Mein zweiter Cabanel und auch der lässt mich etwas ratlos zurück.
Gestern hab ich den Café Cabanel getestet, der sich letztlich zu einen soliden Duft entwickelte, aber zuvor doch nicht ganz einfach war.
Heute umgekehrt. Die ersten paar Minuten... Zehn? 15? ist es ein toller Duft. Frisch, interessant, macht Lust auf mehr. Koriander, Tee und Bergamotte bilden eine harmonische Ménage à trois.
Aber dann machen sie einen typischen Fehler, wie er klischeehaft in wirklich sehr vielen Serien und Filmen vorkommt: Die drei laden zu einer Party ein, jeder nur ein bis zwei Kumpels, aber, Schreck, es kommen viel mehr Leute als geplant und eingeladen. Die Situation artet nicht völlig in eine zerstörerische Orgie aus, das nicht (wir sind ja in der Wirklichkeit, nicht in einer fiktiven Serie), aber etwas gerät die Party doch aus den Fugen. Die geladenen und ungeladenen Gäste harmonieren nicht so richtig. Heavy Metal, Hip Hop und Kinderlieder dröhnen aus verschiedenen Lautsprechern. Man sollte es nicht meinen, aber zwei Sorten Rosen, der obligatorische Weißblüher und Kardamom passen, zumindest in diesem Fall, nicht gut zusammen. Bliebe der Duft so, er läge bei mir so bei 5,5/6.
Aber dann kommt das Eichenmoos aufräumen. Wahrlich nicht meine Lieblingsnote, wenn sie zu intensiv ausgeprägt ist. Hier aber fungiert sie als Raumspray und übertüncht den Kleinkrieg zwischen den Blümchen und dem Kardamom. Um beim Bild zu bleiben: Er dreht die drei Lautsprecher etwas leiser und stellt sie auseinander. Es ist also immer noch kein Ohrenschmaus, aber weit weniger unangenehm als es schon war.
Von der anstrengenden Party ermüdet, legen sich alle Kontrahenten aufs Tonkanillebett. Iris macht das Licht und die Geräuschquellen aus. Endlich Ruhe, aber auch Katerstimmung.
Super schräge Party! 😂
Ich denke, dass der Rosen-Jasmin-Akkord recht harsch moduliert wurde.
Sonst fällt der eher streng elegant aus.
Immerhin steckt hier das Grundgerüst eines Chypre.
Und der Parfümeur zeichnete sich bisher als sehr fähig aus.
Ich denke, dass der Rosen-Jasmin-Akkord recht harsch moduliert wurde.
Sonst fällt der eher streng elegant aus.
Immerhin steckt hier das Grundgerüst eines Chypre.
Und der Parfümeur zeichnete sich bisher als sehr fähig aus.
Schöner Vergleich, gerne gelesen!
🏆