Ich bin zu 100% geständig :Ja. Ich bin eine Zimtzicke. Ob in Gebäck, Getränken, Desserts, besonders apart in der orientalischen Küche in pikanten Gerichten. Lammfleisch mit Zimt und Schärfe! Von solcher Schärfe hier ist allerdings keine Spur. Außer der leicht bergamottig-zitrischen Eröffnung vermag ich keine einzelnen Früchte zu erkennen, wohl aber eine glättende Salbung. Für mich ist dieser Duft vor allem ein Dreigestirn aus Jasmin-Weihrauch-Sandelholz. Und den Zimt als Mondmann, der alles lenkt für diesen wunderbaren Abendduft. Der Zimt modelliert den gesamten Verlauf: Ein sehr schöner Jasmin wird etwas irisbestäubt und tonkagepudert, und schon früh tritt meiner Meinung nach ein scharfer Weihrauch der Süße entgegen. Und dadurch setzt eine Zeit lang doch eine bestimmte Schärfe ein, ganz anders als bei dem samtweichen, monolithischeren "Eau Lente", bei dem der Zimt völlig dominiert. Aber der Zimt bleibt bei "Asja" auch, bis in die Basisnote! Erst allmählich nämlich tritt das Sandelholz hervor, um dann am hellsten zu leuchten. Die Sterne gehören zusammen - und dennoch hat jeder eine Periode stärkster Strahlkraft. Das ist ein raffiniertes Funkeln - und alles andere als langweilig oder allbekannt. "Asja" - ein Traum voller Raffinesse und Temperament. Orientalisch mit einer gewissen damenhaft-lässigen Seifigkeit am Ende.Überhaupt: Der Zimt wirkt , anders als in Gewürzorientalen, gar nicht ess-lustig oder gourmandig. "Asja" -das EdT- ist nicht schüchtern, aber auch nicht einschüchternd. Er macht ein Fass auf- und das ist ausgereift. Eine Beziehung zu (Ost)asien käme mir hier nicht in den Sinn, viel zu klar definiert - und- wirklich nicht hautnah. Und er hält - stundenlang. So unterschiedlich kann Zimt sein, als i-Tüpfelchen wie im "Hiver" von Micaleff, gepfeffert-scharf wie in "Rousse" - leider zu kurz- als Rosenkomplementär wie im "Feminite du bois" von Shiseido, fast solo-lastig wie im "Eau lente" , sehr exotisch in den beiden "Jungle"-Düften von Kenzo, "Raving" von Etro -oder manchmal nur als Hauch. Zimt ist wie Koriander durchaus kein Langweiler für mich, sondern reizt mich als Baustein durch seine unglaubliche Wandlungsfähigkeit. Es scheint auch so, dass der Parfumeur es scheinbar trifft, mich mit ziemlich unterschiedlichen Richtungen zu "kriegen" - von 16 von ihm geschaffenen Düften habe/ hatte ich zehn, darunter auch "Theorema". Ende der 90er Jahre erstand ich bei Rossmann meine erste Flasche im "Ausverkauf". Mein Stern war nicht jedermann/fraus Sache. -Ich verstehe es sogar. Diese Zimtholzblumigkeit ist schon speziell. Lange Jahre habe ich ihn gesucht und habe jetzt voll Jubel eine Flasche ersoukt. Ich habe nur einige Wiederkehrer, aber über diesen freue ich mich ganz besonders. Ich bin eben eine Zimtzicke. So und so! Ich gestehe.
Das ist wieder so ein Duft für Ereignisse mit vielen Menschen! Und ich liebe Asja vom ersten Duftmolekül an. Monozimtig ist für mich nicht. Honig, Glühweingewürzmischung mit lecker Früchten und Blüten. Bei mir steht der Duft sofort. Hmmmmm
In meiner frühen Jugend trug ich den auch und hab mir zum Andenken eine Miniatur in die Duftbibliothek gestellt. Beim Flakon muss ich immer an Obelix denken ;-)
Ich liebe Zimt, auch als Geruch. Aber trotz Deines ausführlichen und anschaulichen Kommis: Zimtplätzchen dafür, kann ich mir nicht richtig vorstellen dieser Fruchtchypre riecht, mir fehlt die Erfahrung, interessant.
Ich mag Zimt, manchmal sogar in Düften. Und Zicken tue ich als Tierfreund natürlich auch nichts. Das macht mich dann quasi zum 100%-igen Zimtzickenfreund, oder? ;D