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Lucy55

Lucy55

Rezensionen
1 - 5 von 12
Unsichtbarer Hautschmuck
Dieser Duft legt sich auf die Haut wie Öl – warm, dicht, verführerisch. Er entfaltet sich auf dem warmen Körper, verströmt flüssige kostbare Harznoten, die über seltenen Hölzer fließen. Eine cremige Schokoladigkeit ist spürbar, begleitet von sanften, fernen Fruchtnuancen der Banane, mit warmem Amber verschmolzen, im ätherischen Halbdunkel…
Nichts daran erhebt die Stimme: ein sanftes Geflüster umhüllt einen wie ein Schleier, gewebt aus Verlangen. Er schmückt die Haut nicht nur – er verschmilzt mit ihr und wird zu ihrem Geheimnis…

Hier offenbart sich eindrucksvoll die kreative Meisterschaft des Parfümeurs – wie feinfühlig er mit Nuancen gespielt, wie sorgfältig er nach dem perfekten Gleichgewicht gesucht hat.
Mich berührt und fasziniert solche Parfümeriekunst, und macht die Begegnung mit dem Duft zu einem echten Erlebnis.

Der einziger Minuspunkt – das Flakondesighn. Die früheren Düfte der Marke wurden in schlichten, eleganten Flakons mit dem Markenlogo abgefüllt. Leider wurden diese inzwischen eingestellt.
7 Antworten
Sinnlich bis ins Mark
L'Eau Triple Al Kassir berauscht sofort mit einer Parade üppiger Gewürze, darunter Kardamom, das beliebteste orientalische Gewürz, Zimt, Ingwer, Nelke, zu denen die Geranie einen Hauch von sehr frischer Rose bringt, Patchouli von üppiger Rundheit und die Osmanthusblüte einen sinnlichen, üppigen Hauch von Honig und Leder.
Jedoch in der offiziellen Pyramide auf Fragrantica fehlen einige Duftnoten des Parfüms was eine Korrektur erfordert.

Das Dreifachwasser „Al Kassir“, ist ein einzigartiger Duft auf Wasserbasis, in dem sich ein heiliges Sandelholz enthüllt, das sich über Kardamom und Patchouli freut. Dieser göttliche Akkord wickelt sich wie Samt auf die Haut, ohne sich jemals im Übermaß aufzudrängen.

Noch nie habe ich ein Parfüm gesehen, das milchige Farbe hat. Es wird empfohlen, diesen Duft aufsprühen und leicht in die Haut einzumassieren, erst dann entfaltet er sich in vollem Maße. L'Eau Triple ist ein alkoholfreier Duft, der die Haut nicht austrocknet.
Seine innovative Formulierung kombiniert eine absichtlich eingeschränkte Anzahl von Zutaten, kaum ein Dutzend. 92 % Inhaltsstoffe sind natürlichen Ursprungs.

Um die Erzeugung der Emulsion zu ermöglichen, sind Emulgatoren vorhanden (hydrogenated lecithin, polyglyceryl-10 laurat), und um eine Stabilität im Laufe der Zeit zu gewährleisten, werden Konservierungsstoffe (Sodiumbenzoat), pH-Anpasser (Zitronensäure) hinzugefügt.
4 Antworten
Das ist sie, meine Novelle… Nein, mein Poem!
Jahr 1221, Kloster Santa Maria Novella, Florenz, Italien. Die Mönche des Dominikanerordens beschließen, das Haus Officina Profumo Farmaceutica di Santa Maria Novella zu gründen. Im Garten des Klosters bauen sie Heilpflanzen an, studieren ihre heilenden Eigenschaften, bereiten daraus einzigartige Essenzen, Balsame und Heilsalben zu. Die Wende kommt im Jahr 1533, als die Mönche das Parfum „l’Aqua della Regina“ kreieren – das erste Parfum des Hauses Santa Maria Novella. Der Grund dafür ist die Hochzeit von Caterina de Medici und Heinrich II. - König von Frankreich aus der Valois-Dynastie.

Lange Zeit war die Produktion abgeschieden und wurde nur innerhalb der Klostermauern durchgeführt, aber 1612 öffnete die Apotheke ihre Türen für die breite Öffentlichkeit, ihre einzigartigen Produkte wurden allen zugänglich, zuerst in Italien und dann darüber hinaus. Der Großherzog der Toskana verleiht der Produktion den Titel „Werkstatt Seiner Königlichen Majestät“. Bis in unsere Zeit hat diese älteste Florentiner Apotheke ihre Traditionen bewahrt und präsentiert bis heute stolz ihre einzigartigen Kreationen. Alle Produkte werden nur aus Kräutern und Bestandteilen natürlichen Ursprungs hergestellt und nicht an Tieren getestet.

Ich habe „Acqua della Regina“ (Wasser für die Königin) kennengelernt, einen Zitrus-Fougère-Duft, der mir auch sehr gut gefallen hat und den ich mir notiert habe, aber besonders zeichnete ich „Rosa Novella“ aus, der bei mir unbedingt einziehen sollte!

„Rosa Novella“ ist der Inbegriff des Duftes, der im Mai den Garten von Santa Maria Novella auffüllt. Zum Start gibt das Cologne einen ordentlichen Zitrusschuss, der auf mich spritzig und frisch wirkt und nachher einem subtilen Rosenduft Platz macht. Der ist so wunderschön! Diese Rose ist eher grün, nicht zuletzt weil sie zusammen mit Oregano und Moos komponiert.. Sie ist ohne ölige oder samtige Schwere im Hintergrund, ganz im Gegenteil: sie glänzt wie Debütantin eines Balls - zerbrechlich, anmutig, voller Träume und Pläne…

Rosa Novella hält auf meiner Haut bis zu 4 Stunden, was für Eau de Cologne beachtlich ist. Es bleibt ein leichter, zarter Schleier und ich bin froh, dass es Zeit ist, mich wieder mit diesem erstaunlichen Gute-Laune-Duft zu besprühen!
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Melodie der Fusion
Dieses Parfum erregte meine Aufmerksamkeit mit seinem Aussehen, - er sieht aus wie ein Kieselstein, der auf einem anderem Kieselstein thront. So ein Flakon wird sicherlich jeden Parfümschrank schmücken. Und natürlich hat mich seine komplexe, reiche Duft-Pyramide für ihn interessiert.

Die Verschmelzung vieler Komponenten im Fusion sacrée obscur, klingt sehr harmonisch, wie eine Melodie - jede Note fließt geschmeidig ineinander über. Seine balsamische Wellen, die in der Luft strömen, wirken unerreichbar und schmerzhaft schön…
Eine Streuung von Gewürzen und karamell-süß-salzige Note mit einem ausgeprägten Sellerie-Kardamom Aroma machen ihn außergewöhnlich und authentisch.

Ich kann nicht sagen, dass der Sommer seine beste Jahreszeit ist. Meiner Meinung nach, wird er sich im Herbst und Winter in seiner ganzen Pracht zeigen. Ich werde meine Sharing-Abfüllung bis die Zeit kommt, gut aufbewahren. ;)

Fusion Sacree ist erhaben im Charakter, - Sellerie als Duftnote soll euch nicht irritieren! Er ist keineswegs alltäglich, aber… wie kann ich das hier schon behaupten? …

Er ist ein absolut Unisex-Duft, und ist auf jeden Fall testenswert!
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Moskau-Petuschki
Allessandro Gualtieri, hat sich entschieden, einen neuen Nasomatto-Duft zu kreieren, nach dem er das Buch, „MOSKAU-PETUSCHKI“ gelesen hat. Das gehört zur Undergroundliteratur der Sowjetzeit des russischen Schriftstellers Venedict Erofeev und ist eine pseudo-autobiografische Arbeit eines Alkoholikers über Alkoholiker und Alkohol.
Sehr bunt geschrieben, Philosophisch, mit vielen Details, die die Ästhetik des Alkoholismus darstellen. Die Hauptfigur des Buches berät, wie man aus Medikamenten, Bier, Kölnischwasser und Nagellack Cocktails macht. Hauptsächlich Männer trinken alles, was sie berauschen kann: von Schuhcreme bis zu billigem Eau de Toilette.

Wollte Gualtieri das Parfüm-Trinken den degradierten Menschen angenehmer machen??? Darüber schweigt die Geschichte.

Baraonda ist ein alkoholisches Aroma, aber seine Thematik basiert auf viel edleren Getränken: Whisky und Portwein.
Whisky verabschiedet sich jedoch ziemlich bald und weicht einem süßen und reichhaltigem Portwein, in dessen Aroma ich Nuancen von getrockneten Äpfeln und Pflaumen nachverfolgen kann. Der holzige Teil der Komposition ist untrennbar mit dem Wein verbunden und setzt ihn fort. Er entwickelt das Motiv eines Weinfasses und bringt einen warmen und leicht animalischen Ton, der wiederum von Ambroxan unterstützt wird.
Das Beste in dem Duft hat nicht viel Ausdauer und verschwindet von meinem Handgelenk nach ca 4 Stunden. In der Basis bleibt süß-fruchtig-holziger Ton, der nach 6 Stunden Sprühen kaum wahrzunehmen ist.

Fazit:
Baraonda ist dem Luder - China White, der viel versauter und anziehender auf mich wirkt, unterlegen.

Ich bedanke mich bei IrisNobile, die mir eine Probe von Baraonda zukommen ließ.
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