Eine „Hymne an Frankreich“ wollte Aimé Guerlain 1894 kreieren, wie es in den Guerlain-Annalen heißt. Erklärt das den „gallischen Hahn“ auf dem Etikett und den Namen des Duftes: „Eau de Cologne du Coq“?
Wie dem auch sei; eines ist ihm auf jeden Fall gelungen: Er hat die Anmutung eines duftenden Frühlingsmorgen aus frischen und belebenden Duftnoten gestaltet und ihm gleichzeitig ansprechende Tiefe verliehen.
Der Morgentau liegt noch mit all seinen kleinen Duftsplitterchen über allem und sanfte Schleier aus von Zitrusaromen bedufteten Nebeln tanzen anmutig vorbei; ihre leichte Licht- und Schattenwirkung bringt die kleinen Taukristalle zum Leuchten oder verwandelt deren Lichtspiele zu tausend Prismen.
Geschickt wurde hier Zitrone, Orange und der ewigen Bergamotte ein wunderschönes Duft-Denkmal gesetzt; die Zartheit von Neroli zeigt einen ersten Höhepunkt.
Kräftiger Lavendel schäkert erdverbunden mit sinnlich-reifem Jasmin und bringt uns so Grüße aus Südfrankreich.
Patchouli-schwere Erde verströmt ihren so typischen Duft, der eine Brücke zur klassischen Basis aus Eichenmoos und Sandelholz baut, die so dieser Komposition die notwendige Bodenhaftung verleiht.
Hier vereint sich die beliebte Duftfülle des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit der Leichtigkeit eines Eau de Colognes.
Aimé Guerlains „Eau de Cologne du Coq“ gelingt es bei aller Beschwingtheit für einige Zeit gleichzeitig zurückhaltend und anziehend, frisch und aromatisch sowie stimulierend und lebhaft zu sein.
Eine angenehm charmante und doch so typische Duftschöpfung aus dem Haus Guerlain mit entsprechender Sillage und dem Anreiz immer wieder frisch zu sprühen und dadurch die feinen schwebenden Morgentaunebel bei Jedem Sprühen aufs Neue genießen zu können.
Du weckst die Sehnsucht nach den Urlauben meiner Kindheit, als ich jeden Morgen, der mir an der Cote d'Azur vergönnt war, an einem verwitterten Steinmäuerchen entlang die Böschung zum Strand hinuntersprang und mich wie berauscht fühlte von den Aromen, die in der Luft lagen ... das war das Paradies meiner frühen Teeniezeit. Es waren nicht viele solcher Morgen, doch sie sind in mir eingebrannt ebenso wie der alte Hafen im Marseille, und die kleinen Gässchen, die erhabene Kirche, die Corniche und der Strand zwischen Nizza und Cannes.
Bei mir ist das Eau de Cologne Impériale eingezogen, das auch sehr frisch, leicht und qualitätsvoll daher kommt. Diese Beschreibung von Dir ist wieder ein Meisterwerk der Erzählkunst und ich staune immer wieder, wie Du die absolut richtigen Worte findest, einen Duft gefühlvoll zu beschreiben.
Diese wunderbaren feinst austarierten Guerlain-Colognes... Eau du Coq war das erste Duftwasser, daß unser junger Herr Patenkind mit 11 als persönlichen Duft von seiner französischen Grandmère geschenkt bekam.
So ist es! Und wenn (auch bei der "Neuen Generation") doch einmal ein Duft dabei ist, der nicht so gefällt, dann liegt es häufig auch an mir, dass die Kommunikation nicht klappt.
Fein, gleich mit dem ersten Absatz wurde mir die Frage nach dem Hahn beantwortet. Ich denke, da bist Du auf dem richtigen Weg. Und dieses Neroli würde mich sicher auch erfreuen, nachdem ich vor Kurzem so ein metalisches in der Nase hatte. https://www.parfumo.de/Parfums/Nuxe/Prodigieux_Le_Parfum
Als Morgenlektüre eine wunderbare Rezension zum Duft eines herrlichen Morgens en France 🇫🇷 ☀️
Der dürfte genau meinen Geschmack treffen.
Komm gut in den Tag!
Der dürfte genau meinen Geschmack treffen.
Komm gut in den Tag!