Chypre Palatin Parfums MDCI 2012
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Top Rezension
Der Imperator kehrt zurück
Ein letztes Mal blickt der alte Kaiser über die Terrassen von Palatin. Die Sonne taucht die marmorgeflutete Stadt in goldene Glut, der Himmel trägt Purpur wie zum Zeichen: Heute wird Geschichte geschrieben. Er atmet tief ein. Der Wind trägt Rosenschwärme vom Forum herüber, getränkt in feuchtes Leder und Weihrauch. Die Schatten werden länger. Der Hofstaat schweigt. Nur ein Duft spricht.
Der Auftakt gleicht einem höfischen Prolog: Galbanum, Zimt und Hyazinthe verkünden mit wachsamem Blick den Einzug des Protagonisten. Aldehyde flackern wie Fackeln an den Mauern. Sie leuchten und führen den Weg. Lavendel schwingt das Zepter des Übergangs, von der Frische in die Dekadenz.
Dann hebt sich der Vorhang, der Kaiser betritt den Thronsaal. In wallender Robe aus Pflaume, flankiert von irisgeschmückten Rosenkränzen und gardenienhaften Gebeten. Er riecht nicht modern, er riecht majestätisch. Chypre Palatin verbeugt sich nicht. Der Duft erwartet, dass man sich ihm nähert.
Und wehe dem, der in der Basis seine Treue verweigert. Denn was hier beginnt, ist keine freundliche Umarmung, es ist die feierliche Krönung eines uralten Archetyps. Eichenmoos spricht das Urteil. Castoreum flüstert von opulenten Schlachtfesten. Styrax knistert wie zerfetzter Purpurstoff. Immortelle verleiht dem Duft Unsterblichkeit, Vanille einen Moment der Gnade, doch der Wille zur Macht bleibt olfaktorisches Rückgrat.
... Chypre Palatin verlangt Haltung, Charakter und ein Mindestmaß an Grandezza. Wer ihn bloß wegen „gutem Duft“ trägt, wird vom Thron verbannt. Dieses Parfum verlangt Hingabe. Es lebt auf der Haut wie ein Monarch auf dem Feldzug: präsent, fordernd, elegant in seinem Zorn. Er scheut sich nicht vor Leder, noch vor balsamischer Brutalität. Doch er kennt auch Anmut. Ein echter Chypre in Gold gemeißelt. Chypre Palatin ist kein Parfum: Es ist ein Machtanspruch.
Passende Musik: Wojciech Kilar – "Exodus"
Der Auftakt gleicht einem höfischen Prolog: Galbanum, Zimt und Hyazinthe verkünden mit wachsamem Blick den Einzug des Protagonisten. Aldehyde flackern wie Fackeln an den Mauern. Sie leuchten und führen den Weg. Lavendel schwingt das Zepter des Übergangs, von der Frische in die Dekadenz.
Dann hebt sich der Vorhang, der Kaiser betritt den Thronsaal. In wallender Robe aus Pflaume, flankiert von irisgeschmückten Rosenkränzen und gardenienhaften Gebeten. Er riecht nicht modern, er riecht majestätisch. Chypre Palatin verbeugt sich nicht. Der Duft erwartet, dass man sich ihm nähert.
Und wehe dem, der in der Basis seine Treue verweigert. Denn was hier beginnt, ist keine freundliche Umarmung, es ist die feierliche Krönung eines uralten Archetyps. Eichenmoos spricht das Urteil. Castoreum flüstert von opulenten Schlachtfesten. Styrax knistert wie zerfetzter Purpurstoff. Immortelle verleiht dem Duft Unsterblichkeit, Vanille einen Moment der Gnade, doch der Wille zur Macht bleibt olfaktorisches Rückgrat.
... Chypre Palatin verlangt Haltung, Charakter und ein Mindestmaß an Grandezza. Wer ihn bloß wegen „gutem Duft“ trägt, wird vom Thron verbannt. Dieses Parfum verlangt Hingabe. Es lebt auf der Haut wie ein Monarch auf dem Feldzug: präsent, fordernd, elegant in seinem Zorn. Er scheut sich nicht vor Leder, noch vor balsamischer Brutalität. Doch er kennt auch Anmut. Ein echter Chypre in Gold gemeißelt. Chypre Palatin ist kein Parfum: Es ist ein Machtanspruch.
Passende Musik: Wojciech Kilar – "Exodus"
10 Antworten


Nebenbei vielleicht noch erwähnt, dass der Duft nichts für mich war. Das bin ich einfach nicht und auch nach vielen Parfumo-Jahren bleibt mein Verhältnis zu Chypres eher ambivalent. 😉