19.03.2021 - 07:35 Uhr

Intersport
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10
nature morte
Multiple Rouge startet wie eine gelungene Gratwanderung zwischen funktioneller Parfumerie - also der Sparte die sich mit dem Design wie Haushalts und Reinigungsprodukte riechen befasst - und 'haute' Parfumerie der Kosmetikindustrie. Man stelle sich, gleich zum Auftakt, ein 'fruchtig, beerenartiges' Scheuermittel vor, das aber mit den allerfeinsten Riechstoffen versehen wurde und so effizient wie delikat ist.
Multiple Rouge, das, wie unten angemerkt, durchaus auch Multiple Jaune heißen könnte, verbindet scheinbar mühelos Inhaltsstoffe, die sonst meist strikt voneinander getrennt bleiben. Zentral ist für mich eine Verbindung aus Immortelle und etwas Anisartigem, Ozonischem, wie man es etwa vom IFF-Riechstoff Floralozone kennt, kombiniert mit einer fruchtig-beerigen Komponente, die sich nur schwer eindeutig zuordnen lässt: Himbeere, Brombeere, rote Äpfel, und Ähnliches. Vor allem diese ungewöhnliche Kombination aus Immortelle und Ozon könnte ein Schlüssel zu Multiple Rouge sein.
Im Verlauf, insbesondere auf der Haut, tritt die Immortelle stärker hervor und entwickelt sich überraschend natürlich: eine Mischung aus Immortelle Absolute und dem Geruch getrockneter, zerriebener Helichrysum Blätter. Das Ganze bleibt dabei unsüß, während der fruchtig/beerige Aspekt so modelliert ist, dass er noch einmal an die Intensitäten erinnert, die den Duft zu Beginn auszeichnen. Auf Stoff und Papier bleiben alle Charaktere des Dufts sehr lange gut erhalten; auf der Haut jedoch stellt sich eine Entwicklung ein, die zunehmend auf die Immortelle hinausläuft. Toll.
Ganz so solitär ist Multiple Rouge dennoch nicht: Serge Lutens’ Chypre Rouge (2006), mit seiner ähnlich fruchtigen Immortelle, könnte hier als Referenz gedient haben, zumal Humięcki & Graef ihre Bewunderung für Lutens einst in einem Interview geäußert haben.
Multiple Rouge, das, wie unten angemerkt, durchaus auch Multiple Jaune heißen könnte, verbindet scheinbar mühelos Inhaltsstoffe, die sonst meist strikt voneinander getrennt bleiben. Zentral ist für mich eine Verbindung aus Immortelle und etwas Anisartigem, Ozonischem, wie man es etwa vom IFF-Riechstoff Floralozone kennt, kombiniert mit einer fruchtig-beerigen Komponente, die sich nur schwer eindeutig zuordnen lässt: Himbeere, Brombeere, rote Äpfel, und Ähnliches. Vor allem diese ungewöhnliche Kombination aus Immortelle und Ozon könnte ein Schlüssel zu Multiple Rouge sein.
Im Verlauf, insbesondere auf der Haut, tritt die Immortelle stärker hervor und entwickelt sich überraschend natürlich: eine Mischung aus Immortelle Absolute und dem Geruch getrockneter, zerriebener Helichrysum Blätter. Das Ganze bleibt dabei unsüß, während der fruchtig/beerige Aspekt so modelliert ist, dass er noch einmal an die Intensitäten erinnert, die den Duft zu Beginn auszeichnen. Auf Stoff und Papier bleiben alle Charaktere des Dufts sehr lange gut erhalten; auf der Haut jedoch stellt sich eine Entwicklung ein, die zunehmend auf die Immortelle hinausläuft. Toll.
Ganz so solitär ist Multiple Rouge dennoch nicht: Serge Lutens’ Chypre Rouge (2006), mit seiner ähnlich fruchtigen Immortelle, könnte hier als Referenz gedient haben, zumal Humięcki & Graef ihre Bewunderung für Lutens einst in einem Interview geäußert haben.
Aktualisiert am 30.01.2026 - 03:33 Uhr
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Immortelle Absolue
Pfirsichkern
Vietnamesischer Koriander
Zimt
grüne Ananas
Orange
rote Beeren




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