der Duft scheint auch kaum einen nennenswerten Verlauf zu haben. Die Kopfnote kommt, Vanille und Kakao mischen sich dazu. Irgendwie nehme ich auch Kirsche war, obwohl nichts davon drin sein soll. Der süßliche Vanille-Tabak bleibt sehr lange bestehen. Und was soll ich sagen, das finde ich auch gut so. Die Komponenten sind gut abgestimmt, nichts sticht, wiegt schwer oder überwältigt einen. Die Süße ist rund und angenehm, ich finde man kann ihn bis 28 Grad im Sommer tragen. Gerne auch abends zum Ausgehen.

Die Sillage ist solide, ohne die Außenwelt zu überrumpeln, die Haltbarkeit mit 8 Stunden ebenso. Ich hatte auch mal den Pure Havane getestet, dieser ist in Sachen H+S noch eine Stufe höher anzusiedeln als der Insurrection II Wild. Alles in allem, ein sehr leckerer Duft, der so einige Komplimente provoziert, für relativ wenig Zaster. Für Leute, die den Pure Havane nicht bekommen haben, können hier ruhig zugreifen. Absolut empfehlenswert.
4 Antworten
Webaslan88 vor 1 Jahr 1
7
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
7.5
Duft
Im blumig-süßen Orient ohne Nachtflug (Nightflight)
Als Fan und fast schon Verfechter von orientalischen Düften bin ich im Zuge meiner Suche nach einem Zwilling zum mittlerweile eingestellten "Joop Nightflight" auf den "Badar" aus dem Hause Al Haramain gestoßen. Aufgrund des "Signature Blue" (BdC Klon) von Haramain, den ich ja ebenfalls rezensiert habe und der mir super gefällt, waren meine Erwartungen zum Badar vorallem als vermeintlicher Nightflight-Dupe schier grenzenlos gewaltig. Für ziemlich günstiges Geld (12€ / 30ml), wie man im Ruhrpott zu sagen pflegt, habe ich den Badar bestellt.

Die OVP ist dem Preis entsprechend sehr schlicht, gleicht förmlich einer Zigarettenschachtel mit dünner Plastikeinfassung im innern. Der Flakon ist gewöhnlich, die Kappe mit Schraubverschluss (gibt es ja selten) aus Kunststoff. Das Parfümöl schimmert leicht gelblich im durchsichtigen Flakon. Parfumöl? Ja, tatsächlich ein Öl mit Roll-On anstatt eines herkömmlichen Sprühers.

Kommen wir langsam zum Inhalt des Badar. Nachtflug ja oder nein? Nun ja, der Auftakt des Badar beginnt floral-süß mit einer schwach frischen Note. Die Rose und Lavendel blühen hier mit einigen klecksen Honig und einer trockenen Scheibe Bergamotte auf. Die Bergamotte taucht hier zwischen den Blumen leider etwas unter. Im Gegensatz zum Nightflight fehlt hier spürbar die Ananas, schade drum, die frisch-fruchtige Note hätte hier sehr gut getan. Stattdessen folgen in der Herznote weitere Blumen, darunter auch nochmal (!) die Rose. Davon hatte ich meiner Meinung nach genügend in der Kopfnote. Hier hätte man die Ananas reinnehmen können. Gerade diese hätte den Badar ein ganzes Stück näher zum Nightflight gebracht. Dennoch, der Übergang von Kopf- zur Herznote zaubert einen Schleier hervor, der zumindest etwas an das Original erinnert. In der Basis sind Moschus und Hölzer wahrnehmbar, für mich ein durchaus runder, angenehmer Abgang ohne die orientalische süße abzustoßen.

Das Parfumöl hält hier gegen alle Erwartungen nicht allzu lange, ca. 6-7 Stunden ist auf meiner Haut Feierabend. Normalerweise können Öle (vor allem aus dem Orient) deutlich länger. Die Sillage ist akzeptabel, finde ich besser so. Gerade orientalische Düfte neigen mit Ihrer Süße dazu, ganze Räume zu füllen, was nicht jeder so toll findet. Alles in allem, ein solider floral-süßer Orientaler, der im Frühling ganz gut geht. Als Liebhaber solcher Düfte wird man hier, vorallem auch für den Preis, nicht enttäuscht werden. Als Erhoffer eines Nightflight-Dupes dagegen schon etwas. Dazu fehlt einfach die Ananas und ein Schuss mehr Bergamotte.

Trotzdem, nicht schlecht gemacht Al Haramain!

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